- Offizieller Beitrag
Die Tests sind daran nicht Schuld. Wir könnten billionenfach testen - wo nichts ist, kann nichts positiv sein.
Es scheint aber - oh Wunder in einer Pandemie - doch etwas da zu sein. Und genau deshalb haben Tests den Sinn, die Verbreitungswege zu stoppen.
Dass "etwas" da ist, stelle ich ja auch nicht in Frage. Schon in der Bibel stand schließlich geschrieben: "Suchet, so werdet ihr finden!"
Die Frage, die wir uns stellen sollten, ist eher die, ob das, was wir finden, auch wirklich so bedrohlich ist, dass wir deshalb noch immer einen landesweiten Ausnahmezustand brauchen.
Wie erkläre ich es dir am Besten, ohne dich komplett dumm aussehen zu lassen?
Nehmen wir als Beispiel mal das Problem mit betrunkenen Autofahrern. Da viele im betrunkenen Zustand Unfälle bauen, hat man irgendwann die Promillegrenze eingeführt. Wir können nun entweder sagen: "Ein paar Deppen fahren eben immer besoffen, da kann man nix dran ändern. Finden wir uns damit ab." Oder wir machen landesweite Kontrollen, halten jeden einzelnen Autofahrer jeden Tag an, und machen bei ihm einen Alkoholtest. Also nicht nur bei den Verdachtsfällen und denen, die tatsächlich einen Unfall verursachen.
Viele werden sich über diese Gängelung aufregen. Aber ich wette mit dir: Wir werden auf einmal eine erschreckend hohe Zahl an alkoholisierten Fahrern haben.
Und wer sich dann hinstellt und ruft: "Ist ja auch kein Wunder, wenn ihr so viel testet!", dem wirft man dann vor, dass er das Problem des Alkohols am Steuer verharmlost, und dass die Testergebnisse ja nicht deshalb so hoch sind, weil die Tests lügen, sondern weil es definitiv ein schlimmes Problem mit verantwortungslosen, alkoholisierten Autofahrern gibt.
Daraufhin erlässt man morgen noch härtere Gesetze und macht noch mehr Kontrollen. Und übermorgen wird es dann überraschenderweise noch mehr Verstöße geben.
Und ehe wir uns versehen, befinden wir uns in einer Endlos-Spirale mit immer mehr Kontrollen und immer noch mehr Verdachtsfällen. Aber die Gefährdung durch alkoholisierte Idioten im Straßenverkehr ist dabei kein bisschen größer oder kleiner geworden, als sie es von Anfang an war.
Übertragen wir das Ganze nun auf Corona, dann müssen wir erkennen, dass die Inzidenz der positiv getesteten Fälle kein geeignetes Mittel ist, um die Heftigkeit einer Pandemie zu beurteilen, weil wir diesen Virus genauso wenig jemals wieder komplett aus der Bevölkerung rauskriegen werden, wie man jemals komplett verhindern kann, dass diejenigen, die zu betrunken sind um noch klar denken zu können, sich in ein Auto setzen und andere Menschen gefährden. Und da nützen dann auch höhere Strafen oder niedrigere Promillegrenzen nix.
Manche Dinge muss man halt irgendwann mal akzeptieren, und schauen, dass man keine Maßnahmen erlässt, unter denen dann hinterher alle leiden müssen, egal wie vernünftig oder unvernünftig sie sich verhalten.
Politiker sind teilweise dumm und korrupt häufig auch, aber da sitzt niemand und freut sich, dass wildfremde Menschen um 22 Uhr Zuhause bleiben müssen. Was soll damit denn durchgedrückt werden? Kann mir das mal jemand erklären? Ist es politisch gewollt, dass Discos pleite gehen. Hä? Das ergibt keinen Sinn.
Also für konservative Spießer, die für Sauberkeit und Ordnung sind, ist es doch ein wahrgewordener feuchter Traum:
Keine unkontrollierten Versammlungen mehr, kein Gegrabsche und kein Geböllere an Silvester, keine Massenbesäufnisse, keine asozialen Jugendbanden mehr auf der Straße. Ein komplett kontrollierbares Volk, das nur noch für die Arbeit lebt und seine Freizeit heimlich, still und leise in den eigenen vier Wänden verbringt. Es findet keine Verbrüderung der Menschen mehr statt, jeder lebt nur noch isoliert vor sich hin. Die Kriminalitätsrate sinkt. Das Volk kümmert sich selber darum, Abweichler zu denunzieren und zu bestrafen.
Was genau daran sollte machtgeilen Ordnungsfanatikern und Politikern denn jetzt nicht gefallen?
Dass sie selber auch nicht mehr aufs Oktoberfest können? Die werden das bald genug wieder tun dürfen dank Impfstoff, und auch das Reisen wird denen dann deutlich früher wieder möglich sein als dem Typ aus der Plattenbau-Wohnung, der anders als die Politiker nicht mal einen eigenen Garten besitzt.
Was aber bleiben wird, ist die Bereitschaft der Bevölkerung, autoritäre Zwangsmaßnahmen zu akzeptieren, wenn sie einem höheren Ziel dienen. Und das wird dann auch den nicht ganz so konservativen, grünen Spießern gefallen, weil sie dann auch endlich bei ihrer Umweltpolitik keine Rücksicht mehr auf den Freiheitsdrang der querulantischen Bevölkerung nehmen müssen.
Man kann also sagen, was durch die Krise am allermeisten gestiegen ist, ist das kollektivistische Denken in der Bevölkerung. Querulantisches, individualistisches Denken wurde hingegen gründlich zurechtgestutzt und ja teilweise schon sozial geächtet und lächerlich gemacht. Darauf lässt sich aufbauen. Und an einer solchen Entwicklung erfreut sich natürlich so gut wie jeder Politiker. Wenn ein paar Clubs pleite gehen, ist das hingegen nicht so schlimm. Im Gegenteil, die sind ja eh meistens nur ein Dorn im Auge, weil sie der Gentrifizierung im Weg stehen, und weil man an deren Stelle auch schöne Bürogebäude oder neue Wohnbunker hinstellen könnte. Und gebaut wird ja noch. Meines Wissens auch im härtesten Lockdown... da sitzen die Bauarbeiter dicht an dicht zusammen, während man der Bevölkerung den Besuch von Freibädern und Badeseen verbietet.