Ja, ich hab mich kürzlich kaum eingekriegt, nachdem mir Artemis37 diesen Screenshot geschickt hat. ![]()
Diese Evolutionsbremsen glauben ernsthaft, Bach-Frequenzen würden ihre Atome moralisch bekehren oder sowas, obwohl Schall eine stinknormale mechanische Welle ist. Um eine Atomstruktur zu verändern oder Elektronen zu beeindrucken, bräuchte man hochenergetische Röntgenstrahlung und keine Kirchenorgel, verdammt. Und während Sergej sich da zur atomaren Reinigung und zum kosmischem inneren Frieden einen abschwurbelt, grätscht die nächste eiskalt mit der urdeutschen Frage schlechthin rein – scheiß auf deine Quantenerleuchtung, denn ohne gültigen Orgelschein ist dein innerer Frieden illegal.
Ach Scheiße, ich ertrage diese Adventisten nicht und kriege immer wieder solchen Schwachsinn mit. Warum haben diese verklemmten Sekten eigentlich nicht mal den Arsch in der Hose, zu ihrer spießigen Abneigung gegen jede moderne und alternative Kultur zu stehen, anstatt aus purer Feigheit gleich wieder diesen jämmerlichen Pseudowissenschaftsschrott als Alibi ins Boot zu holen? *seufz*
Es ist ja im Grunde immer dasselbe Spiel, sobald sich eine Gruppe abseits des faden Durchschnitts bewegt oder sich für andere Dinge interessiert als die breite Masse – das gilt dann als abgedreht.
Den Mozarteffekt halte ich für überschätzt. Neurologisch betrachtet ist der auch nix, was nur für Mozarts Klassik gilt, sondern bloße Reaktion auf dichte, komplexe Klangstrukturen, die ähnliche Gehirnareale wohl aktivieren sollen – davon bleibt unterm Strich nachweislich gar nix hängen. Außer einer winzigen, temporären Verschiebung beim räumlichen Vorstellungsvermögen – und zwar exakt so lange, wie das Zeug aus den Boxen dröhnt – macht das niemanden klüger. Denselben Effekt kriegt man vermutlich auch mit komplizierterem Prog-Rock/Metal oder Avantgarde-Jazz hin, und noch viel wichtiger sind letztlich die verbundenen Emotionen.
Am ausschlaggebendsten für die Wahrnehmung von außerhalb ist eher das vorhersehbare Bedürfnis, sich über radikale Abgrenzung eine Identität zu verpassen, und die Musik fungiert dabei als Schutzraum gegen den Rest der Welt oder als Reaktion auf den Ekel am glatten Konsum-Mainstream.
