Es gibt 25 Antworten in diesem Thema, welches 4.032 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (20. Juli 2026 um 19:45) ist von Dian.

  • Töröööö! Es ist endlich wieder Fußball-WM. Und es wird vermutlich die Weltmeisterschaft, die am meisten an der Bevölkerung vorbei geht, wenn ich mir so die Anpfiffzeiten der Spiele anschaue... da kommen manche Spiele morgens um 4 Uhr, das werden sich nur die absoluten Hardcore-Fans antun. Einige Spiele laufen gar nicht im Free-TV, und dann hat man ja noch die Teilnehmerzahl erweitert, was zwar auch dazu führt, dass einige lustige exotische Außenseiter dabei sind, aber mal ernsthaft, wer will bis 1:30 Uhr aufbleiben, um sich Usbekistan gegen Kongo reinzuziehen?

    Und über allem hängt dann noch die Abscheu für Donald Trump und seine Politik. Aber naja, vor 4 Jahren war man ja auch in Katar zu Gast, 2018 war es Putinland. Vermutlich wird es 2030 dann Nordkorea oder der Iran. Natürlich alles im Namen der völkerverbindenden, heilsamen Wirkung, die der Sport auf uns alle hat.

    Man könnte fast den Eindruck bekommen, da steckt ein gezielter Plan der FIFA dahinter, um diktatorische, unsympathische Regime vor Diskriminierung zu schützen und diese armen Außenseiter besser in die Gemeinschaft demokratischer Staaten zu integrieren. Und natürlich, um den Weltfrieden herzustellen, ganz klar.

    Realistisch betrachtet muss man natürlich sagen, dass solche Bedenken und kritischen Ansichten jedoch wohl eher ein europäisches und da insbesondere ein deutsches Problem sind, da wir Deutschen nunmal die moralische Weltpolizei sind und besser als alle anderen wissen, wie alle anderen Länder zu sein haben, um als demokratisch in unserem Sinn zu gelten.

    Will sagen: Ich habe den Eindruck, anderswo auf der Welt interessiert das kein Schwein, ob in dem Gastgeberland beispielsweise Homosexuelle oder Regimegegner diskriminiert werden. Ist natürlich einerseits gut, dass die Öffentlichkeit hierzulande im Bezug auf solche Dinge scheinbar sensibilisierter ist als in vielen anderen Ländern, es zeigt aber eben auch, dass man da global auf verlorenem Posten steht, wenn man sich Gedanken darüber macht, wie man am besten seinen Protest gegen Trumps Politik oder die Diskriminierung von Homosexuellen in Katar zum Ausdruck bringen kann, während alle anderen einfach nur mit ihrer Mannschaft mitfiebern und Party machen.

    Also soll am deutschen Wesen die Welt genesen, oder haben eher die Leute hierzulande einen Stock im Arsch, wenn sie alles politisieren wollen und nichts mal einfach nur sein lassen können, wie es ist?


    Nicht zuletzt aufgrund der ekligen Verbrüderung mit Diktatoren, der mafiaähnlich geführten FIFA und dem über alles stehenden Kommerzgedanken wird der Sport natürlich auch in alternativen Kreisen eher verachtet und belächelt. Nur als der User Arne noch unter uns weilte, der bekennender Oranje-Fan war und seine Sympathie für Fußballvereine daran festgemacht hat, ob sie Judenfreunde oder Judenfeinde waren, wurde auch hier im Forum leidenschaftlich über Fußball diskutiert.

    Ich frage trotzdem mal in die Runde: Wie haltet ihr es mit der Fußball-WM? Irgendjemand, der sich die Spiele von Deutschland anschauen wird? Irgendwelche Spiele? Zumindest das Finale? Und falls ja, habt ihr irgendwelche Favoriten? Oder sagt ihr eher, es gibt kaum was stupideres, als unterdurchschnittlich intelligenten Millionären dabei zuzuschauen, wie sie irgendeinem Ball hinterherlaufen?

    Ich liege mit meinen Prognosen bei sowas ja grundsätzlich daneben, aber ich sage mal, Deutschland fliegt im Viertelfinale raus, gegen den ersten schwierigen Gegner, auf den sie treffen, und alle werden begeistert sein, was für ein tolles Fußballmärchen das geworden ist. Nagelsmann verlängert daraufhin seinen Vertrag bis 2054. Und Italien wird Weltmeister.

    Ach nee, halt... da war doch was. Ähm, ich sag mal England. Bei EA FC 26 sind die verdammt gut, und es wird wirklich mal Zeit. Immer Spanien oder Frankreich ist langweilig, und ich glaube nicht, dass so schnell nochmal Brasilien oder Argentinien was gewinnen werden.

  • Lonewolf
    21. Dezember 2022 um 10:19


    *gähn*, also ich habe ja noch immer von der letzten WM-Debatte die Schnauze voll.

    Kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen.


    Und bevor man mich privat später wieder des Mangels gehaltvoller Beiträge bezichtigt:

    Wessen Politikerkopf eignet sich denn am besten als Ball?

    μολὼν λαβέ.

  • Mir leuchtet die Idee von "Spitzensport" an sich nicht so recht ein. Aber wenn es jemandem Spaß macht sich in Sportwettbewerben zu vergleichen, meinetwegen. Die Verknüpfung von Herrschaftsgebieten und "Leistungen dort lebender Sportler" bis hin zur Inszenierung als einer Art "nationaler Sportarmee" wirkt auch nicht neu.

    Zitat von https://en.wikipedia.org/wiki/Ancient_Olympic_Games

    The ancient Olympic Games (Ancient Greek: τὰ Ὀλύμπια, ta Olympia[1]), or the ancient Olympics, were a series of athletic competitions among representatives of city-states and one of the Panhellenic Games of ancient Greece.
    [...]
    The games became a political tool used by city-states to assert dominance over their rival city-states. Politicians would announce political alliances at the games, and in times of war, priests would offer sacrifices to the gods for victory.


  • Ja, sinnloses Quatschthema, aber im Rückblick eben ein schönes Beispiel dafür, wie zivilisatorische Standards noch mehr erodieren, denn jetzt sind die USA dort angelangt, wo irgendwelche netten Gastgeber vor einigen Jahren waren.

    Mit Fußball-Meisterschaften verbinde ich das lustige Erlebnis, mal auf einer politischen Veranstaltung gewesen zu sein, die in Unwissenheit des Datums am Tag eines Deutschland-Spiels organisiert wurde, mit der Konsequenz, dass außer dem Referenten, den Veranstaltern und meiner Wenigkeit niemand vor Ort war. Die Wirtin hat tatsächlich wie selbstverständlich den Fernseher im Raum laufen lassen, da ja klar ist, dass man sich für den Verlauf des Spiels interessiert und ständig auf dem Laufenden bleiben will.

    Ich lasse mir gerne sonstwas andichten, von versnobbtem Elitismus bis Proletarierverachtung, aber Fußball-Besessenheit ist für mich so ziemlich der beste Ausdruck von Herdenmentalität, der im zivilen Leben existiert. Wer sich das gibt bzw. überhaupt einen Fernseher besitzt, um dieses Spektakel zu konsumieren, soll mir nichts von Lemmingen erzählen :bla:

    Why do we fall?

  • Ein kurzes Zwischenfazit zur WM...

    Wie erwartet, tragen die komischen Anstoßzeiten und die Vielzahl an Partien nicht unbedingt dazu bei, dass man dem allem so richtig folgen kann oder will. Da auch viele Gruppendritte weiterkommen, verlieren die einzelnen Spiele irgendwie an Bedeutung. Ist ja schön, dass so viele Nationen dabei sein können, aber wer es nur auf Platz 3 in einer Gruppe mit maximal einer Topmannschaft schafft, der wird vermutlich ohnehin kein Weltmeister werden, und man könnte es sich daher eigentlich auch sparen, dieses Team weiterkommen zu lassen. So wie früher gleich Achtelfinale statt Sechzehntel hätte vielleicht mehr Sinn gemacht.

    Ansonsten ist die ganze Veranstaltung genauso hochprofessionell, wie auch verlogen und kapitalistisch, so wie es eben zu erwarten war.

    Fußball wird zum Glück zwischen den Werbepausen auch noch gespielt, und es ist immerhin nett, Legenden wie Ronaldo oder Messi noch einmal bei ihren vermutlich letzten großen Auftritten zuschauen zu können. Fühlt sich wie das Ende einer Ära an.


    Deutschland spielt geringfügig besser als erwartet und macht nicht allzu viel falsch. Bei England scheint es etwas von der Tagesform abzuhängen, aber in Anbetrachtet der Tatsache, dass andere Favoriten wie Spanien ebenfalls nicht immer das Tor treffen, bleibe ich mal bei meinem Tipp, dass England gute Chancen hat, das Ding diesmal zu gewinnen.

  • Beim Fußball geht’s im Prinzip nur um das Geld .schon allein das man Spieler kaufen und verkaufen kann is schon irre.

    Eigentlich prositituierte , die für Geld Leistung erbringen .


    Vorallem brauchen Fußballspieler auch gar keinen Trainer .da Menschen gern in Hierarchien denken muss aber irgendjemand über ihnen stehen , der denen sagt was sie jetz genau machen sollen .


    Die Spieler selber haben nichts mehr zu sagen.

    Es geht dort garnicht um kreatives Spiel , weil sie dazu genötigt werden nach den Anweisungen des Trainers zu spielen .

    Die können nicht einfach frei und unbekümmert spielen sondern müssen auf den Trainer hören .die Autorität die denen sagt was sie tun sollen .


    Und die Leuten auf der Auswechselbank tun mir am meisten leid , denen gibt man das Gefühl das sie nicht gut genug sind um überhaupt zu spielen oder das sie nur zweite oder dritte Wahl sind .


    Hab selber damals im Verein gespielt und mich irgendwann abgemeldet , weil ich mich dort nicht wohl gefühlt habe .

  • Ja, deine Erfahrungen diesbezüglich kann ich gut nachvollziehen, auch wenn ich jetzt nie irgendwo lang im Verein gewesen bin als Kind . Aber Sportunterricht war ja auch nicht viel anders. Ich glaube, mir fehlt einfach so dieses Team-Gen, das man für solche Aktivitäten haben sollte. Immer dieses Rumgeschreie: "Geh dahin, spiel hierhin, warum bist du nicht dort?" Ich hab mich da auch nur gefragt, warum tue ich mir das an, was habe ich davon? Wenn ich Fehler mache, bin ich allein der Depp, aber gewinnen tut das ganze Team. Im Zweifelsfall wäre ich vielleicht doch eher Tennisspieler geworden, auch wenn es da natürlich auch Trainer gibt, die einen schleifen und zum Erfolg prügeln wollen.


    Dass ich mich dann etwas mehr mit dem Sport beschäftigt habe, kam eigentlich mehr so durch Pro Evolultion Soccer, weil ich da das ganze Team steuern konnte, und an der grundsätzlichen Struktur und Dynamik des Spiels gefallen fand.

    Also an sich ist Fußball zum Zuschauen schon ein ganz netter Sport, finde ich. Jedenfalls besser als Baseball oder sowas. Aber natürlich muss man sich erst irgendwie einreden, dass das, was da passiert, in irgendeiner Weise Bedeutung hat, sei es, weil man einen bestimmten Verein sympathisch findet, oder weil man mit irgendwelchen Underdogs mitfiebert, denen man den Erfolg gönnen würde gegen die Großen. Und manchmal möchte man einfach sein Gehirn ausschalten und nur beobachten, wie sich irgendwas bewegt. Selbst meine Katze hat noch am ehesten dann interessiert auf den Fernseher geschaut, wenn da gerade ein Fußballspiel lief. Vielleicht ist das einfach so eine Art tierischer Urtrieb.

    Und dazu kommt beim Fußball eben noch für viele dieses Gefühl, dass es etwas ist, was länder- und kulturübergreifend verstanden wird und die Menschen zusammenbringt. Man kann es natürlich genauso eher als Opium fürs Volk betrachten. Wenn die Ultras damit beschäftigt sind, ihr Seelenheil vom Sieg einer bestimmten Mannschaft abhängig zu machen, verpassen sie, wie man ihnen gerade die Rente kürzt oder ein paar Jahre mehr Lebensarbeitszeit aufbürdet.