Beiträge von Dian

    "Bundestag auf Schulebene" (den Vergleich hat die Schulleitung heute gezogen).

    Ja, das stimmt schon. Genau wie in der großen Politik wird auch hier im Kleinen wunderbar demonstriert, dass "gesellschaftliche Teilhabe" nicht zwangsläufig bedeuten muss, dass man auch wirklich mitbestimmen darf.

    Irgendwie musste ich beim Lesen deines Berichts an Russland denken, und die Frage, warum die Bevölkerung dort trotz allem einigermaßen zufrieden zu sein scheint mit ihrem jämmerlichen unfreien Dassein. Auch unter Putin ist es so, dass allen erzählt wird, dass man ja in einer großen Familie lebt, und jeder sich da mit einbringen soll, zum Wohl des großen Ganzen. Und genau wie in Russland wird nicht offen ausgesprochen, dass jeder Abweichler hart bestraft wird. Man weiß es einfach. Man weiß, dass man die Grundpfeiler (also Putins Herrschaft, genau wie die Herrschaft eurer Schulleiterin) nicht zu hinterfragen hat, weil das von anderen, höheren Mächten so entschieden wurde. Man selbst darf höchstens "mitgestalten"... und wie gestaltet man in einer Diktatur mit? Natürlich so, wie es deine Mitschüler dann tun. Indem man eifrig Vorschläge macht, wie man noch mehr Freiheiten abschaffen kann, denn die Abschaffung der Diktatur steht ja nicht zur Debatte, also denkt man gar nicht erst in die Richtung. Eigentlich wäre eine richtige Antwort auf den Toiletten-Vandalismus gewesen, sich (bzw. die Schulleiterin) zu fragen, was im System falsch läuft, dass so viele so unzufrieden sind und am liebsten ihre eigene Schule zerstören wollen. Aber in der Logik des Systems steht die Antwort darauf ja schon fest: Es gibt so viel Vandalismus, weil die Regeln nicht hart genug oder die Überwachung nicht gut genug ist (und generell weil Menschen sowieso wilde Tiere sind, die man zähmen und kontrollieren muss, weil sie sich sonst alle gegenseitig auffressen würden).

    Und in diesem engen Wahrnehmungstunnel scheinen sich auch schon die Schüler zu bewegen, ganz ohne dass man es ihnen extra noch vermitteln müsste. Weil das eben schon klar ist. Weil man das ja auch ständig gesagt bekommt. Weil sie alle schon kleine Mini-Erwachsene sind.


    Jedenfalls bin ich für Toiletten-Freiheit für alle, und für das Recht, sich so lange auf dem Klo verstecken zu dürfen, wie man will! Wie hätte ich meine Schulzeit damals denn sonst überstanden?

    Also wenn ich das richtig verstanden habe (korrigiere mich, falls ich falsch liege), dann wolltest du mit dieser Mail versuchen, Verständnis für deine Situation bei dieser Psychologin zu wecken, indem du ihr schilderst, wie es sich anfühlt, wenn man von einem Psychopath verfolgt wird. Und dass für dich ein solcher Psychopath eben der Staat ist.

    Wenn ich mich allerdings jetzt mal in die Haut dieser Psychologin hineinzuversetzen versuche, die eine solche Mail bekommt, dann kann ich mir schon gut vorstellen, dass sie das in den falschen Hals gekriegt hat und als Drohung gegen ihre Familie auffasst. Dass du darauf hinweist, dass das natürlich nur rein hypothetisch ist, ist vermutlich für sie nicht wirklich beruhigend, weil es halt schon ein bisschen so klingt wie: "Überleg dir, ob du dich wirklich mit mir anlegen willst, falls ich tatstächlich ein Psychopath wäre... denn dann würde ich vielleicht deine Familie abschlachten."


    Und ganz generell wirkt das Versenden von zu langen Briefen an Amtspersonen oder Menschen, die nur beruflich mit einem zu tun haben, auf viele Menschen befremdlich. Weil es eben nicht die Norm ist, und weil es den Eindruck erweckt, dass der Schreiber eines solchen Briefs den ganzen Tag nichts anderes tut, als eben solche Briefe zu schreiben und sich in diesen Konflikt hineinzusteigern.

    Ich glaube dir ja, dass du dafür nur anderthalb Stunden gebraucht hast. Ich schaffe sowas auch in der Zeit. Und meine Posts im Forum wirken manchmal auch so, als ob ich den lieben langen Tag nichts anderes tun würde als daran zu feilen, obwohl ich sowas mal ganz locker in ein paar Minuten aus dem Handgelenk schüttle . Aber es ist eben nicht die Norm. ;)


    Ich sehe das daher auch eher so wie Yatan. Was bringt dir das alles?

    Es gibt Konflikte, die es sich zu kämpfen lohnt, aber mit Psychologen und Amtspersonen rumzustreiten, führt im Allgemeinen zu nichts, weil die ja doch am längeren Hebel sitzen. Siehe Reichsbürger und so, da haben sich viele auch nur selbst geschadet, indem sie das Amt auf sich aufmerksam gemacht haben und nun ihre Waffen los sind und noch stärker kontrolliert und überwacht werden als zuvor.

    - Die eindeutig männliche Form von "Arbeiter" ist "Arbeiteron". Man fügt also bei Männern einfach ein -on an das Wort an, ähnlich wie wenn man -in anfügt wenn man von Frauen spricht.

    Also wenn schon, dann schlage ich vor, wir verwenden eine Endung, die bereits irgendwie in der deutschen Sprache existiert. Wie wäre es zum Beispiel mit dem guten alten "-rich" am Ende, mit dem man aus einem eigentlich weiblichen Wort wie "Ente" einen "Enterich" machen kann.

    Dann hätten wir einen "Arbeiterrich" oder einen "Krankenschwesterrich." Klingt doch cool und schön männlich.

    Alternativ könnte man auch einfach ein "-bock" anhängen, so wie man aus dem "Reh" einen "Rehbock" macht. Dann hätten wir den "Arbeiterbock" und den "Krankenschwesterbock". (Oder meinetwegen "Arbeitermann" und "Krankenschwestermann".)

    Oder vielleicht doch eher einen "Krankenbruder"? Darf man "Krankenschwester" überhaupt noch sagen, oder ist das stigmatisierend, weil Frauen ja theoretisch auch mehr sein können als nur die Gehilfin des Arztes?

    Hier besteht tatsächlich noch viel Optimierungsbedarf, und ich hoffe, dass die Ampel das in ihrer Amtszeit noch auf die Reihe bekommt, bevor die CDU alles wieder rückgängig macht und uns ins sprachliche Mittelalter zurückkatapultiert. :tongue2:


    Aber mal ernsthaft:

    Weiß eigentlich jemand, ob es da in anderen Sprachen, im Französischen, Englischen, Russischen oder sowas ähnliche Überlegungen gibt, die Sprache geschlechtsneutraler zu machen, und ob da auch so ein erbitterter Kampf darüber geführt wird? Oder ist das schon ein speziell deutsches Phänomen, weil die deutsche Sprache extremer als in anderen Sprachen zwischen Geschlechtern unterscheidet, etwa durch die unterschiedlichen Artikel und weil jedes Wort entweder männlich, weiblich oder sächlich sein muss, während man im Englischen einfach "the" hat? Im Englischen heißt es eben "the worker", und damit sind dann alle gemeint... oder gibt es da auch Leute, die darauf bestehen, dass man in Zukunft "worker and workeresses" oder irgendsowas sagen soll?

    Das alte Forum scheint ja nicht mehr online zu sein, ich muss mir also nicht zu viele Gedanken machen dass mich hier jemand mit meinen alten Beiträgen in Verbindung setzt, der im alten Forum nicht aktiv war, oder?

    Ist alles archiviert. Links zu den Archiven der alten Foren findest du gleich auf der Startseite:

    The Unity - Freiheit • Gerechtigkeit • Aufklärung
    Die Unity ist ein Ort für alle, die sich nach einer gerechteren & freieren Gesellschaft sehnen. Nach einer Gesellschaft ohne Zwang, Bürokratie und Dummheit, in…
    www.theunity.de

    Wegen dem Keller-Forum weiß ich gerade gar nicht, wo sich das befindet. Gab es glaub nur für Interessierte zum Download irgendwo mal...

    Aber ich denke mal nicht, dass das irgendjemandem dabei helfen würde, dich zu identifizieren. Einen echten Namen oder sowas wirst du ja kaum angegeben haben. Höchstens, falls du mal irgendwo ein Foto hochgeladen hast.

    Aber darüber würde ich mir nicht den Kopf zerbrechen an deiner Stelle... sonderlich verwerfliche Dinge, für die du dich heute schämen müsstest oder wegen denen irgendjemand ein schlechtes Bild über dich kriegen könnte, hast du meiner Erinnerung nach auch nie geschrieben. Außer du hast jetzt die Befürchtung, dass ein zukünftiger Arbeitgeber da irgendwie googeln und dieses "anrüchige" Forum finden könnte... Aber auch da gilt: Wenn du keine Wohnort und echte Namen angibst, wie sollte dich jemand finden können? Das Internet ist verdammt groß, und dieses Forum verdammt klein. Und zufällig findet das eh schon seit Jahren keiner mehr. ;)

    Willkommen zurück, Yog Sothoth! :welcome:

    Irgendwann kommen doch alle wieder hier vorbei (außer den Dahingeschiedenen...)


    Du scheinst da ja in den letzten Jahren einiges durchgemacht zu haben. Um so erfreulicher, dass es dir nun wieder besser geht und du wieder Freude daran empfindest, deinen Interessen nachzugehen. Da scheint die Therapie ja wirklich etwas bewirkt zu haben.

    Und sich zu verlieben, ist natürlich auch immer eine gute Therapie, falls es sich ergibt. :) Mir hat es auch gut getan, neue junge Menschen kennenzulernen und wieder etwas aus meiner Zyniker-Ecke rauszukommen, in die ich im Lauf der frustrierenden letzten Jahre so reingerutscht bin, und bin aktuell daher auch guter Dinge und fühle mich wieder schön kreativ und wie neugeboren.


    Dem Forum würde eine kleine Wiedergeburt auch gut tun, aber es siecht eben wie üblich so vor sich hin. Etwas mehr los ist phasenweise auf unserem Discord-Server, aber jetzt auch nicht übermäßig. Kannst ja bei Gelegenheit mal vorbeischauen, wenn du magst.

    Zumindest ist das Klima aber inzwischen wieder angenehmer und nicht mehr so vergiftet, wie es mal eine Zeit lang war. Gerade vertragen sich eigentlich alle miteinander, von den üblichen Meinungsverschiedenheiten bezüglich Woke- und Cancelkultur etc. mal abgesehen. ;)

    Von den Usern, die du erwähnt hast, sind ein paar noch regelmäßig anwesend oder tauchen sporadisch mal hier auf... von anderen wie z.B. Maus, Xoc oder Quaid hab ich aber auch schon ewig nichts mehr gehört.

    Ich finde, vor allem in diese Debatte der identitätspolitischen Auseinandersetzung sollte etwas mehr Gelassenheit einkehren und das auf beiden Seiten,

    Ja, natürlich. Sehe ich ganz genauso, dass das nicht nur die Wokies sind, die da so viel Gift reinbringen in die Debatte. Klar könnten da auch die Rechten mal deutlich gelassener werden und nicht gleich den Untergang der abendländischen Kultur und die Apokalypse an die Wand malen, wenn man Kindern zu erklären versucht, dass es völlig ok ist, als Mann auch einen anderen Mann zu lieben oder ähnliches.

    Prinzipiell finde ich, dass jeder seine Meinung vortragen sollte, und dass eben auch diese verfeindeten Gruppen mal lernen müssen, die Meinung des jeweils anderen zumindest auszuhalten. Und natürlich sollte auch jeder widersprechen dürfen, wenn er es anders sieht. Auch sowas gehört zu einem kritischen öffentlichen Diskurs natürlich dazu.
    Was ich hingegen nicht gut finde, ist eben, wenn es nicht bei einem Streitgespräch oder dem Austausch von Argumenten bleibt, sondern wenn dann versucht wird, den anderen mundtot zu machen, ihn zu canceln oder zu Boykotten aufzurufen, nur weil jemand eine bestimmte Meinung vertritt. (außer jetzt meinetwegen gegen bekennende Hardcore-Nazis). Das sehen wir ja heutzutage überall, egal ob es um Transen-kritische, impfkritische oder Israel-kritische Äußerungen geht, wie schnell da Menschen nicht nur widersprochen wird (was ja völlig ok ist), sondern wie schnell die Gesellschaft heutzutage dabei ist, Menschen mit unliebsamen Meinungen abzustrafen, indem man sie irgendwo auslädt oder sich von ihnen demonstrativ distanziert und abwendet.
    Und das halte ich eben für eine ganz ungesunde Entwicklung, die für mich eher ein Rückschritt als ein Schritt nach vorne darstellt, denn debattieren konnte unsere Gesellschaft gegen Ende des letzten Milleniums irgendwie besser als in den letzten paar Jahren, habe ich so den Eindruck.

    Neulich hab ich mir "Der Junge und der Reiher" im Kino angeschaut.


    Ich hab mal einen Reiher mit dem Auto überfahren, der plötzlich hinter einer Kurve mitten auf der Straße stand. Das war ne riesige Sauerei!

    Seitdem fühle ich mich von Reihern, die am Straßenrand stehen, irgendwie argwöhnisch beobachtet. Von daher kann ich die Grundprämisse des Films, wo ein Junge einem zwielichtigen sprechenden Reiher begegnet, ganz gut nachempfinden. :D


    Aber zurück zum Film.

    Es ist halt ein Studio-Ghibli Film. Der ist natürlich wie immer wunderschön gezeichnet und wird von der Kritik total gefeiert, so dass ich das Gefühl habe, ihn mir unbedingt anschauen zu müssen, weil ich sonst irgendwas Wichtiges in meinem Leben verpassen würde.

    Doch wie jedes Mal lässt mich der Film am Ende seltsam ratlos und unbefriedigt zurück, weil ich zwar den Artstyle durchaus zu schätzen weiß, aber irgendwas an der Erzählweise oder den Themen, die der Film behandelt, bei mir nicht so recht zünden will. Das war eigentlich bisher bei jedem Ghibli-Film so, an den ich mich gewagt habe, und das ist auch bei "Der Junge und der Reiher" mal wieder so gewesen. Es ist ja wirklich schön anzuschauen, es hat was beruhigendes, meditatives an sich... aber boah, der Film ist so dermaßen japanisch (im Sinne von "schräg"). Nichts was da passiert ergibt irgendeinen Sinn!!!

    Am ehesten kam mir als Vergleich "Alice im Wunderland" in den Sinn, was sicher auch als Vorbild für den Film gedient haben dürfte. Auch dort ist die Sinnlosigkeit ja irgendwie Programm.

    Nun ja, wer auf sowas steht, und auf Studio Ghibli-Filme im Allgemeinen, wird sicher seine Freude an dem Film haben. Mir persönlich wäre es irgendwie lieber gewesen, wenn schon schräg, dann eher so alptraumhaft-horrormäßig schräg wie z.B. irgendwas von David Lynch oder Tim Burton... aber das ist der Film trotz der menschenfressenden Wellensittiche nun wirklich nicht, sondern wirkt schon mehr wie ein Kinderfilm. Wenn auch ein Kinderfilm für Intellektuelle. Japaner sind ein seltsames Volk.

    Vom ersten Teil von "Die wandernde Erde" hab ich bis vor kurzem auch nichts gewusst. Den werde ich mir demnächst sicher auch noch reinziehen.

    Man kann aber locker auch mit dem zweiten anfangen, da der wohl eher die Vorgeschichte erzählt und recht unabhängig vom ersten Teil ist. Also chronologisch ist es vermutlich sogar die richtige Reihenfolge, zuerst 2 und dann 1 zu schauen.

    Ich habe vorhin gehört, dass "Moviejones" eingestellt wird... eine Seite, auf der ich mich gelegentlich über neue Kinofilme informiert habe. Ist jetzt für mich persönlich keine Tragödie, worüber ich mich sonderlich aufregen würde, so wichtig ist mir die Seite nicht gewesen. Aber die Begründung fand ich dann doch recht interessant. Nämlich kurz gesagt, dass es einfach heutzutage nicht mehr möglich ist, so eine relativ nischige Seite im Internet erfolgreich zu betreiben, weil man nur noch beachtet und gefunden wird, wenn man auf allen möglichen Social Media-Kanälen aktiv ist und jeden Clickbait-Trend mitmacht.

    Guten Rutsch an euch alle: Wir bedanken uns, Moviejones sagt Adieu!
    Silvester, wieder ein Jahr hinter uns, wieder 12 Monate vor uns allen. Zu einem Jahreswechsel gehören Böller und ein großer Knall. Und in unserem Fall noch ein…
    www.moviejones.de

    Zitat

    Als wir die Seite 2007 gründeten, war es eine ganz simple Idee: eine Filmseite über unsere Lieblingsfilme. Mit den Jahren wuchs sie, wurde größer, und unseren reichweiten- und umsatzstärksten Punkt hatten wir 2013 erreicht. Was dann folgte, waren zehn Jahre Kampf, für mehr Sichtbarkeit, gegen sinkende Einnahmen und für Neuerungen in der sich immer schneller ändernden Medienlandschaft. Als kleines Portal zu bestehen, ist eine Herkulesaufgabe, und wir verneinen nicht, in den Jahren auch Fehler gemacht zu haben, aus denen wir lernen mussten.

    [...]

    Das kann man aushalten, wenn der finanzielle Rahmen stimmt. Doch ohne übermäßiges Social-Media-Engagement auf allen gerade populären Kanälen, Effekthascherei und aggressives Clickbaiting ist es unmöglich, gegen die Platzhirsche zu bestehen und wir waren nicht bereit, alle Entwicklungen mitzutragen. Content is king? F*ck you, Google.

    [...]

    Irgendwann kam für uns aber der Punkt, wo wir einsehen mussten, dass wir ausgelaugt sind, es Zeit wird. Dass wir alles getan haben, was in unserer Macht stand. Diese Erkenntnis kam nicht von heute auf morgen, sondern zog sich über viele, viele Jahre hin. Aufmerksame Leser unter euch erinnern sich an unsere Aufrufe, um unsere Redaktion zu vergrößern und Bitten um Unterstützung während der schlimmsten Pandemiephase. Doch all das - und noch viel mehr, was hinter den Kulissen immer und immer wieder versucht wurde - fruchtete nicht wie erhofft, und für uns war klar, der Moment ist nun endgültig gekommen.


    Dass diese Entwicklung seit ungefähr 2013 eingesetzt hat, kann ich auch von meinen Youtube-Kanälen und dem Forum hier bestätigen.

    Irgendwann so ab 2012/2013 herum bekamen selbst Videos, die zehntausende Aufrufe hatten und bis dahin konstant gut liefen, plötzlich so gut wie keine Aufrufe mehr dazu. Und ins Forum kamen keine neuen User mehr, während früher in regelmäßígen Abständen immer wieder neue Leute angespült wurden.

    Was genau die an ihren Suchmaschinen verändert haben, vermag ich nicht zu sagen. Aber wer immer das gemacht hat, ist meiner Meinung nach mitverantwortlich für die zunehmende Verblödung der Gesellschaft, und dass sich nicht Qualität durchsetzt, sondern der letzte Dreck. Eigentlich gehören diese Personen entmachtet, öffentlich an den Pranger gestellt und mit Gemüse beworfen, weil sie eine große Chance der Menschheit zunichte gemacht haben nur durch ihr beschissenes Profitdenken. Und man kann nur spekulieren, wie die Welt heute aussehen würde, wenn wir noch das Internet von vor 15 oder 20 Jahren hätten. Ohne Influencer, Instagram und diese ganze Pest.

    Selbst manche Restaurants oder Läden halten es nicht mehr für nötig, eine vernünftige Homepage zu haben, die posten nur noch Bilder auf Instagram, nach dem Motto: Unsere Kunden sind sowieso nur noch auf Instagram und TikTok unterwegs. Wenn du weitergehende Informationen suchst, tja Pech gehabt. Wer liest heutzutage schon noch längere Texte im Internet? !:


    Natürlich kann man jetzt darüber lang philosophieren, was zuerst da war. Die Henne oder das Ei. Die verlödete Masse, oder die Medien, die sie verblöden.

    Und klar haben alle User, die ganzen Smartphone-nutzenden Opas und Omas und Teenies, die das Internet nicht so bedienen, wie man es zu meiner Zeit gemacht hat, sondern sich nur noch wie Zombies von Video zu Video oder von Bild zu Bild klicken, ihren Teil dazu beigetragen, dass diese Entwicklung so stattfinden konnte. Aber ich tendiere da gerade eher zur These, die auch im Film "Free Rainer" (wo es um die Verblödung durch das Fernsehen geht) vertreten wird: Wenn du der Masse gut zugänglich Qualität anbieten würdest, würden es die Menschen auch annehmen und daran wachsen.

    Youtube wäre heute auch erfolgreich, wenn sie ihren Suchalgorithmus nicht geändert hätten, und auch unbekannteren Nutzern faire Chancen einräumen würden, mit ihrem Inhalt wahrgenommen zu werden.

    Google wäre trotzdem die Nummer eins. Aber zur Gewinnmaximierung ist es natürlich cleverer, den Menschen Müll vorzusetzen, und drauf zu scheißen, was das langfristig für Auswirkungen auf die Gesellschaft hat. Und da sie damit durchkommen, tun sie es eben.

    Es wird ja nichtmal öffentlich großartig über sowas diskutiert, ob die Art, wie sich das Internet entwickelt hat, vielleicht ein Fehler ist, und man nicht besser gegensteuern sollte.

    Ich sehe da aber eine verpasste Chance, an der die Gesellschaft hätte reifen können, und ich glaube auch, dass die Auswirkungen davon viel dramatischer sind (und noch sein werden), als man es sich auf den ersten Blick vorstellen mag. Und das kotzt mich schon ziemlich an.

    Ein paar asiatische Filme habe ich in letzter Zeit wieder gesehen. Unter anderem "Die wandernde Erde 2".

    Ein chinesischer Science-Fiction-Film. Allein das hat mich natürlich schon neugierig gemacht, denn so viele gibt es davon ja nicht.

    Ist so ein bisschen eine Mischung aus "Moonfall" und "Interstellar". Man könnte auch sagen, es ist wie ein Roland Emmerich-Blockbuster, aber in gut und mit Hirn.

    Die Effekte sind absolute Oberklasse und gehören mit zum Besten, was ich bisher gesehen habe... das hat mich am allermeisten überrascht, da chinesische CGI-Effekte ja oftmals grottig ausgesehen haben in der Vergangenheit.

    Die Story geht hauptsächlich darum, dass die Sonne immer größer wird, und die Menschheit dann überlegt, ob sie sich komplett digitalisieren soll, oder lieber riesige Triebwerke an die Erde hinbauen soll, um den gesamten Planeten in ein anderes Sonnensystem zu verschieben. Klingt schwachsinnig, aber der Film bringt es ganz überzeugend rüber. Dann spielt auch noch die Entwicklung von künstlicher Intelligenz eine Rolle, und irgendwelche Terroristen, die warum auch immer verhindern wollen, dass die Pläne zur Versetzung der Erde gelingen. Und den Mond zerreißt es dann auch noch. Ganz ähnlich wie in Moonfall... aber wie gesagt, einfach besser in so ziemlich jedem Belang. Also wer auf sowas steht: Wartet nicht auf den nächsten Roland Emmerich-Katastrophen-Film... so episch und gut wie "Die wandernde Erde 2" wird er definitiv nicht werden.


    Dann hab ich noch "Believer" nachgeholt. Ein koreanischer Actionfilm, dessen Story mich ein kleines bisschen (aber wirklich nur ein bisschen) an "Die üblichen Verdächtigen" erinnert hat, weil es da auch um die Jagd nach einem legendären Supergangster geht, dessen Gesicht niemand kennt, und der den Cops immer einen Schritt voraus zu sein scheint. Die Geschichte an sich ist nicht übermäßig originell und etwas verwirrend, aber der Film hat jede Menge Stil, Spannung, interessante Charaktere und ein gelungenes Ende ganz nach meinem Geschmack... und eben diese gewisse Dramatik und Epik, wie es die Koreaner einfach drauf haben. (siehe "Oldboy", etc.)