Die Unity-Philosophie

Es gibt 108 Antworten in diesem Thema, welches 31.290 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. August 2026 um 20:09) ist von Dian.

  • Hat dann doch etwas länger gedauert. Das lag aber nicht so sehr an meiner Faulheit, sondern weil ich noch ein paar Mal was zu korrigieren hatte, und es dann immer wieder ein paar Wochen gedauert hat, bis das nächste Exemplar druckreif war. Jetzt ist aber alles fertig, und ihr könnt die neue Unity-Philosophie ab sofort überall im Buchhandel bestellen.

    ISBN 978-3695711659


    Die Unity-Philosophie: Gedanken für eine bessere Welt
    Nach Jahrtausenden allgegenwärtiger Manipulation und gezielter Unterdrückung des Individuums sind die einst freien Menschen zu großen Teilen gezähmt und…
    www.amazon.de
  • Ich bemühe mich, die geplante Video-Reihe zeitnah nächste, spätestens übernächste Woche zu beginnen. Und dann geht auch eine Rundmail an alle ehamligen und aktuellen User raus, auf dass in unsere aufgehübschte Foren-Ruine dann endlich auch wieder etwas mehr Leben einkehrt.

  • Dian


    Wie viele Seiten mehr enthält die neuere Version deines Buches?


    Ach hat sich erledigt , steht ja da . :D

  • Hab die noch nie gelesen, aber da man sich heutzutage alles im Auto vorlesen lassen kann, stehen die Chancen besser denn je :D

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Es ist erfreulich, dass du das Buch fertiggestellt hast. Es ist länger, aber leider hatte ich nicht das Gefühl, dass es mehr Substanz hat. Die alte thematische Gliederung erschien mir präziser, in den neuen Kapiteln werden einige Inhalte umgeschichtet und vermischt, was dazu führte, dass es sich wie im Kreis drehendes Gemecker über das System las, ohne auf den Punkt zu kommen.
    Das alte Vorwort war, obwohl es inhaltlich nicht perfekt war, formal als Vorwort zu gebrauchen. Es war nicht zu lang und machte neugierig. Das neue Vorwort liest sich wie eine ausschweifende Rechtfertigung für die Existenz des Buches. Besonders beim Kapitel "Ein ideales System" habe ich ungeduldig darauf gewartet, dass endlich das ideale System beschrieben wird.


    Es ist hilfreich, innerhalb eines Kapitels klare thematisch fokussierte Absätze zu machen und jeden Absatz und jeden Satz auf seinen Daseinszweck zu überprüfen. Formulierungen wie "wie gesagt", "kurz gesagt", "anders ausgedrückt" leiten oft eine sinnlose Wiederholung ein. Es wäre besser, sich für eine Formulierung zu entscheiden, die beim ersten Mal alles verständlich ausdrückt.
    Mit blumiger Sprache über Missstände herzuziehen macht den Text zwar unterhaltsam, aber man sollte dabei nicht aus dem Blick verlieren, was man eigentlich mitteilen will.


    "Schon die alten Römer hatten dies in ihren Gesetzen festgelegt. Übrigens in den gleichen Gesetzen, in denen auch stand, dass das
    (natürlich männliche) Familienoberhaupt seine Kinder,
    Frauen und Sklaven notfalls auch töten durfte, ... "
    Bei solchen Behauptungen hätte ich mir genauere Infos und Quellenangaben gewünscht.


    Es gibt auch Gutes, ich habe mich gefreut, dass darauf eingegangen wurde, dass in der Schule kaum praktisches Wissen für den Alltag vermitelt wird. Man nimmt Theorien von Wirtschaftmodellen irgendwelcher Gelehrten durch, aber lernt absolut nichts darüber, wie man den ganzen bürokratischen Irrsinn überlebt, der einem zwangsweise aufgebürdet wird, sobald man seinen ersten Cent verdient. Man interpretiert Gedichte längst verblichener Autoren, die völlig an den Interessen und der Lebensrealität der Schüler vorbeigehen, lernt aber kaum etwas über die Psyche der Menschen, wie man sich selbst und andere besser verstehet, Manipulation und Gruppendynamiken durchschaut.
    Ich mag auch den Abschnitt über mündliche Noten und Präsentationen. Darunter habe ich auch immer gelitten. Zu meiner Zeit wurden zum Glück noch nicht so viele Referate gehalten, aber man hat mir ständig vorgehalten, meine mündliche Mitarbeit wäre zu gering. Ich empfand das als Missachtung meiner grundlegenden Persönlichkeit und nicht im geringsten hilfreich.


    Desweiteren ist es positiv, dass du auf die unwürdigen Zustände des Zur Miete Wohnens eingehst. Natürlich sollte es Optionen für verschiedene Vorlieben geben. Es gibt Leute, die haben keinen Bock, sich um ein Haus zu kümmern und rufen lieber einfach die Verwaltung an. Manche legen auch gar nicht viel Wert auf ein festes Zuhause, weil sie ständig umziehen oder auf Reisen sind. Es geht mir aber um die grundsätzliche Fehlentwicklung, dass man in seinen eigenen vier Wänden nur zahlender Gast ist und das als Normalzustand angesehen wird. Meinetwegen darf es Wohnblöcke mit Hausmeisterdienst geben, aber ein Dach über dem Kopf ist ein fundamentales Menschenrecht und darf einem unter keinen Umständen genommen werden. Wenn man Schulden hat und sie zwingen einen, sein Heim zu verkaufen, ist das nicht viel anders, als würden sie einen zwingen, eine Niere zu verkaufen. Ja, man kann es überleben, aber es ist ein Angriff auf die Integrität und Würde einer Person.


    So wie ich verstanden habe, ist einer der Gründe, warum das Buch überarbeitet wurde der, dass die Fronten nicht mehr so klar scheinen. Früher gab es auf der einen Seite die autoritären, konservativen Spießer und auf der anderen Seite die liberalen Freigeister. Heute begreifen sich Rechtsextreme auf einmal als antiautoritäre Freiheitskämpfer, während die einstigen Hippies total prüde und bevormundend geworden sind. So wie du formulierst, dass unregulierte Migration und oberflächliche politische Korrektheit problematisch sind und das auszusprechen als Tabubruch verpackst, wirkt das weniger wie eine Positionierung außerhalb aller politischen Lager, sondern eher wie ein Auf-den-Leim-gehen rechter Narrative. Dies mag einem deshalb besonders auffallen, weil momentan gerade jeder Furz den Rechten Aufwind gibt, egal was man sagt. Die Rolle der Wirtschaft beim Auslösen und Ausnutzen von Krisen wird zu wenig thematisiert.


    Ich bin vor einigen Jahren diesen Artikel gestoßen, der einen Überblick darüber gibt, wie politische Ansichten mit Wohlstand zusammenhängen und wie sich Positionen zu einzelnen Punkten ins Gegenteil umkehren können:

    Liberal When We Can; Conservative When We Must
    Don’t expect the politics of tomorrow to be any less turbulent than the politics of today.
    quillette.com

    Ich finde das ganz nützlich, um einige Änderungen in dem Buch einzuordnen.


    Am Ende bleibt das neue Buch in allen konkreten Vorschlägen genauso vage, wie das alte.

  • Oh, das ging ja schnell. Dann sag ich auf jeden Fall mal Danke für die ausführliche Rückmeldung!

    "Schon die alten Römer hatten dies in ihren Gesetzen festgelegt. Übrigens in den gleichen Gesetzen, in denen auch stand, dass das
    (natürlich männliche) Familienoberhaupt seine Kinder,
    Frauen und Sklaven notfalls auch töten durfte, ... "
    Bei solchen Behauptungen hätte ich mir genauere Infos und Quellenangaben gewünscht.

    Es soll ja keine wissenschaftliche Arbeit sein, diesen Anspruch hab ich nicht... sondern einfach nur eine Ansammlung von Gedanken, auch gern mal polemisch oder überspitzt, von daher hab ich einige Dinge eben einfach mal in den Raum geworfen, die ich irgendwo aufgeschnappt habe, wie etwa auch das mit den täglich versiegelten 50 Hektar Land. Klar würde es seriöser wirken, wenn ich das dann noch mit einem Quellenverzeichnis belegen würde, aber googeln kann ja letztlich auch jeder selbst, um sich zu überzeugen, ob ich irgendwo Quatsch erzähle oder nicht.
    Das mit den alten Römern stimmt aber definitiv, siehe hier:
    Pater familias – Wikipedia
    Wenngleich die Sachlage natürlich schon etwas komplexer ist, als ich das in diesem (sicherlich leicht polemischen) Argument dargestellt habe.

    So wie ich verstanden habe, ist einer der Gründe, warum das Buch überarbeitet wurde der, dass die Fronten nicht mehr so klar scheinen. Früher gab es auf der einen Seite die autoritären, konservativen Spießer und auf der anderen Seite die liberalen Freigeister.

    Richtig, ich habe zumindest die alte Unity-Philosophie unter diesem Eindruck geschrieben, und bestimmte Dinge aus heutiger Sicht doch etwas naiv betrachtet. Obwohl es natürlich historisch zahlreiche Beispiele für autoritäre linke Politik gab (DDR und Co.), sah ich das damals aber nicht so, dass auch linke Politik schnell wieder ins Autoritäre abdriften könnte, oder dass sich linksalternativ gesinnte Leute mit dem System verbrüdern würden, weil ihnen das System besser erscheint als die Alternative (für Deutschland).

    Damals war mein Weltbild doch eher: Entweder bist du für das System oder dagegen... entweder ein Lemming/Mitläufer oder ein freigeistiger Rebell.

    Entsprechend war ich auch etwas unkritisch manchen linken Ideen gegenüber, wo ich heute eher sagen würde, dass einige davon nicht gut zu Ende gedacht oder schlichtweg zu einseitig sind. Und das wollte ich eben schon gerne etwas differenzierter darstellen, und einfach mehr eigenständige Überlegungen reinbringen.

    Desweiteren war ich auch mit einigen anderen Stellen nicht zufrieden, etwa, was das Thema Geschlechterrollen angeht. Das wirkte damals schon teilweise irgendwie so "Mädels sollen sich nicht so anstellen und brauchen mehr gesunde Kriegermentalität" bla bla. Ich denke, dass ich meine Ansichten dazu mit dem neuen Werk schon deutlich besser ausgearbeitet habe, und dass das beim Lesen hoffentlich etwas reifer wirkt inzwischen.

    Also es gab schon mehrere gute Gründe, warum ich das alles mal gründlich generalüberholen wollte. Etwas mehr auf Distanz zu linken Ideologen zu gehen war da nur einer von vielen.

    So wie du formulierst, dass unregulierte Migration und oberflächliche politische Korrektheit problematisch sind und das auszusprechen als Tabubruch verpackst, wirkt das weniger wie eine Positionierung außerhalb aller politischen Lager, sondern eher wie ein Auf-den-Leim-gehen rechter Narrative.

    Naja, da sind wir dann wieder bei der Diskussion, die ich mit Lonewolf schon mehr als ausgiebig geführt habe, ohne je auf eine sinnvolle Einigung gekommen zu sein.

    Probleme anzusprechen hat für mich erst mal nichts mit links oder rechts zu tun, und es erscheint mir ziemlich dumm, ein existierendes Problem deshalb nicht ernstnehmen zu wollen, weil es zum Narrativ der politischen Gegenseite gehört.

    Wir haben Probleme mit zu wenig Wohnraum, und wenn wir mehr Wohnraum bauen haben wir wiederum Probleme damit, dass immer mehr Umwelt zerstört wird, der Verkehr immer schlimmer wird und das einzelne Individuum immer weniger Platz zur persönlichen Entfaltung hat - folglich scheint mir eine Rückentwicklung der Bevölkerungszahlen die einzig sinnvolle Alternative zu sein, wie ich ja auch im Buch darzulegen versuche. Und dies gelingt nicht, wenn man immer mehr Menschen einlädt und sogar darum bittet, dass sie kommen, weil wir immer mehr Arbeitskräfte brauchen. Das ist für mich erstmal nicht links oder rechts gedacht, sondern ich sehe einfach ein Problem und mache mir ideologieübergreifend Gedanken über mögliche Lösungen.

    Ebenso würde ich auch nicht sagen, dass ich rechten Narrativen auf den Leim gehe, wenn ich der Überzeugung bin, dass die Gesellschaft, in der man aufwächst, einen Menschen deutlich massiver prägt, als es sich viele eingestehen wollen... und dass man deshalb doppelt vorsichtig sein sollte, wenn man zu viele Menschen zu integrieren versucht, die in einer Gesellschaft aufgewachsen und geprägt wurden, in der Gewalt, religiöse Verblendung und Diskriminierung an der Tagesordnung sind.

    Diese Problematiken scheint mir genauso logisch und real zu sein, wie Umweltzerstörung und Klimawandel. Soll ich nun diese Problematiken verharmlosen oder gar leugnen, weil es viele Arschlöcher da draußen gibt, die die Angst der Menschen vor allem Fremden benutzen, um ein autoritäres Regime zu errichten?

    Oder wäre das nicht im Grunde genauso bescheuert, wie wenn Rechte aus Prinzip das Problem des Klimawandels kleinreden, weil das ja zum Narrativ der Linken gehört, von denen sie sich so weit wie möglich abzugrenzen versuchen?

    Ein Problem bleibt ein Problem. Die Welt wird durch Industrie verdreckt und droht kaputt zu gehen, auch wenn sich alle Rechten kollektiv die Augen zuhalten und darauf beharren, dass das Problem gar nicht existiert, weil sich die Linken das alles nur ausgedacht haben.

    Umgekehrt wird unsere Gesellschaft aber auch zunehmend von Problemen bedroht, die man auf linker Seite nicht sehen möchte. Und auch diese Probleme werden nicht dadurch verschwinden, wenn sich alle Linken kollektiv einreden, dass diese Probleme gar nicht existieren, sondern nur eine Erfindung der Gegenseite sind.

    Gerade auf solche Entwicklungen versuche ich hinzuweisen, und das würde ich schon als Positionierung außerhalb der politischen Lager bezeichnen, denn genau darum geht es: Links und Rechts sind überholte Aufteilungen, die nicht mehr funktionieren in der heutigen Zeit. Wenn man Probleme nur noch dann wahrnimmt, wenn sie in das eigene Weltbild passen, ist vielleicht das Weltbild das wahre Problem, das wir erstmal verändern sollten, wenn wir wirklich eine bessere Welt möchten.

  • Wenn schon die Wahrnehmung verkürzt und die Analyse undifferenziert ist, können natürlich auch keine sinnvollen Lösungsansätze entstehen. Vor allem sollte man eben ein Stückweit ehrlich sein und keine Mogelpackung verkaufen: Wenn man die Utopie einer abgeschotteten Festung vertritt, ist man nicht Anarchist, sondern mindestens Konservativer. Und wenn der repressive Staat hierfür dann wieder gut genug ist, um diese Grenzen abzusichern, sollte man sich eben nicht als 'anti-autoritär' verkaufen.

    'Links' und 'rechts' als überholt anzusehen, ist eben so ein klassischer kategorialer Trugschluss. Nur weil ich bestimmte Begriffe nicht mehr verwende, ändert das nichts an den politischen Positionen, die mit diesen Begriffen assoziiert sind.


    Dabei muss man, wenn man Kritik an bestehenden politischen Strömungen hat, ja gar nicht die Grundsätze als solche preisgeben. Ich kann nach wie vor kulturalistische Weltbilder ablehnen und stattdessen von gesellschaftlichen Ideologien sprechen. Dann ist die Ablehnung von Islamismus genauso inbegriffen wie die Ablehnung von Faschismus. Ein Drittel der Bevölkerung kippt in rechtsautoritäre Weltbilder, westliche Demokratien kippen in Richtung Diktatur, aber die konservativen Zuwanderer sollen das Problem sein? Was soll man hier 'gesund schrumpfen'? Wenn man keine progressive linke Politik für die Zukunft entwickeln kann (und genau über diese Form der Politik können wir gerne diskutieren), dann wird auch keine Gesellschaft übrig bleiben, die für alle lebenswert ist, sondern eben eine spätkapitalistische Dystopie - Zuwanderung hin oder her.

    Why do we fall?