Update zur Corona - Lage

Es gibt 2.035 Antworten in diesem Thema, welches 493.373 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. April 2024 um 10:44) ist von Lonewolf.

    • Offizieller Beitrag

    Die Tests sind daran nicht Schuld. Wir könnten billionenfach testen - wo nichts ist, kann nichts positiv sein.

    Es scheint aber - oh Wunder in einer Pandemie - doch etwas da zu sein. Und genau deshalb haben Tests den Sinn, die Verbreitungswege zu stoppen.

    Dass "etwas" da ist, stelle ich ja auch nicht in Frage. Schon in der Bibel stand schließlich geschrieben: "Suchet, so werdet ihr finden!"

    Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist eher die, ob das, was wir finden, auch wirklich so bedrohlich ist, dass wir deshalb noch immer einen landesweiten Ausnahmezustand brauchen.

    Wie erkläre ich es dir am Besten, ohne dich komplett dumm aussehen zu lassen?

    Nehmen wir als Beispiel mal das Problem mit betrunkenen Autofahrern. Da viele im betrunkenen Zustand Unfälle bauen, hat man irgendwann die Promillegrenze eingeführt. Wir können nun entweder sagen: "Ein paar Deppen fahren eben immer besoffen, da kann man nix dran ändern. Finden wir uns damit ab." Oder wir machen landesweite Kontrollen, halten jeden einzelnen Autofahrer jeden Tag an, und machen bei ihm einen Alkoholtest. Also nicht nur bei den Verdachtsfällen und denen, die tatsächlich einen Unfall verursachen.

    Viele werden sich über diese Gängelung aufregen. Aber ich wette mit dir: Wir werden auf einmal eine erschreckend hohe Zahl an alkoholisierten Fahrern haben.

    Und wer sich dann hinstellt und ruft: "Ist ja auch kein Wunder, wenn ihr so viel testet!", dem wirft man dann vor, dass er das Problem des Alkohols am Steuer verharmlost, und dass die Testergebnisse ja nicht deshalb so hoch sind, weil die Tests lügen, sondern weil es definitiv ein schlimmes Problem mit verantwortungslosen, alkoholisierten Autofahrern gibt.

    Daraufhin erlässt man morgen noch härtere Gesetze und macht noch mehr Kontrollen. Und übermorgen wird es dann überraschenderweise noch mehr Verstöße geben.

    Und ehe wir uns versehen, befinden wir uns in einer Endlos-Spirale mit immer mehr Kontrollen und immer noch mehr Verdachtsfällen. Aber die Gefährdung durch alkoholisierte Idioten im Straßenverkehr ist dabei kein bisschen größer oder kleiner geworden, als sie es von Anfang an war.

    Übertragen wir das Ganze nun auf Corona, dann müssen wir erkennen, dass die Inzidenz der positiv getesteten Fälle kein geeignetes Mittel ist, um die Heftigkeit einer Pandemie zu beurteilen, weil wir diesen Virus genauso wenig jemals wieder komplett aus der Bevölkerung rauskriegen werden, wie man jemals komplett verhindern kann, dass diejenigen, die zu betrunken sind um noch klar denken zu können, sich in ein Auto setzen und andere Menschen gefährden. Und da nützen dann auch höhere Strafen oder niedrigere Promillegrenzen nix.

    Manche Dinge muss man halt irgendwann mal akzeptieren, und schauen, dass man keine Maßnahmen erlässt, unter denen dann hinterher alle leiden müssen, egal wie vernünftig oder unvernünftig sie sich verhalten.

    Politiker sind teilweise dumm und korrupt häufig auch, aber da sitzt niemand und freut sich, dass wildfremde Menschen um 22 Uhr Zuhause bleiben müssen. Was soll damit denn durchgedrückt werden? Kann mir das mal jemand erklären? Ist es politisch gewollt, dass Discos pleite gehen. Hä? Das ergibt keinen Sinn.

    Also für konservative Spießer, die für Sauberkeit und Ordnung sind, ist es doch ein wahrgewordener feuchter Traum:

    Keine unkontrollierten Versammlungen mehr, kein Gegrabsche und kein Geböllere an Silvester, keine Massenbesäufnisse, keine asozialen Jugendbanden mehr auf der Straße. Ein komplett kontrollierbares Volk, das nur noch für die Arbeit lebt und seine Freizeit heimlich, still und leise in den eigenen vier Wänden verbringt. Es findet keine Verbrüderung der Menschen mehr statt, jeder lebt nur noch isoliert vor sich hin. Die Kriminalitätsrate sinkt. Das Volk kümmert sich selber darum, Abweichler zu denunzieren und zu bestrafen.

    Was genau daran sollte machtgeilen Ordnungsfanatikern und Politikern denn jetzt nicht gefallen?

    Dass sie selber auch nicht mehr aufs Oktoberfest können? Die werden das bald genug wieder tun dürfen dank Impfstoff, und auch das Reisen wird denen dann deutlich früher wieder möglich sein als dem Typ aus der Plattenbau-Wohnung, der anders als die Politiker nicht mal einen eigenen Garten besitzt.

    Was aber bleiben wird, ist die Bereitschaft der Bevölkerung, autoritäre Zwangsmaßnahmen zu akzeptieren, wenn sie einem höheren Ziel dienen. Und das wird dann auch den nicht ganz so konservativen, grünen Spießern gefallen, weil sie dann auch endlich bei ihrer Umweltpolitik keine Rücksicht mehr auf den Freiheitsdrang der querulantischen Bevölkerung nehmen müssen.

    Man kann also sagen, was durch die Krise am allermeisten gestiegen ist, ist das kollektivistische Denken in der Bevölkerung. Querulantisches, individualistisches Denken wurde hingegen gründlich zurechtgestutzt und ja teilweise schon sozial geächtet und lächerlich gemacht. Darauf lässt sich aufbauen. Und an einer solchen Entwicklung erfreut sich natürlich so gut wie jeder Politiker. Wenn ein paar Clubs pleite gehen, ist das hingegen nicht so schlimm. Im Gegenteil, die sind ja eh meistens nur ein Dorn im Auge, weil sie der Gentrifizierung im Weg stehen, und weil man an deren Stelle auch schöne Bürogebäude oder neue Wohnbunker hinstellen könnte. Und gebaut wird ja noch. Meines Wissens auch im härtesten Lockdown... da sitzen die Bauarbeiter dicht an dicht zusammen, während man der Bevölkerung den Besuch von Freibädern und Badeseen verbietet.

  • Oder wir machen landesweite Kontrollen, halten jeden einzelnen Autofahrer jeden Tag an, und machen bei ihm einen Alkoholtest. Also nicht nur bei den Verdachtsfällen und denen, die tatsächlich einen Unfall verursachen.

    Wenn du erst nach einem Unfall Alkoholtests machen willst, dann kannst du es gleich bleiben lassen. Das ist derselbe Irrweg, wie Menschen erst nach ihrem Ableben auf Corona zu obduzieren. Was bringt das? Überhaupt gar nichts. Das ist genauso effektiv, wie erst nach dem Essen aufs Verfallsdatum zu schauen oder - wie politisch seit Jahrzehnten üblich - erst nach brennenden Flüchtlingsheimen und rechtsextremen Terroranschlägen zu fragen, wo dieser unendliche Fremdenhass eigentlich herkommt.

    Aber ich wette mit dir: Wir werden auf einmal eine erschreckend hohe Zahl an alkoholisierten Fahrern haben.

    Selbstverständlich werden wir das. Aber die Zahlen werden nach und nach sinken und dort dann verharren. Ist das dann schlecht? Fühlst du dich dann sofort wieder in deinen "Freiheitsrechten" eingeschränkt, nicht mehr besoffen Autofahren zu können?

    Und wer sich dann hinstellt und ruft: "Ist ja auch kein Wunder, wenn ihr so viel testet!", dem wirft man dann vor, dass er das Problem des Alkohols am Steuer verharmlost, und dass die Testergebnisse ja nicht deshalb so hoch sind, weil die Tests lügen, sondern weil es definitiv ein schlimmes Problem mit verantwortungslosen, alkoholisierten Autofahrern gibt.

    Wenn täglich 1000 Menschen durch Besoffene in den Tod gefahren werden, dann erwarte ich Lösungen, damit das aufhört, und ich werde sicher nicht zu der Denke übergehen, dass das halt einfach so ist und jedes Einschreiten dagegen das skandalöse Beschneiden von Freiheitsrechten wäre.

    Übertragen wir das Ganze nun auf Corona, dann müssen wir erkennen, dass die Inzidenz der positiv getesteten Fälle kein geeignetes Mittel ist, um die Heftigkeit einer Pandemie zu beurteilen, weil wir diesen Virus genauso wenig jemals wieder komplett aus der Bevölkerung rauskriegen werden, wie man jemals komplett verhindern kann, dass diejenigen, die zu betrunken sind um noch klar denken zu können, sich in ein Auto setzen und andere Menschen gefährden.

    Woher willst du wissen, dass wir das Virus nicht mehr loswerden?

    Aber ich verstehe grundsätzlich schon, worauf du hinaus willst. Du verweist auf einen Normalzustand und dass es schon immer Zeiten gab, in denen Menschen an irgendwas starben, was sie in sich trugen. Einen hundertprozentigen Schutz gäbe es nicht.

    Gute Nachrichten für dich: von einem hundertprozentigen Schutz hat, außer dir, nie jemand gesprochen. Du deutest die jetzigen Maßnahmen zwar so, es ist aber nicht die Absicht. Man war immer nur bemüht, die Inzidenzwerte auf ein Niveau zu drücken, dass es wieder - wie Jahrzehnte zuvor - völlig normal und kein Grund zur Besorgnis ist, wenn 30 Menschen täglich an irgendwelchen Vireninfektionen sterben.

    Und wenn der Verlauf weiter so gut bleibt, werden wir bald auch wieder an dem Punkt sein, dass wir - so wie du dir das wünschst - es als völlig normal und kein Grund zur Besorgnis betrachten, wenn auf dem Totenschein mehrmals täglich "Vireninfektion" steht. Aber eben nicht hundert- oder tausendfach.

    Dazu sind die Zahlen allerdings jetzt noch zu hoch, um einfach "Schwamm drüber" sagen zu können. Mit steigendem Impftempo könnte das aber demnächst soweit sein. Rechnerisch spätestens in der ersten Septemberwoche. Warte doch einfach mal ab, meckern und das schwarze vom Himmel beschwurbeln kannst du dann immer noch.

    Also für konservative Spießer, die für Sauberkeit und Ordnung sind, ist es doch ein wahrgewordener feuchter Traum:

    Keine unkontrollierten Versammlungen mehr, kein Gegrabsche und kein Geböllere an Silvester, keine Massenbesäufnisse, keine asozialen Jugendbanden mehr auf der Straße.

    Und deshalb wird jetzt gelockert oder wie? Das passt doch gar nicht zusammen.

    Auch dass Versammlungen durch Corona weniger geworden sind, kann ich nicht gerade beobachten. Es ist gerade das ganze Gegenteil von einer friedlichen Idylle, wenn die Wahlergebnisse einbrechen und die Bedrohungen auf Politiker zunehmen. Auch Massenbesäufnisse stören einem wenig im schicken Villenviertel, zumal wenn man im eigenen Promizelt auf dem Oktoberfest selbst gerne die eine oder andere Maß stämmt.

    Und "Gegrabsche" müssen alte Säcke auch nicht fürchten, eher umgekehrt, da sie sich nun selbst ein Bein gestellt haben durch die kollektive Anordnungen, dass jeder einen großen Bogen um den anderen machen soll. Da fällt es ungemein schwerer, wenn einem die Hand mal unter den Rock "ausrutschen" soll.
    Überhaupt: dieselben die gegen die Strafbarkeit von Vergewaltigungen in der Ehe gestimmt haben, wollen jetzt garantiert nicht mit Zwangsmaßnahmen jene sexuellen Handlungen konsequent verhindern. Das ergibt keinen Sinn. Auch asoziale Jugendbanden sind schon immer ein wichtiges Mittel gewesen, um kommunalpolitisch Strafverschärfungen und Verbote im öffentlichen Raum zu fordern. Diesen Joker wird man sich ebenso wenig selbst verspielen.

    Ich konnte übrigens auch vor Corona keine "Verbrüderung" unter den Menschen feststellen. Oder seit wie vielen Jahrzehnten klagst du online schon diesen Missstand an?

    Da sorgen tatsächlich eher die Schwurbeldemos für neue Gemeinschaft und zusammenschweißen von Gleichgesinnten, die sich gemeinsam auf den Kampf gegen Merkels kriminelle Clique eingeschworen haben.

    Es braucht zudem keine Ausgangssperren zur Entzweiung; die Leute saßen schon früher vor ihren Netflix, Sky, Prime und Disney-Abos und schauten mehr ihr Handy an, als ihrem Partner ins Gesicht. Das siehst du schon an den ausbleibenden Massenprotesten zur Ausgangssperre, da es die Leute in ihrer alltäglichen Abendgestaltung überhaupt nicht tangiert.

    Wenn ein paar Clubs pleite gehen, ist das hingegen nicht so schlimm. Im Gegenteil, die sind ja eh meistens nur ein Dorn im Auge, weil sie der Gentrifizierung im Weg stehen, und weil man an deren Stelle auch schöne Bürogebäude oder neue Wohnbunker hinstellen könnte.

    Dir scheint entgangen zu sein, dass seit kurzem die Clubs in den Status der Kultureinrichtungen erhoben worden sind. Damit ist beschriebenes Vorhaben der Verdrängung nicht mehr möglich. Weniger Einnahmen für den Staat gibt es außerdem, da Kultur geringer besteuert wird. Auch im Ansehen gilt jetzt der alternative Schuppen, in dem die verhassten Jugendlichen sich versammeln und ihrer lauten Krachmusik frönen, als Kulturbetrieb und nicht mehr als Vergnügungsstätte wie Spielhallen oder Bordelle.

    Es tut mir leid, dich enttäuschen zu müssen, aber das haben dieselben Parteien beschlossen, die in deinem Weltbild nichts anderes wollen, als jegliche Individualität auszurotten, weil ihnen laute Musik und lachende Jugendliche so ein entsetzliches Dorn im Auge sind, dass sie unter Verschwörung aller Länder der Erde ihre freiheitseinschränkenden Pläne für alle Zeiten etablieren wollen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Unmensch (23. Mai 2021 um 08:38)

  • Ich finds klasse, dass hier so entgegengesetzte Meinungen vernünftig miteinander koexistieren können, ohne dass sich die Köpfe abgeschlagen werden.

    Würde ich nicht das Wort ergreifen, dann wäre es das hier mit der Meinungsvielfalt und der Stammtisch würde sich nur gegenseitig zuprosten. Aber ja, ich weiß natürlich was du meinst und stimme dem zu.

    Edit: du hättest das Posting nicht löschen müssen.

  • Zu spät! Habs verschoben, weil ich dachte, ist doch etwas fehl am Platze in dieser Diskussion!

    • Offizieller Beitrag

    zumindest behalte ich meinen Restoptimismus, dass mit einem tatsächlich für alle verfügbaren Impfangebot der Irrsinn ein Ende findet- und nicht erst mit der Herdenimmunität.

    Nun, wir werden es sehen. Meine Befürchtung momentan geht eher in die Richtung, dass die vielbeschworene "neue Normalität" jetzt, wo sie einmal etabliert ist, nie wieder völlig aus der Gesellschaft rauszubekommen ist... und dass wir auch in fünf Jahren noch mit Impfpass in der Tasche herumlaufen müssen und ständig panisch auf die neuen Zahlen schielen, weil irgendwo mal wieder eine neue Mutation aufgetaucht ist, bei der es noch nicht sicher ist, ob der Impfstoff wirkt.

    Aber wenn es anders kommen sollte und ab Herbst/Winter wieder alles so wie früher ist, lasse ich mich natürlich auch gern eines Besseren belehren. Die Erfahrung der letzten Zeit hat mich aber gelehrt, dass die Menschen ihre tägliche Ration Panik und staatliche Einmischung zu schätzen gelernt haben und darauf in Zukunft gar nicht mehr verzichten möchten. Notfalls gibt es halt dann Ausgangssperren wegen Terrorgefahr oder für den Umweltschutz. Es würde mich zumindest sehr wundern, wenn das alles wirklich spurlos wieder verschwindet, ohne dass irgendwelche "Überbleibsel" zurückbleiben, die den Stellenwert des Staates und seiner Überwachungsmaßnahmen massiv gestärkt, und die Rechte des einzelnen Individuums deutlich geschwächt haben werden.

    Dazu sind die Zahlen allerdings jetzt noch zu hoch, um einfach "Schwamm drüber" sagen zu können.

    Ab wann die Zahlen zu hoch sind, da gehen unsere Meinungen nunmal gewaltig auseinander. Und wir werden da wohl auf keinen gemeinsamen Nenner mehr kommen, auch wenn wir noch wochenlang weiterdiskutieren.

    Wenn man Zahlen hört wie "87.000 Tote seit Pandemiebeginn in Deutschland", dann klingt das natürlich erstmal nach wahnsinnig viel.

    Aber rechnet man das ganze mal auf die Einwohnerzahl runter, dann ist es ein Witz. Ich lebe in einem Landkreis mit über 400.000 Einwohnern. Seit Pandemiebeginn sind dort bislang circa 350 Menschen an oder mit Corona gestorben. Das ist nichtmal einer von tausend.

    Und wenn man dann noch bedenkt, dass über die Hälfte von denen garantiert bettlägrige, sowieso im sterben liegende Patienten oder Heimbewohner gewesen sind, dann hat man so eine ungefähre Vorstellung davon, wie "schlimm" dieser Virus tatsächlich ist.

    Es ist sicher nichts Schönes, aber es ist halt definitiv auch kein Weltuntergang. Allerhöchstens würden solche Zahlen meines Erachtens ein paar zusätzliche Hygiene-Maßnahmen rechtfertigen, aber in keinster Weise eine Ausgangssperre oder eine monatelange Stillegung des kulturellen Lebens oder ähnlichen Humbug.

    Ich bleibe dabei: Die Gesellschaft hat komplett überreagiert, und jetzt feiern sie ihre Maßnahmen, als ob dadurch ein gigantisches Massensterben verhindert worden wäre. Aber ich bin mir sicher, auch ohne die meisten dieser Maßnahmen wären die Infektionszahlen jetzt wieder zurückgegangen. Der Effekt der ganzen Maßnahmen wird völlig überbewertet. Siehe Schweden. Dort ging es auch ohne die ganz harte Keule. Und so wäre es definitiv auch bei uns möglich gewesen. Ein paar Tote mehr hätte es dann vermutlich schon gegeben, aber dafür wäre die Gesellschaft von den ganzen Langzeitfolgen, verfettete Kinder, Herz-Kreislauf-Probleme, psychische Langzeitschäden, kulturellem Kahlschlag, Überschuldung des Staates etc. verschont geblieben, die man jetzt noch immer nicht in ihrem vollen Umfang abschätzen kann.

    Wir haben als Gesellschaft definitiv mehr verloren, als wir durch die harten Maßnahmen gewonnen haben. Also warum sollte ich die Klappe halten und einfach abwarten, bis es von alleine aufhört? Blödsinnige Politik wird nicht sinnvoller dadurch, dass man sie langsam auslaufen lässt, anstatt sie auf einen Schlag zu beenden (so, wie es eigentlich längst überfällig wäre.)

  • Der Effekt der ganzen Maßnahmen wird völlig überbewertet. Siehe Schweden. Dort ging es auch ohne die ganz harte Keule.

    Man sieht ja, wohin das geführt hat: Schweden hält aktuell die unangefochtene Spitze mit den meisten Neuinfektionen in ganz Europa. Toll gemacht!

  • Nehmen wir als Beispiel mal das Problem mit betrunkenen Autofahrern.

    Das Beispiel finde ich in diesem Zusammenhang eher unglücklich, da es der Erzählung der Maßnahmenbefürworter in die Hände spielt, wonach asoziale verantwortungslose Elemente für die Pandemie verantwortlich sind. (Natürlich gebe ich dir insofern Recht, dass wir nicht der Logik der ständigen Überwachung verfallen dürfen, nur um sämtliche Risikofaktoren in unserem Leben zu eliminieren. Wie ich an anderer Stelle schon geschrieben habe, denke ich allerdings schon, dass es auch Wege geben sollte, um Unschuldige vor gefährlichen Individuen zu schützen - und dazu gehören auch besoffene Fahrer).

    In Bezug auf die Pandemie sehe ich allerdings keine egoistischen Arschlöcher, sondern Menschen, die einfach nur ihr Leben leben und sich ihre Freiheit nicht nehmen lassen wollen. Das Gegenstück zum betrunkenen Fahrer wäre jemand, der in vollem Bewusstsein einer Infektion feiern oder ins Altenheim geht ;-) Mich haben ja schon immer Leute angekotzt, die trotz Erkältung meinen, ins Training gehen zu müssen, um dort andere anzustecken. Die theoretische Möglichkeit, infiziert zu sein, rechtfertigt allerdings keine Freiheitseinschränkungen, vor allem nicht in dieser extremen Form. Und es ist tatsächlich verstörend, wie diese dennoch hingenommen, relativiert oder sogar befürwortet werden. Dass Konservative entsprechend ticken, ist keine Überraschung. Aber dass auch viele Menschen, die sich für links halten, in dieses Horn blasen, ist eben leider entlarvend. Es wiederholt sich das historische Drama, die Freiheit im Namen der Solidarität zu opfern.

    Why do we fall?

    • Offizieller Beitrag

    Von mir neulich wirklich so erlebt auf einem schwäbischen Supermarkt-Parkplatz... eine Unterhaltung zwischen ein paar durchschnittlich alten Durchschnitts-Schwaben:

    "Da blickt doch koiner mehr durch! Die ganze Zahla und Schdadischdike da jeden Dag, da woiß mr ja nimmer, hänn mir jetzt eigentlich no a Ausgangsschperre oder ned?"

    "Des goht ons au so. Mir bleibet halt oifach dahoim, da könnet mr nix falsch mache."

    Ich denke, diese Real-Satire beschreibt recht gut die Stimmungslage in der Bevölkerung. Frust und Unverständnis über viele Maßnahmen, gepaart mit absoluter Gleichgültigkeit, Lethargie und vorauseilendem Kadaver-Gehorsam, der dem Deutschen schon in den Genen steckt.

    Diese Zielgruppe werde ich mit meiner Musik und meinen Büchern jedenfalls definitiv nicht mehr aus ihrem lebenslangen Koma aufwecken können. :waah:

    Egal, hoffen wir auf einen halbwegs erträglichen Sommer mit niedrigen Infektionszahlen. Im Herbst kommt dann die noch tödlichere, Impfstoffresistente Vietnam-Mutation zu uns, und dann können wir alle wieder brav in unsere Bunker zurück kriechen.

  • Was denkt ihr eigentlich, wird uns die Maske jetzt dauerhaft begleiten (und vielleicht sogar mehr Maßnahmen die bei Corona angewendet wurden/werden)? Wie würdet ihr das finden? Ich könnte mir das gut vorstellen, wenn man die Grippe-Berichte so liest. Man hat jetzt die Statistiken, solche Maßnahmen beeinflussen auch sehr die Grippetotenstatistik (natürlich ist daran nicht nur die Maske verantwortlich, sondern eigentlich alle Maßnahmen). Weniger Tote ist immer gut. <- Komische Formulierung von mir, aber ist doch so, oder? (Möglich auch, dass nur zur Grippesaison dann Maßnahmen angeordnet werden.)

    4 Mal editiert, zuletzt von Celdur (7. Juni 2021 um 20:05)

  • Glaube nicht, das es dauerhaft bleibt. Vielleicht wird es geraten zur Saison. Aber umsetzen werden es eher weniger.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel