Beiträge von Dian

    Weil ich gerade gelesen habe, "erfolgreichster deutscher Film auf Amazon Prime"... da ist mir aufgefallen, dass ich den hier ja noch gar nicht erwähnt hatte.


    Ich mag ja Kriegsfilme, insbesondere mit Zweiter Weltkriegs-Thematik. Was ich nicht mag, sind üblicherweise deutsche Filme. Aber wenn die Deutschen etwas können, dann sind das Filme, die während des Zweiten Weltkriegs bzw. im Dritten Reich spielen. Also war ich mal durchaus gespannt auf "Der Tiger".

    Er beginnt auch recht vielversprechend. Eine Weile wirkt es tatsächlich ein bisschen wie "Das Boot", nur im Panzer. Oder wie eine kostengünstige Version von "Steiner - Das Eiserne Kreuz", was noch immer einer meiner Lieblings-Kriegsfilme ist, auch wenn das kein deutscher Film war, aber es war der ultimative Zweite Weltkriegs-FIlm, der aus der Sicht von deutschen Soldaten erzählt wurde. Von daher hätte "Der Tiger" wirklich ein Film ganz nach meinem Geschmack werden können.

    Leider macht er aber dann im letzten Drittel eine sehr komische Wendung, die ich natürlich hier nicht spoilern möchte. Sagen wir so, es geht dann plötzlich stark Richtung Mystery und Horror, und das aber auf eine Weise, die so vorhersehbar ist, dass man sich denkt: "Nee, das können die ja wohl jetzt nicht ernsthaft in die Richtung weitererzählen wollen... das wäre ja viiiel zu offensichtlich und plump."

    Aber genau so passiert es dann eben, und das Ende, das eigentlich schockieren soll, ist dann keineswegs mehr überraschend, wie es vielleicht in gewissen anderen Filmen mal war, die einen ähnlichen Plot-Twist am Ende haben. Wenn man keinen dieser anderen Filme kennt, ok, dann ist man vielleicht etwas baff. Aber so? Ich hatte schon nach einer halben Stunde vermutet bzw. befürchtet, dass es darauf hinauslaufen könnte, weil die "subtilen" Hinweise, die man bekommt, einfach viel zu offensichtlich sind.

    So wirkt das halt leider ein bisschen wie ein Film, der gern ein ernsthafter Kriegsfilm sein wollte, aber wo sich die Macher dann entschieden haben, lieber eine Folge der "Twilight Zone" draus zu machen, weil man da schön viel Szenen im Nebel drehen kann und es nicht so teuer werden muss.

    Atmosphärisch kann man dem Film aber nichts vorwerfen, das geht schon stellenweise so bisschen Richtung "deutsche Version von Apokalypse Now". Hätte man sich nur den Mystery-Schmarrn gespart, der das Gesamt-Niveau irgendwie runterzieht, meiner Meinung nach, weil er einfach so wirkt wie gewollt, aber nicht gekonnt. Typisch deutsch halt.

    So, das Teil ist jetzt jedenfalls mal im Druck, und ein erstes Probe-Exemplar sollte so in ein bis zwei Wochen bei mir eintrudeln. Das werde ich dann nochmal ausgiebig durchackern, denn erfahrungsgemäß fallen mir immer noch Fehler auf, sobald ich erst mal eine gedruckte Fassung in den Händen halte. Und auch, wie das Cover rüberkommt, kann man meistens erst dann so richtig einschätzen, wenn man es tatsächlich in physischer Form vor sich liegen hat. Ich hab jetzt das gold-schwarze Motiv genommen, und gerade bei solchen Sachen, wo es viel auf den richtigen Kontrast und dergleichen ankommt, damit es dann auch wirklich hochwertig und nicht billig wirkt, lässt sich das so am Bildschirm einfach nicht abschließend beurteilen. Wir werden sehen.


    Wenn ich es dann durchgeackert habe und zufrieden bin, werde ich es natürlich auch online stellen. Und ich überlege, die gedruckte Version dann auch wieder über den normalen Handel vertreiben zu lassen, so dass es überall bestellt werden kann. Das Zeug selber zu verschicken ist zum einen lästig, weil man immer Verpackungsmaterial etc. zuhause haben muss, und ich denke, dass sich dann auch vielleicht ein paar mehr Leute dazu durchringen könnten, sich das zu besorgen, wenn sie es ganz bequem auf einer seriösen Seite bestellen können.

    Preislich sollte es eigentlich nicht über 20 Euro gehen... da muss ich mich aber noch genau informieren.


    Und ja, dann hängt es natürlich davon ab, ob meine geplante Videoreihe dazu von ein paar Leuten angeklickt wird, vielleicht auch von welchen, die die Unity bisher noch nicht kennen. Aktuell jammern aber viele YouTuber eher rum, dass der Algorithmus nochmal beschissener geworden ist und die Zugriffszahlen einbrechen. Vermutlich nicht die beste Ausgangslage für mein Vorhaben, aber probieren kann man es ja mal.

    Deine Vorstellungen von 'Freiheit' und 'Gerechtigkeit ' sind klar selektiv und exklusiv. Und damit stehst du eben völlig in einer eher liberalistischen Denktradition. Ein Anarchist würde immer zunächst die Frage nach der Selbstorganisation und Eigenverantwortung stellen.

    Man könnte dazu jetzt ja auch antworten: "Genau deshalb funktioniert das mit dem Anarchismus auch nicht, und sie treten seit hundert Jahren nur auf der Stelle." ;) Weil das einfach für eine breite Mehrheit der Bevölkerung keine realistische Utopie ist. Und weil eben die Linken (nicht nur die Anarchisten) auf bestimmte Fragen, die die Bevölkerung beschäftigen, keine guten Antworten haben. Eine dieser Fragen ist sicherlich: Was macht die anarchistische Gesellschaft, wenn plötzlich ganz Afrika die Koffer packt und lieber bei ihnen wohnen möchte. Auch wenn das jetzt vielleicht etwas überspitzt ausgedrückt ist.. aber das Problem ist ja nicht nur rein hypothetisch, sondern wir haben ja gesehen, wie schnell plötzlich sehr große Flüchtlingsströme auf uns zukommen können, und dass sich das vermutlich durch den Klimawandel noch verstärken wird in Zukunft.

    Da erscheint mir einfach ein liberaler Ansatz realistischer, und vielleicht auch anschlussfähiger an den "gemeinen Pöbel". Zunächst mal den Staat so antiautoritär und freiheitlich wie möglich machen (und natürlich auch sozial), ohne ganz auf gewisse stabilisierende Strukturen zu verzichten. Wie gesagt, Anarchie als Leitbild... als das, was am Endziel der Entwicklung steht, nachdem man die Menschen behutsam an Liberalität, Solidarität und Eigenverantwortung herangeführt hat. Wenn eine solche Idee nicht anarchistisch ist, dann bin ich wohl auch kein Anarchist. Oder wir definieren Anarchie einfach anders, so dass auch ich und Pippi Langstrumpf Anarchisten sein dürfen.

    Die Betroffenen kommen eben in deiner Wahrnehmung nicht als Individuen vor, sondern nur als Repräsentanten einer bestimmten Gruppe. Du triffst sehr schnell Urteile über Personen, die du nicht kennst, deren Biographie und Erfahrungen du nicht nachvollziehen kannst.

    Naja, das gleiche könnte ich auch über deine Wahrnehmung von ostdeutschen AfD-Wählern sagen. Da ist dir dann auch relativ egal, was die für Biographien haben und welche Erfahrungen sie zu so einem Weltbild gebracht haben, du siehst erst mal nur die Bedrohung, die von ihnen ausgeht.

    Will sagen: Wann immer ein Asylbewerber mit einem Messer um sich sticht, hört man von linker Seite "Das sind bedauerliche Einzelfälle, die man nicht verallgemeinern darf. Die allermeisten Menschen, die zu uns kommen, sind ganz anders."

    Wenn hingegen irgendwo ein schwules Pärchen von ein paar gewaltbereiten Rechten angegriffen wird, ist das kein Einzelfall, sondern dann ist jede einzelne Attacke eine zuviel, und natürlich ist das dann auch immer ein Hinweis darauf, dass es nicht nur irgendwo vereinzelt Homophobie gibt, sondern dass die ganze Gesellschaft ein großes strukturelles Problem mit Schwulenfeindlichkeit oder Rassismus hat.

    Ich hoffe, man erkennt hierbei die Doppelmoral. Es genügt halt nicht, nur bei den Problemen, die uns persönlich besonders beschäftigen, ganz genau hinzusehen und schonungslos die dem zugrunde liegenden Mechanismen zu analysieren. Sondern man muss das vielleicht auch bei Problematiken tun, die einem ideologisch betrachtet eher nicht so in den Kram passen. Und da denke ich, wird schon oft mit zweierlei Maß gemessen.

    Deine Ansichten sind nicht weder 'rechts noch links', sie sind auch nicht sonderlich komplex oder originell. Das ist ganz simpler CDU-Sprech (eher mit rechterer Tendenz, da dir scheinbar auch die CDU nicht restriktiv genug ist) - mit dem genannten Unterschied, dass du natürlich aus subjektiven Gründen bitte nicht mit der Ordnungsmacht identifiziert werden willst, denn das würde deinem 'Selbstbild widersprechen.

    Najaaa, das ist wieder so eine ideologisch eingefärbte Unterstellung von dir, die überhaupt nicht der Wirklichkeit entspricht und die ich mir nur damit erklären kann, dass es für dich halt keine Nuancen mehr gibt, sondern immer nur entweder schwarz oder weiß, Freund oder Feind. Mir fallen sehr viele Dinge ein, wo ich regelmäßig über die CDU abkotze, Wehrpflicht, Bürgergeld, Internet-Überwachung, Drogenpolitik, etc.

    Es ging hier einzig um die Asylpolitik, wo man schon ganz objektiv beobachten konnte, dass die CDU unter Merkel irgendwann nicht mehr wirklich konservativ war. Und das hat meiner Meinung nach eben entschieden dazu beigetragen, dass viele Konservative sich von der CDU nicht mehr vertreten gefühlt haben und zur AfD abgewandert sind.

    Zumindest in meinem Weltbild ist es halt durchaus möglich, dass man in vielen Dingen eher linke oder liberale Ansichten vertritt, aber bei manchen Sachen (sei es nun Migration, Waffenrecht, Ablehnung von Gender-Sprache oder sonst irgendwas) auch mal der Gegenseite zustimmen kann, wenn die irgendwas vernünftiges sagen. Deshalb sage ich, ich bin oft eher zwischen den Stühlen, weder rechts noch links. Und du drehst es dann so hin, als ob ich rechts der CDU wäre, nur weil ich im Bezug auf die Asylpolitik und Political Correctness auch mal rechte Positionen nachvollziehen kann und die linken Parteien kritisiere. Das wirkt eben schon etwas so, als ob du es dir zu einfach machst und immer nur das siehst, was du sehen möchtest.

    Das wären mal Ansätze, die tatsächlich über den üblichen Polit-Stammtisch, den du hier deckst, hinausweisen würden

    Also die Diskussion hier darf jedenfalls gern wieder vielschichtiger werden, falls du das meinst.

    Wenn ich hier ständig nur dabei bin, zu erklären, warum ich manchen Stammtisch-Frust nachvollziehen kann, und was mich an der linken Ideologie und Doppelmoral stört, weil solche Äußerungen von mir nunmal hier auch am meisten Echo und Widerspruch auslösen, dann wirkt das natürlich irgendwann so, als ob sich mein Denken nur noch um diese Dinge dreht.

    Ich wollte ja auch gar nicht, dass sich das jetzt über so viele Threads erstreckt. Aber wie gesagt, wenn ich halt mal etwas Kontroverses äußere, muss ich mich dazu öfters erklären und noch weiter ausholen, und dann wirkt das Thema überdurchschnittlich stark repräsentiert. Wenn ich hingegen irgendwo schreibe, dass ich die Wehrpflicht ablehne, widerspricht mir in unseren Kreisen kaum einer, und so wird daraus eben auch keine ellenlange Debatte. Trotzdem sind mir beide Themen ähnlich wichtig, auch wenn es dann vielleicht von außen betrachtet nicht so aussehen mag.


    Ich hätte es ja nicht für möglich gehalten und ihn mir beinahe nicht angeschaut, weil die Zombie-Apokalypsen-Thematik ja nun so dermaßen ausgelutscht ist... aber "28 Years Later 2 - The Bone Temple" ist tatsächlich ein richtig guter Film geworden, mit einer für Zombiefilme ungewöhnlich reifen, fast schon intellektuellen Grundstimmung und einer Menge origineller Ideen, bei der auch Fans von Duran Duran und Iron Maiden auf ihre Kosten kommen. (Die Iron Maiden-Szene ist einfach nur herrlich und sollte nicht vorher schon gespoilert werden.)

    Dem Film gelingt dabei irgendwie das Kunststück, gleichzeitig sadistisch und brutal und doch humanistisch zu sein, Zombieklischees voll zu bedienen und sie doch auch gleichzeitig aufzubrechen, ein bisschen Clockwork Orange-Feeling mit reinzubringen, und einfach eine gute Story zu erzählen, die von Anfang bis Ende wie ein runder, in sich abgeschlossener Film wirkt, und nicht wie der vierte Teil einer zwanzig Jahre alten Filmreihe.

    Die Idee, dass sich die Zombies möglicherweise auch wieder in eine menschliche Richtung entwickeln können, ist interessant, aber sicher noch ausbaufähig. Da bin ich dann mal gespannt, was sie im nächsten Teil noch daraus machen werden. Jedenfalls war das mal locker der beste Film mit Zombie-Thematik seit vielen Jahren.

    Man könnte noch präzisieren: "Anarchie" als eitle Selbstdarstellung privilegierter Bürgersöhnchen, die natürlich staatliche Gewalt nur dann ablehnen, wenn man sie beispielsweise zwingt, Maske zu tragen oder nüchtern Auto zu fahren :thumb_up4: Als Schutzmacht zur Sicherung der eigenen Privilegien ist der Staat dann natürlich wieder gut genug, irgendwer muss ja das Gesindel fernhalten.

    Wie sollte man vor diesem Hintergrund auch eine erhöhte Sensibilität gegenüber einer Bedrohung von rechts erwarten?

    Ich denke nicht, dass ich jemals eine Schutzmacht zur Sicherung meiner Privilegien gefordert habe, nur weil ich die Ansicht vertrete, dass man aufpassen sollte, dass man sich nicht zu viele ungebildete, intolerante Menschen ins Land holt. Oder wenn ich finde, dass es keine Tabus geben darf, bestimmte Probleme beim Namen zu nennen... und dazu gehören halt auch statistische Häufungen von Verbrechen, die von Menschen aus bestimmten Kulturkreisen verübt werden.

    Ich geb dir mal ein konkretes Beispiel. In Ulm ist neulich jemand abgestochen worden. Ich hab schon beim Lesen der Überschrift geahnt, dass der Täter kein Deutscher war. Bin ich Rassist, weil ich anhand von Wahrscheinlichkeiten davon ausgehe, wenn ich irgendwas lese wie "Messerstecher" oder "Massenschlägerei zwischen zwei Gruppen", dass da überproportional häufig Menschen mit Migrationshintergrund beteiligt sind?

    Es sind halt einfach Erfahrungswerte. Und Erfahrungen kannst du nicht einfach wegreden, indem du den Leuten, die von ihren Erfahrungen berichten, gleich mal pauschal Vorurteile unterstellst.

    Klar gibt es viele dämliche Vorurteile in den Köpfen der Menschen, aber es gibt eben auch Dinge, die auf objektiven Beobachtungen basieren.

    Und wenn dann noch, wie im Fall der Messer-Attacke in Ulm, im Bericht zu lesen ist: "Der Eritreer war laut Polizei bereits in der Vergangenheit wegen Gewaltdelikten aufgefallen und hatte bis Dezember eine Haftstrafe verbüßt." Da frage ich mich dann eben: Wie kann das sein? Wie kann es sein, dass der Staat gegenüber Menschen, die anderen Menschen Gewalt antun, scheinbar so verständnisvoll ist, während andere gnadenlos abgeschoben werden, die niemandem was getan haben?


    Das heißt ja nun nicht, dass ich dafür bin, Straftäter einfach noch länger einzusperren. Gefängnisstrafen sind eh eine total dämliche Erfindung, die sehr viele Menschen nur noch krimineller machen. In dem konkreten Fall scheint der Knast ja auch nicht gerade dabei geholfen zu haben, dass da jemand dadurch zu einem wertvollen Mitglied der Gesellschaft geworden ist. Wie könnte es auch?

    In der Hinsicht betrachte ich diesen Sachverhalt dann durchaus auch aus einer eher linken oder anarchistischen Perspektive, und sehe die Lebensumstände und die negativen Erfahrungen, die der besagte Eritreer in seinem Leben gemacht hat, wodurch er vielleicht erst zu so einem durchgeknallten Messerstecher geworden ist.

    Auf der anderen Seite sehe ich aber auch, da sind zu viele Menschen nach Deutschland gekommen, die man verwahrlosen lässt, um die sich niemand kümmert, weil wir auch gar nicht das Personal dafür haben. Weil das System eben jetzt schon total überfordert ist, diejenigen zu integrieren, die hier sind. Das sieht doch jeder, der mit offenen Augen an einem Asylantenheim vorbei läuft, dass dort nicht die neue Gesellschaftselite herangezogen wird, sondern frustrierte perspektivlose Menschen. Man kann aber auch gar nicht all diesen Menschen eine gute Perspektive bieten... und selbst wenn, dann kannst du davon ausgehen, dass morgen doppelt so viele und übermorgen dreimal so viele kommen würden, bis sich ganz Afrika in Stuttgart stapelt. Man kann es ihnen ja auch nicht verübeln.

    Aber da sage ich eben: Das funktioniert nicht. Am Ende hätten wir dann wirklich eher afrikanische Verhältnisse auch bei uns, als dass alle Afrikaner ein spießiges deutsches Leben mit Eigenheim und Gartenzwergen im Garten führen würden.


    Ich sehe das nicht als rechts, wenn ich darauf hinweise, dass bestimmte Dinge wie endloses Wachstum oder unbegrenzter Zuzug in ein fragiles Sozialsystem einfach nicht funktionieren können. Man kann dazu ja gern anderer Meinung sein. Aber ich halte meine Ansicht für logisch nachvollziehbar... ebenso, wie ich mir gut vorstellen kann, dass manche Menschen, denen diese Entwicklung Sorge bereitet, die AfD wählen, ohne dass sie deshalb gleich Faschismus wollen, da es leider nicht wirklich viele andere Parteien gibt, die zum Thema Migration eine kritische Meinung haben. (die CDU ist ja auch nur durch die Angst vor den AfD-Wählern wieder etwas migrationskritischer geworden.)

    Was ich hier versuche, ist, über solche Dinge Diskussionen zu führen und zum Nachdenken anzuregen. Die ganze Sache ist einfach komplexer, als dass man sich das Ganze mit "Viele Menschen sind eben beschissene Nazis, und die wählen jetzt alle die AfD" erklären könnte. Ich würde gern ein bisschen mehr in die Tiefe gehen, Zusammenhänge analysieren, etc.

    Und bezüglich dieser Zusammenhänge muss natürlich nicht jeder meiner Meinung sein. Es nervt nur eben, wenn dann ein Lonewolf meint, mich ständig persönlich unter der Gürtellinie angreifen zu müssen, weil ihm meine Gedanken nicht gefallen. Wenn, dann bitte mit guten Argumenten widersprechen, gerne auch mit konkreten Zahlen und Statistiken... aber dieses ewige "Dian ist kein Anarchist, Dian ist kein Philosoph, Dian ist ein privilegierter schwäbischer Spießer"-Kindergarten-Blabla ist allmählich wirklich langweilig, und vor allem niveaulos. Wirkt auf mich eher so, dass da jemandem die Argumente ausgehen, und er es daher diskussionstaktisch für sinnvoller erachtet, die Gegenseite zu diskreditieren und lächerlich zu machen, um von seinem simplen, nicht mehr in die heutige Zeit passenden Schwarz-Weiß-Weltbild abzulenken und den Fokus auf andere Dinge zu lenken.

    Aber ich merke immer mehr, dass deine Vorstellung von "alternativ" sein einfach nur bedeutet, dass du "gegen das System" bist. Alles was geregelt wird, ist für dich automatisch Zwang. Auch wenn es vielleicht eine Begründung gibt und selbst wenn es gar nicht wirklich durchgesetzt wird. Man muss einfach dagegen sein, sonst verdient man nicht das Label "alternativ".

    Meine Beweggründe sind eigentlich relativ konstant geblieben in den letzten 25 Jahren. Ich mag keine Autoritäten, die mir ständig irgendwas vorschreiben wollen (auch keine, die einen auf nett und sozial machen), und ich halte den Kapitalismus und dieses ganze Konkurrenzkampf-Gehabe der Menschen für völlig kontraproduktiv und für eine totale Verschwendung menschlicher Ressourcen und Lebenszeit.

    Also würde ich nicht sagen, dass der radikale Freiheitsbegriff alles ist, was ich mit Alternativsein verbinde, sondern ich sehe Freiheit und soziale Gerechtigkeit eigentlich als etwas, was beides elementar ist und Hand in Hand gehen sollte. Und auf keinen Fall sollte das eine gegen das andere ausgespielt werden, so nach dem Motto: "Ja, wir müssen jetzt aber leider eure Freiheit einschränken, weil wir sonst keine Gerechtigkeit herstellen können."

    Wenn man jetzt mal ganz grob und oberflächlich sagt, es gibt zwei Lager unter den alternativ gesinnten Menschen.... auf der einen Seite die Hippies und Punks etc., die alle Zwangs-Systeme ablehnen, alles locker sehen und jeden sein Ding durchziehen lassen... und auf der anderen Seite woke Technokraten und Sozialisten, für die der Staat bzw. das System ein gutes Werkzeug ist, um ihre politischen Ziele zu erreichen, und die der Meinung sind ,dass der Einzelne auch mal zu Dingen gezwungen werden muss... dann bin ich von meinem Weltbild her ganz klar auf der Seite der zuerst genannten.

    Das war schon immer so. Ich habe nur den Eindruck, es hat sich im linken Lager eben einiges verschoben seit den 80er-Jahren, und die Fraktion derjenigen, die den autoritären Staat und viele seiner Unterdrückungsmethoden gar nicht vollständig ächten wollen, sondern ganz nützlich finden, um ihre politischen Interessen durchzusetzen, hat immer mehr die Oberhand gewonnen. Und das ist im Grunde dann auch der Hauptkritikpunkt, den ich habe, und warum ich vielen Ideen, die von linker Seite kommen, ablehnend gegenüberstehe.


    Und darüberhinaus bin ich da eben wohl scheinbar schon generell kritischer als andere hier, was die Nebenwirkungen und Auswirkungen von Verboten allgemein angeht. Ich sehe da nicht nur die kurzfristigen Schäden, wie etwa, wenn eine Netzzensur, die man aus gut gemeinten Gründen einführt, dann auch die falschen trifft oder Kunstwerke zensiert... sondern auch die langfristigen Folgen, was es aus Menschen macht, wenn dauerhaft für sie mitgedacht wird und sie immer gewohnt sind, Verantwortung an höhere Instanzen abzugeben und auf deren Urteil zu vertrauen, anstatt eigenverantwortliches Handeln und Umgang mit Risiken zu erlernen Da sehe ich aktuell viel zu viel Blauäugigkeit und Unbekümmertheit bei vielen, die jetzt nach Verboten schreien, egal ob Feuerwerksverbot, Social Media-Verbot, KI-Verbot oder was auch immer.

    Ach komm... niemand hat aktuell irgendwen gemobbt, bevor du angefangen hast, dem neuen User auf Discord zu sagen, dass er sich verpissen soll, weil dir seine politischen Ansichten nicht gefallen. Ist ein gutes Beispiel dafür, wie Diskussionen eskalieren, weil man dem anderen nicht mehr seine Meinung lässt. Ich meine, das kannst du natürlich gern so machen, aber du brauchst dich dann eben auch nicht zu wundern, wenn derjenige aggressiv reagiert und das Klima hinterher vergifteter ist als vorher. Insofern würde ich sagen, lass uns den Scheiß abhaken. So schlimm ist der Typ nicht, dass man deshalb nun eine Grundsatzdebatte lostreten müsste. (Er ist ja auch seither still und äußert sich nicht übermäßig aufdringlich.)


    Aber natürlich können wir darüber diskutieren, wie man mit Leuten umgehen soll, die ein machiavelistisches oder rechtes Weltbild haben. Soll man die generell sofort rauswerfen? (was ja wohl deine Meinung dann ist...)

    Ich bin da eben eher der Ansicht, dass man sie nicht einzig aufgrund ihres Weltbilds rauswerfen sollte. Höchstens, wenn sie aggressiv oder missionierend/nervig auftreten und sich zu sehr ausbreiten. Das hat der User meines Erachtens aber nicht getan. Ich würde sogar sagen, er hat gelassener auf die Anfeindungen reagiert, als ich dies an seiner Stelle getan hätte.

    Ja, sehe ich ja ganz genauso. Gerade wenn ich so wie neulich durchs Archiv wühle und ein paar alte Beiträge anklicke, fällt mir wieder auf, wie divers die Unity eigentlich immer war. Genaugenommen hatte jeder zu allem eine komplett andere Meinung, aber dennoch haben wir nicht ständig nur darüber diskutiert, wessen Meinung nun die richtige ist, sondern das Themenspektrum war wahnsinnig breit gefächert.

    Zumindest in den Phasen, in denen es gut lief. Natürlich kam es irgendwann dann auch zu Konflikten, in denen sich dann Gruppen gebildet haben, die einander unversöhnlich gegenüberstanden.

    Ich erinnere an Mind Riot, die mit meiner Admin-Politik nicht einverstanden waren, weil sie möglichst viel Anarchie haben wollten und selbst die größten Deppen nicht rauswerfen wollten. Und die Gegenbewegung, der Keller, denen es im Hauptforum zu viele niveaulose (und ideologische) Leute gab.

    Also das waren dann so die hauptsächlichen Streitigkeiten, die sich damals aufgetan haben. Es ging nicht so sehr um konkrete politische Fragen oder political Correctness... aber in gewisser Weise natürlich auch schon um die Fragen: FÜR WEN soll die Unity sein? Und: WAS soll die Unity sein?

    Rückzugsort für elitäre Eskapisten mit einem Mindest-Anspruch an Niveau? Oder Sammelbecken für alle Underdogs, die mit dem System unzufrieden sind und dann vielleicht auch mal Bullshit labern oder komische Ansichten haben?

    Beide Gruppen konnten sich von der Beschreibung "Für alle, die sich nach einer besseren Welt sehnen" angesprochen fühlen.


    In gewisser Weise trauere ich diesen Zeiten auch etwas nach. Ich denke aber auch, dass es nicht an mir lag, dass sich diese Dinge geändert haben und alles so politisiert wurde. Wenn, dann musst du Lonewolf davon überzeugen, dass die Unity wieder mehr so ein Auffangbecken für alle möglichen orientierungslosen jungen Menschen sein soll, und weniger politisches Ideologiezentrum. Ich erinnere daran, dass ich auch Unmensch oft genug gebeten habe, doch einfach die Leute mal so sein zu lassen, wie sie sind, anstatt alles in eine gewisse ideologische Richtung drängen zu wollen und jeden, der davon abwich, gleich rauszuekeln. Hat leider nicht funktioniert. Aber an mir soll es nicht scheitern.

    Sorry, aber spätestens hier wird es albern.

    Ich habe mich schon extra bemüht, weiter auszuholen bei der Beantwortung von Tzaks Frage, was ja eigentlich im Rahmen des Threads fast zu viel war, aber habe natürlich hier keine vollständige Analyse abgeliefert oder mein gesamtes Weltbild in ein paar Sätzen zusammengefasst.

    Für linken Autoritarismus hätte ich sicher noch seeehr viele Beispiele nennen können, und Machtstrukturen habe ich anderswo noch viel umfangreicher thematisiert, anstatt sie nur aus persönlicher Kränkung heraus abzulehnen... aber darum ging es eben hier überhaupt nicht. Also warum lässt du mich von der KI dann bewerten, als ob sich mein ganzes Weltbild auf das beschränkt, was ich hier im Rahmen des Themas "Welche Ansichten sich bei mir im Lauf der Zeit verändert haben" formuliert habe?

    Ich hab keinen Bock auf diese Art der Diskussion. Troll jemand anderen, wenn dir gerade langweilig ist und du nichts eigenes zu dem Thema hier beizusteuern hast.

    Da muss ich etwas weiter ausholen. Ich denke, die meisten Überzeugungen abgelegt habe ich im Lauf des Heranwachsens, was vermutlich normal ist. So wollte ich als kleiner Junge auch mal Polizist werden, und dann gab es auch eine Phase, wo ich alles, was mit Nazis und dem Zweiten Weltkrieg zusammenhing, ziemlich cool fand, und schon allein aus Protest gegen die eher links-humanistisch eingestellte, aber trotzdem irgendwie arschige Lehrerschaft, die mir einreden wollten, was ich zu denken und zu sagen habe, eher wenig Sympathie für deren Weltbild hatte. Aber das war natürlich alles sehr undurchdacht von meinem jugendlichen Ich, und auch nicht explizit politisch... es ging eher um die rebellische Verweigerungshaltung, als dass da eine ernsthafte Überzeugung dahinter gesteckt hätte. So viel Zeit hab ich damals echt nicht verwendet, um über politische Zusammenhänge nachzudenken. Im Grunde war ich ja doch eher der unpolitische Stubenhocker, der sich nach der Schule in seinem Zimmer einschloss und stundenlang gezockt und Filme geschaut hat.


    Als ich dann ins Internet kam, hab ich dort über alles mögliche abgekotzt, was ich schon immer mal loswerden wollte.. über Lehrer, Staat, Zensur, dumme ehemalige Mitschüler, und natürlich auch über die kapitalistische Arbeitswelt, die mich dann plötzlich auch betroffen hat. Es war nicht explizit links, ich war ja auch für legalen Schusswaffenbesitz und Selbstjustiz und solche Dinge, die eher nicht in linken Kreisen salonfähig waren. Aber ich fand dann doch vor allem im eher linksgesinnten Lager Anschluss mit meinen Ideen, während ich mit Konservativen und Rechten aufgrund meiner antikapitalistischen Einstellung und meiner Ablehnung von Autoritäten doch eher inkompatibel war. Und so war ich dann eben einige Jahre auch in meinem Selbstverständnis ein Linker, habe auch die Linken und einmal die Grünen gewählt, und wähnte mich eigentlich schon auf der richtigen von zwei unterschiedlichen Seiten, auf der Seite der Zukunft.


    Also würde ich schon sagen, meine Überzeugung war: Es gibt die Konservativen und Rechten, die für die ganze Dummheit der Menschheit stehen und ihre Fehler nicht erkennen wollen. Und auf der anderen Seite die Linken, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Individualismus stehen und genau wie ich eine bessere Zukunft anstreben.

    Wieso sich das dann wieder etwas geändert hat: Das war ein langer Prozess im Lauf der Jahre, wo ich ja nun politisch etwas interessierter war und mich viel mehr als früher mit solchen Themen befasst habe. Ging im Grunde schon damit los, dass unter Schröders SPD und mit Unterstützung der Grünen Hartz4 installiert wurde. Und dass die Grünen alles mögliche umgesetzt hatten, nur ausgerechnet das, wofür ich sie gewählt habe (die Cannabis-Legalisierung), eben nicht. Also wir reden von der ersten Regierungszeit der Grünen, nicht die Ampel dann später.

    Ich kürze jetzt etwas ab, sonst wird das wieder ein zu langer Text hier. Jedenfalls kamen dann noch viele weitere Dinge, wodurch ich mich von den Linken und Grünen wieder mehr entfremdete. Meistens hing es damit zusammen, wenn ich den Eindruck hatte, dass sie eine Gutmenschen-Diktatur errichten wollten, genau wie meine Lehrer auf dem Gymnasium damals, was mich eben wieder daran erinnerte, wie sehr mich das damals angekotzt hat, nicht sagen zu dürfen, was ich wollte. Und im Zweifelsfall ist mir die individuelle Freiheit dann doch wichtiger, als dass ich sie für irgendwelche anderen Werte aufgeben wollte.

    Die Corona-Maßnahmen waren dann endgültig der Punkt, wo ich realisiert habe, dass Linke sehr wohl auch Gegner der Freiheit sein können. Wobei das ja eigentlich schon immer offensichtlich war, siehe Mao oder DDR oder Sowjetunion. Also würde ich sagen, ich habe diese Gewissheit, auf der richtigen politischen Seite zu stehen, wieder etwas aufgegeben, und bin heute mehr davon überzeugt, dass keines der beiden Lager in allem Recht hat, und dass die Wahrheit irgendwo anders liegen muss. (sorry, wenn das jetzt zu lang wurde für die Aufgabenstellung, aber kürzer geht es echt nicht, ohne dass man mich wieder missversteht.)