Beiträge von Lonewolf


    Die beiden ersten Bodom-Alben fand ich großartig, aber schon ab dem dritten wurde es doch langweilig und vorhersehbar. Zu Beginn klangen sie wild, räudig, unverbraucht und authentisch zornig in ihrem adoleszenten Hass auf die Welt. Später war es dann eben ein Markenkern, so habe ich es zumindest empfunden.

    Den Hype um Opeth und auch Arch Enemy hab ich auch nie verstanden. Wie gesagt, mir ist das alles zu 'klinisch', ich bin eben eher ein Freund von 'straighteren', eingängigeren und 'roheren' Sachen, wenn es um Metal geht. Wenn ich progressive Sounds hören will, dann greife ich auf die großartigen Rush zurück.

    Wenn es melodischer Death/Black Metal sein soll, dann am besten in der Gestalt von Bands wie Dissection, Unanimated, Sacramentum, Mörk Gryning oder aktuell auch Uada. Ansonsten gerne raue Klassiker wie Bathory, oder aber atmosphärische Sachen wie Wolves in the Throne Room oder auch Negura Bunget.


    Vielleicht schaffen wir es ja, persönliche Dinge mit Gesprächen über Metal-Bands zu verbinden :thumb_up4:

    Sachen wie Funeral Doom konnte ich vor allem in Phasen tiefempfundener Einsamkeit hören. In Zeiten der Trauer hab ich tatsächlich eher auf klassische Musik zurückgegriffen.

    Ein meines Erachtens entscheidender Punkt, der immer wieder unter den Tisch fällt, ist die Relativität von Sprache. Sprache ist nicht universell, sondern kennt verschiedene Milieus und hat verschiedene Sprecher und Adressaten. Damit kann sie eigentlich kaum jemals allumfassend und inklusiv sein, so wie sich das die feministische Linguistik vorstellt. Gendersensible, 'inklusive' Sprache spricht auch nur ein bestimmtes Milieu an - nämlich diejenigen, die dafür empfänglich sind bzw. bei denen dann die richtigen Assoziationen entstehen (diese und jene Personen sind gemeint).

    Dementsprechend ist die Frage, ob und wie man gendern sollte, abhängig vom sprachlichen Milieu, das man erreichen will. Ein Bewerbungstext eines Unternehmens hat mitunter andere Adressaten als z.B. eine bestimmte Fernsehsendung. Es wäre hilfreicher, den viel zu großen Fokus, der im Sinne der Inklusion auf die Sprache gelegt wird, woanders hinzulegen, bzw. auf tatsächlich Ungleichbehandlung von Menschen unterschiedlichen Geschlechts.


    Das kannst du gerne machen, allerdings meine ich mich zu erinnern, dass du eher ein Freund von progressivem Gefrickel bist ;) Das kann mich meist nicht abholen, auch wenn Death eine meiner Lieblingsbands ist, aber da hört's schon auf. Mit Dream Theater kann ich z.B. wenig anfangen.

    Welche deiner Lieblingsbands haben sich denn aufgelöst?

    Hey Yog, immer noch in Köln? ;-)


    Schön, dass du noch unter uns bist, anscheinend weilen doch noch über 50 % unseres Kellerstapels unter den Lebenden. (Calgmoth ist zwar nicht hier im Moment, aber auch noch putzmunter).

    Du musst also keine Sorge bezüglich allzu negativer oder suizidaler Tendenzen haben, wir sind alle durch den Sturm gegangen und mehr oder weniger gerade im Trockenen angekommen. Und wie Dian schon sagte, schau doch gerne mal bei Discord vorbei, oder hilf mir alternativ dabei, hier die Unity-Philosophie zu dekonstruieren :thumb_up4: :grumble:

    Wie gesagt, ich sehe bei dir eher viel 'Essenzialismus' , die Suche nach dem 'natürlichen', 'edlen' und 'freien' Individuum. Vielleicht so wie bei radikalen Reformern wie Thoreau, aber eben nicht im Sinne von Leuten wie Bakunin oder Machno ;)

    Naja, es gibt eben auch nicht DEN Anarchismus, sonst würde auf der Wikipedia-Seite über Anarchismus auch nicht der halbe Artikel nur von den Unterschieden zwischen den verschiedenen anarchistischen Strömungen handeln. ;) Irgendwelche anarchistischen Feminist*innen, die sich über kulturelle Aneignung und toxische Männlichkeit aufregen, haben mit Machno und Bakunin vermutlich auch nicht all zu viel gemeinsam, außer halt dem Grundegedanken, auf den man sich einigen kann, dass man eine Herrschafts- bzw. Hierarchielose Gesellschaft anstrebt. Und dann gibt's eben auch noch den Individualistischen Anarchismus, Zitat Wikipedia:

    Zitat

    Der individualistische Anarchismus ist eine im 19. Jahrhundert in Nordamerika entstandene Lehre, die das Individuum und seine Interessen als Mittelpunkt der Gesellschaft ansieht, der keinen Gegensatz zu den vorgenannten sozial orientierten Formen darstellt und in Opposition zum Kollektivismus steht. Die individualistische Strömung wurde in den USA vor allem von Benjamin Tucker entwickelt. In Deutschland vertrat ihn der Anarchist und Schriftsteller John Henry Mackay, der sich hauptsächlich auf Benjamin Tucker und Max Stirner berief.[19] Der Individualanarchismus wird häufig als Extremform des Liberalismus beschrieben.

    Der Gegensatz zwischen Individualismus-Egoismus und Kollektivismus-Altruismus stellt eine wichtige anarchistische Auseinandersetzung dar.

    Dass ich eher in diese Richtung tendiere, als in Richtung Anarcho-Syndikalismus oder ähnliches, sollte klar sein. Ich sehe mich nun aber auch nicht als radikaler Liberaler oder sowas, da dies ja meistens mit impliziert, dass man wirtschaftspolitisch für einen freien Markt ist und den Kapitalismus ganz gut findet, oder zumindest keine Probleme damit hat. Aber dass der Kapitalismus eine ziemlich kranke Scheiße ist, sag ich ja nun auch wirklich schon seit es das Forum gibt. Nur ist das Entwickeln von Alternativen dazu auch nicht unbedingt mein Spezialgebiet... aber Ansichten dazu geäußert habe ich ja durchaus hier und da mal.

    Ich würde dir auch nicht unterstellen, dass du einen freien Markt oder den Kapitalismus toll findest (wobei wir durchaus mal über dein Kapitalismusverständnis sprechen könnten ;)). Wenn du eher nach einem radikalen Liberalo als nach einem Anarchisten klingst, dann deswegen, weil in der praktischen Konsequenz der bürgerliche Staat für dich letzten Endes immer den Bezugsrahmen bildet. Sieht man ja schön an deiner Themenwahl im Forum (Wahlen; Was macht die Regierung falsch? Forderung nach Grundeinkommen etc.) und vor allem auch an der Art und Weise der Politikerschelte (siehe AfD-Debatte), nach dem Motto 'Die Politiker hören dem einfachen Volk nicht zu' etc., was dann wieder zu Verständnis für Populisten führt.

    Das sind bürgerliche Reflexe. Ich persönlich lege ja keinen großen Wert mehr darauf, mir ein Label wie 'anarchistisch' anzuheften, aber versuche schon größtenteils, nicht dieser Logik zu erliegen. Soll heißen: In der Art und Weise, wie wir mit den Krisen und Problemen umgehen, sollte der Blick doch auf die eigenen Möglichkeiten gerichtet sein, anstatt darauf, dass andere gefälligst alles für uns zu regeln hätten. Anarchismus heißt nicht nette Gedankenspiele über utopische Zustände anzustellen, sondern Verantwortung zu übernehmen, sich jenseits der Logik von Macht und Herrschaft zu bewegen. Es heißt übrigens auch nicht nachzuplappern, was man irgendwo bei Stowasser oder Graeber gelesen hat ;-)


    Hier wird der Saubermann Chrupalla schön auseinandergenommen. Wird es was am Zuspruch für die AfD ändern? Nein, denn die Wähler sind selbst Faschisten oder haben keinerlei Berührungsängste mit diesen.

    Möglicherweise ist auch furzegal, wenn irgendwer 'gecancelt' wird, sofern dass bloß bedeutet, dass man ihn oder sie eben auf irgendeiner Veranstaltung nicht haben will? Frau Rowling verkauft so oder so ihre Bücher. Und irgendwelche Schwachköpfe, die wegen ihrer Hetze den Job verlieren, bekommen woanders einen neuen. Menschen, die um Leib und Leben fürchten, die sich verstecken müssen und die eben nicht einfach woanders hin ausweichen können, nur wegen der Art und Weise, wie sie leben oder wen sie lieben, haben möglicherweise einfach mehr Solidarität verdient als irgendwelche Bratzen, die ihre 'Meinungsfreiheit' in Gefahr sehen.

    Ist außer mir noch jemandem aufgefallen, wie extrem penetrant die Wokebürger sind? Ich bin ja für Meinungsfreiheit und Pluralität, und wenn jemand meint, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, soll er das denken und äußern dürfen. Aber keine Community geht Menschen mit anderen Meinungen derart aggressiv an, wie die Woken. Zum Beispiel der regelrechte Shitstorm gegen JK Rowling: War doch eine legitime Meinung, zu behaupten, in der Natur gäbe es halt nur zwei Geschlechter.

    Das Problem ist, dass im deutschen beide englischen Wörter, sowohl Sex als auch Gender mit Geschlecht übersetzt werden. Es gibt in der Natur nur 2 Geschlechter im biologischen Sinne. Das wird im englischen mit Sex betitelt, das biologische Geschlecht. Die Geschlechtsidentität, welche im englischen mit Gender betitelt wird, gibt es laut den Leuten, welche in dieser Hinsicht anders empfinden, in deutlich mehr als nur 2 Varianten. Bleibt nun die Frage, ob JK Rowling sich des Begriffes SEX oder GENDER bedient hat und ich würde mal behaupten wollen, ohne es zu wissen, aber alleine anhand der Auseinandersetzung, dass es letzteres gewesen ist und somit ist es zwar ihre Meinung, aber damit liegt sie halt nicht richtig. Dieses Problem ist für uns aus deutscher Sicht halt nicht so einfach nachzuvollziehen, weil wir eben nur das eine Wort für die 2 Beschreibungen kennen und landläufig halt die Übersetzung des Begriffes SEX gemeint ist. Ich kann verstehen, dass einem die Art der woken Bubble seltsam vorkommt, aber ich kann ihr Verhalten auch verstehen, wenn Leute wie JK Rowling halt entweder bewusst, oder unbewusst, Falschinformationen in eine Debatte hineinbringen. Ich würde mich auch ungern von anderen Leuten in der Art und Weise, wie ich beschaffen bin, diskreditiert sehen und ich denke, so geht es insgeheim jedem Menschen. Niemand möchte von anderen Leuten einen Stempel aufgedrückt bekommen, wie wer ist oder zu sein hat. Ich finde, vor allem in diese Debatte der identitätspolitischen Auseinandersetzung sollte etwas mehr Gelassenheit einkehren und das auf beiden Seiten, aber ich kann die Wokies und auch deren Gegner beiderseits verstehen, denn keine der beiden Seiten hat sich in Sachen Gelassenheit wirklich mit Ruhm bekleckert.

    PS: Nur mal so nebenbei, ich habe mich eigentlich immer gefragt, ob Harry Potter sich nun eigentlich in seinem tiefsten innersten als Mann oder als Frau definiert, oder als Gender Fluid, oder was auch immer. Grade dieser kleine Milchreisbubi ist doch dafür wie geschaffen. Von daher sollte auch Frau Rowling dafür etwas Verständnis aufbringen.


    Was ich bis heute nicht verstanden habe, ist, wo genau die Unterscheidung zwischen 'Gender' (oder generell 'Geschlechtsidentität') und gesellschaftlichen Rollenbildern liegen soll. Ich meine, ich könnte doch in einer idealen Welt leben, wie ich will, und mich dennoch als Mann oder Frau sehen bzw. akzeptieren, auch wenn ich bestimmte Normen nicht erfülle. Transsexualität ist nochmal etwas anders, hat aber mit der Frage der 'Geschlechtsidentität' nicht unbedingt etwas zu tun - im Gegenteil, gerade die Tatsache, dass sich Menschen einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen, spricht gegen die Annahme, wonach Geschlecht bzw Gender im Wesentlichen ein gesellschaftliches Konstrukt sei. Mit Normen zu brechen, indem die Zweigeschlechtlichkeit als solche infrage gestellt wird, leuchtet mir nicht so ganz ein.

    Und einer Rowling geht es ja, wie wir schon vorher angesprochen haben, eher um die Furcht, Trans-Menschen könnte weibliche Schutzräume unterwandern - wo sich dann eben die Frage anstellt, ob ein Kampf, der die Notwendigkeit solcher Schutzräume überwinden will, nicht tendenziell alle Menschen einschließen sollte, die solche benötigen.

    Rechtes Geheimtreffen: Brandenburger AfD unterstützt Inhalte des rechtsextremen Treffens
    Die Brandenburger AfD hält an ihrem Sprecher fest, obwohl dieser an dem rechten Treffen teilnahm. Auch die rassistischen Deportationsforderungen bekräftigte…
    www.zeit.de


    Wird schon nicht so schlimm werden. Ein paar weniger Ausländer hier und da, weniger Schwule und Transen in den Medien und der Volkszorn wird sich wieder legen. Die haben doch nur Angst vor den Zumutungen des 21. Jahrhunderts, da muss man nachsichtig sein. Und ganz wichtig ist natürlich der Dialog, denn Sorgen muss man ernst nehmen!

    - Wunsch nach mehr Abschottung und Abwehr 'unerwünschter Menschen'

    Wenn du es unbedingt als "Rechtsruck" bezeichnen magst, dann wird das wohl am ehesten auf diese Thematik zutreffen, dass ich ein paar meiner früheren Ansichten heute etwas differenzierter sehen würde. Aber ich muss dir ja nicht erzählen, aus welcher Zeit ich bzw. wir kommen, und wie das damals in den 90ern noch war, als Asylantenheim brannten und Skinheads durch die Straßen marschiert sind. Da fiel es wahrlich nicht schwer, sich zu positionieren und für eine Seite zu entscheiden, und es war selbstverständlich, als intelligenter aufgeklärter Mensch "gegen Nazis" zu sein.

    Seither hat sich viel geändert, und die Dinge sind eben doch ein bisschen komplizierter geworden, auf so vielen verschiedenen Ebenen,

    Vielleicht noch hierzu, auch vor dem Hintergrund der furchtbar überraschenden gegenwärtigen Entwicklungen in der AfD:

    Ich kenne einige Menschen im Osten, die die 'Baseballschlägerjahre' von Anfang bis Ende miterlebt haben und die u.a. an der Verteidigung von Zentren bzw Vierteln beteiligt waren. Es mag sein, dass wir heute nicht mehr in der Form mit rechter Straßengewalt konfrontiert sind, wie es in den 90ern der Fall war. Trotzdem würde keiner von den Leuten sagen, dass es heute 'besser' ist oder dass sich irgendwelche Fronten verschoben hätten. Wir erleben eine beispielslose Faschisierung breiter Teile der Bevölkerung, da kann die Front der Verharmloser (in deren Horn auch du bläst) so lange dagegen anreden, wie sie will. Es sind ja primär Konservative, die hier verharmlosen, da sie sich selbst eine 'Rückkehr zu den alten Werten' wünschen. Für Menschen, die ein Problem mit Autorität und 'überkommenen Wertvorstellungen' haben, sollte vollkommen klar sein, wo der Feind steht. Dass neue Probleme hinzugekommen sind, ändert daran überhaupt nichts. Auch mit dem Islamismus und der Gewalt durch migrantische Bandenstrukturen wird man angemessen umgehen müssen. Nur geht die politische Gefahr hierzulande nun mal eindeutig von Rechts aus, und nein, die Rechten haben in keiner Weise 'freiheitliche' Positionen vertreten, es sei denn, man ist so blöd, die Ablehnung von Masken zum elementaren Bürgerrecht zu verklären.

    Ich denke, wir sind über den Punkt weit hinaus, in dem der Fokus aus Überzeugungsarbeit liegen sollte. Natürlich kann bzw sollte man mit den Leuten reden, die politisch unentschlossen sind. Aber der rechten Symbiose aus Mob und Elite (eine Kerneigenschaft des Faschismus) muss die Stirn geboten werden. Und jemand, der sich selbst als 'Anarchist' begreift, sollte die legitime und notwendige Kritik an politischen Fehlentwicklungen nicht mit dem existenziellen Kampf gegen Faschismus und autoritäre Formierung auf eine Stufe stellen.