Ich bin vor einigen Jahren diesen Artikel gestoßen, der einen Überblick darüber gibt, wie politische Ansichten mit Wohlstand zusammenhängen und wie sich Positionen zu einzelnen Punkten ins Gegenteil umkehren können:
https://quillette.com/2022/08/09/lib…e-when-we-must/
Ich finde das ganz nützlich, um einige Änderungen in dem Buch einzuordnen.
Am Ende bleibt das neue Buch in allen konkreten Vorschlägen genauso vage, wie das alte.
Der Text ist ein ganz klassisches Beispiel dafür, dass man eben materialistische (linke) Ideologie-Kritik benötigt, um gesellschaftliche Zusammenhänge zu verstehen. Hier wird alles runtergedampft auf politische Mentalitäten - 'konservativ' und 'liberal'. Und wenn man eben keinerlei Begriff von Machtverhältnissen und Klassenunterschieden hat, kommt so eine oberflächliche Apologie bürgerlicher Herrschaft heraus. Im Grunde bewegt sich der Text an der gewohnten US-amerikanischen Oberfläche, der systemischen Dichotomie zwischen 'liberals' und 'conservatives'.
Aber zu Dians Weltbild passt der Text wohl ganz gut - denn auch hier geht es wieder nur um Einstellungen, Wahrnehmung, nicht um praktische politische und soziale Kämpfe zur Verbesserung der Lebensbedingungen und der Möglichkeit der individuellen Entfaltung und Teilhabe.