Es gibt 15 Antworten in diesem Thema, welches 939 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (5. Juni 2026 um 20:19) ist von johnmirra.

  • Dians Wahlkampf (Walkampf) brachte mich zu der Frage, wie ihr zu Vegetarismus steht.
    Geht das zu weit (carnivore) oder nicht weit genug (Veganismus)?


    Ich habe mal ein Video gesehen, in dem eine Kuh mit einem Menschen Fußball gespielt hat. Das war noch lange bevor diese "KI" Videos anfingen. Ob es echt war, weiß ich natürlich trotzdem nicht. Aber ich fragte mich, wie viel in diesen Tieren eigentlich vor sich geht.

    Schweine, Krähen, Wale, Delphine.. allen spricht man Intelligenz zu. Unabhängig davon sind manche Trophäen, andere Nahrung und wieder andere klauen der Nahrung die Nahrung.


    Ich habe mal versucht, auf Fleisch zu verzichten. Gründe gibt es ja genug, und da schreibe ich noch nicht einmal vom Preis. Eigentlich ist es ja sogar noch günstig, stellt man sich vor, gewissermaßen für ein Lebewesen zu bezahlen.
    Wenn ich ehrlich bin, könnte ich nicht auf einem Bauernhof leben. Das klingt zunächst romantisch und bodenständig, aber einem Tier den Hals umzudrehen oder die Kehle aufzuschlitzen - so wurde es manchen Büchern nach zumindest früher gemacht (und heute gibt es wohl Bolzenschussgeräte) - das könnte ich eher nicht. "Eher" deshalb, weil es natürlich auf die Not ankäme.
    Aber in unserer Überflussgesellschaft, wo man keinem Tier vorher in die Augen blicken muss - ja, nicht einmal optisch erkennen können muss, was es mal war - da sind alle Wege offen. Also auch der eines Vegetariers.

    Tatsächlich stellte sich heraus, dass es gar nicht so einfach ist, komplett auf Fleisch zu verzichten. Das wird zu meinem damaligen Erstaunen auf verschiedenste Weise in alle möglichen Lebensmittel verarbeitet.


    Aber zurück zu den Gründen.
    Neben dem Preis und der Ethik haben wir noch den gesundheitlichen Aspekt. Wenn ich mich nicht irre, git es hier für und wieder. Manche Stoffe sind gar nicht so leicht zu ersetzen. Andererseits wird gegen Bakterienbefall wohl häufig präventiv Antibiotikum eingesetzt, was wiederum resistente Keime fördert.

    Zudem: Habt ihr mal versucht, dem Nitritpökelsalz aus dem Weg zu gehen? Das ist in fast allen Fleischprodukten drin. Es hat den Vorteil, dass es Keimbildung verhindern kann, und den Nachteil, dass es (je nach Dosis) wohl krebserregend sein kann.

    Ich koche inzwischen und achte etwas auf meine Gesundheit. Es hat natürlich seine Grenzen. Hat eigentlich noch jemand so etwas wie eine 70/30 Regelung?
    Jedenfalls bin ich bemerkenswert einfallslos. Wenn ich mir auferlege, ohne Fleisch zu kochen, kann man die möglichen Gerichte, die ich beherrsche, an einer Hand abzählen.
    Ich werfe hierfür mal Fischgerichte in einen Topf mit Fleischgerichten - sozusagen.


    Also: Wie steht ihr zu dem Thema? Schaffen wir gar einen Konsens? Gibt es Extreme? Ich würde auch gerne noch dazu lernen.

  • Mir ist ziemlich egal, wie intelligent oder empfindungsfähig mein Essen war und ich bin von Menschen genervt, die ein riesen Thema aus ihrer Ernährung machen. Vegetarisches Essen scheint für den Körper sinnvoll zu sein,wenn man es nicht übertreibt und irgendwelche Pillen schlucken oder Ernährungswissenschaft studieren muss, um vor lauter Tierliebe nicht mangelernährt zu sein.

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Darf es für Dich also einfach ein schneller, schmackhafter Burger sein?


    Im Nahrungsergänzungsmittelgeschäft scheint viel Geld zu stecken. Da Du die Mangelernährung erwähnst - beziehst Du dich da eher auf das Kalorienratio von Verbrauch zu Einnahme, oder eher auf Makro- und Mikronährstoffe? Es ist wohl eher das erstere, denn sonst wären wir wieder beim "riesen Thema" rund um Ernährung.


    P.s.: Ich wollte wirklich nicht auf Ernährungs-Influencer, Darm-Detox Trends oder so etwas hinaus, keine Sorge.

  • Okay. Einen solchen genehmige ich mir im Rahmen der 70/30 Regelung auch noch, nur viel seltener als früher.


    Aber weniger weil ich fürchte, irgendwann beim Arzt meinen Cholesterinwert verteidigen zu müssen. Sondern eher, weil ich den Gedanken irgendwie gut finden gelernt habe, dass mein Körper dann wertvolle Stoffe bekommt; wie eine Fabrik, der die nötigen Mittel für einen Bau zur Vefügung gestellt werden. Abstrakt, aber nützlich.


    Außerdem hilft mir der Gedanke, dass kapitalistische Firmen wohl alles tun würden, um auch im nächsten Quartal noch eine Grafik mit Metriken steigender Tendenz im Vorstandsmeeting zeigen zu können. Auch, wenn dabei Lebensmittel in Abfallqualität heraus kommen.

    Wie war das mit Jamie Oliver und seiner Klage gegen McDonalds in den USA, weil die Chicken Nuggets hauptsächlich aus Haut und Organen statt dem wertvollen Fleisch hergestellt wurden? In die Richtung geht der Gedanke. Das ist mir zuwider. Wenn ich nicht darauf vertrauen kann, dass mir gutes zugeführt wird, muss ich das eben selbst machen - bis zu einer gewissen Grenze. Letztlich will man ja noch Lebensqualität haben, und dazu gehört für mich auch Geschmack und Bequemlichkeit. Zwei große Worte in diesem Bezug, nicht wahr?

  • Tjaja, je tiefer man in so ein Thema eintaucht, desto mehr Gründe finden sich, um sich deshalb Sorgen zu machen. Bei mir ist das jedenfalls oft so und deshalb beschränkt sich meine Ernährungsstrategie meist darauf, weniger zu essen wenn ich zu fett werde und dann hol ich mir meinen Dopaminkick eben nicht dadurch, dass ich irgendwelchen Drecksfirmen ein bischen Geld entzogen habe, sondern dadurch, dass ich keine neue Klamotten kaufen muss. ¯\_(ツ)_/¯

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Das klingt nach einem sehr pragmatischen Ansatz.

    Wenn Du damit gut fährst, kann ich Dir dazu wünschen, dass es möglichst lange, idealerweise ein Leben lang ohne relevant zu werden, gut geht.

  • Ich bedanke mich für deine netten Worte, während ich mir meinen zweiten Energydrink genehmige.

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  • Ich denke, dass sehr viele moderne Menschen ganz schnell Vegetarier wären, müssten sie das Vieh, das sie essen, tatsächlich selber schlachten und ihm dabei auch noch in die Augen sehen. Da will ich mich selbst auch nicht ausnehmen. Da würde man dann gezwungen sein, abzuwägen: Ist es mir der geschmackliche Genuss wirklich wert, dafür ein anderes Leben auszulöschen und dann die ganze Zeit diese Bilder im Kopf zu haben?

    Unsere Vorfahren waren, was das angeht, deutlich pragmatischer drauf, gerade auf dem Land, wo der Opa noch selbst dem Huhn den Hals umgedreht hat und die Kinder dabei zugeguckt haben. Ist halt so, muss halt so sein. Naja, aber vielleicht hat gerade dieses Aufwachsen mit diesem "Ist halt so, muss halt so sein" auch dazu geführt, dass die Menschen auch sonst ziemlich empathielos geworden sind und blind wurden für das Leid und die Bedürfnisse anderer.


    Was mich persönlich angeht, bin ich da auch inkonsequent. Ich würde mich jetzt nicht zu den Fleischfanatikern zählen, die ständig und überall Fleisch brauchen. Hab schon auch einige Gerichte gefunden, die rein vegetarisch sind, aber einen das Fleisch kein bisschen vermissen lassen. Zum Beispiel neulich auch erst beim Inder, so ein Paneer-Käse mit Kartoffelstücken in irgendeiner leckeren Soße... da ist die Soße ja generell meist schon das eigentliche Geschmackserlebnis, und ob man da dann Rindfleisch oder Tofu reintut, macht gar keinen großen Unterschied mehr.

    Ok, ich bin danach nicht satt gewesen, und war froh, vom Tischnachbarn noch ein paar Hähnchenteile abbekommen zu haben... aber das ist eine andere Geschichte. :D

    Und so ist es eben immer, wenn ich zu lange kein Fleisch oder Wurst bekomme. Irgendwann fange ich an, mich hungrig und nicht leistungsfähig genug zu fühlen, als ob der Körper das einfach braucht. An heißen Tagen, oder wenn ich die Tage zuvor viel Fleisch gefressen habe, esse ich gern mal vegetarisch, zum Beispiel lieber Falaffel statt Döner oder so. Aber ganz ehrlich: Ich grille auch gern mal, und da gibt es einfach nichts, was über eine gute Bratwurst geht. Vegetarier beim Grillabend machen immer einen sehr mitleiderregenden Eindruck auf mich. Die möchte man am liebsten in den Arm nehmen und ihnen was Gutes tun, für den schlimmen Verzicht, den sie aus ethischen Gründen auf sich genommen haben.


    Aber Spaß beiseite. Ethisch finde ich es richtig, und ich habe Respekt vor jedem, der das durchzieht, auf das Essen toter Tiere zu verzichten. Vegetarisch leben ist aktuell nicht mein Ziel, aber ich könnte es mir vorstellen, wenn irgendwann noch Buddhas Geist in mich einfährt und es mir wirklich wichtig wird, dass keine Kreatur für mich mehr ihr Leben lassen muss. Aktuell sage ich mir eben, es ist der Lauf der Dinge, ich hab das Universum nicht gemacht, ich hab das nicht so eingeführt, dass man essen muss und dass lebendige Geschöpfe gebraten so lecker schmecken. Ich versuche hier nur zu leben. Ist halt so, muss halt so sein.

    Was ich mir gar nicht vorstellen könnte, wäre aber eine rein vegane Ernährung. ürks

    Dafür sind mir Käse und Eier einfach zu wichtig. Also Wurst- und Fleischverzicht, meinetwegen. Aber Käse und Eier müssen schon sein, sonst würde ich mich echt wie ne Pflanze fühlen.

  • Und so ist es eben immer, wenn ich zu lange kein Fleisch oder Wurst bekomme. Irgendwann fange ich an, mich hungrig und nicht leistungsfähig genug zu fühlen, als ob der Körper das einfach braucht.

    Sowas kenne ich von mir her eigentlich nicht.