Oh no, es geht um das AFD Verbot, ich lese das nicht wenn ich keine langwierige anstrengende Diskussion haben will

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Es gibt 45 Antworten in diesem Thema, welches 4.695 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. Januar 2026 um 13:06) ist von Dian.

  • Weil es ein Ungleichgewicht gibt, das auch ausreichend dokumentiert ist. Zeige mir doch aktuelle (15 Jahre alt lasse ich auch gelten) Zitate von "Die Linke" Politikern, die mit dem vergleichbar sind was AFD Leute sagen (habe ich ja bereits verlinkt, es gibt aber noch viel mehr Material). Also Sachen bei denen Verletzungen von Grundrechten gefordert werden oder die Menschenwürde verletzt wird.

    Ja es gibt DDR Nostalgiker, die ganz schön verblendet sind. Aber gibt es eine Strömung in der Partei "Die Linke", die das wirklich ernsthaft durchsetzen könnte? Nein.

    Oder zeige mir das Treffen von "Die Linke" bei dem man beschlossen hat die DDR wieder einzuführen? Gab es nicht? Stimmt. Dafür gab es ein Treffen bei welchen diskutiert wurde, dass man Menschen massenhaft abschieben will (auch deutsche Staatsbürger), was einen klaren Verstoß gegen das Grundgesetz darstellt. Ungünstig für die Rechten, dass da auch Journalisten anwesend waren. Gibt es in der AFD Strömungen und Landesverbände, die genau hinter solchen Ideen stehen? Ja.

    Noch ein Punkt:

    - Du sagst wieso sollte ich das schon im Ansatz ersticken?

    --> Wenn man deine Argumentation folgt und sagt, ja Links ist auch super schlimm. Dann müsste man es ja ersticken, denn linke Politik wird in Deutschland jedes Mal im Ansatz erstickt. Wieso sollten hier die rechten Parteien einen Freifahrtsschein bekommen?

  • Das Ding ist man kann bereits jetzt ziemlich gut erkennen wie sich die AfD tatsächlich verhalten wird wenn sie an die Macht kommt. Natürlich werden sie ihre bürgerlich konservative Tarnung erst ganz zum Schluss ablegen, sie wollen ja zunächst mal gewählt werden, also muss man sich auch versuchen nach außen so wählbar wie möglich zu präsentieren. Deshalb ist vermutlich auch eine Alice Weidel noch dabei, das soll der Partei ein Alibi geben und einen etwas tolleranteren Anstrich. Officiell wird die AfD immer versuchen sich von der NS Ideologie zu distanzieren und nicht zu rechtsextreme und menschenfeindliche Forderungen zu haben, was ihnen ja dennoch kaum gelingt. Aber wenn man dann auf einzelne Akteure der Patei und deren Äußerungen schaut, auf die Netzwerke und Verbindungen auf geleakte Chats etc. Dann formen all diese Einzeleindrücke schließlich ein ziemlich verlässliches Gesamtbild der Partei und ihrer wahren Ideologischen Bestrebungen. Es muss im Grunde nicht mal irgendwelche ausgearbeiteten Pläne in irgendwelchen Schubladen von Höcke und Gauland geben, zur errichtung irgendwelcher Konzentrationslager und ähnlichem. Zu beginn der AfD wo noch so gemäßigte Leute wie Bernd Lucke das Auftreten der Partei prägten hätte sicher auch niemand geahnt wie sehr sich die Partei innerhalb weniger Jahre radikalisieren würde, allein dadurch dass halt viele Rechtsextreme die Partei unterwandert haben. Ich habe neulich in einer Doku gesehen dass die Nazis zu beginn scheinbar auch noch keine Konkreten Pläne dazu hatten Massenvernichtungslager zu errichten in denen systematisch Menschen getötet werden. Donald Trump hat zu beginn auch immer wieder beteuert bestimmte Dinge nicht tun zu wollen und macht es jetzt doch.

    In den USA wurden bereits unmengen an Büchern aus dem Unterricht verbannt darunter auch 1984, Farm der Tiere oder Anne Frank. Das wirkt jetzt nicht so bedrohlich wie Bücherverbrennungen unter den Nazis, aber es erfüllt einen ähnlichen Zweck und es ist interessant wie gerade Bücher verboten werden die sich mit Faschismus auseinander setzen oder der Geschichte.

    Anne Franks "Tagebuch" und "1984": Diese Bücher sind in Teilen der USA verbannt
    Sie gehören zu absoluten Klassikern der Weltliteratur: Bücher wie das "Tagebuch der Anne Frank" oder "1984" wurden in den USA teils aus Bibliotheken verbannt.
    www.t-online.de

    Während Donald Trump und sein koksender Kriegsminister Zivilisten auf Fischerboten vor der Küste Venezuelas in Fetzen sprengt ohne vorlage von Beweisen und irgendeiner Form von Rechtsstaatlichkeit. Während ICE Agenten maskiert mit Autos ohne Kennzeichen Menschen von der Straße wegschnappen und irgendwohin verfrachten ohne dass diesen Menschen rechtlicher Beistand eine Anhörung oder ähnliches zugestanden wird. Wird jetzt sogar offen gefordert man solle wieder Menschen öffentlich Hinrichten. Solche Forderungen kamen bereits unmittelbar nach dem Tod von Charlie Kirk vermehrt aus dem Maga Lager. Wie bekloppt Peter Thiel, Elon Musk, Curtis Yarvin sind ist ja bekannt, nun hat der zweite Mitbegründer von Palantir, der lustigerweise auch noch Lonsdale heißt und den ich bisher noch gar nicht auf dem Schirm hatte, mit einer weiteren Forderung nach öffentlichen Erhängungen nachgelegt und das ganze mit so einem absurden Männlichkeitsethos begündet.

    Palantir co-founder calls for public hangings to show ‘masculine leadership’
    ‘If I’m in charge later, we won’t just have a three strikes law. We will quickly try and hang men after three violent crimes,’ Lonsdale wrote on X
    www.independent.co.uk

    Man könnte hier noch viele weitere Beispiele anfügen. Aber Faschismus beginnt nicht ab dem ersten Tag direkt mit Massenmorden sondern schleicht sich ganz unauffällig sang und klanglos in die Köpfe und Handlungsweisen der Menschen ein. Die wohldosierte Grausamkeit nimmt ganz allmählich zu, das Sagbare wird stück für stück ausgedehnt, der Ton immer roher und schroffer, so führt eins zum anderen und schließlich ist man mitten im Faschismus.

    Man muss sich doch nur mal die Leute in der AfD anschauen z.b. Beatrix von Storch.

    Mit ihrer interessanten Familiengeschichte:

    Zitat

    Der Großvater väterlicherseits war der letzte Erbgroßherzog Nikolaus von Oldenburg,[10] Mitglied der NSDAP und der SA. Ihr Großvater mütterlicherseits war Johann Ludwig Graf Schwerin von Krosigk, der 1932–1945 als Reichsfinanzminister amtierte[11] und 1949 im Wilhelmstraßen-Prozess zu zehn Jahren Haft als Kriegsverbrecher verurteilt wurde.[12][13]

    Oder diesem Netzwerk dass uns zurück in den Feudalismus bringen will noch vor der Zeit der Französischen Revolution.

    Beatrix von Storch und die TFP – Andreas Kemper

    Das Netzwerk von Beatrix von Storch - Campact Blog

    Man darf das auch alles nicht gesondert vom weltpolitischen Gesamtgeschehen betrachten, wenn sich unter Donald Trump so ein hegemonialer Zeitgeist rechtsextremen Gedankenguts ettablieren kann, dann hat die AfD auch in DE, besonders im Verbund mit anderen Rechtsextremen Parteien innerhalb der EU einen völlig neuen Spielraum an Möglichkeiten.

    Es wäre gelogen wenn ich behaupten würde, ich könnte jetzt sich sagen, was die globale Rechte plant und wer oder was sich am Ende davon alles durchsetzen wird, aber dass es da so eine Art Blueprint für ein Weltumspannendes Vorhaben gibt scheint nicht so ganz abwegig.

    Panik wäre nicht hilfreich, aber wir sollten bei all diesen aktuellen Vorgängen dennoch mehr als Alarmiert sein.

    Gerade auch bei solchen Äußerungen:

    Bannon: Donald Trump will have a third term - YouTube

    es könnte nur ein Bluff sein, Trump könnte rein gesundheitlich schon keine dritte Amtszeit mehr erleben, aber wir wissen es nicht, das Trump Lager scheint sich jedenfalls seiner Sache sehr sicher zu sein. Und letztlich wäre Vance ja nicht besser, oder einer der vielen anderen Psychos.

    Edit: Als kleine Ergänzung, weil ja Shadow neulich bereits meinte er sei unpolitisch und mir auch die aktuelle Haltung von Dian sehr zentristisch vorkommt. Ohne damit eine Wertung zu verbinden, da ich auch selbst bis vor einem Jahr noch ganz ähnlich eingestellt war. Die Idee dass linke und rechte Positionen ansich gleichwertig sind und man sich als als vernünftiger und tolleranter Zentrist irgendwo in der Mitte treffen sollte etc. ist ein gefährlicher Trugschluss, bei dem immer die Rechten profitieren werden.

    "UNPOLITISCH" Existiert Nicht.

    Toleranz-Paradoxon – Wikipedia

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi

    2 Mal editiert, zuletzt von Shinobi (10. Dezember 2025 um 16:24)

  • Als kleine Ergänzung, weil ja Shadow neulich bereits meinte er sei unpolitisch und mir auch die aktuelle Haltung von Dian sehr zentristisch vorkommt.

    Ich seh das anders dude .

    Und das unpolitisch nicht existiert sehe ich nicht so.

    Ich bin jemand der sagt das er mit Politik nichts zu tun haben will.

    Weil ich alle Politiker für falsch halte . Erstmal verdienen die zu viel Geld . Ein bundestagsabgeorndneter verdient an die 11,000 Euro während jemand der jeden Tag hart im Supermarkt arbeitet gerade mal ca 1600 Euro verdient .das is doch purer Wahnsinn .

    Und wenn die reden höre ich nur leere sinnlose Worte .

    Ich kann die nicht wirklich respektieren .

    Also ich respektiere sie als Menschen aber es ist so , dass Politiker in Wirklichkeit nur ihr eigenes Wohl und ihre Karriere und Geld im Kopf haben .alles andere kommt danach.

    Wenn ich dann solche Menschen reden höre ist es doch völlig logisch dass ich die nicht wirklich ernst nehmen kann .

    Allein schon weil das Ego für diese Leute an erster Stelle steht .

    Und ich verstehe nicht warum man alles immer politisieren muss . Ich halte das für falsches Denken .ein schubladisieren das von vorne rein auf ein falsches Prinzip beruht .

    Wenn ich was sage kommen oft die politisierten Leute und ordnen was ich sage in links , rechts , oben , unten , quer oben oder sonstwas ein Pros Russisch oder anti dingsbums oder sonstwas.

    Aber die liegen immer falsch.

  • Oder zeige mir das Treffen von "Die Linke" bei dem man beschlossen hat die DDR wieder einzuführen? Gab es nicht? Stimmt. Dafür gab es ein Treffen bei welchen diskutiert wurde, dass man Menschen massenhaft abschieben will (auch deutsche Staatsbürger), was einen klaren Verstoß gegen das Grundgesetz darstellt. Ungünstig für die Rechten, dass da auch Journalisten anwesend waren.

    Soweit ich das damals mitbekommen habe, war es bei genauerer Betrachtung halb so skandallös, wie es von dem Medien anfangs gemacht wurde. Es wurde ja erst so aufgebauscht, als ob das jetzt die neue Wannsee-Konferenz wäre. Übrig blieb am Ende nicht viel. Wenn ich mich richtig entsinne, haben irgendwelche Teilnehmer darauf verwiesen, dass es nicht um willkürliche Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund ging, sondern auf kriminelle Araber-Clans bezogen war, von denen jeder weiß, dass sie kriminell sind, ohne dass der Staat viel dagegen unternimmt. Die "Journalisten" (oder sagen wir besser, die politischen Gegner, die dieses Treffen unterwandert haben, denn das geschah ja vermutlich nicht objektiv in der Absicht, ergebnisoffen die Wahrheit zu erfahren, sondern schon von vornherein mit dem Hintergedanken, der Partei maximalen Schaden zuzufügen) haben eben ihre Version geschildert, und die anderen haben dem teilweise widersprochen. Gibt es denn konkrete handfeste Beweise, Videoaufnahmen etc., die objektiv schildern, was genau da besprochen wurde und wer was gesagt hat? Würde mich mal interessieren.

    Also falls du eine gute Quelle hast, wo man etwas Konkretes nachlesen kann, was über bloße Behauptungen hinausgeht, kannst du es gern mal verlinken.

    Und was das Treffen der Linken angeht: Ich bin mir relativ sicher, wenn man nur tief genug bohrt, wird man Veranstaltungen finden, bei denen sich linke Politiker mit noch radikaleren Leuten oder ehemaligen RAF-Sympathisanten getroffen haben. Und wenn die dann darüber philosophieren, was man am Besten mit Nazis oder Großkapitalisten machen sollte, wird garantiert auch die eine oder andere Gewaltfantasie ausgesprochen werden Würde ich genauso lächerlich finden, wenn man das dann als Beweis dafür verwenden würde, dass die Linke eine Gefahr für die Demokratie darstellt.

    Und wenn Shinobi schreibt:

    Die Idee dass linke und rechte Positionen ansich gleichwertig sind und man sich als als vernünftiger und tolleranter Zentrist irgendwo in der Mitte treffen sollte etc. ist ein gefährlicher Trugschluss

    Es geht nicht darum, ob ich rechte und linke Positionen als gleichwertig empfinde. Es geht darum, dass man nicht der einen Seite Vorwürfe machen sollte, die man der anderen politischen Seite durchgehen lassen würde. Wenn ich selber z.B. politische Gegner an Wahlständen mit Eisenstangen angreife, sitze ich auf sehr dünnem Eis, wenn ich dann mit dem Finger darauf zeige, dass die Gegenseite irgendwelche Demonstrationen von meinem eigenen Klientel stören.

    Da ist man dann auch schnell argumentativ in einer Sackgasse, wenn die Rechten einen dann mit solchen Dingen konfrontieren... nicht zuletzt deshalb ist Charlie Kirk doch auch so erfolgreich gewesen, weil er sich argumentativ gut darauf verstanden hat, den Woken gerade bei solchen Sachen einen Spiegel vorzuhalten und die Doppelmoral einiger Leute zu entlarven.

    Gerade deshalb sage ich eben: Wir sollten die besseren Argumente haben und damit punkten, anstatt die Organisationen der Gegner zu verbieten und dann damit der Gegenseite nur noch bessere Argumente dafür zu geben, dass wir die wahren Unterdrücker sind.

    Dass mir persönlich im Zweifelsfall lieber ist, dass ein Nazi von einem Antifaschisten einen Knüppel auf den Kopf bekommt, als dass ein Antifaschist von einem Nazi zusammengeschlagen wird, steht ja außer Frage. Es geht eher darum, was langfristig mehr hilft. Und da sage ich eben: Nicht die Gegner dämonisieren und sich so sehr an ihnen abarbeiten, sondern lieber schauen, dass man selber zur Alternative wird und die Herzen der Menschen gewinnt. Die AfD versteht sich ganz gut darauf, die hässliche Seite in den Menschen anzusprechen. Aber fast jeder dieser Menschen hat vermutlich auch eine "gute" Seite. Dass das alles widerliche hasszerfressene Rassisten sind, glaube ich einfach nicht.

    Und zum Thema Toleranz-Paradoxon würde ich noch anmerken, dass der Weg zur Hölle oftmals mit guten Vorsätzen gepflastert ist. Irgendwann wird man zur Verkörperung der Methoden, derer man sich bedient. Und wer mit staatlichem Zwang und Zensur arbeitet, auch wenn er dies im Name von Toleranz und Liebe tut, wird am Ende vor allem eines stärken: Den staatlichen Zwang und die Zensur. (Steht so ähnlich auch in der neuen Unity-Philosophie. ;) )

  • Wenn ich was sage kommen oft die politisierten Leute und ordnen was ich sage in links , rechts , oben , unten , quer oben oder sonstwas ein Pros Russisch oder anti dingsbums oder sonstwas.

    Ich fände es schön, wenn jemand einfach sagen kann, dass er sich wegen zu viel dubioser Gestalten in gewissen Gegenden der Stadt nicht mehr wohl fühlt, ohne dass er deshalb gleich als Nazi abgestempelt wird... oder dass jemand sagen kann, dass er dafür ist, auch an den Schulen über Homosexualität aufzuklären, ohne dass er deshalb gleich "woke" ist.

    Generell ist einfach das Parteien-System an sich schon ein Übel, weil es die Bildung von Lagern auch eher fördert als verhindert. Wenn jeder über alles direkt abstimmen könnte, ohne über den Umweg über Parteien, könnte man vielleicht auch gleichzeitig pro-queer und anti-asyl sein, ohne sich gleich für das gesamte Paket entscheiden zu müssen.

  • Ich glaube dir wenn du sagt du möchtest mit Politik nichts zu tun haben und ich stimme dir bei dem zu was du über die Politiker und das politische System schreibst. Es ging mir auch nicht um dich persöhnlich, dazu kenne ich dich auch zu wenig um mir da irgendein Urteil erlauben zu können. Wenn jemand mit Dingen konftontiert wird die ihn direkt betreffen oder zu denen du zumindest eine positionierende Meinung hat ist das immer auch irgendwo politisch. Die Frage wie man Ausländer betrachtet und sich z.b. zu Themen wie Asyl oder Abschiebung positioniert sind ja bereits politisch, es würde dir auch nicht gleichgültig sein ob die Politik dafür sorgt dass Lebensmittel unerschwinglich werden, oder du gegen deinen Willen in den Krieg geschickt wirst, hier kann man eigentlich alles mögliche als Beispiele heranziehen. Du kannst dich natürlich versuchen aus der Politik weitestgehend raus zu halten, aber dann gibst du damit auch nur deine Stille zustimmung zu dem was gemacht wird.

    Zitat

    Diese Lagerbildung finde ich auch schlecht, generell wäre es mir lieber wenn es in der Politik mehr um die Sache ginge als um die zugehörigkeit zu einem bestimmten Lager und darum wie man sich in Abstimmungen und Debatten strategisch positioniert im Wettbewerb mit den anderen Parteien, statt sich lösungsorientiert und ohne politische Scheuklappen endlich auch parteiübergreifend mit den drängenden Themen unserer Zeit zu befassen.

    Zitat

    Gerade deshalb sage ich eben: Wir sollten die besseren Argumente haben und damit punkten, anstatt die Organisationen der Gegner zu verbieten und dann damit der Gegenseite nur noch bessere Argumente dafür zu geben, dass wir die wahren Unterdrücker sind.

    Ich bin ja selbst unschlüssig ob ein Parteiverbot eine gute Sache wäre, wie du schon schriebst ist es damit ja nicht getan. Das Problem ist damit nicht aus der Welt geschafft, die Wähler und Sympathisanten der AfD werdend sich dann in ihrer Opferrolle und ihren kruden Weltbildern nur noch mehr bestätigt sehen und die Kluft zur restlichen Gesellschaft wird unüberwindbar. Man gewährt sich damit maximal zeitlich etwas aufschub, nur wozu, wenn man von vornherein keinen besseren Plan hat um der AfD den Wind aus den Segeln zu nehmen und ihnen etwas wirksames entgegenzusetzen. Die Regierung unter Merz hat auch keine Antworten, es ist nur eine Frage der Zeit bis die Altparteien nicht mal mehr genügend Stimmen bekommen, wenn sich alle zu einer einzigen großen mischmasch Koalition gegen die AfD zusammentäten. Die eigentlichen Probleme sind auch weniger Horizontal (links/rechts schemata und abstrakte kulturkampf Themen) sondern Vertikal (oben gegen unten, ausbeutung und kapitalakkumulation oder politische Einflussnahme ultrareicher Privatpersonen auf Politik und Medien etc.) Aber letztlich ist ja auch das nur symptomatisch für eine im Geist erkrankte Menschheit, aus buddhistischer Sicht betrachtet eben die drei Hauptwurzeln allen menschlichen Elends nämlich Gier, Hass und Verblendung. Einige indigene Völker haben dafür eigene Begriffe wie etwa Wetiko. Oder eben diese Idee von Moloch aus dem Beitrag von Tzak als ein prinzip welches die Menschen immer wieder dazu anstachelt miteinander zu konkurrieren auch wenn es letztlich zum Nachteil aller führt.

    Aber um wieder zum Thema zurückzukommen, glaubst du wirklich dass sich derzeit die besseren Argumente durchsetzen? Ich bewzweifle dass Donald Trump aufgrund besserer Argumente die Wahl gewann? Und in Zeiten von Socialmedia-Algorithmus und KI wo immer mehr Leute in einer medialen Scheinrealität existieren und kaum jemand mehr weiß was echt ist und was nicht, bezweifle ich dass sich mit Vernunft, Wahrheit und guten Argumenten tatsächlich Wahlen gewinnen lassen. Die kriminellen Ausländer sind ja größtensteils nur nur eine Schimäre, welche erst durch das Internet und soziale Medien so sehr ins Bewusstsein der Menschen gerückt ist. Zahlen und Statistiken geben keinen solch signifikanten Anstieg der Gewaltstraftaten her, aber wenn einem der YouTube Algorithmus und die Medien permanent Kriminelle Ausländer präsentieren dann glaubt man das irgendwann halt und hat furchtbar Angst vor Talahons mit Messern in der Bauchtasche. Ich sage nicht dass es keine Probleme mit kriminellen Ausländern gibt, aber die Bedrohung ist medial Konstruiert und extrem aufgebauscht. Und auch hier werden nicht die tatsächlichen Probleme angesprochen und nach ernsthaften Lösungen gesucht, sondern lediglich nach einem Sündenbock, genauso wie in der Debatte ums Bürgergeld.

    Zitat


    Es geht eher darum, was langfristig mehr hilft. Und da sage ich eben: Nicht die Gegner dämonisieren und sich so sehr an ihnen abarbeiten, sondern lieber schauen, dass man selber zur Alternative wird und die Herzen der Menschen gewinnt.

    Da stimme ich dir ja gerne zu, nur ist es ja gerade die AfD die ihre gesamte Politik darauf aufbaut andere zu dämonisieren. Und hier gilt dann wieder das Toleranz Paradoxon. Natürlich sind AfD Wähler nicht alles schlechte Menschen und einige davon könnte man sicher noch erreichen und man sollte sie daher nicht alle vor den Kopf stoßen. Aber wie hindert man die Giftmischer innerhalb der Partei weiterhin ihren toxischen Giftmüll in den Köpfen der Menschen abzuladen und damit einfältige Leute für ihre Menschenverachtende Politik zu gewinnen. Ist halt kein einfaches Thema, ich stimme dir jedenfalls darin zu dass ein solches Parteiverbot auch große Gefahren birgt und ordentlich nach hinten los gehen kann, untätig zu bleiben oder gar auf kuschelkurs mit den Ideen der Rechten zu gehen aber auch. Das Problem ist dass die Regierung kaum akzente setzt und weder das Leben der Menschen irgendwie durch soziale Politik besser macht, noch eine wirksame Lösung für die Wirtschaft parat zu haben scheint und sich lediglich in etwas abgeschwäfter Form an einigen Forderungen der AfD abarbeitet, was sich aber auch nicht politisch bezahlt zu machen scheint. Ein weiter so wie bisher dient jedenfalls nur den Rechtsextremen.

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi

  • Meines Erachtens liegt hier ein falscher Politikbegriff zugrunde. Und dass du hierfür einen Like von Dian erhältst, spricht mal wieder Bände.

    Politik betrifft nicht Staat und Berufspolitik, sondern die grundlegende Art und Weise, wie wir ein Zusammenleben organisieren wollen. Daher gibt es keine 'unpolitische' Haltung', es sei denn wir reden von reinem Eskapismus und Verdrängung. Ich gehe stark davon aus, dass du ein politischer Mensch bist, sonst wärst du auch nicht hier und würdest dich auch nicht äußern.

    Was Begriffe angeht, so dienen diese eben der Eingrenzung, damit wir wissen, wovon wir sprechen. Und wenn Unklarheiten bestehen, kann man die klären. Wenn z.B. jemand sich keine Vorstellung von Faschismus machen kann, kann man hier klar beschreiben, wodurch sich dieser auszeichnet und wo die Gefahren bestehen. Ebenso kann man über den Demokratie-Begriff diskutieren - sehr viele Menschen haben hiervon eben keine klare Vorstellung. Das erfordert natürlich ein Minimum an Bildungsbereitschaft.

    Why do we fall?

    Einmal editiert, zuletzt von Lonewolf (11. Dezember 2025 um 12:56)

  • Oder zeige mir das Treffen von "Die Linke" bei dem man beschlossen hat die DDR wieder einzuführen? Gab es nicht? Stimmt. Dafür gab es ein Treffen bei welchen diskutiert wurde, dass man Menschen massenhaft abschieben will (auch deutsche Staatsbürger), was einen klaren Verstoß gegen das Grundgesetz darstellt. Ungünstig für die Rechten, dass da auch Journalisten anwesend waren.

    Soweit ich das damals mitbekommen habe, war es bei genauerer Betrachtung halb so skandallös, wie es von dem Medien anfangs gemacht wurde. Es wurde ja erst so aufgebauscht, als ob das jetzt die neue Wannsee-Konferenz wäre. Übrig blieb am Ende nicht viel. Wenn ich mich richtig entsinne, haben irgendwelche Teilnehmer darauf verwiesen, dass es nicht um willkürliche Abschiebung von Menschen mit Migrationshintergrund ging, sondern auf kriminelle Araber-Clans bezogen war, von denen jeder weiß, dass sie kriminell sind, ohne dass der Staat viel dagegen unternimmt. Die "Journalisten" (oder sagen wir besser, die politischen Gegner, die dieses Treffen unterwandert haben, denn das geschah ja vermutlich nicht objektiv in der Absicht, ergebnisoffen die Wahrheit zu erfahren, sondern schon von vornherein mit dem Hintergedanken, der Partei maximalen Schaden zuzufügen) haben eben ihre Version geschildert, und die anderen haben dem teilweise widersprochen. Gibt es denn konkrete handfeste Beweise, Videoaufnahmen etc., die objektiv schildern, was genau da besprochen wurde und wer was gesagt hat? Würde mich mal interessieren.

    Also falls du eine gute Quelle hast, wo man etwas Konkretes nachlesen kann, was über bloße Behauptungen hinausgeht, kannst du es gern mal verlinken.

    Und was das Treffen der Linken angeht: Ich bin mir relativ sicher, wenn man nur tief genug bohrt, wird man Veranstaltungen finden, bei denen sich linke Politiker mit noch radikaleren Leuten oder ehemaligen RAF-Sympathisanten getroffen haben. Und wenn die dann darüber philosophieren, was man am Besten mit Nazis oder Großkapitalisten machen sollte, wird garantiert auch die eine oder andere Gewaltfantasie ausgesprochen werden Würde ich genauso lächerlich finden, wenn man das dann als Beweis dafür verwenden würde, dass die Linke eine Gefahr für die Demokratie darstellt.

    Und wenn Shinobi schreibt:


    Chrupalla hat jüngst klargemacht, dass er eine Million Menschen deportieren will. Bei anderen AfD'lern ist von 'Millionen' die Rede. 'Remigration' ist ein eindeutiges Projekt - wie blind kann man eigentlich sein? Und wieso beharrt ein selbsternannter 'Anarchist' überhaupt darauf, Abschiebungswünsche als solche zu rechtfertigen? Die CDU hat den Familiennachzug ausgesetzt und verweigert Menschen nun sogar den Rechtsbeistand. Wir reden hier nicht von 'kriminellen Araberclans'.

    Hier, da du zu faul bist, Quellen zu googeln: https://www.presseportal.de/pm/6511/6168821

    Wir müssen nur einen Blick in die USA werfen - das ist die kurzfristige Vision der AfD. Wir haben es mit einem globalen faschistischen Projekt zu tun.

    Stichwort böse Linke: Wieder so ein beknackter Whataboutism. Es gibt bedenkliche Entwicklungen innerhalb linker Bewegung , keine Frage - ein neuer Hang zu Autoritarismus beispielsweise. Nur ist das primär bedenklich für die Linke selbst, sie gräbt sich ihr eigenes Wasser ab. Die genannten Gruppen sind gesamtgesellschaftlich irrelevant - im Gegensatz zu den Faschisten.

    Und wer war es noch, der pathetisch Blumen am Grab der RAF niederlegte? :bla:

    Why do we fall?

    Einmal editiert, zuletzt von Lonewolf (11. Dezember 2025 um 19:03)

  • Meines Erachtens liegt hier ein falscher Politikbegriff zugrunde. Und dass du hierfür einen Linke von Dian erhältst, spricht mal wieder Bände.

    Politik betrifft nicht Staat und Berufspolitik, sondern die grundlegende Art und Weise, wie wir ein Zusammenleben organisieren wollen. Daher gibt es keine 'unpolitische' Haltung', es sei denn wir reden von reinem Eskapismus und Verdrängung. Ich gehe stark davon aus, dass du ein politischer Mensch bist, sonst wärst du auch nicht hier und würdest dich auch nicht äußern.

    Was Begriffe angeht, so dienen diese eben der Eingrenzung, damit wir wissen, wovon wir sprechen. Und wenn Unklarheiten bestehen, kann man die klären. Wenn z.B. jemand sich keine Vorstellung von Faschismus machen kann, kann man hier klar beschreiben, wodurch sich dieser auszeichnet und wo die Gefahren bestehen. Ebenso kann man über den Demokratie-Begriff diskutieren - sehr viele Menschen haben hiervon eben keine klare Vorstellung. Das erfordert natürlich ein Minimum an Bildungsbereitschaft

    Shinobi sagte dass es kein unpolitisch gibt .

    Und das ist nunmal nicht so .

    Ich halte es für falsches Denken wenn menschen immer ständig alles politisieren.

    Weil es ist ja nicht so , dass man durch Politisches Denken heraus die Wirklichkeit definiert .man sieht die Welt und die Menschen immer durch ein Filter wenn man sie in Rechts , links , oben , unten oder sonstwie einteilt .

    Es is eher ein schubladisieren .

    Ich merke es ja wenn Leute mich irgendwie festnagelt wollen .

    Daher gibt es keine 'unpolitische' Haltung', es sei denn wir reden von reinem Eskapismus und Verdrängung. Ich gehe stark davon aus, dass du ein politischer Mensch bist, sonst wärst du auch nicht hier und würdest dich auch nicht äußern.

    Sehe nicht so

    Nenn mich Träumer oder Utopist .aber ich glaube eher an eine andere bessere Gesellschaft .auch wenn ich nicht weiß wie diese aussieht .Ich denke der Mensch hat viel viel mehr Potenzial andere Verhältnisse und eine andere Gesellschaft zu schaffen .

    Und ich bin tatsächlich kein politischer Mensch .wenn du hier im Forum schaust äußere ich mich nur zu eher existentiellen Themen . Politik liegt bei mir außen vor .

    Wenn jemand sagt dass es kein unpolitisch gibt ist er meiner Meinung nach zu sehr in der Politik bubble drin.

    Das is jetz Kein Angriff auf dich

  • Dann hast du überhaupt keine Meinung zur Frage, wie wir in einer Gesellschaft zusammenleben und welche Regeln wir uns geben wollen? Das hieße 'unpolitisch', aber auch dann wäre dies eher eine Frage der vorläufigen Verdrängung, solange man nicht in eine Situation gerät, in der man sich positionieren muss.

    Und auf die Gefahr hin, mich zu wiederholen: Begriff und 'Schubladen' sind Versuche der Annäherung und Definition, damit wir verstehen, wovon wir eigentlich reden. Dass diese Begriffe als solche nicht grundlegend reflektiert werden - sodass die meisten z.B. nicht verstehen, was Faschismus ist oder was 'Demokratie' ideengeschichtlich alles bedeutet - ist ein andere Frage. Genau hier muss man eben Abhilfe schaffen.

    Why do we fall?