Ach so, ganz vergessen... gestern gab es ja ein Jubiläum.
Beiträge von Dian
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Ich stehe ja seit jeher auf Ritter- und Mittelalterfilme, und "The Uprising" ist tatsächlich mal wieder ein historischer Film ganz nach meinem Geschmack. Nachdem ich den Trailer gesehen habe, war ich mir zuerst nicht ganz sicher, was mich hier erwarten wird... wird es ein episches Werk wie "Braveheart", oder eher ein belangloser Actionfilm im Mittelaltergewand a la "Wilhelm Tell"?
Nach Betrachten des Films würde ich sagen, vielleicht irgendwo dazwischen, aber auf eine positive Weise. Der Film ist unterhaltsam und hat einige blutige Kampfszenen, ohne sich zu sehr darauf zu fokussieren, also die Action ist hier ganz klar nicht drin, weil eben alle paar Minuten irgendwas knallen muss, sondern nur, wenn es die Story erfordert. Das Mittelalter wird auf jeden Fall etwas glaubwürdiger dargestellt als in "Wilhelm Tell" (über den ich ja jetzt schon genug abgelästert habe), aber trotz des dargestellten Bauernaufstandes, der natürlich wie man aus der Geschichte weiß nicht gut ausgeht, fehlt dem Film so das Grimmige von Braveheart, und erinnert am Ende dann eher etwas an Robin Hood. Das meine ich jetzt auch gar nicht negativ. Ich hatte auch gar keinen Bock auf einen Film, wo der Held am Ende dann langsam zu Tode gefoltert wird, sondern mag auch ganz gern so den Abenteuer- und Gesetzlosen-Aspekt eines Robin Hoods, und das liefert der Film dann auch sehr gut ab. Die aufständischen Bauern wirken durchaus modern, wenn sie für ihre Rechte und mehr Mitbestimmung eintreten, auch wenn die Bauern natürlich in ihrem Glauben an Gott und König verhaftet sind. Aber es schwingt durchaus gelegentlich etwas Klassenkämpferisches mit, und man kann gar nicht anders, als sich beim Betrachten des Films zu fragen, wie das wäre, wenn heutzutage einfach alle Menschen plötzlich die Schnauze voll von ihrer Regierung hätten und die Amtsstuben stürmen würden, um alle dort gesammelten Daten zu vernichten, damit ihnen niemand mehr irgendwas nachweisen oder von ihnen fordern kann. Denn genau das machen die Bauern.
Und als manche der Aufständischen dann auch anfangen, sich daneben zu benehmen, als sie in der Zentrale der Macht angekommen sind, fühlt man sich nicht zuletzt auch an den Sturm auf das Kapitol erinnert, und da zeigt der Film dann auch schön, wie es in echt vermutlich auch abgehen würde, wenn sich die aufgestaute Wut der Leute entlädt, und sich unter den wütenden Mob auch Chaoten und hasserfüllte Dummköpfe mischen.
Wenn ich dem Film etwas ankreiden würde, dann dass er die ganz großen, epischen Bilder dazu nur teilweise abliefert. Es ist alles handwerklich gut umgesetzt, aber ich vermisse vielleicht dann doch etwas richtig krass Dramatisches und Bildgewaltiges, was längerfristig in Erinnerung bleibt, oder eine herausragende schauspielerische Leistung. Dann hätte mich das Ganze bestimmt noch mehr begeistert. So ist es eben nicht das ganz große Epos geworden... aber wie gesagt, wer auf Robin Hood, Mittelaltergeschichten und Freiheitskampfromantik steht, wird definitiv auf seine Kosten kommen.
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Scheint ja schon ganz gut zu funktionieren soweit.
Bearbeitete Beiträge sollten wenn, dann im selben Fenster ersetzt werden, also nicht, dass deshalb dann nochmal eine neue Nachricht kommt, jedes Mal, wenn jemand was verändert. Ist aber auch jetzt nicht so entscheidend, meines Erachtens.
Es sollte ja einfach nur zeigen: "Drüben ist gerade auch Aktivität, schaut doch mal vorbei!", und muss daher meines Erachtens auch gar nicht vollwertig und perfekt sein.
Und natürlich sollte man schauen, dass es nicht überhand nimmt, dass das Forum ständig mit Beiträgen aus dem Discord Channel zugemüllt wird oder umgekehrt, bis keiner mehr durchblickt, wer da gerade eigentlich was zu wem geschrieben hat. Aber so lang es so wenige Beiträge gibt wie aktuell, besteht diese Gefahr ohnehin nicht.
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Cancelkultur geht auch in die andere Richtung:
Glücksgefühle-Festival: Alphaville-Song wird zur »Nationalhymne« in HockenheimAnders als von den Veranstaltern ursprünglich gedacht, wurde das diesjährige Glücksgefühle-Festival zur Bühne für Statements gegen Rechtsextremismus und…www.spiegel.deAlphaville wurden neulich vorsorgehalber von einem Festival ausgeladen, offiziell mit der Begrüdung, dass die Veranstalter gern ein neutrales Festival ohne politische Statements haben wollten. Inoffiziell darf man wohl davon ausgehen, dass diverse AfD-Sympathisanten unter den Andreas Gabalier-Fans, der da auch aufgetreten ist, da etwas Druck auf die Veranstalter gemacht haben... bzw. wenn man dann noch hört, dass der Ex-Fußballer Podolski irgendwie auch Mitveranstalter ist, wundert es ja auch nicht, weil der garantiert auch zumindest sehr konservativ (und dumm) gestrickt sein dürfte.
Und natürlich haben genaugenommen auch die Rechten und Konversativen die Cancelkultur erfunden, denn die hetzen schließlich schon seit hundert Jahren gegen Rockmusiker und alles, was in ihren Augen irgendwie zu wild oder zu unmoralisch ist.
Wenn ich in der Vergangenheit verstärkt die linke Szene für ihr seltsames Verhältnis zu Meinungsfreiheit kritisiert habe, und wie dort mit unbequemen Künstlern umgegangen wird, die von der gewünschten Linie abweichen, dann heißt das natürlich nicht, dass ich deshalb die Rechten für besser halten würde.
Sieht man ja auch in den USA an Trump, wie da selbst Literaturklassiker plötzlich aus der Öffentlichkeit verschwinden sollen, weil sie ja theoretisch irgendjemanden zum kritischen Denken anregen könnten. Und das ist wohl vermutlich auch die feuchte Traumvorstellung vieler Rechter hierzulande, wenn sie erst mal an der Macht sind... am liebsten allen kritisch denkenden Lehrern einen Maulkorb verpassen, linke Themen aus dem Unterricht entfernen und patriotisch geprägte Heimatkunde als Schulfach einführen.
Ist eben traurig, dass die Meinungsfreiheit als solche kaum Fürsprecher hat, sondern dass für fast jeden Meinungsfreiheit nur so lange wichtig ist, so lange es die eigene Gruppe und die, mit denen man sympathisiert, betrifft. Politische Gegner können und sollen hingegen gerne mundtot gemacht werden.
Und so lange das so ist, wird sich vermutlich auch nichts ändern an dem hasserfüllten Klima in der Gesellschaft.
Aber cool, wie die Leute auf dem Festival scheinbar reagiert haben, sodass die Veranstalter nun das absolute Gegenteil von dem erreicht haben, was sie eigentlich wollten. Wäre schön, wenn die Menschen immer so auf jeden Versuch reagieren würden, ihnen etwas zu zensieren oder vorzuenthalten.
Alphaville hatten übrigens schon 1994 musikalisch klar Stellung bezogen zum Thema Erstarkung der Rechten (damals noch eher vor dem Hintergrund ausländerfeindlicher Anschläge):
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Tja, das Treffen war dann wohl am Ende nur eine traurige Zwei-Personen-Zusammenkunft, bei der der arme Soulmirror selbst in seiner Freizeit noch gebrechliche Leute pflegen musste.
Aber Respekt, dass ihr es trotzdem durchgezogen habt! Hast dir hiermit die Unity-Tapferkeitsmedaille verdient, Soulmirror.

Ich hoffe, das Forum erlebt noch irgendwann einmal wieder bessere Zeiten, so dass ich dann keine Ausreden mehr habe, um nicht erscheinen zu müssen. Dann will ich aber auch Nemesus, Lonewolf und Yatan dabei haben, und zwar alle am selben Tisch.
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Also ich sag mal, du/ihr hattet schon schlechtere Videos. Das kann man sich tatsächlich anschauen und anhören, es wirkt optisch zeitgemäßer als das alte, selbstgekritzelte Zeug. Dann seid ihr jetzt also auch im neuen Jahrtausend angekommen.

Inhaltlich stimme ich dir natürlich dahingehend zu, dass Lieblosigkeit und unterdrückte Sexualität die Seelen junger Menschen zerstört, und sie oftmals zu hasserfüllten Erwachsenen werden lässt. Dieser Zusammenhang kommt in der aktuellen Debatte über das Erstarken der Rechten definitiv ein bisschen zu kurz. Es wird schon einen Grund haben, warum eines der beliebtesten Feindbilder der Rechten die "Frühsexualisierung" bzw. Sexualaufklärung in Kindergärten oder Schule ist... Offenbar haben da einige erkannt, dass sich sexuell gleichgeschaltete Menschen viel besser regieren lassen als ein chaotischer Haufen androgyner, metrosexueller Transmenschen mit zwanzig verschiedenen Geschlechtern.
Und wenn es nur darum ginge, würden deiner Sicht der Dinge sicher auch ein paar mehr Leute zustimmen.
Aber es bleibt ja dann für gewöhnlich nicht dabei. Irgendwie kommen unterschwellig dann doch immer wieder krude Sachen wie das mit dem "ein Kind genital streicheln", wodurch ihr euch ja schon selbst in die Pädo-Ecke stellt. Und da ist dann eben die Frage, wenn ein erwachsener Mensch ein Kind "genital streichelt", ob das wirklich noch was damit zu tun hat, dass man das Kind bei dessen freier Entfaltung unterstützen möchte, oder ob da nicht eher der Erwachsene einem jungen Menschen seine Sicht der Dinge aufdrängt.
Und in der Regel ja auch einem verzweifelten jungen Menschen, denn so wie ich das mitbekommen habe (oder wie es zumindest zwischen den Zeilen bei euch immer rüberkommt) geht es hier ja hauptsächlich um Kinder aus zerrütteten oder verwahrlosten Familienverhältnissen. Kein in einer gutbürgerlichen heilen Welt-Familie aufwachsendes Kind, das von seinen Eltern geliebt wird und ein erfülltes Sozialleben und Freunde zum Spielen hat, wird im Normalfall auf die Idee kommen, mit einem älteren Kerl Liebe machen zu wollen.
Wenn irgendein Rumtreiber-Kind Gefühle für seine "Retter" entwickelt, scheint mir das mehr so aus der Verzweiflung entstanden zu sein, weil der junge Mensch sonst niemanden im Leben hat und vermutlich alles glauben würde, was man ihm erzählt.
Und das ist eben dann auch das Problem, das ich (und vermutlich auch viele andere) mit der Sache habe: Kinder brauchen ein liebevolles Zuhause, und dass man sie in ihrem eigenen Tempo eigene Gefühle entwickeln lässt, ohne sie dafür zu verurteilen, aber auch ohne ihnen irgendwas aufzuschwatzen. Und wenn man einem Kind hilft, sollte das im Idealfall uneigennützig sein.
Aber wie uneigennützig ist es, wenn man jungen Menschen hilft, weil man sich zu ihnen körperlich hingezogen fühlt? Kann man dann überhaupt objektiv beurteilen, was für den jungen Menschen WIRKLICH gut ist? Oder ist man dann nicht genauso ein Manipulator wie all die anderen Erwachsenen auch, die zu wissen glauben, was für den jungen Menschen am Besten ist?
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Willst du jetzt ein Fleißsternchen? Oder soll dich jemand in den Arm nehmen?
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Und um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, pflanzt du dich in deinem vorletzten Video mit einer Guy-Fawkes-Maske vor die Cam – einem Symbol des Widerstands gegen den Überwachungsstaat –, während ihr euch zeitgleich in einem von Haus aus unverschlüsselten Discord-Kanal tummelt.
Viele deiner Kritikpunkte sind irgendwie sehr an den Haaren herbeigezogen, und es entsteht ein bisschen der Eindruck, dass du deine hauptsächliche Befriedigung daraus ziehst, anderen Menschen Unfähigkeit oder Unkenntnis zu unterstellen, um dich selbst dadurch indirekt zu erhöhen.
Was genau wirfst du mir denn nun vor? Dass ich einen ungeschützten Chat benutze, obwohl ich ein Symbol verwende, das für Kritik am Überwachungsstaat steht? Das eine schließt das andere doch nicht aus. Ich denke, für oberflächliche Gespräche kann man auch eine unverschlüsselten, nicht perfekte Kommunikationsform benutzen. Dennoch kann ich dagegen sein, was die EU da "in unserem Namen" an Gesetzen erlässt. Aber ich habe Discord nicht ausgewählt, weil das so ein toller sicherer Kommunikationskanal zum Planen von subversiven Aktionen ist, sondern weil das einfach die Chance erhöht, dass uns ab und zu jemand zufällig findet (da Google diese Funktion leider nicht mehr erfüllt)
Also ich verstehe nicht, was du dir da dann nun zurecht spinnst, um mir irgendwie Unfähigkeit vorzuwerfen.
Das ist genau, wie wenn du Lissaminka beleidigt Oberflächlichkeit vorwirfst, weil ihre Zeit knapp ist und sie aktuell einfach Besseres zu tun hat, als sich mit dir abzugeben und dich für deine Projekte zu loben.... oder wenn du User, die einfach nur eine simple Frage hatten, für ihre Rechtschreibfehler und Grammatik kritisierst. Aber das ist ja nun auch nichts Neues, wenn man bedenkt, wie du dich früher z.B. auf Hansi oder Shinobi eingeschossen hast.
Wer in deinen Augen dumm oder unfähig ist, hat es verdient, gemobbt und lächerlich gemacht zu werden. Aber gleichzeitig dann über Einsamkeit in der heutigen Zeit schwadronieren, und dich zum Rächer der unverstandenen verkannten Genies aufspielen.
Ich sehe nur eben nicht wirklich, dass du dich aktiv darum bemühen würdest, einsame Menschen, Außenseiter und von der Gesellschaft unverstandene Menschen aus ihrer Einsamkeit zu holen. Was ich sehe, ist jemand, der gerne erfolgreich sein möchte und mit anderen Erfolgreichen dieser Welt (die vermutlich in den seltensten Fällen einsam sein werden) ein schönes Elon Musk-Imperium aufbauen möchte. Und alle paar Monate oder Jahre, wenn er es wieder nicht geschafft hat, taucht er hier auf, um mir und anderen vorzuwerfen, was wir alles falsch machen und wieso wir selbst schuld an unserem Elend sind.
Gut möglich, dass da tatsächlich ein gewisses Missverständnis besteht, und dass einige dein Projekt in früheren Zeiten missverständlicherweise als "sowas wie die Unity" aufgefasst haben. Vielleicht sind sie auch nicht zuletzt deshalb irgendwann alle enttäuscht gegangen, weil sie erkannt haben, dass es beim Plateau überhaupt nicht um sie geht, sondern immer nur um dich und deine Träume.
Während ich hier eben mit der Unity einen anderen Ansatz verfolge. Es geht natürlich auch darum, dass ich selbst einen Ort habe, um mich zu artikulieren und anderen mitzuteilen. Aber darüberhinaus finde ich eben, ein Forum sollte in erster Linie dazu da sein, dass Menschen zusammenkommen, sich gegenseitig austauschen, und dass vielleicht der eine oder andere inspiriert wird von den Gedanken und Ideen anderer User.
Also wenn ich dich richtig verstanden habe, ist das Forum des Plateaus (das einige Leute damals mit dem Plateau gleichgesetzt haben) für dich nur so ein kleiner Teil von etwas viel größerem, was du eigentlich viel lieber machen willst. Für mich war das Forum hier eben immer deutlich mehr als das. Ich habe es immer eher als virtuelles Zuhause gesehen, als einen Ort, an dem ich mich einfach verstanden fühlen kann, und wo sich im Idealfall auch einige andere Leute wohl und verstanden fühlen können.
So gesehen kann man das wohl wirklich nicht miteinander vergleichen. Dann solltest du aber auch mal damit anfangen, das Unity-Forum als das zu sehen, was es ist (nämlich einfach als Kontakt- und Diskussionsplattform für alternativ gesinnte Menschen), anstatt hier von uns zu erwarten, dass wir ähnliche Wege einschlagen wie du mit deinen Projekten.
Stellen wir uns mal für einen Moment vor, er hätte es genau umgekehrt gemacht: Das Forum würde jedes Mal in den Chat schmieren, wenn ein neuer Beitrag entstanden ist – kurze Systemmeldung. Dann bräuchten die ganzen Homies dort nicht extra das Forum öffnen, um zu sehen, dass sich niemand beteiligt hat. Aber wenn, würden sie es registrieren. Denk mal drüber nach.
Eine beidseitige Vernetzung ist ja auch geplant, und wird hoffentlich noch kommen, keine Sorge. Es schien aber wohl einfacher zu sein, erst mal Discord in der Unity zu verlinken. Wenn dir Möglichkeiten einfallen, wie man das ohne großen Programmieraufwand auch umgekehrt machen könnte, darfst du es mich oder Lissaminke gerne wissen lassen.
Also lass uns konstruktiv sein. Das gegenseitige Bashen haben wir beide drauf, aber es führt letztlich zu nichts, außer dass wir unsere Energie und Zeit vergeuden.
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Nun ist es anscheinend passiert. Die AfD hat in Sachsen-Anhalt wohl tatsächlich über 44 Prozent der Stimmen bekommen, und damit sogar noch ein bisschen mehr, als in den Umfragen vorhergesagt war.
Persönlich habe ich vom Wahlkampf dort nur ganz am Rand etwas mitbekommen, als ich auf dem Weg zur Ostsee durch die neuen Bundesländer gefahren bin. Was mir damals aufgefallen ist, war vor allem, dass die AfD-Plakate größtenteils auf all zu platte Provokationen oder rechtsradikale Statements verzichteten und die Afd eher als Volkspartei zu inszenieren versuchten. BSW und Linke schwurbelten was von Frieden, als ob Krieg das wichtigste Problem der Bürger aktuell wäre. Der CDU schien kein besserer Slogan einzufallen als "Gymnasien erhalten" oder irgendsowas, was ich auf jedem zweiten Plakat von denen gelesen habe. Vermutlich auch ein Thema, mit dem man gaaanz vielen Menschen aus der Seele spricht. Und in Mecklenburg, wo ja auch bald gewählt wird, wirbt die SPD mit nichtssagenden Bildern ihrer ach so sympathischen Ministerpräsidentin
, die dank Photoshop darauf irgendwie zwanzig Jahre jünger oder wie eine unechte KI-Kreation aussieht.Das ist nun jetzt keine Analyse, sondern ein rein subjektiver, oberflächlicher Eindruck von einer Fahrt durch Deutschlands Osten. Der Eindruck, den ich dabei bekam, war jedenfalls der, dass die AfD das strategisch durchaus clever anstellt, wie sie sich hier als bodenständige, volksnahe Alternative präsentiert, wohingegen die meisten anderen Parteien ziemlich darin versagen, die Bevölkerung vernünftig anzusprechen mit Themen, die den Menschen wirklich auf der Seele brennen.
So gesehen ist das Wahlergebnis in Sachsen-Anhalt, sollte es sich so bewahrheiten, wie die ersten Hochrechnungen sagen, eigentlich nur konsequent.
Bemerkenswert finde ich an den Hochrechnungen zum einen, dass die Wahlbeteiligung recht hoch ist, und zum anderen, dass die AfD in etwa so viel Prozent hinzugewonnen hat (23,6), wie CDU und FDP gemeinsam verloren haben gegenüber der letzten Wahl (nämlich 23,8). Man kann also wohl davon ausgehen, dass das Erstarken der AfD vor allem daraus resultiert, dass viele frühere CDU- und FDP-Wähler nun AfD gewählt haben. Warum? Vermutlich, weil sie ihre konservativen oder marktliberalen Interessen von dieser Partei eher vertreten sehen als von CDU und FDP.
Also vielleicht sollten wir nicht so sehr über zunehmende Rechtsradikalität reden, sondern vielmehr darüber, dass die konservativen Parteien gerade einen Austausch erleben. Die alten Parteien scheinen ihrer Wählerschaft nicht mehr das geben zu können, was sich diese von ihnen erhofft haben. Der AfD trauen hingegen viele wohl zu, dass sie diesbezüglich weniger weichgespült ist und einfach das durchsetzt, weswegen die Menschen viele Jahre lang die CDU oder FDP gewählt haben.

Ist die AfD so betrachtet vielleicht einfach die ehrlichere CDU, die ehrlichere FDP? Weil sie sich getraut, das zu tun, was viele Wähler von ihrer CDU und ihrer FDP haben wollten, aber seit Helmut Kohls Zeiten nicht mehr bekommen haben?
Es ist vielleicht kein riesiger Trost. Aber zumindest ein kleines bisschen vielleicht, wenn man sich bewusst macht: Die Menschen sind nicht über Nacht alle zu egoistischen, intoleranten Arschlöchern mutiert, die nur von Angst und Besitzgier getrieben sind... sondern die meisten von denjenigen, die heute AfD wählen, waren das im Prinzip schon immer. Sie haben sich nur für ein anderes Vehikel entschieden, von dem sie glauben, dass sie damit schneller vorankommen.
Wird man diese Leute wieder von der AfD wegbringen können? Vielleicht dann, wenn CDU und FDP wieder mehr so werden wie die AfD (oder wie die CDU in den 70er Jahren war)
Wird man das dahinterliegende Denken, das dazu führt, dass so viele Menschen jetzt lieber die AfD wählen, aus ihnen herausbekommen können? Vermutlich nicht.
Was wir gerade erleben ist, dass es salonfähiger wird, dass rechte Menschen dazu stehen, dass sie rechts sind.
So lang es immer genug Menschen gibt, die öffentlich dazu stehen, dass sie nichts von rechter oder autoritärer Politik halten, ist das alles noch kein Weltuntergang. Die Mehrheitsverhältnisse sind nicht grundsätzlich verändert, sie sind nur deutlicher sichtbar geworden.
Es hat nebenbei bemerkt auch gute Gründe, warum die CDU von heute eben nicht mehr das ist, was viele konservative Wähler gerne hätten, nämlich so stramm konservativ wie zu Adenauers Zeiten. Das liegt nicht daran, dass die CDU-Politiker alle menschenfreundlich und links geworden sind. Sondern sie haben schlicht und ergreifend schon vor einiger Zeit erkannt, dass rechte autoritäre Politik oft ziemlich unsympathisch rüberkommt in der Bevölkerung, und dass man früher oder später abgewählt wird, wenn man zu autoritär auftritt und auf abweichende Meinung von anderen Bevölkerungsgruppen oder Minderheiten (welche zusammengenommen auch schnell mal die Mehrheit sein können) scheißt.
Bleibt zu hoffen, dass diese Erkenntnis auch die AfD und andere rechte Parteien eines Tages ereilen wird, und dass das keine 50 Jahre dauert. Auch wenn das vielleicht bedeutet, dass sie dafür zunächst mal in Regierungsverantwortung kommen und sich blamieren müssen.