Beiträge von Tzak

    Können wir daraus vielleicht etwas nützliches ableiten?

    Ihr beide bekommt ja mit welche Leute aktuell in den Discord gespült werden. Da sind viele junge Menschen dabei, die sich irgendwie äußern wollen und eine Gemeinschaft suchen. Da könnte ja eine "Unity" wirklich Halt geben bzw. einfach einen Rückzugsort darstellen. Dafür wäre es vielleicht angemessen die ganzen Gesellschaftsänderungs- und Politikdiskussionen (die ich ja auch gerne führe) etwas zurückzufahren zugunsten einer Unterstützung dieser Menschen.

    In erster Linie ganz banal durch Zuhören und vielleicht mal andere Perspektiven aufzeigen. Das ist ja was früher passiert ist in Internetforen wie der Unity und sicher auch einigen Menschen geholfen hat.
    Bei den weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hänge ich noch fest. Dinge, wie sie früher der Fall waren als Leute für Wochen bei anderen untergekommen sind, kann ich mir irgendwie nicht richtig vorstellen.

    Genau das sehe ich aber auch als "lebensverlängernd" an wie Lonewolf es bei Hansi sagte. Und für andere Menschen war es lebensverändernd, da sie ihr Umfeld veränderten (auch wenn sie dadurch von der Unity weg kamen).

    Ich muss mich hier selbst korrigieren. Nicht die Unity oder Dian haben etwas für die Leute getan, sondern die Menschen haben sich gegenseitig unterstützt und das hat mal besser und mal schlechter funktioniert. So gesehen stammen die meisten meiner positiven Erinnerungen auch aus einer Zeit in der sich viele Nutzer von der Unity abgewandt hatten und eigene Gemeinschaften/Gruppen gründeten. Unterstützungsnetzwerke. Davon war ich ein sehr kleiner Teil, hauptsächlich habe ich Leute von A nach B gebracht.

    Inzwischen habe ich einiges nachgelesen was hier passiert ist und komme zu dem Schluss, dass die Unity einfach ein Sammelbecken ist und sich dort Menschen finden können, die sich vielleicht gut tun, sich vielleicht aber auch in die Katastrophe treiben wobei ich die Gefahr für das Zweite viel zu hoch halte. Es wurde auch nie wirklich aufgearbeitet inwiefern die Unity-Philosophie solche Katastrophen ermöglicht oder begünstigt hat und ich denke da ist von Dian auch keine Einsicht zu erwarten.

    Es gab hier wirklich unterirdische Gestalten, die einfach losgelassen wurden auf Menschen, die in Lebenskrisen waren. Statt diese Leute zu bannen, hat man sich auf eine imaginäre Freiheit berufen. Und die Menschen, die diese Problematik angesprochen haben, wurden hier nie ernst genommen. Verantwortung übernehmen gehört eigentlich auch zur Anarchie aber das ist hier fremd.

    Das ist definitiv nicht das was ich suche oder brauche oder durch Beteiligung irgendwie weiter unterstützen möchte. Allen mit großen Problemen (Mobbing, Einsamkeit, psychische Krankheiten, Missbrauch) wünsche ich natürlich, dass es gut tut hier zu sein oder sie ihre Unterstützungsnetzwerke finden. Ich kann sowieso niemandem helfen, der solche Probleme hat. Ich bin nicht hilfreich für einen Ort an dem Menschen Halt suchen aber ich denke das brauchen viele (vor allem im Discord). Vielleicht schafft ihr es ja noch diesen Ort herzustellen. Mit der Philosophie der vergangenen Jahre halte ich das aber für unmöglich.

    Euch wünsche ich noch eine schöne Zeit und alles Gute für die Zukunft.

    Fiel mir gestern vor die Füße bei Instagram. War anders gedacht aber jetzt kommt es zur Unity:

    Simple Sabotage Field Manual
    www.gutenberg.org

    Worum geht es?

    Bürger in Europa sollten in Zeiten des 2. Weltkriegs dazu gebracht werden durch simple Sabotageakte das große Nazi-System effektiv von innen zu bekämpfen. Das könnte ja bald wieder nützlich werden bzw. einige hier sind ja auch mit dem jetzigen System unzufrieden. Ich stelle das natürlich nur mal rein informativ hier rein. :whistle:

    Lustig an diesem Handbuch ist, dass man viele der dort erwähnten Verhaltensweisen zig-fach in der heutigen Arbeitswelt vorfindet. Es ist also gar nicht so schwer oder unüblich die Taktiken aus diesem Handbuch anzuwenden. Und jeder von uns kennt wahrscheinlich Personen, die das unbewusst anwenden und ziemlich gute Jobs im jetzigen System haben. Also falls wir mal in einer anderen Welt landen, viel Erfolg beim Sabotieren. Hier ein paar besonders leicht anwendbare Teile auf Deutsch:

    Zitat

    Ein Auszug:

    (1) Verwenden Sie Materialien, die harmlos erscheinen. Ein Messer oder eine Nagelfeile können ganz normal mitgeführt werden; beide sind vielseitige Werkzeuge, mit denen man Schaden anrichten kann. Streichhölzer, Kieselsteine, Haare, Salz, Nägel und Dutzende anderer zerstörerischer Mittel können mitgeführt oder in Ihrer Wohnung aufbewahrt werden, ohne dass dies irgendwelche Verdächtigungen weckt. Wenn Sie in einem bestimmten Gewerbe oder einer bestimmten Branche arbeiten, können Sie leicht Dinge wie Schraubenschlüssel, Hämmer, Schmirgelpapier und Ähnliches mit sich führen und aufbewahren.

    (2) Versuchen Sie, Taten zu begehen, für die eine große Anzahl von Menschen verantwortlich sein könnte. Wenn Sie beispielsweise die Verkabelung in einer Fabrik an einem zentralen Feuerkasten durchbrennen, könnte das fast jeder getan haben. Sabotage auf der Straße nach Einbruch der Dunkelheit, wie Sie sie beispielsweise an einem Militärfahrzeug oder -lastwagen durchführen könnten, ist ein weiteres Beispiel für eine Tat, für die Sie unmöglich verantwortlich gemacht werden könnten.

    (3) Scheuen Sie sich nicht, Handlungen zu begehen, für die Sie direkt verantwortlich gemacht werden könnten, solange Sie dies nur selten tun und eine plausible Ausrede haben: Sie haben Ihren Schraubenschlüssel auf einen Stromkreis fallen lassen, weil Sie in der Nacht zuvor wegen eines Luftangriffs nicht schlafen konnten und bei der Arbeit halb eingeschlafen waren. Entschuldigen Sie sich immer überschwänglich. Oft können Sie mit solchen Handlungen „davonkommen“, indem Sie Dummheit, Unwissenheit, übertriebene Vorsicht, Angst vor Sabotageverdacht oder Schwäche und Trägheit aufgrund von Unterernährung vortäuschen.

    Übersetzt mit DeepL.com (kostenlose Version)

    Aufgrund des Alters fehlen natürlich die ganzen Vorschläge zum Thema IT. Aber da finden sich garantiert Wege, um das Ganze möglichst langsam und fehlerhaft laufen zu lassen. Bürokratie kann also doch mal nützlich sein.

    Also, ihr habt hiermit von mir die anarchistische Lizenz in diesem Thema auszuholen soweit ihr möchtet und alles auch zu diskutieren. Würde euch nur bitten beim nächsten Mal das Formular 6-2BQ Anlage 34i (KI generiert) auszufüllen bevor ich euch gegenseitig zitiert und über dians Freiheitsbegriff redet, danke ;).

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    Also ich gehe mal zurück zum Thema.

    Überzeugung: "Drogen sind schlecht." (illegale hauptsächlich)

    Veränderung: Total abgelegt, teilweise das Gegenteil

    Wann? - mit 18 und in den Jahren danach

    Schon recht früh als Kind war ich gegen das Rauchen (ohne zu Realisieren, dass das auch eine Droge ist). Es hatte eher persönliche Gründe, da ich starke Probleme mit dem Rauch hatte, der in meinem Umfeld so präsent war. Später habe ich dann ungefragt einfach die Meinungen über Drogen übernommen, die man so kennt. Kiffen ist schlecht (ist ja quasi Rauchen in illegal) und Ecstasy ist vom Teufel, denn das wird ja ständig im Fernsehen so gesagt, in den 90gern...

    Alkohol habe ich damals überhaupt nicht als Droge wahrgenommen, das war schließlich überall und es war normal mit 13-14 damit in Kontakt zu kommen und sich dann mehr oder weniger regelmäßig zu besaufen.

    Wie begann die Veränderung?

    - Es gab eine lange Forendiskussion mit jemandem (auf dem gleichen Forum wie die Diskussion darüber, ob Menschen Tiere sind). Hier war ich argumentativ und auch bei den Fakten so wahnsinnig schlecht aufgestellt. Dennoch blieb ich relativ hart bei meiner Meinung, dass Drogen ja schlecht sind und zurecht illegal. Das ließ sich natürlich faktisch nicht halten und vor allem nicht durch die von mir so hoch geschätzte Wissenschaft begründen...

    - Irgendwann danach habe ich mich sebst schlau gemacht und es zeigte sich schnell, dass die gesellschaftliche Argumentation auf reiner Propaganda aufgebaut ist. Drogen sind wesentlich komplexer.

    - Im Zivildienst kam dann auch ein tolles Erlebnis. Man musste 1 Woche eine Art zivile Schulung machen. Dort kamen unzählige Zivis zusammen und wir wohnten 1 Woche in einer Art riesiger Jugendherberge und hatten 1x täglich Unterricht über Zivildienstthemen aber auch 1 Wahlfach. Bei mir waren das "Drogen", wo uns ein Sozialarbeiter sehr interessante Einblicke gegeben hat. Es war auch faktenbasiert und weit weg von: "Alle Drogen sind schlecht und machen süchtig." Es war aber auch kein reiner Jubelgesang oder eine Verharmlosung.

    Nach all diesen Punkten habe ich es dann irgendwann selbst versucht. Zuerst bei diesem User mit dem ich diskutiert hatte. Und dann noch viele weitere Male, teilweise auch mit ehemaligen Unity-Usern. Hierbei habe ich einige verschiedene Sachen ausprobiert und meine Erfahrungen gemacht. Meine Sicht zum Rauchen blieb negativ, ich finde es heute noch schrecklich. Meine Meinung zu Alkohol hat sich auch gewandelt, ich finde das "Saufen" inzwischen einfach schrecklich. Was jedoch nicht heißt, dass ich 0 Alkohol trinke.

    Die Einordnung illegal - legal oder auch die Einschätzung der Gefahr ist beim Thema Drogen in der Allgemeinheit wirklich sehr weit entfernt von der Realität. Sieht man z.B. hier:

    Coffein – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Inzwischen habe ich mich oft mit dem Thema auseinandergesetzt und denke, dass einige illegale Drogen (auch Ecstasy und hauptsächlich die Halluzinogene) uns heute sogar helfen könnten während einige legale Drogen viel stärker reglementiert werden müssten (Werbeverbot und schwerere Beschaffung für Nikotin und Alkohol, so wie in Schweden). Ich denke Drogen sollten verantwortungsvoll genutzt werden, für mich selbst habe ich klare Regeln aufgestellt. Letztendlich bin ich dankbar, dass ich am Anfang so sehr dagegen war. So konnte ich im Erwachsenenalter eine differenzierte Beziehung zu dem Thema entwickeln und meine ersten Erfahrungen machen, nachdem ich einen starken Wissensbackground hatte.

    Insbesondere den jüngeren Leuten hier im Forum oder denjenigen mit psychischen Problemen (ob handfest oder noch gering) rate ich davon ab Drogen einfach so zu konsumieren. Schon mal gar nicht, um eine depressive Phase oder auch nur eine Verstimmung zu überwinden. Beschäftigt euch erst intensiv (mindestens 6 Monate bevor ihr überhaupt was nehmt) damit und wartet bis zur Volljährigkeit oder länger.

    Politisch bin ich inzwischen für eine vollständige Entkriminalisierung, das heißt aber nicht, dass ich gegen Auflagen und Regeln für Verkauf, Werbung (sollte es nicht geben) und Konsum bin.

    Kurzes Thema, wie funktioniert es?

    - Eine Überzeugung, die man hatte vorstellen und beschreiben wann man diese circa abgelegt hat und weshalb.

    Ich beginne:

    Überzeugung: Der Mensch ist kein Tier, da er zu besonderen geistigen Leistungen und sowas wie Liebe fähig ist.
    Veränderung: Stark abgeschwächt bis abgelegt.

    Wann? - Mit circa 18-20 Jahren.
    Wieso: Damals habe ich eine sehr lange Diskussion mit jemandem darüber geführt, ob der Mensch ein Tier ist oder nicht. Ich war fest davon überzeugt, dass ich es absolut richtig sehe und es doch selbstverständlich ist, dass der Mensch kein Tier ist. Jemand, der sich damals sehr stark mit Evolutionstheorie beschäftigt hat (und 16 Jahre alt war) hat dann in einer langen Diskussion sehr klar dargelegt, dass der Mensch biologisch als Tier zu betrachten ist und dass viele dieser Fähigkeiten bei Tieren ausgeprägt sind. Es gibt also nicht diesen einen großen Unterschied, der den Menschen aus dem Tierreich abhebt. Es gibt eher graduelle Unterschiede und Spezialfähigkeiten, die verschiedene Tiere unterscheiden.

    Warum nur stark abgeschwächt? Das Thema Bewusstsein beschäftigt mich aktuell noch sehr und ich bin noch nicht 100 % sicher, ob es hier noch eine sehr besondere Qualität gibt, die uns noch ein kleines bisschen stärker unterscheidet als eine bloße Spezialfähigkeit.


    Was sind eure abgelegten Überzeugungen und wie ist das passiert? Keine Angst, ich hab auch noch mehr aber 1 pro Beitrag lässt sich leichter lesen und durchgehen.

    Können wir daraus vielleicht etwas nützliches ableiten?

    Ihr beide bekommt ja mit welche Leute aktuell in den Discord gespült werden. Da sind viele junge Menschen dabei, die sich irgendwie äußern wollen und eine Gemeinschaft suchen. Da könnte ja eine "Unity" wirklich Halt geben bzw. einfach einen Rückzugsort darstellen. Dafür wäre es vielleicht angemessen die ganzen Gesellschaftsänderungs- und Politikdiskussionen (die ich ja auch gerne führe) etwas zurückzufahren zugunsten einer Unterstützung dieser Menschen.

    In erster Linie ganz banal durch Zuhören und vielleicht mal andere Perspektiven aufzeigen. Das ist ja was früher passiert ist in Internetforen wie der Unity und sicher auch einigen Menschen geholfen hat.
    Bei den weiteren Unterstützungsmöglichkeiten hänge ich noch fest. Dinge, wie sie früher der Fall waren als Leute für Wochen bei anderen untergekommen sind, kann ich mir irgendwie nicht richtig vorstellen.

    Genau das sehe ich aber auch als "lebensverlängernd" an wie Lonewolf es bei Hansi sagte. Und für andere Menschen war es lebensverändernd, da sie ihr Umfeld veränderten (auch wenn sie dadurch von der Unity weg kamen).

    Zitat von Dian

    Ein Grund mehr, das Rentensystem zu reformieren, damit es nicht mehr davon abhängig ist, dass unsere Wirtschaft immer weiter wachsen muss. Und am besten gleich das BGE einführen, oder andere intelligente Lösungen. Alles andere führt nur noch tiefer in den kapitalistischen Sumpf, denn wenn wir erst mal diese Logik verinnerlicht haben, dass Menschen nicht mehr deshalb da sind, um sich zu entfalten und zu leben, sondern weil man Arbeitskräfte benötigt, dann haben wir im Grunde schon die Denkstrukturen von denjenigen übernommen, die uns überhaupt erst in diese missliche Lage gebracht haben.

    Und wie gesagt, ich sehe das sehr kritisch, wenn man sich eine neue Sklaven- bzw. Unterschicht ins Land holt, um jemanden zu haben, der für einen die Drecksarbeit erledigt. Wir sollten eigentlich froh sein, wenn es immer weniger Unterschichtler gibt, und schauen, wie wir die Arbeit, die unbedingt gemacht werden muss, so verteilen, dass sie für jeden erträglich ist. Irgendjemand wird sich schon finden, der die Ärmel hochkrempelt und den Müll wegbringt, wenn man ihn besser dafür bezahlt und den Job angenehmer gestaltet. Dafür braucht man keine ungebildete Klasse importieren.

    Wir müssen uns einfach gesundschrumpfen, in vielerlei Hinsicht. Schau mal, wie es z.B. in Schweden auf dem Land aussieht. Da kommt alle paar hundert Meter mal ein Haus, und das funktioniert wunderbar. Jeder hat Platz, und die haben eine schöne Idylle da. Man braucht also nicht eine bestimmte hohe Bevölkerungszahl, um eine Zivilisation am Leben zu halten. Und da müssen wir eben hinkommen. Jedes Jahr ein paar weniger Menschen, das ist eigentlich wunderbar, darüber sollten wir uns freuen. Denkst du echt, die Alten werden deshalb gleich verhungern, wenn es ein paar weniger Arbeitskräfte gibt? Das ist doch auch nur Panikmache.

    Und was die Pflege der Alten angeht: Darum sollte sich ohnehin mal lieber verstärkt wieder die eigene Familie kümmern, so wie es früher üblich war, anstatt die Menschen in Pflege-Einrichtungen abzuschieben und dann zu jammern, dass es zu wenig Pflegekräfte gibt und wir mehr Ausländer brauchen, die unsere Alten umbetten.

    Mir geht es nicht darum eine Unterschicht zu importieren. Mir geht es darum überhaupt Menschen zu haben. Klar sollen die dann auch gut bezahlt werden, ich bin ja auch für Mindestlohn und alles andere, das gehört dazu. Das mag heute noch nicht problematisch aussehen mit den fehlenden Arbeitskräften, wird aber in 40-50 Jahren so sein. Und welche eigene Familie soll sich bei 1,35 Kinden pro Frau kümmern? Ich glaube das Ausmaß dieser Zahlen ist dir nicht klar. Ich kenne einige Menschen (mich inklusive), die keine Kinder oder große Familie haben, wie soll das also funktionieren?

    Gute Rückkehr zum Thema. Ich glaube du hast es erfasst. Meine Aufforderung diese Haltung zu verlassen baut eher darauf auf, dass die Zeit vorbei ist. Ja man kann über einzelne Maßnahmen diskutieren und wird dabei wahrscheinlich keine Lösung finden. Wurden Fehler gemacht? Klar. Waren einige Maßnahmen zu hart? Bestimmt. Sollte man einiges aufarbeiten? Ja sicher.

    Was hat das also mit Arroganz zu tun, wenn man jemanden auffordert zu akzeptieren, dass die Dinge so gelaufen sind, wie sie nun mal gelaufen sind. Gerne kann man hier noch einiges aufarbeiten (und sollte man auch) aber es stehen neue Themen an. Und es gibt nun Mal Tatsachen, die sich nicht leugnen lassen. Wir sind nicht in einer Diktatur gelandet. Maßnahmen wurden wieder aufgehoben. Impfzwang gibt es jetzt auch nicht (mal abgesehen davon, dass Impfungen wissenschaftlich nachgewiesen funktionieren und kein Mittel zur Bevölkerungskontrolle sind). Ja Ungeimpfte sind ganz gut durchgekommen aber es sind auch viele Menschen gestorben (vor allem wenn man mal andere Länder anschaut) und hier kann man sicher lange diskutieren was ich aber wenig zielführend finde).

    Aber ich merke immer mehr, dass deine Vorstellung von "alternativ" sein einfach nur bedeutet, dass du "gegen das System" bist. Alles was geregelt wird, ist für dich automatisch Zwang. Auch wenn es vielleicht eine Begründung gibt und selbst wenn es gar nicht wirklich durchgesetzt wird. Man muss einfach dagegen sein, sonst verdient man nicht das Label "alternativ". Das ist genau das was ich mit kindlichem Trotz meine. Und ja, die rechten Kräfte haben es sehr gut verstanden diese Art der "Revolution" anzuzapfen und den Menschen einzureden, dass sie für die Freiheit kämpfen. Sie haben es in die Köpfe von vielen Menschen geschafft, die "Gegen das System" sind, was früher eher eine linke Position war (und auch nocht ist, nur ist hier System was anderes als bei den Rechten).

    Damit kommen wir auch wieder bei deinem zentralen Problem an. Einem Freiheitsbegriff, der einfach bedeutet: "Ich mache was ich will, alles andere ist mir scheißegal." (Freiheit ohne Verantwortung). Genauso hat unsere Gesellschaft gelebt, sowohl hier als auch in den USA. Aber irgendwann zahlt man den Preis dafür und das wollen wir jetzt nicht wahrhaben. Also zurück zu denjenigen, die uns irgendwie versprechen, dass alles wieder so wie früher sein kann und den Preis jemand anderes zahlt.

    Es wird nicht passieren, wir bezahlen. Der Klimawandel interessiert sich nicht für die politischen Ansichten oder für unser Freiheitsdenken. Auch der nächsten Pandemie ist es scheißegal welche politische Einstellung jemand hat. Es gibt Dinge, die sind nicht links oder rechts und da gibt es kein alternativ oder eine Revolution. Man kann diese Dinge natürlich verleugnen und hoffen, dass sie nicht wahr sind. Ja vielleicht wird die AFD keine Terrorherrschaft errichten, wer weiß das schon? Ich finde das Risiko einfach zu hoch und den Preis, den du vielleicht bereit bist zu zahlen für die absolute Freiheit (ohne Verantwortung) den möchte ich gerne gering halten, auch wenn das bedeutet einige Maßnahmen zu haben, die etwas unbequem sind.

    Hallo,

    diese myStory ist gar nicht wirklich über mich, sondern einen der User, den die Unity vor über 10 Jahren verloren hat (vieles hier sind wahrscheinlich auch Annahmen). Aber um diese Zeit geht es auch nicht, sondern um das davor. Hansi war vor langer Zeit ein guter Freund von mir. Wir haben jeden Abend gechattet und uns über unsere Probleme unterhalten, bei ICQ und im IRC bis spät in die Nacht. Das ist circa 20 Jahre her. Während ich trotz aller meiner Probleme ein behütetes Leben hatte und keine finanziellen Probleme oder schlechte Zukunftsaussichten in dieser Gesellschaft, hat sich Hansi mit sehr schlecht bezahlten, beschissenen Jobs rumgeschlagen und lebte ständig am Limit. Nebenbei war er noch auf der Unity (und später der Gegenbewegung mind-riot) unterwegs und hat auch eigene Songs aufgenommen. Er war nicht super belesen wie andere User oder hat immer total überzeugend argumentiert aber man musste Hansi einfach mögen.

    Was mich dann aber wirklich beeindruckt hat an ihm war sein Mut. Er hätte sich so gesehen schon damals umbringen können aber was hat er getan? Alles hat er liegen lassen, sein Leben hinter sich gelassen und sich auf ein Abenteuer begeben. Ohne dass ihm jemand Geld gegeben hat oder dazu aufforderte. Er hat seine Tasche gepackt und ist mit dem Zug zu mir gefahren und stand vor meiner Tür. Dann begann eine kleine Reise mit einem Abstecher bei Soulmirror und am Ende landete Hansi in Köln, wo er noch einiges erlebt hat.

    Es gab viele Treffen danach (in Köln und anderswo), Silvesterfeiern, Ausflüge. Bei einem dieser Ausflüge ist Hansi dann sogar nicht mit uns zurück gefahren sondern zu irgendeinem Hippie-Treffen. Hansi fand damals Rückhalt bei anderen Unity/mind-riot Mitgliedern und vielleicht hat das sein Leben verlängert. Vielleicht hat hier das Forum und die Gemeinschaft von damals sogar geholfen. Sie hat zumindest zum Teil diesen Lebensweg ermöglicht. Hansi hat die Gelegenheit damals ergriffen und etwas aus seinem Leben gemacht. Er war so gesehen furchtlos und das finde ich bis heute beeindruckend.

    Natürlich ging die Geschichte ganz am Ende tragisch aus und ich hatte auch irgendwann leider keinen Kontakt mehr zu ihm, so dass ich darüber wenig sagen kann. Vielleicht hilft dieser Teil aber trotzdem dabei das Ganze auch mal etwas anders zu betrachten. Damals fanden sich über das Forum viele Menschen zusammen und haben sehr viel erlebt. Das hat Menschen auch sehr positiv beeinflusst, vielleicht sogar Hansi, auch wenn seine Geschichte am Ende nicht gut ausging.

    Freut mich, dass wir noch Anknüpfungspunkte gefunden haben. Ich frage mal zynisch nach: Denkst du, dass das Internet heute noch ein guter Zufluchtsort ist? Denkst du, dass die Spielregeln im Internet besser sind als in der realen Welt? Denkst du, dass das Internet kein gleichgeschalteter Kommerzbereich ist? Ich bin da anscheinend wesentlich pessimistischer als du.

    Und ich glaube wir wissen beide, dass niemand das Geld in die Hand nehmen wird, um Strukturen mit guter Qualität aufzubauen. Man sieht ja schon bei "Arte" und Co wie schwierig das ist und was die Leute am Ende darüber denken...

    Mich wundert, dass du bei dem Thema Social Media solche Maßnahmen vorschlägst (die ich gar nicht schlecht finde) aber bei Migration nicht darauf kommst, dass wir vielleicht einfach mehr Sozialarbeiter benötigen, mehr Hilfseinrichtungen und bessere Integrationsangebote; Geld für kulturelle Angebote, Gemeinschaftshäuser. Dazu gutes Personal bei der Jugendarbeit (Jugendzentren) und was man alles tun kann, um Menschen aufzufangen oder davon abzuhalten kriminell zu werden. Da gehst du dann gleich auf "Grenzen zu" und weniger Anreize?

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    Zur Sache mit der Bevölkerung und dem Zustrom:

    Du kennst aber schon die Bevölkerungsprognosen für Deutschland und die ganze Welt? Wir sind jetzt bei 1,35 Kindern pro Frau in Deutschland. Sogar Indien liegt unter den 2,1 welche die Bevölkerungszahl stabil halten würde. Ohne Zuwanderung ist der Laden hier bald dicht, vor allem da unsere Rente so aufgebaut ist. Es wird ab dem Jahr 2070 (60 - 80 Millionen Menschen in Deutschland) oder vielleicht früher einen Kampf geben um die Zuwanderer, da jedes Land der Erde (außer wenige Ausnahmen in Afrika) eine schwindende Bevölkerung haben wird. Es ist also absolut unsinnig hier von endlosem Zustrom oder einer Kapazitätsgrenze zu reden. Das heißt nicht, dass es in den nächsten Jahrzehnten durch Klimawandel nicht zu größeren Bevölkerungsbewegungen kommt. Deutschland liegt aktuell bei einer stabilen Bevölkerungszahl von 84 Millionen (ohne Einwanderung wäre sie sinkend).

    Shinobi hat es ja schon angedeutet. Missbrauch von Sozialsystemen und Kriminalität sind einfach nicht in den Top 3 der Probleme mit denen wir uns beschäftigen sollten. Und ich sehe auch nicht die Kompromisbereitschaft von der du sprichst. Ist die AFD jetzt offener für Mindestlohn oder Klimaschutz weil die CDU beim Thema "Grenzen dicht" ernst macht? Im Gegenteil, das bestärkt die noch. Da gibt es kein Ende oder eine Zufriedenheit wenn 2-3 Sachen durchgesetzt sind.


    Sogar die Ampelregierung (die auch sehr viel Mist gebaut hat) hat es am Ende mit Abschiebeflügen versucht. Wurde dadurch das Staatsbürgergesetzt oder das Heizungsgesetz weniger kritisiert? Hat man denen deshalb irgendwie mehr durchgehen lassen? Oder wurden sie dann sogar noch als Heuchler dargestellt, die gar nichts richtig machen?

    Wahrscheinlich hast du Recht, dass Corona viel kaputt gemacht hat. Wir lassen uns einfach nicht gerne was sagen. Wir sind gefangen in kindlichen Reflexen. Sieht man ja auch bei der Diskussion über Tempolimit oder Verbrenner-Aus. Auch beim Klimawandel. Und wenn dann Wissenschaftler irgendwelche Maßnahmen vorschlagen, die unbequem sind, dann mögen wir das nicht. Schade, dass viele Menschen sich jetzt eingeengt fühlen oder bedrängt, statt zu sehen, dass Corona auch gute Dinge gezeigt hat:

    - Die meisten Menschen sind bereit sich zurück zu nehmen, Maksen zu tragen und sich solidarisch zu verhalten. Mit Ausnahme von Klopapier gab es keine Plünderungen und es wurde viel Rücksicht genommen, das wirkt sogar bis heute nach und Leute bleiben bei Erkältung eher mal zu Hause um niemanden anzustecken.

    - Zynisch noch: Die Geimpften sind nicht tot, Querdenker durften ihre Demos halten und Xavier Naidoo tritt wieder auf.

    Es ist an der Zeit die "trotziges-Kind" Haltung aus der Coronazeit hinter sich zu lassen und politische Themen anzugehen, die wirklich wichtig und dringend sind. Und dabei ist die AFD nicht nur nicht hilfreich, sie will dies aktiv verhindern und uns in eine Welt zurückführen, die schon lange tot ist. (So wie das freie Internet, das wir ja nicht regulieren dürfen weil der Staat ja so böse ist)

    Aufgrund rechtlicher Dinge darf man solche Videoaufnahmen mit Ton nicht ohne Risiko öffentlich zeigen.

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    Ok, die Berichterstattung ist ein Einheitsbrei und jetzt haben wir mediale Gegenwelten. Genau diese Gegenwelten finde ich einfach nicht lösungsorientiert und schon mal gar nicht freiheitlich oder irgendwie hilfreich.

    1. Sind die meistens auch finanziert von Leuten mit einer klaren Agenda.

    2. Werden die Inhalte der medialen Gegenwelten von Algorithmen gepusht oder eben nicht (auch wieder von Menschen mit einer Agenda).

    3. Ganze mediale Gegenwelten werden von staatlichen Akteueren gesteuert (Russland, China).

    4. Einzelne Personen steuern bestimmte Kanäle und profitieren vom Algorithmus, indem sie einfach nur den Hass anheizen (X hat neulich Standortdaten öffentlich gemacht und es kam raus, dass viele patriotische US-Influenzer gar nicht in den USA leben).


    Meiner Meinung nach haben wir mediale Gegenwelten, die vielfach schlechter sind und sich sehr einfach manipulieren lassen durch Konzerne oder staatliche Akteure. Mein Vorschlag die Konzerne zu zerschlagen oder aufzufordern Ihre Algorithem anzupassen siehst du ja als utopisch oder Zensur. Ich frage mich was dein Vorschlag ist? Was bringt denn die Meinungsfreiheit wenn ich bestimmte Meinungen nicht mehr höre und wir alle uns im Hass aufeinander zerfetzen?

    Denkst du diese mediale Gegenwelt ist hilfreich? Siehst du im Internet wirklich noch eine Utopie? Einen Ort an dem sich freiheitsliebende Geister und philosophische Gedanken verbreiten? Wäre das im Sinne derjenigen, die das Internet bzw. unsere Wahrnehmung davon kontrollieren?

    Meiner Meinung nach sind im Internet heutzutage 95 % Scheiße und 5 % wertvolle Inhalte. Selbst wenn es anders wäre, gezeigt wird zu 95 % die Scheiße. Vielleicht sollte ich mein Argument daher einschränken. Mir geht es nicht darum, dass alles geprüft werden sollte sondern:

    1. Wenn der Algorithmus nachweislich falsche Inhalte pusht, dann sollten die Konzerne dafür zur Verantwortung gezogen werden können (durch drakonische Strafen und bei Wiederholung durch Zerschlagung oder gar Verbot).

    2. Die Auswahl der Meinungen, die gezeigt werden, liegt aktuell in den Händen von undurchschaubaren Algorithmen. Dies sollte hinterfragt und eingeschränkt werden. Denn es gibt kein Recht darauf, dass eine Meinung auf die Frontpage kommt. Jede Plattform müsste ihre Algorithmen veröffentlichen.

    3. Es sollte nicht möglich sein unendlich weiter zu scrollen.

    4. Der Algorithmus sollte verpflichtenderweise ab und zu zufällige Inhalte zeigen, die nicht gezielt auf den Nutzer zugeschnitten sind.

    5. Wenn nachweislich feindliche Akteure eine Plattform zur politischen Einflussnahme (z.B. von Wahlen) nutzen, sollte es möglich sein diese Plattform einzuschränken oder ebenfalls mit Strafen zu belegen.

    6. Daten von Plattformen sollten verpflichtenderweise nicht nur in den USA liegen.

    7. Jede Plattform sollte eine Bezahloption haben, die Werbefreiheit garantiert und mit der man den Algorithmus persönlich anpassen kann.

    8. Alle Plattformen sollten den Anteil der Bots in % veröffentlichen (auf der Startseite).


    Das würde auch schon helfen um die AFD einzuschränken und die Debatten weniger hitzig zu machen.