Beiträge von Lissaminka

    virtuelles Seniorenheim für nostalgische Ex-User, die ihr Leben auch zwanzig Jahre später noch nicht auf die Reihe gekriegt haben. ;)

    Wen nennst du denn hier alt? Ich verweise dezent auf das angehängte Bild.


    Aber mal ehrlich.. Du willst junge Leute hier haben? Meiner Beobachtung nach hängen die alle bei Snapchat, Instagram und TikTok ab. Selbst Facebook ist schon abgesagt, wurde mir zugetragen. Die wurden vermutlich sagen: ein forum ist nicht soo deep. Und ich kommentiere ganz old-school : lol.

    Bin ich in der Zeit gereist? ;)


    Dein Beitrag wäre vor fünfzehn Jahren vielleicht noch aktuell gewesen. Hiermit hast du dich nun aber wohl als ultimativer Rentner geoutet. Bleibt herauszufinden, ob du auch nen Stock im Arsch hast.

    Oder ob die Medienkompetenz den Durchschnittsunitiyaner unterbieten kann. :D

    Vielleicht geht das mit ner shoutbox im forum, die gleichzeitig ein discord channel ist: https://www.woltlab.com/pluginstore/fi…scord-shoutbox/ (ich könnte schwören, dass ich das schon mal vorgeschlagen habe, aber ich finde nichts dazu im forum :hmm: )

    Die wollen 30 Euro für etwas haben, das ich mit Blut, Schweiß und Tränen in drei Monaten mit 20 Arbeitsstunden selbst auf die Reihe kriegen könnte!

    Nee, im Ernst, ich könnt's mir mal ansehen, allerdings hab ich von der Forentechnik weniger Ahnung als von Discord, während meine Uni-/Privatauslastung allmählich wieder ansteigt ... :rolleyes2:


    Keine großen Versprechungen, aber ich meine, die ganze Grundstruktur hab ich hier ja schon fertig rumliegen bzw. weiß, worauf ich achten muss, und bräuchte lediglich die Shoutbox selbst, um das mal modifiziert zu testen. Es könnte sich als einfacher herausstellen als gedacht.

    So, heute war 'Das Leben des Brian' dran.

    Ja, das war mein erster Monty Python-Film und ich müsste mein Leben eigentlich nochmal von vorne leben, um all diese Filme in jüngeren Jahren gesehen zu haben, aber ich musste zunächst mit anderen Dingen fertig werden.



    Dieses Werk zelebriert eine architektonische Brillanz des Absurden, die die Hohlheit kollektiver Sinnstifung präziser seziert, als es jede feuilletonistische Religionsabhandlung je vermocht hätte. :D Brians unfreiwillige Erhebung zum Idol markeirt dabei jene Sackgasse, in der das Individuum bloß noch als Projektionsfläche einer Masse dient, die aus Zufall, Missverständnis und Bedürftigkeit binnen Sekunden eine Weltanschauung zusammenrührt.

    Mich hat der Film jedenfalls bestens amüsiert, und es ist schade, dass ich zwei Jahrzehnte gebraucht habe, mir endlich diesen Film zu Gemüte zu führen, von dem mein ehemaliger Religionslehrer jede Unterrichtsstunde schwärmte (so verbraucht, wie der immer wirkte, frage ich mich, ob der Mann überhaupt noch lebt, nachdem mein Physiklehrer ja auch schon verendet ist).


    Bloß das Raumschiff war irgendwie fehl am Platz.


    In diesem Sinne, Romanes eunt domus oder so! :D

    Was wäre dann eine unbewußte Stimme? Wie würdest du dir eine solche Stimme vorstellen, sie beachten? Und inwiefern eine "automatische" Stimme?

    Keine Ahnung.

    Neigst du dazu, diesen mit "System 1" gleichzusetzen? Wären solche Denkprozesse in dir dann überhaupt "sprachlich"?

    Ja und ja, aber nicht zwingend oder ausschließlich.

    Was nennst du "fragmentierte Sprache"? Würde da etwas wirklich auf Sprache basieren oder nur manchmal sprachliche Fragmente nebenbei eigentlich verzichtbar formen?

    Wie gesagt, ich nehme "Abkürzungen", also überspringe das "innerlich Durchhören ganzer Sätze", weil mir selbst sowieso bewusst ist, was ich damit meine und dementsprechend nicht sorgfältig formulieren muss, wie ich mich jemandem anderen verständlich machen würde.

    Deine innere Stimme ("System 2"?) trete eher ausnahmsweise in den Vordergrund?

    Dazu hab ich alles gesagt.

    Ja, hätte das dann nicht eine akustische Art ohne außen physisch akustisch stattzufinden?

    Ja?

    Darin läge dann eine körperliche Art?

    Ja?

    Aber in dieser Hinsicht würde auch eine selbst gebildete "persönliche Sprache" denkbar, die zwar nicht in dem Sinne Austausch mit anderen betreiben, aber doch prinzipell genau diese gedanlichen Qualitäten mit sich bringen könnte.

    Konzepte wie z. B. die Mathematik haben sich über Jahrtausende entwickelt. In Ermangelung des Austauschs mit anderen bezweifle ich, dass so jemand die Erkenntnisse unserer Gesellschaft in seiner Lebenszeit nachholen könnte.

    Eine Stimme soll lesen können?

    Das sind Schwammigkeiten, ob du es nun als dein Gehirn oder als deine innere Stimme betitelst, die mir scheißegal sein können, weil du offensichtlich dazu in der Lage bist, meine Sätze zu lesen und mit rückständigen Fragen zu beantworten.


    Ferner beginne ich jedoch, an deinen Fähigkeiten zur Beantwortung von Rückfragen zu zweifeln.

    System 1 wird also als unbewußt und automatisch beschrieben. Ob mit "innerer Stimme" nach dieser Theorie geordnet nur System 2 gemeint wäre?

    Ich wüsste nicht, warum. Ich kann auch intuitiv Gedanken mit innerer Stimme haben.


    Wenn ich mich auf diesen Versuch einer weiteren Annäherung beziehe, dann fällt mir z.B. die Frage ein, wie es denn einzuordnen wäre, wenn jemand "gedanklich" ein Lied singt oder ein Musikstück erfährt. Hätte das dann nicht eine "gedankliche" Klanglichkeit?

    Ja, ich kann ganze Lieder gedanklich "abspielen". Oder immer wieder dieselbe Liedstelle, das wäre dann ein "Ohrwurm".

    Und anders: Gibt es nicht auch eine "innere Stimme", die sozusagen Körpersprache aufwiese? Zu der eine Vorstellung z.B. der Gestik eines Redners gehören könnte?

    Ja, wenn ich mir einen Menschen zusätzlich vorstelle, kann er auch gestikulieren.


    Denkst du, er wäre dann so überhaupt sprachlich zu nennen? Du hattest da wohl Stimme und Denkprozeß unterschieden?

    Ich kapiere deine Frage wieder nicht ganz.

    Ja, ich kann auch im intuitiven Denkprozess mit stark fragmentierter Sprache denken.


    Worauf würde das nach deiner aktuellen Analyse zutreffen?

    Hä?

    "Taubstumm" meint wohl oft jemanden, der gehörlos ist und auch nicht dazu gedrillt wurde, akustisch zu reden oder sich das vielleicht auch freiwillig aneignete. Sojemand kann in Gebärden sprechen und würde dann über solche Sprache verfügen.

    Na und, da gibt's wieder andere Gegenbeispiele, in denen Sprache nicht zur Verfügung steht. Tiere oder Babys. Ohne Sprache denkt man in Assoziationen. Man kann nix abstrahieren, keine Verneinungen bilden und keine Mathematik anwenden oder über Wissenschaft sinnieren.


    Kann man ohne Sprache denken?
    Es ist keine Frage, ob, sondern was man ohne Sprache denken kann. Sprache, wie wir sie heute kennen, hat sich vor etwa 200.000 Jahren entwickelt. Von Gábor…
    www.swr.de

    Bei Lissaminka vielleicht schon nicht?

    Ich hab nix anderes behauptet?


    '"'"' Ist deine innere Stimme eigentlich auch dazu in der Lage, Gegenfragen zu lesen und zu verarbeiten?

    Wie erlebst du es denn?

    Ja, jetzt, nachdem ich mal ein wenig drauf geachtet habe, bemerke ich, dass mir das "Denken mit innerer Stimme" wesentlich präsenter vorkam als es eigentlich ist.

    Der überwiegende Teil meines Denkprozesses läuft nahezu unbemerkt schnell ab und nimmt wesentlich mehr Abkürzungen als die Sprache das erlauben würde.


    Meine innere Stimme, die nebenbei ab und an mal die Sprache wechselt, übernimmt häufig eine rein kommentierende Rolle und tritt erst bei komplexeren Abstraktionen in der Vordergrund, die kaum anders als sprachlich durchführbar sind. Jedoch nicht ausschließlich, denn manchmal wird sie sehr gesprächig.


    Sowieso ein ganz spannendes Thema, das mich wieder daran erinnert, dass Daniel Kahns Werk 'Schnelles Denken, langsames Denken' auf meiner Liste steht.

    Akustische Sprache weist in der Regel Betonungen auf neben den Elementen, die möglicherweise auch niedergeschrieben würden. Weist "innere Stimme" solche Eigenschaften auf? Oder vielleicht auch nicht, wenn es sich um "reine Gedanken" handelt?

    Ich hab mal die KI befragt, was du meinen könntest, und sie brach es herunter in:


    1. bloß sprachlisch-symbolisches Denken, also nur der Satzinhalt ohne Klang, Tonfall, Betonung, sondern nur die Bedeutung in sprachlicher Form.
    2. Innere Sprache mit vorgestellter Prosodie, also zwar noch immer kein "Klang", jedoch eine gewisse innere Betonung oder Färbung wie beim stillen Lesen, wenn man eine Figur im Kopf mit bestimmtem Tonfall liest.
    3. quasi-akustische Vorstellung, also eine echte Klangvorstellung von z. B. einer bestimmten Person, inklusive Klangfarbe, Betonung, Dialekt usw.

    Ja, mir ist jede dieser Formen bekannt.


    Dir etwa nicht?

    Ganz so einfach ist das nicht, das innere Erleben und Denken in die heiß geliebten wissenschaftlichen Daten zu verpacken bzw. man gerät schnell an das Qualiaproblem. So gut man auch die Aktivitäten verschiedener Gehirnareale oder das Feuern der Nervenzetteln beobachten kann, so gewähren sie doch keinen Einblick in die Innenwelt eines Gehirns, sodass man nur begrenzt nachvollziehen (aber nicht nachempfinden) kann, wie ein Gegenüber tatsächlich denkt und erlebt.

    Wie erlebt ihr sowas innerlich?

    Situationsabhängig sehr verschieden bzw. mich irritiert die Vorstellung, man könne Menschen aufteilen in "mit innerer Stimme" und "ohne innere Stimme".

    Bei mir ist das eher ein Wechsel zwischen verschiedenen Zuständen, mal Worte ohne Ton, mal Bilder oder konturlose, bildähnliche Zusammenhänge, mal bloß namenlose Eindrücke, für die ich vergebens nach Worten ringe. Manchmal auch rege innere Debatten, und selbst die sind keine physikalisch-akustischen Stimmen (und wäre das anders, würde ich das als Halluzination einstufen).