Beiträge von Lonewolf

    'Frei.Wild' zu nennen ist wohl überflüssig, aber hier trifft die Bezeichnung 'richtig schlecht' den Nagel auf den Kopf, und das sage ich nicht, weil es sich um eine rechte Band handelt (es gibt auch gute rechte Bands, die ich hier aber nicht nennen werde ;)).

    Ebenso mies sind Varg, die Deutschrocker des schlechten Pagan-Metals.


    Nicht richtig schlecht, aber völlig überbewertet waren Wolfdown, wobei das Nachfolgeprojekt Venom Prison noch mieser ist. Typisches Beispiel für eine Band, die von ihrem linken Publikum eben primär wegen ihrer Einstellung abgefeiert wurde (mit der es dann bei näherer Betrachtung nicht weit her war). Die Kindergartenpunker von ZSK könnte man hier auch nennen.


    Den Hype um Rammstein oder Manson hab ich nie verstanden, einzig als 'Lost Highway' Soundtrack hatte das was. Gegen Entertainment hab ich aber gar nix, ich hab ja auch Alice Cooper zweimal live gesehen.

    "Get out" war tatsächlich ziemlich gut, aber "Wir" ist doch Käse. Fängt gut an, aber die spätere Handlung ist Quatsch.


    "Nomadland" fand ich zuletzt großartig. Erwartet habe ich ein Sozialdrama über gescheiterte Existenzen, aber der Film ist vielmehr ein Portrait von Aussteigern auf der Suche nach Trost und innerem Frieden.

    "Rausch" hat mich auch positiv überrascht. Das war's auch schon mit den Filmen, die ich dieses Jahr im Kino gesehen habe.

    Ähm... es ist doch gerade das von dir so leidenschaftlich verteidigte System, das dafür sorgt, dass es so wenig alternative Wohnprojekte und Kommunen gibt, in die sich junge Menschen flüchten könnten, die sich anderswo nirgends zuhause fühlen. Würde man die bösen Hausbesetzer nicht immer aus ihren Häusern vertreiben, hätte sich dort eine viel bessere Gegenkultur entwickeln können, die Zuflucht für Straßenkinder und von ihren Eltern vernachlässigte oder schlecht behandelte Kinder bieten könnte. Aber dank des Systems stehen die Leute, die sowas aufbauen wollen, ja immer mit einem Bein im Knast.

    Ja, hier muss man ganz klar sagen, dass der Staat in der Hinsicht fast schon mafiös agiert, bzw. in einer Kumpanei mit Spekulanten gegen alternative Projekte vorgeht, mit einer Polizei, die wie eine Besatzerarmee auftritt (siehe Rigaer). Und hier spielen ganz klar Teile der Presse als Propagandaorgane eine unrühmliche Rolle, die nichts mit sachlicher Berichterstattung zu tun hat.

    Andererseits gibts natürlich Projekte, die gerade staatlich finanziert sind, was wiederum an den korrekten, cleveren Leuten gibt, die es verstehen, Strukturen für sich zu nutzen. Es ist ambivalent. Ich weiß nicht, wie stark solche alternativen Strukturen insgesamt werden könnten, wenn man sie in Ruhe lassen würde. Also Legalisierung von Besetzungen unter bestimmten Voraussetzungen etc. Ich will das auch nicht romantisieren, weil ich auch einiges von innen kenne. Aber ob das Probleme wie Wohnungsnot gesamtgesellschaftlich lösen könnte? Eine Mehrgleisigkeit (also sowohl agieren mit als auch ohne Staat), um einen Transformationsprozess auszulösen, wäre das Beste, was den gegenwärtigen Gesellschaften passieren könnte.

    'Staat' und 'System' sind sicherlich keine monolithischen Blöcke, aber Positives kommt eben nur teilweise raus, wenn sich an den Entscheidungsstellen mal korrekte Menschen befinden. Das Schulsystem ist mit guten Lehrern natürlich besser als Homeschooling durch religiöse Fundamentalisten, und Kinder, die aus gewalttätigen Familien rausgenommen werden. sind sicher besser dran. Umgekehrt gibt's eben leider genug Beispiele für staatlichen Missbrauch und miese Typen an den Entscheidungsstellen.

    Es gibt auch menschlich korrekte Polizisten und Richter, die keine völligen Arschlöcher sind (okay, mir ist noch keiner von letzteren begegnet). Es wird auch niemand behaupten, dass wir das ganze 'System' in absehbarer Zeit abschaffen oder auch nur nachhaltig reformieren können. Die Tendenz geht ja eher in die falsche Richtung, mehr Kompetenzen für die Polizei, mehr Überwachung etc. Insofern sind mir Leute, die vielleicht etwas undifferenziert gegen Behörden hetzen immer noch lieber als z.B. rot-grüne Staatsfreunde, die ausnahmslos legalistisch argumentieren. Ich sehe das differenziert und pragmatisch: In vielen Situation braucht es leider Polizei und Justiz (oder staatliche Beschulung und staatliche Sozialdienste), aber vielen anderen Situationen ist 'Selbstjustiz' die bessere Antwort. Insofern hab ich natürlich ein rein instrumentelles Verhältnis zu diesem Staat. Aber genug Allgemeinplätze und Phrasen fürs Erste.


    Pflegekräften das Kopftuchtragen zu verbieten ist natürlich Unsinn. In Bezug auf die Schule bleib ich aber dabei, es wäre schön, wenn religiöse Inhalte und Symbole draußen bleiben würden - einfach, weil Religion, ob christlich oder islamisch, ohnehin zu viel Einfluss besitzt und dies nicht staatlich gefördert werden sollte. Eine Lehrerin mit Kopftuch wäre an sich weniger das Problem, wenn ansonsten keine religiösen Inhalte vermittelt werden würden. Ich habe ja mit 'neutral' gestimmt. Das Problem liegt natürlich woanders, z.B. bei der Förderung islamischer Verbände oder auch der Kirche durch den Staat.

    Würde ich jetzt so nicht sagen. Man kann auch einfach der Meinung sein, dass das Thema ausgelutscht ist, völlig überbewertet wird und nur noch deshalb eine so hohe Relevanz hat, weil es ständig von allen Seiten künstlich gepusht und wiedergekäut wird.

    Das Thema ist solange nicht 'ausgelutscht', solange es antisemitische Ideologie und Attacken gibt. Im Übrigen ist der Blick auf die 'Steuergeldverschwendung' hier gewiss nicht 'anarchistisch', sondern eher spießbürgerlich. Als ob die Förderung irgendwelcher Programme finanziell sonderlich aufwendig wäre. Worum es hier geht, ist eher Diskursverschiebung. Und wenn sich Möglichkeiten bieten, Rechte und Islamisten öffentlich zu ächten, ist dies auch aus 'anarchistischer' Sicht zu begrüßen.


    Bei der Kopftuchfrage habe ich 'neutral' angekreuzt, weil ich mich auch nicht zum Fürsprecher des Kopftuches machen werde für Menschen, die meinen, in den Staatsdienst gehen zu müssen. Die Polizistin mit Kopftuch interessiert mich eher weniger, aber in Bezug auf Schule bin ich klar für Säkularisierung. Kein Religionsunterricht, keine religiösen Symbole, sondern Philosophie und Religionsgeschichte für alle.

    Ja, wenn du gegen Aufklärung über Antisemitismus bist, stehst du diesbezüglich natürlich im rechten Lager, denn dagegen sind nur Nazis und Islamisten. Kampf gegen Antisemitismus sollte eigentlich Konsens sein.

    Aua, das zeigt aber schon, dass du politisch ziemlich rechts stehen musst. Die NPD steht in der Regel immer vor den meisten anderen rechten Parteien, weil die auch viele sozialpopulistische Forderungen drin haben, aber um derart weit vorne zu sein bei einem Vergleich mit allen Parteien musst du definitiv rechte Inhalte befürworten.

    Das müssen wir doch glatt überprüfen, es waren ja nur ein paar Fragen, die auf rechtes Gedankengut abgezielt haben.

    Ich hab bei der Kopftuchfrage und bei dem Gendern 'neutral' angekreuzt und dennoch ein eher linkes Ergebnis bekommen. Was muss man denn antworten, damit die NPD soweit oben kommt?

    Warum gehen manche Menschen Skifahren und rasen ohne Bremsen einen steilen Hang hinunter, während das anderen viel zu gefährlich und unverantwortlich erscheint?

    Weil Menschen eben Risiken unterschiedlich einschätzen und für sich persönlich unterschiedliche Schlussfolgerungen ziehen. Und da sagt die "Solidargemeinschaft" ja auch nicht: Wer Skifahren geht und sich dabei ein Bein bricht, der muss seine Behandlung in Zukunft selber zahlen, weil sie die Krankenhäuser unnötig belasten und anderen Patienten, die nicht selbst Schuld an ihrem Elend sind, die Plätze wegnehmen.


    Verletzte Ski-Fahrer 'verstopfen' nicht die Krankenhäuser. Die Überbelastung ist eben ein reelles Problem, ich hab ja den Fall aus meinem Umfeld beschrieben (bzw gab's da mehrere Fälle von denen ich weiß). Natürlich gebe ich in erster Linie der Politik die Schuld für die unzureichende medizinische Versorgung. Aber in den nächsten Monaten ändern wir das nicht mehr. Insofern bin ich zwar nach wie vor gegen staatliche Gängelung oder gar Impfpflichten, aber man sollte eben auch nicht so tun, als ob die Entscheidung gegen eine Impfung sonderlich intelligent wäre. Und gerade du als Anarchist solltet auch nicht so sehr darauf beharren, dass dich der Staat bzw das Gesundheitssystem am Ende rettet. Stichwort Freiheit und Eigenverantwortung. Wenn du jemandem den Platz im Krankenhaus wegnimmst, der ihn unverschuldet benötigt, ist das scheiße. So viel Einsicht sollte dann schon sein, da versteh ich ja diffuse irrationale Ängste wie bei Miriam mehr.

    Ansonsten hab ich nur eine Prognose wiedergegeben. Wenn die sich nicht bewahrheitet, umso besser. Man kann übrigens auch Maßnahmen scheiße finden und sich dennoch nicht gleichzeitig allen wissenschaftlichen Erkenntnissen verweigern. Scheinbar schaffen das sehr viele nicht. Momentan deuten die Erkenntnisse sehr darauf hin, dass die Ungeimpften das Problem für das Gesundheitssystem darstellen, und weniger irgendwelche Impfdurchbrüche. Insofern sollte natürlich auch endlich Schluss sein mit staatlichen Einschränkungen (was Läden und Clubs selbst festlegen, ist deren Sache). Konsequenterweise müsste man dann natürlich für Impfverweigerer im schlimmsten Fall die Triage anwenden, damit die Plätze diejenigen bekommen, die nix dafür können, dass sie krank sind. Aber das wird wohl eher nicht passieren.