Bundestagswahl 2021

Es gibt 233 Antworten in diesem Thema, welches 67.408 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Dezember 2021 um 23:27) ist von SeeBee.

  • Hast du noch nie etwas vom Streiken gehört? Letzte Woche war es zum Beispiel die DB.


    Wenn wir das übertragen, ist logische und zwangsläufige Konsequenz eines kollektiven Wahlstreiks, dass das aktuelle System so nicht weiter funktionieren kann. Sprich: eine Veränderung.

    Der Vergleich hinkt gewaltig. Die Bahn will ja etwas von ihren Arbeitern, nämlich dass sie ihren Job machen und damit der Bahn das Geld an Land ziehen. Die Politik hingegen will weniger etwas von uns, sondern würde jegliche Einmischung des nervigen Volkes am besten direkt unterbinden. Mit deinem Streik spielst du ihnen also perfekt in die Hände.

  • Seltsamerweise ist es genau das, was die Parteien sich wünschen, nämlich mehr Stimmen - "die Einmischung des Volkes". Oder verstehst du darunter etwas anderes?

    Wer nun aus welchen (geforderten & nicht geforderten) Umständen streikt, tut hier nichts zur Sache, da ein Streik eben immer ein Ziel verfolgt und das Nichts-Tun impliziert.

    μολὼν λαβέ.

  • Wie definierst du den "vergleichbaren Luxus"?

    Soll heißen, dass wir hier auf gutem Niveau reden. Andere Kulturen/Länder haben nicht mal die Möglichkeit sich einzumischen. Luxus, der Wahl quasi.

    Dabei ist nicht unbedingt das Wählen an sich gemeint.

    Nicht zu wählen bietet mir ehrlich gesagt eher den Hauch einer Hoffnung auf eine Revolution

    Ne, mir nicht. Weil eine "mir egal was passiert, ich geh nicht mal wählen" - Gesellschaft, keine Revolution anzetteln.

    Wir Deutschen gehen doch eh nie auf die Straße. Schon gar nicht aus den richtigen Gründen und mit der richtigen Motivation.

    Wie gesagt, da hoffe ich lieber auf ein schlaues schwarzes Schaf in einer Kleinstpartei die den Schein nutzt und Oben dann das richtige umsetzt.

    kollektiven Wahlstreiks

    Das einzige was die Deutschen hinkriegen, ist kollektiven Klopapierkauf. Und Gehorsamkeit. Ich mein, schau Dir doch mal die ganzen Streiks und deren Erfolge an.

    Artikel 13 vor ein paar Jahren - demnächst kommt das samt den Upload-Filter trotzdem.

    Corona-Maßnahmen, hat auch keinen gejuckt, dass vieles unlogisch war und besser gegangen wäre.

    Wann gehen den mal die Leute auf die Straße?

    Fridays for Future? Ich seh da noch keine Erfolge. Vielleicht bin ich eher auch blind.

    Wir sind halt "kleine Menschen", die sich kein Recht erkaufen können.

    Oder durchklagen, nur GEZ schafft es zu sagen: Die Erhöhung muss sein, steht im Gesetz.

    Was DB und die ganzen Häfen aktuell abziehen ist einzig und allein ein Wirtschaftsruin. Die ganzen Streiker kloppen nur noch mehr auf unseren aktuellen Wirtschaftsschaden. Wenn dann alles kaputt is, jammern die, weil die ihren Job verloren haben, weil so viele, die sie hätten beliefern müssen PLEITE sind.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Seltsamerweise ist es genau das, was die Parteien sich wünschen, nämlich mehr Stimmen - "die Einmischung des Volkes". Oder verstehst du darunter etwas anderes?

    Ich verstehe darunter überhaupt nichts, da ich noch nie gehört habe, dass sich Parteien derartiges gewünscht hätten.

    Man will die Mehrheit, und es ist völlig unerheblich, wie diese erreicht wird. Und wenn nur 60 Leute wählen gehen statt der 60 Millionen - solange am Ende die Zahlen stimmen, ist alles gut. Eben weil die Politik weiß, dass "mehr Stimmen" nicht automatisch "mehr gut" bedeuten. Am Ende kommt es auf die prozentuale Sitzverteilung im Bundestag an. Deshalb reißt man auch die Arme beim Wahldiagramm hoch, und nie bei der Verkündung der Wahlbeteiligung in der Gesamtbevölkerung.

    Wer nun aus welchen (geforderten & nicht geforderten) Umständen streikt, tut hier nichts zur Sache, da ein Streik eben immer ein Ziel verfolgt und das Nichts-Tun impliziert.

    Das bedeutet im Umkehrschluss aber nicht, dass man damit auch etwas Gutes bezweckt. Ich meine, wenn Hooligans streiken und am Wochenende mal keine Randale machen, dann streiken sie natürlich so einiges zusammen, aber Polizei und den Anwohnern in der Straße dürfte dieser Streik sehr recht sein. Glaube, die finden den sogar ziemlich gut und ermuntern sie, fortan immer zu streiken.

    Streiks können eben durchaus eine feine und recht nützliche Angelegenheit für die Bestreikten sein. Und deshalb bin ich gern Streikbrecher und gehe zum Verdruss der herrschenden Klasse auf jeden Fall wählen.

  • Ein Streik, der seeeeinen Naaaaamen trääägt. (ich muss schneller auf 1000 Beiträge kommen)

    Was gibt's dann? N Lolli? :rofl:

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Wenn du mir einen schenken willst

    Gern.

    Gibst Du mir auch Deine Adresse?

    Ich bin so verrückt, ich tu das wirklich. Also aufpassen mit solchen Aussagen :miffy:

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Logo. Hätte sicher nicht nur einen Lolli geschickt. Wäre ja öde!

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Ohne Adresse wirst Du es nie erfahren! :lol:

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Was haltet ihr von dem Zitat von Kurt Tucholsky: "Wenn Wahlen etwas ändern würden, wären sie längst verboten"?

    Und ich bin mir absolut sicher, dass damit keine Veränderungen im kleineren Rahmen gemeint sind, denn weitere Beschlüsse und Verbote werden sowieso immer hinzukommen, sondern wirklich ausschlaggebende und essenzielle Neugestaltungen.

    Würde ich auch so sehen. Man muss schon ein wenig naiv sein, wenn man ernsthaft glaubt, die Reichen und Mächtigen würden einfach tatenlos dabei zusehen, wenn beispielsweise die Eigentumsverhältnisse komplett umgekrempelt werden würden. (Und mit den Reichen und Mächtigen meine ich jetzt vor allem die Leute im Hintergrund, die gesellschaftliche Elite, die Konzerne, Großindustriellen, etc., die immer da bleiben, auch wenn das Regierungs-Personal gelegentlich ausgetauscht wird.)

    So lange es ihnen nicht gefährlich wird, lässt man auch mal unangenehme Kleinparteien ein bisschen gewähren, damit die Radikalen sich dort austoben können. Interessant wäre es, was passieren würde, wenn beispielsweise die MLPD (Marxistisch Leninistische Partei Deutschlands) mal über die 5 Prozent klettern würde. Ich kann mir gut vorstellen, dass dann sehr schnell der Verfassungsschutz zur Stelle wäre und die Partei infiltrieren würde. Und die Medien würden eine wahre Schmutz-Lawine über jeden Politiker dieser Partei auskippen und so lange hetzen und die Stalinismus-Keule schwingen, bis sie keiner mehr wählen würde. (Bei der Piraten-Partei hat man schon, als sie sich der 3 Prozent angenähert haben, gesehen, wie die Mainstream-Medien in den Schmutzkampagnen-Modus verfallen sind)

    So würde es jeder Partei ergehen, die sich zu radikale Veränderungen auf die Fahne geschrieben hat.

    Diejenigen, die hingegen nur kleine Anpassungen wollen, wie etwa die heutigen Grünen, die lässt man gewähren, weil die Industrie damit im Grunde ganz gut leben kann. Gibt ja auch neue Aufträge und die Aussicht auf viele Subventions-Gelder, wenn alles auf Öko umgekrempelt werden muss.

    Es gab weder grüne Mehrheiten, noch linke. Koalitionen mussten her, was automatisch immer auch Verlust von Entscheidungsgewalt bedeutet.

    Du stimmst mir also dahingehend zu, dass selbst eine Partei, die 20 oder 30 Prozent der Stimmen bekommt, keinerlei massive gesellschaftliche Veränderungen voranbringen kann, weil sie immer und überall faule Kompromisse eingehen müssen? Warum wählt man sie dann überhaupt? Weil man hofft, dass sie irgendwann bei den nächsten oder übernächsten Wahlen eine absolute Mehrheit erzielen werden (am besten eine Diktatur errichten), damit sie dann endlich ihre Versprechen auch einlösen können?

    Das erscheint mir alles irgendwie eine einzige Farce zu sein.

    Wie gesagt, der Fehler liegt im Parteien-System an sich. Weil man zugeschnürte Pakete wählt anstatt konkrete politische Entscheidungen... und weil man dann von der Laune und der Durchsetzungsfähigkeit der Hanseln abhängig ist, denen man seine Stimme abgegeben hat, ob die dann aus dem großen bunten Gesamt-Paket irgendwas herauszaubern, was einem gefällt, oder vielleicht auch das komplette Gegenteil davon. Wichteln im Kindergarten hat mehr Sinn gemacht. (Und das fand ich schon scheiße.)

    Das Ding ist halt auch, dass keiner der Wahlverweigerer mir jemals erklären konnte, wie denn stattdessen die Alternative aussähe. Dann verstummen sie immer.

    Ich glaube, die meisten verstummen irgendwann, weil du sie zu sehr zutextest, jeden Satz in seine Bestandteile zerlegst und extrem krude Beispiele bringst, die oft völlig an der Sache vorbeigehen. :lol_gif:

    Ich hab immer klar gesagt, was ich mir als Alternative vorstelle, in unzähligen Texten und Videos. Eine Gesellschaft, in der nicht irgendwelche Sesselfurzer in Berlin, Washington oder Brüssel Entscheidungen treffen, die in mein Privatleben und meine Freiheit eingreifen, sondern wo als wichtigstes Gesetz "Leben und Leben lassen" gilt, und die Politiker nur dazu da sind, um die Infrastruktur aufrechtzuerhalten, Konflikte zu befrieden bzw. zu moderieren und den Willen der Bürger umzusetzen. Also wo Politiker und Beamte nur Diener und Lakaien der Menschen sind... aber keine gewählten Herrscher auf Zeit. Und erst recht keine "Sittenwächter", die dem Volk die richtige Moral vorgeben.

    Denn was dabei rauskommt, wenn man moralisch degenerierten Vollidioten solche Macht verleiht, sieht man ja an allen Ecken und Enden.

    Zuletzt eben auch wieder im von dir als Beispiel gebrachten Afghanistan. Unzählige Milliarden wurden da wieder verpulvert, unzählige Leben geopfert... und warum? Weil irgendwelche "Experten" geglaubt haben, dass sie furchtbar clever sind und die Welt nach ihren Vorstellungen umformen können.

    Wer hat es gezahlt? Du und ich. Jeder einzelne von uns.

    Welcher dieser "Experten" wird dafür jetzt in den Steinbruch geschickt, um diese Schulden abzuarbeiten? Wer muss sich vor Gericht verantworten für die Folgen seiner Politik?

    Keiner. Die kriegen alle ihre Pension, Fehlentscheidungen hin oder her.

    Vielleicht klingt das für dich ja populistisch, oder zu zynisch. Aber für mich wird mit jedem Tag, wo ich in dieser Gesellschaft lebe, nur deutlicher, wie tief der Schwachsinn und die Blödheit hier verwurzelt sind, und dass das Wählen von zugeschnürten Paketen und machthungrigen, selbstverliebten Einzelpersonen nichts an diesem Zustand ändern wird. Außer wir wählen irgendwann wirklich mal eine Person, die das ganze Schwachsinns-System abschafft und eine Revolution auslöst. Aber nein, das darf man als gewählter Politiker ja nicht, dann kommt nämlich der Verfassungsschutz und wird diese Person rechtzeitig aus dem Amt entfernen. (in anderen Ländern kommt ein Militär-Putsch. Ist aber im Prinzip das selbe in grün)

    Begreife einfach nicht, wie man sich so kolossal gegen ein Kreuzchen oder einen Pieks stellen kann. Es sind immer die gleichen Leute.

    Und ich begreife nicht, warum du mit einem solchen Bekehrungseifer versuchst, Leute zum Pieks oder zum Kreuzchen zu bewegen.

    Es ist letztlich eine persönliche Gewissens-Entscheidung, eine Abwägung mehrerer Dinge, die es zu berücksichtigen gilt. Es gibt gute Argumente dafür (einige davon hast du ja genannt), aber eben durchaus auch gute Argumente dagegen.

    Ich persönlich könnte es mit meinem Gewissen aktuell auch überhaupt nicht vereinbaren, irgendeiner Partei oder Person, die ich nicht kenne, durch meine Stimme Macht zu verleihen. Auch nicht den Linken. Dafür ist einfach im Corona-Jahr zu viel passiert... und zu viel von dem letzten bisschen Vertrauen, das ich noch in die Menschheit hatte, ist durch die faschistoide Corona-Politik zerstört worden.

    Nein... ich werde ganz sicher keine linken oder alternativen Parteien wählen, die mich dann (legitimiert durch meine eigene Stimme) in meiner Wohnung einsperren oder von Veranstaltungen ausschließen!

    Genauso wenig werde ich eine rechte oder neoliberale Partei wählen, die dann zwar vielleicht die Corona-Maßnahmen zurücknimmt, aber dafür an anderer Stelle (legitimiert durch meine Stimme) Entscheidungen trifft, die ich nicht gutheißen kann.

    Oder, um Hans A. Pestalozzi zu zitieren:

    "Ich mach bei diesem Scheiß nicht mehr mit!"