Beiträge von Schuschinus

    Zitat

    Um euch beide mal ein wenig aufzuklären: Google macht sich die Mühe. Jeder einzelne Web-Crawler, jeder PageSpeed-Algorithmus, jeder Indexierungs-Bot der Suchmaschinen prüft genau diesen Unterbau. Wenn ein Code aus dem Jahr 2015 stammt, mobile Standards ignoriert, Barrierefreiheit vermissen lässt und miese Metriken liefert, straft Google ihn gnadenlos ab. Deine Seite wird nicht ignoriert, weil Google „die Funktion nicht mehr erfüllt“, sondern weil du seit zehn Jahren technische Arbeitsverweigerung betreibst. Du siehst das Problem direkt vor deiner Nase nicht, weil du den bequemen Mythos des verkannten Außenseiters bevorzugst.

    Verzeih, ich hatte nur an menschliche Nutzer gedacht, die die Seite mit eigenen Augen sehen und sich abgeschreckt fühlen könnten. Ich dachte, du wolltest damit sagen, dass eine Webseite den Ansprüchen hochintelligenter Coder genügen muss, die Wert auf neueste Technik legen und auf der Unity nur der gemeine Pöbel landet, der sich um solche Dinge nicht schert. Suchmaschinen usw. sind natürlich auch zu bedenken.

    Was mich jedoch irritiert, neulich in unserem persönlichen Chat, als ich in Bezug auf den geringen Erfolg von Dians Videos sagte, dass unter Anderem auch der Algorhythmus eine Rolle spielt, war deine Antwort:

    Zitat

    Oh nein, das Märchen vom bösen Algorhythmus wieder.


    Zwar sind die Kriterien bei den Webseiten andere, als bei den Videos, aber jetzt erzählst du, dass Algorhythmen sehr wohl eine Rolle spielen. Inhalte müssen zwangsläufig irgendwie sortiert werden, bevor sie angezeigt werden. Inwiefern die Kriterien angemessen sind und ab wann es zur Bevormundung wird, darüber lässt sich im Detail diskutieren. Sich an aktuellen Sicherheitsstandards und Nutzungsverhalten zu orientieren ist an sich ja ersmal nicht verkehrt. Aber aus deinem Mund klingt es immer, als wären Google und co über jeden Zweifel erhaben und es wäre nur zu unserem Besten, uns blind ihren Anforderungen zu unterwerfen.

    Das primäre Ziel der Techkonzerne ist nicht, uns eine optimale Nutzungserfahrung zu ermöglichen, sondern Profit zu generieren und den Markt zu monopolisieren. Sie sind eben nicht die neutralen Diener, die Anfragen nüchtern und uneigennützig beantworten und den Nutzern zutrauen, sich eigenverantwortlich im Netz zu bewegen. Sie greifen tief in persönliche Entscheidungen ein und haben einen beträchtlichen Anteil an der Enshittification des Internets.

    Das Forum als zentraler, öffentllcher Marktplatz des Projekts wird wohl von den Meisten als Hauptbestandteil des Projekts wahrgenommen worden sein, über den das Projekt überhaupt gefunden wurde. Die persönlichen Gespräche im Chat kommen ja üblicherweise erst nachdem man sich erstmal im Forum beschnuppert hat. Und wer primär einen Blog oder Wiki schreiben wollte, wird sich wohl auch nicht dafür Plateau angemeldet haben, sondern auf einer darauf spezialisierten Seite.

    Zitat

    Dementsprechend empfinde ich mein knappes „Nein, hatte er nicht“ auf diese spezifische Frage noch immer als ...sinnvoll. Du nicht?

    Das knappe "Nein, hatte er nicht" war aber eine knapp 1500 Wörter lange Ahandlung. Ob das sinnvoll war, hängt von der Perspektive ab. Wenn du damit dem falschen Kompass mal wieder eine Richtungsanzeige ablocken wolltest, war es sicher sinnvoll.


    Deine Verweise auf den Code von 2015 erweckten den Eindruck, das wäre leicht erkennbar und ein Hauptgrund für die abschreckende Wirkung der Unity. Aber wer betreibt schon solche Umstände, um den Code einer Seite zu prüfen? Die Unity Landingpage ist nur ein Hintergrundbild mit etwas Text und ein paar Links. Sowas sollte eigentlich keine Raketenwissenschaft sein. Was das Template von Dians Homepage angeht, ist das mit Templates ja so eine Sache. Ich habe mich letztens mal nach einem neuen Template für meine Tumblr Seite umgeschaut, weil das auch schon sehr alt ist und nicht ganz rund läuft. Ich habe aber kein anderes Template gefunden, das meinen Ansprüchen genügt.


    Dian wollte das Forum wiederbeleben, nicht die Restaktivität vom Forum abziehen. Da du die Unity und ihre Nutzer ohnehin verachtest, kann es dir doch egal sein, in welche Richtung die Posts umgeleitet werden und ob es für die Nutzer unbequem ist. Und da Discord auch böse ist, kann das auch nicht in deinem Sinn sein. Hätte Lissi die Brücke anderherum gebaut, hättest du es genauso Zeitverschwendung genannt, weil du jede Aktivität für die Unity für Zeitverschwendung hälst.

    Nemesus
    Nehmen wir einmal an, deine Plugins werden tatsächlich eines Tages veröffentlicht, irgendjemand findet sie und hält sie für nützlich... dann wird das undankbare Pack das einfach runterladen und installieren, wie jedes andere existierende Plugin. Wie kommst du darauf, die würden dann noch auf deine Webseite gehen, deine Videos angucken, sich darin wiederfinden, das nächtelang mit der KI diskutieren, sich selbst auf genau die Weise optimieren, die du für richtig hälst, sich in attraktive junge Frauen transformieren, dann deinem Kult beitreten und Postpolyamory Orgien mit dir feiern? Das werden entweder bärtige Eigenbrötler sein, die auch nur in ihrem Keller hocken, oder schmierige Möchtergern-Techbros, die nur schnell Kohle scheffeln wollen. Kontakte entstehen da höchstens über Beschwerdemails, weil irgendwas nicht richtig funktioniert.

    Zitat von Shadowx

    hatte er nich auch mal so ein ähnlichen Forum wie dieses.?

    Zitat von Nemesus

    Nein, hatte er nicht.

    Der Umstand, dass du neben dem Forum noch andere Anwendungen hattest, negiert nicht, dass du ein Forum hattest. Du selbst hast einmal gesagt, anfangs dachtest du, die Unity und das Plateau wären sehr ähnlich, bis du von der Unity enttäuscht wurdest.


    Zitat von Nemesus

    Und wenn jemand den HTML-Code aus 2015 modernisiert, wäre das vielelicht weniger abschreckend.

    Zitat von Nemesus

    Genauso wenig wie deine Landingpage mit 2015-Anleihen und dein WP-Template aus derselben Zeit. (Dass du die aktuelle WP-Version nutzt, grenzt an ein Wunder.)

    Woran siehst du, dass das von 2015 ist? Warum stört dich das? Geht es um Sicherheitsbedenken, oder ist dir das Design zu altmodisch? Was würde ein neuer Code anders machen?

    Zitat von Nemesus

    Im November 2023 erklärte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Einsamkeit offiziell zu einer „drängenden globalen Gesundheitsbedrohung“

    Einzelgängerische Tierarten sind zu beneiden. Anstatt die Sucht nach sozialen Kontakten zu bedienen, wäre es vielleicht nachhaltiger, Menschen zu züchten, die nicht mehr davon abhängig sind.😁

    Tatsächlich habe ich das Backrooms Phänomen relativ früh mitgekriegt und auch einigermaßen verfolgt. Es ist zur Abwechslung mal ein Trend, der nicht nur aus Oberflächlichkeit und Konsum besteht, sondern auch zum Nachdenken und zur Kreativität anregt. Ich bin nicht so der klassische Horrorfan, aber das hier setzt weniger auf explizite, klar zu bennenende Angst, als auf eine Reihe subtilerer Emotionen, die bei mir auf Resonanz stießen. Wenn Räume, die normalerweise voller Menschen sind und in denen man seine Tätigkeiten verrichtet, ohne über sie nachzudenken, plötzlich leer sind, wird man sich der Vergänglichkeit gewahr. Die altmodische Einrichtung und die analoge Bildqualität lösen nostalgische Gefühle aus und anders als von Zombies verfolgt zu werden, ist das Irren durch menschenleere Flure oder der Anblick eines vertrauten Raumes, der bei einer Renovierung leer und fremd ist, ein Gefühl, das viele aus eigener Erfahrung kennen. Außerdem erinnert es an Träume, in denen auch oft unlogische Räume vorkommen und Emotionen sehr intensiv sein können. Insgesamt bewirkt das ein beklemmendes Gefühl, dass man zurückgelassen und vergessen wird, ein Gemisch aus diffusen Ängsten und Traurigkeit.


    Das spricht mich wahrscheinlich an, weil ich ohnehin zur Schwermut neige, viel alleine bin und über Vergänglichkeit nachdenke. Außerdem sind endlose Labyrinthe und Retroästhetik Dinge, denen ich etwas abgewinnen kann. Ich mag es, in großen Gebäuden herumzuschleichen und auf Dinge zu achten, an denen andere vorbeigehen, z.B. der Stromkasten in der Ecke oder die Luftschächte an der Decke. Meine Träume sind voll von atmosphärischen Orten. Dass die Youtubevideos von einer Einzelperson mit Blender gemacht wurden, ist ein zusätzlicher Anknüpfungspunkt für mich als Kreativer.


    Noch ein Bericht aus eigener Erfahrung: Als Kind war ich mal in einem Laden, da gab es ein Bällebad in einem abgetrennten Raum. Ich bin da arglos reingerutscht, dann hockte ich da in den Bällen und habe mich umgeschaut. Dort gab es auch nur kahle, gelbe Wände, kränkliche Neonbeleuchtung und ein undefinierbares Rauschen oder Summen. Da fühlte ich mich gar nicht wohl.

    ... aber stell dir vor, es wird irgendwann normal sein, dass man nicht einfach ziemlich allgemeingehaltene Filme konsumiert, die (weil sie ja Gewinn abwerfen müssen) für eine größere Zahl an Menschen hergestellt wurden, sondern ganz konkret für dich, auf deine Aufforderung hin, und nach deinen ganz speziellen Vorlieben. Wäre doch cool, der KI zu sagen, du würdest gern ein Drama über eine unverstandene autistische Hochbegabte in einem rückständigen Bergdorf sehen wollen, im Stil von Christopher Nolan, mit einem Soundtrack von Phil Glass, und vielleicht noch dem einen oder anderen überraschenden Sci Fi-Element. Und dann spuckt dir die KI einen Film aus, der direkt aus einem deiner Träume entsprungen sein könnte.

    Und wenn er dir gut gefällt, teilst du ihn mit Gleichgesinnten, und die sind ebenfalls davon fasziniert, und es wird zu einer Art persönlichen Kultfilm, nur in eurem privaten Freundeskreis, aber mit den Production Values einer großen Hollywoodproduktion.

    Ein Film wird zum Kultfilm, weil er entweder ein breites Publikum anspricht und außergewöhnlich erfolgreich ist oder weil er erst im Laufe der Zeit eine treue Fangemeinschaft entwickelt. Das galt zumindest in Zeiten, als die Medienlandschaft noch nicht so übersättigt war und Filme noch Zeit und Gemeinschaft für sich beanspruchen konnten.

    Menschen konditionieren sich schnell auf Bequemlichkeit, je größer und individualisierter das Angebot ist und je schneller alles verfügbar ist, umso mehr sinkt die Breitschaft, sich mit Inhalten zu befassen, die außerhalb der eigenen Komfortzone liegen oder sich intensiver mit einem Werk zu beschäftigen.

    Warum sollten Freunde deinen Film gucken, wenn sie sich selber einen generieren könnten. Warum solltest du deinen Film mehrmals gucken, wenn du einen neuen generieren könntest. Vielleicht ist der nächste Film besser? Da du selbst keine Mühen hattest, den Film zu produzieren, sondern ihn bei einer Maschine in Auftrag gegeben hast, wird die Bindung zu dem Werk nicht so stark sein, es wird leicht fallen, ihn zu verwerfen. Du hast nicht überlegen müssen, wie du deine Botschaft am besten herüberbringst. Du hast nichts lernen müssen, um es so umzusetzen, wie du es dir vorstellst.
    Ein gemeinsames Interesse an einem künstlerischen Werk ist eine verbreitete Grundlage für das Entstehen von Freundschaften. Üblicherweise haben dabei beide Personen unabhängig voneinander bereits Erfahrungen mit dem Werk gemacht und können sich darüber austauschen. Deshalb sind bekannte Marken auch viel erfolgreicher beim Anfachen von Diskussionen. Das ist schwierig mit selbstgemachten Werken. Jemand kann das gut finden, hat darüber hinaus aber nichts dazu zu erzählen. Das Gespräch ist sehr einseitig. Bei einem KI generierten Werk hätte nicht einmal der Auftraggeber selbst darüber etwas zu erzählen, weil der Schaffensprozess nicht stattgefunden hat. Unter diesen Voraussetzungen hätte es ein Film schwer, Kult zu werden.

    Ich sehe den Artikel auch nicht unkritisch. Hinweisen wollte ich darauf, dass Krisen in Menschen reaktionäre Impulse auslösen können und dass Positionen zu bestimmten Themen nicht fest mit bestimmten politischen Lagern verknüpft sind, sondern je nach Umständen unterschiedlich ausgelegt werden können. Das heißt ja nicht, dass das auch der korrekte Umgang mit der Situation ist.


    Achso, ich wollte noch was zu der Geschichte "Die Krise" sagen. Das kannte ich noch nicht. Dort wird Fortschritt durch ein übernatürliches Element herbeigeführt. Ich finde es ja ungemein kathartisch, wenn empathielosen Arschlöchern die Konsequenzen ihres Handelns offenbart werden. Als praktischer Lösungsansatz ist das natürlich weniger geeignet, da es unwahrscheinlich ist, dass plötzlich eine Zauberwurzel auftaucht, und auch als Anregung zur Selbstreflexion muss man bedenken, dass Menschen sich ihr eigenes Handeln schönreden und der geneigte Leser sich selbst wohl auf der sicheren Seite wähnen wird. Es gibt schließlich immer jemanden, der noch verdorbener ist, als man selber. Es ist kaum möglich, in dieser Welt nicht böse zu sein.


    Ich habe mal einen Comic gezeichnet, der ist thematisch verwandt:

    Spoiler anzeigen

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    Es ist erfreulich, dass du das Buch fertiggestellt hast. Es ist länger, aber leider hatte ich nicht das Gefühl, dass es mehr Substanz hat. Die alte thematische Gliederung erschien mir präziser, in den neuen Kapiteln werden einige Inhalte umgeschichtet und vermischt, was dazu führte, dass es sich wie im Kreis drehendes Gemecker über das System las, ohne auf den Punkt zu kommen.
    Das alte Vorwort war, obwohl es inhaltlich nicht perfekt war, formal als Vorwort zu gebrauchen. Es war nicht zu lang und machte neugierig. Das neue Vorwort liest sich wie eine ausschweifende Rechtfertigung für die Existenz des Buches. Besonders beim Kapitel "Ein ideales System" habe ich ungeduldig darauf gewartet, dass endlich das ideale System beschrieben wird.


    Es ist hilfreich, innerhalb eines Kapitels klare thematisch fokussierte Absätze zu machen und jeden Absatz und jeden Satz auf seinen Daseinszweck zu überprüfen. Formulierungen wie "wie gesagt", "kurz gesagt", "anders ausgedrückt" leiten oft eine sinnlose Wiederholung ein. Es wäre besser, sich für eine Formulierung zu entscheiden, die beim ersten Mal alles verständlich ausdrückt.
    Mit blumiger Sprache über Missstände herzuziehen macht den Text zwar unterhaltsam, aber man sollte dabei nicht aus dem Blick verlieren, was man eigentlich mitteilen will.


    "Schon die alten Römer hatten dies in ihren Gesetzen festgelegt. Übrigens in den gleichen Gesetzen, in denen auch stand, dass das
    (natürlich männliche) Familienoberhaupt seine Kinder,
    Frauen und Sklaven notfalls auch töten durfte, ... "
    Bei solchen Behauptungen hätte ich mir genauere Infos und Quellenangaben gewünscht.


    Es gibt auch Gutes, ich habe mich gefreut, dass darauf eingegangen wurde, dass in der Schule kaum praktisches Wissen für den Alltag vermitelt wird. Man nimmt Theorien von Wirtschaftmodellen irgendwelcher Gelehrten durch, aber lernt absolut nichts darüber, wie man den ganzen bürokratischen Irrsinn überlebt, der einem zwangsweise aufgebürdet wird, sobald man seinen ersten Cent verdient. Man interpretiert Gedichte längst verblichener Autoren, die völlig an den Interessen und der Lebensrealität der Schüler vorbeigehen, lernt aber kaum etwas über die Psyche der Menschen, wie man sich selbst und andere besser verstehet, Manipulation und Gruppendynamiken durchschaut.
    Ich mag auch den Abschnitt über mündliche Noten und Präsentationen. Darunter habe ich auch immer gelitten. Zu meiner Zeit wurden zum Glück noch nicht so viele Referate gehalten, aber man hat mir ständig vorgehalten, meine mündliche Mitarbeit wäre zu gering. Ich empfand das als Missachtung meiner grundlegenden Persönlichkeit und nicht im geringsten hilfreich.


    Desweiteren ist es positiv, dass du auf die unwürdigen Zustände des Zur Miete Wohnens eingehst. Natürlich sollte es Optionen für verschiedene Vorlieben geben. Es gibt Leute, die haben keinen Bock, sich um ein Haus zu kümmern und rufen lieber einfach die Verwaltung an. Manche legen auch gar nicht viel Wert auf ein festes Zuhause, weil sie ständig umziehen oder auf Reisen sind. Es geht mir aber um die grundsätzliche Fehlentwicklung, dass man in seinen eigenen vier Wänden nur zahlender Gast ist und das als Normalzustand angesehen wird. Meinetwegen darf es Wohnblöcke mit Hausmeisterdienst geben, aber ein Dach über dem Kopf ist ein fundamentales Menschenrecht und darf einem unter keinen Umständen genommen werden. Wenn man Schulden hat und sie zwingen einen, sein Heim zu verkaufen, ist das nicht viel anders, als würden sie einen zwingen, eine Niere zu verkaufen. Ja, man kann es überleben, aber es ist ein Angriff auf die Integrität und Würde einer Person.


    So wie ich verstanden habe, ist einer der Gründe, warum das Buch überarbeitet wurde der, dass die Fronten nicht mehr so klar scheinen. Früher gab es auf der einen Seite die autoritären, konservativen Spießer und auf der anderen Seite die liberalen Freigeister. Heute begreifen sich Rechtsextreme auf einmal als antiautoritäre Freiheitskämpfer, während die einstigen Hippies total prüde und bevormundend geworden sind. So wie du formulierst, dass unregulierte Migration und oberflächliche politische Korrektheit problematisch sind und das auszusprechen als Tabubruch verpackst, wirkt das weniger wie eine Positionierung außerhalb aller politischen Lager, sondern eher wie ein Auf-den-Leim-gehen rechter Narrative. Dies mag einem deshalb besonders auffallen, weil momentan gerade jeder Furz den Rechten Aufwind gibt, egal was man sagt. Die Rolle der Wirtschaft beim Auslösen und Ausnutzen von Krisen wird zu wenig thematisiert.


    Ich bin vor einigen Jahren diesen Artikel gestoßen, der einen Überblick darüber gibt, wie politische Ansichten mit Wohlstand zusammenhängen und wie sich Positionen zu einzelnen Punkten ins Gegenteil umkehren können:

    Liberal When We Can; Conservative When We Must
    Don’t expect the politics of tomorrow to be any less turbulent than the politics of today.
    quillette.com

    Ich finde das ganz nützlich, um einige Änderungen in dem Buch einzuordnen.


    Am Ende bleibt das neue Buch in allen konkreten Vorschlägen genauso vage, wie das alte.

    KI gibt Antworten, die aus dem zusammengesetzt sind, was im Internet schon einmal gesagt wurde. Dementsprechend kommen mir die Vorschläge auch ziemlich ausgelutscht vor. Es ist natürlich gut, wenn Symbole verstanden werden. Sie dienen ja der nonverbalen Kommunikation und müssen daher bekannte Muster bedienen. Andererseits wirkt das Buch dann nur wie ein weiteres in der langen Reihe der Welterklärungsliteratur. Die Vorschläge für Farben und Schriftart sagen: langweilig=seriös. Minimalismus, entsättigte Farben, klare Linien, Weißraum - Das erinnert mich alles an das Geschwafel aus meiner Grafikdesign Ausbildung. Da wurde auch jede ausgefallene Idee mit solchen Ansprüchen abgetötet. Ist aber auch schon etwas länger her, inzwischen gibt es Gegentrends. Selbst Typogrphiesünden wie Buchstaben stauchen und unausgewogene Buchstabenabstände darf man heute machen.

    Dass es keine Wahlkampf-Ästhetik haben soll, finde ich auch, aber man darf gerne etwas Farbe wagen. Das ist jetzt nur mein persönlicher Geschmack, ich mag Farben. Die Unity kommt mir eher düster vor. Die Bilder, die die KI ausgespuckt hat erinnern mich an den Photoshop Stil von vor 15 bis 20 Jahren. Ist eigentlich schon so retro, dass man es wieder machen kann. Seriös ist das nicht unbedingt, insbesondere da KI Bilder nicht den besten Ruf haben. Die Meinungen gehen da weit auseinander, aber ich kann mir vorstellen, dass Leute, die die Unmenschlichkeit des Systems kritisch sehen, von KI Bildern eher abgeschreckt werden. Viele Leute haben einen solchen Hass auf KI, dass sie demonstrativ vorgeben, schlechte handgemachte Bilder mögen.

    Um originellere Symbole zu finden würde ich spontan alles durchgehen, was einen beengenden Arbeitsalltag ausmacht.

    Der Wecker, der einen aus dem Schlaf reißt

    die Dusche am kalten, dunklen Morgen

    Das hastig heruntergeschlungene Frühstück, kein liebevoll gedeckter Tisch

    Schuhe binden. Am Boden festgeklebte Schuhe

    Verkehrsstau

    Der Spind am Arbeitsplatz. Der letzte Moment der Ruhe, bevor man seine nervigen Kollegen sieht.

    Kaffeemaschine, der verdreckte Kühlschrank im Pausenraum

    ...

    Für die Ideensammlung gilt:

    Zuerst Masse statt Klasse. Alles aufschreiben, egal wie banal oder unpassend es ist. Danach Spaß haben und übertreiben. Skizziere bewusst die provokantesten und unangemessensten Bilder, Flachwitze und absichtlich schlechte Ideen. Mache genau das Gegenteil, was die KI dir geraten hat. Auf diese Weise kommt man auf unerwartete Einfälle.

    Natürlich würde eine perfekte Schule mit modenen Methoden nicht zu solch einer Fantasy Welt passen, dass muss schon alles etwas altmodischer sein. Und es gäbe ja auch zu wenig Konfliktpotential für die Geschichte. Aber es dient ja für viele auch als eskapistische Wunschwelt und aus der Perspektive würde ich mir zweimal überlegen, ob ich dort leben wollen würde.

    Es macht Spaß, Logiklöcher herauszupicken, aber andersherum lasse ich mir von Logiklöchern nicht den Spaß an einer Geschichte verderben.