Bundestagswahl 2021

Es gibt 233 Antworten in diesem Thema, welches 67.323 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Dezember 2021 um 23:27) ist von SeeBee.

  • Würde man sich eine freiwillige Diktatur vorwerfen?

    Ja. Und das vollkommen zu Recht. Wer auf eine Entscheidungsfrage mit einem "mir egal" antwortet, ist offenkundig mit dem zufrieden, was er bekommt.

    Wenn ihm das Ergebnis hinterher doch nicht gefällt, sagt das eine Menge über das Logikverständnis von jemanden, der satt werden will, aber in den Hungerstreik tritt.

    Der allgemeine Irrtum ist, dass die Leute die Wahlfrage vergleichen mit der Situation, dass ihr Partner zum Bäcker geht und vorher fragt, ob Brötchen oder Kuchen mitgebracht werden soll. Wenn es dann doch nur Brot vom Vortag gibt, flippen die ganz Dummen aus und schreien Diktatur, während die nur halb so Dummen sich aber gleichsam im Hass verlieren, weil nun 82 Millionen nicht das kriegen, was man selbst gerne hätte - ohne dabei allerdings diesen Wunsch formuliert zu haben. Ich nenne es das Ya-Syndrom. Er will Admin werden, aber wenn sich jemand stark dafür macht, gibt er sofort zu verstehen, dass jegliche Bemühungen eingestellt werden sollen, weil nur so sein Ziel erreicht werden kann.

    In Wirklichkeit wird das natürlich nicht funktionieren. Und genau deshalb sind Nichtwähler für mich ziemliche Volltrottel. Sie wirken indirekt darauf ein, dass sie das bekommen, was sie nicht wollen. Nämlich weil dann einfach irgend etwas anderes geliefert wird. Und das wird immer das sein, was derzeit an der Macht sitzt, da diese mit Sicherheit nicht versäumen werden, sich selbst zu wählen.

  • Zitat von Unmensch

    Wer auf eine Entscheidungsfrage mit einem "mir egal" antwortet, ist offenkundig mit dem zufrieden, was er bekommt.

    Diese Aussage ist der Knackpunkt, denn meines Erachtens stimmt das so nicht.

    Wenn du die Wahl zwischen Strafarbeit und Nachsitzen hast und dir egal ist, was du letztendlich davon machen musst und somit etwas davon zugeteilt bekommst, bist du trotzdem nicht zufrieden, weil beides beschissen ist.

    Wenn du die Wahl zwischen einem kleinen Käfig mit einer guten Ausstattung und einem mit viel Freiraum, dafür aber unzureichender Nahrung - oder noch vielen weiteren Variationen - hast, dann kannst du dich zwar mit einem davon zufriedengeben und ein genügsames Leben führen, oder stattdessen über den Tellerrand hinausblicken und erkennen, dass du noch immer eingesperrt in einem Käfig bist und sich dahinter eine Freiheit befindet, welche du ohne eine kollektive Zustimmung noch nicht erreichen kannst.

    Deine Freiheit bekommst du nicht dadurch, indem du weiterhin Kreuze für Käfige setzt, denn sie verändern nichts Grundlegendes, bieten dir kein Haus an, sondern nur unterschiedlich ausgeschmückte Käfige mit ihren individuellen Vor- und Nachteilen. Für den, der aus diesem Grund nicht wählen geht, ist es natürlich vorprogrammiert, dass er nicht das bekommt, was er haben will, denn sein Wille ist nun mal nicht der Käfig.

    Außerdem würden sich freiheitsorientierte und selbstbestimmte Menschen danach nicht von ihren Käfighaltern gegen ihren Willen zusammen in einen einzelnen großen Käfig sperren lassen, denn wer aus diesem Grund nicht wählen geht, steht offenbar gegen Käfige.

    Kennst du das Höhlengleichnis des Philosophen Platon? Das fällt mir gerade spontan dazu ein.

    Hier der Wikipedia-Link.

    Zitat von Ya82

    Batman oder Joker? Da kann ich mich auch nicht so richtig entscheiden.

    Wie langweilig, die gibt es doch schon. Denk dir etwas Neues aus, "Unityman" oder so vielleicht. ;)

    μολὼν λαβέ.

  • Wenn du die Wahl zwischen Strafarbeit und Nachsitzen hast und dir egal ist, was du letztendlich davon machen musst und somit etwas davon zugeteilt bekommst, bist du trotzdem nicht zufrieden, weil beides beschissen ist.

    Meine Wahl ist aber nicht nur darauf begrenzt. Es sei denn natürlich, einem schweben nur die gängigsten Parteienkürzel im Kopf herum und einem ist sein Anliegen dann doch nicht wichtig genug, um selbst mit einem Vorschlag anzutreten.

    Entgegen deines Beispiels kann man sich für alles entscheiden. Ob man es letztendlich bekommt, ist eine andere Sache und das versuchte ich mit meinem Bäckerbeispiel bereits zu verdeutlichen. Politik hat nun mal lediglich sehr entfernt etwas mit einem Einkauf zu tun, bei dem man sich bewusst für eine Ware entscheidet und diese dann garantiert auch im Einkaufswagen, respektive auf dem Küchentisch, vorfinden wird.

    Wenn du die Wahl zwischen einem kleinen Käfig mit einer guten Ausstattung und einem mit viel Freiraum, dafür aber unzureichender Nahrung - oder noch vielen weiteren Variationen - hast, dann kannst du dich zwar mit einem davon zufriedengeben und ein genügsames Leben führen, oder stattdessen über den Tellerrand hinausblicken und erkennen, dass du noch immer eingesperrt in einem Käfig bist und sich dahinter eine Freiheit befindet, welche du ohne eine kollektive Zustimmung noch nicht erreichen kannst.

    Wenn du schon solche Beispiele bringst, musst du sie aber auch in dem Maße zu Ende denken, wie du sie mir gegenüber darstellst. ;)

    Sprich: wenn ich mich für eine der beiden Sachen entscheiden MUSS, dann gibt es ja gar nicht die Option des Blickes über den Tellerrand, den du aber jetzt plötzlich aufmachst. In der Frage an mich durfte ich ihn nicht wählen, da sollte ich mich zwingend zwischen Strafarbeit und Nachsitzen entscheiden.

    Ich finde es sowieso seltsam, wenn Leute bei einer Wahl solch ein Terz machen und Analogien zu einem eingemauerten Kerker aufstellen, während die Menschen in den Jahren vor der Wahl in ihrem Leben, das sie alleinig in der Hand halten, nie im selben Maße versucht haben eine Veränderung einzuleiten.

    Denn ganz ehrlich: im Kleinen funktioniert das immer noch am besten (und mit den schnelleren, sichtbareren Ergebnissen), als dass ein System versucht wird komplett umzustürzen und wir dann endlich die freie Anarchie ausrufen.

    An solchen Humbug glaube ich nicht, und ich will auch gar keine Anarchie haben, weil ich genau weiß, dass Leute wie wir alle hier den Kürzeren ziehen würden bei Abermillionen Alphamännchen, die uns wiederum innerhalb ihrer Anarchie am liebsten heute als morgen ausrotten wollen.

    Auch wenn viele das nicht einsehen können: so frei wie in der westlichen Welt kann man kaum irgendwo sein. Man muss nur seine Nische finden.

    Ich halte jedenfalls nichts davon, wenn diejenigen, die sich selbst kaum berappeln können und lieber im Laufrad mitlaufen, dann aber immer gleich zum zehn Nummer größeren Strohhalm greifen und das gesamte System umstürzen wollen. Nicht mal Fahrradfahren können, aber gleich den größten Jumbojet entführen.

    Ich halte auch nichts davon, seine eigenen Unzulänglichkeiten auf irgendwelche Politiker zu versuchen abzuwälzen, denen man mit seiner Nichtwahl nun mal richtig zeigen wird, was eine Harke ist!

    Realitycheck: es interessiert keinen. Im Wahlergebnis wird nur auf die abgegebenen Stimmen geschaut. Selbst die Ungültigwähler werden in einer Extrakategorie prominenter hervorgehoben als unsichtbare Nichtwähler.

    Deine Freiheit bekommst du nicht dadurch, indem du weiterhin Kreuze für Käfige setzt, denn sie verändern nichts Grundlegendes, bieten dir kein Haus an, sondern nur unterschiedlich ausgeschmückte Käfige mit ihren individuellen Vor- und Nachteilen.

    Meine "Freiheit" bekomme ich aber auch nicht, indem ich gar nichts wähle. Auch das gehört zur Wahrheit.

    Wenn ich gefragt werde, ob ich für die nächsten 4 Jahren Spinat essen will oder halt den Hundekot bekomme, der an alle Unschlüssigen verteilt wird, dann entscheide ich mich natürlich für den Spinat. Gefällt mir zwar auch nicht, den für die nächsten Jahre zu essen, aber mein Gerechtigkeitsempfinden wird weit weniger über Durchschnitt belastet, als jeden Tag diesen widerlichen braunen Hundekot in mich reinzuschaufeln zu müssen. Dadurch bricht man dich viel mehr. Und das jeden Tag neu.

    Zumal ohnehin jeder spätestens seit Popeye weiß, dass Spinat die Kraft zum Gegenschlag liefert, während du mit dem Hundekot früher oder später krank in der Ecke liegen wirst, und dich mehr und mehr zu dem verwandelst, was du dir in den Mund geschoben hast.

    Du kannst natürlich auch zum Nichtesser umschwenken und bist dann irgendwann tot. Aber merkwürdiger habe ich dieselbe konsequente Haltung noch nie bei Nichtwählern beobachten können. Sie spielen also durchaus weiter mit, auch sie an einem Tag aller vier Jahre mal so richtig rebellisch sind und die Essenskarte öffentlich vor dem Hundezwinger zerreißen, in dem bereits die Würste für die kommenden Tage vorbereitet werden.

  • Auch wenn viele das nicht einsehen können: so frei wie in der westlichen Welt kann man kaum irgendwo sein. Man muss nur seine Nische finden.

    Konrad Adenauer hätte es nicht besser formulieren können. Wie überhaupt deine ganze Argumentation in diesem Beitrag sehr an die Weltanschauung eines typischen CDUSPDFDPGRÜNEN-Wählers erinnert.

    Zunächst mal: Es sagt rein garnichts über die Qualität eines Systems aus, wenn man weiß, dass es irgendwo anders ein noch schlechteres gibt.

    Wenn ich die Wahl habe, auf dem Scheiterhaufen verbrannt zu werden, durch Genickschuss hingerichtet zu werden oder "nur" lebenslang im Knast eingesperrt zu sein, mag der Knast vielleicht als die erstrebenswertere Alternative erscheinen... und ja, ich kann mich dort vermutlich auch besser selbstverwirklichen als wenn ich am Scheiterhaufen festgebunden bin.

    Aber ist das deshalb gleich ein Grund, ob dieser (immer noch beschissenen) Wahlmöglichkeiten in Jubel zu verfallen? Und ist es als Zeichen des Protests gegen solche beschissenen Wahlmöglichkeiten nicht völlig legitim, in einem Akt zivilen Ungehorsams das, was das System von einem erwartet (nämlich das Abstimmen), demonstrativ zu verweigern? Ob eine solche Verweigerung was bringt, ist dann wieder eine ganz andere Frage. Aber ich sehe auch nicht, wieso Nichtwählen schlimmer sein sollte als Scheiße zu wählen, wenn man nur Scheiße zur Auswahl hat.

    Dein Argument, dass ja jeder, der mit den bestehenden Wahlmöglichkeiten nicht zufrieden ist, seine eigene Partei gründen kann, ist ebenso schwach, denn so funktioniert es in der Realität einfach nicht.

    Zur Verdeutlichung mal ein kleines Beispiel: Ich will, dass die Maskenpflicht abgeschafft wird, und gründe deshalb die Anti Masken-Partei. Selbst, wenn meinen Forderungen 50 Prozent der Wähler zustimmen würden... es würde nur ein kleiner Bruchteil von ihnen deshalb meine Partei wählen, weil eine Partei nunmal mehr Programm braucht als nur die Forderung "Weg mit der Maskenpflicht." Ich brauche, um von den Wählern als ernsthaft wählbare Alternative wahrgenommen zu werden, auch ein Programm zu allen möglichen anderen Themen, zur Finanzpolitik, Innen- und Außenpolitik und zu Umweltfragen.

    Wenn ich es nicht habe, wird meine Partei nicht gewählt. Habe ich aber dann irgendwann auch zu allen anderen Themen ein fertiges Wahlprogramm, werden viele Menschen, die eigentlich meiner Anti-Masken-Idee positiv gegenüberstehen, meine Partei trotzdem nicht wählen, mit der Begründung, dass ihnen vielleicht meine Ideen zur Klimapolitik oder zur Rentenreform nicht gefallen.

    Fazit: Das Parteiensystem ist einfach Schwachsinn, völllig egal, wie du es auch schönzureden versuchst! Wenn, dann lass die Leute zu Einzelfragen direkt abstimmen, dann kann jeder die Maskenpflicht abwählen, aber gleichzeitig sich eine Wirtschafts- und Umweltpolitik raussuchen, die ihm am meisten behagt.

    Hätten wir ein solches System, wäre ich vermutlich auch deutlich eher dazu geneigt, deiner These, dass man unbedingt wählen gehen sollte, zuzustimmen.

    Doch nein... zum Thema Volksabstimmungen kommt ja dann gerade von Leuten wie dir, die das etablierte Wahlsystem als "demokratisch" und "gerecht" verteidigen, reflexartig das Argument, dass Volksabstimmungen nur den Populisten in die Hände spielen. Sprich: Man muss das Volk in manchen Dingen bevormunden, weil es sonst blöde Entscheidungen treffen würde. Dann sollte man die parlamentarische Demokratie aber bitteschön auch mit dem Argument "Die Menschen sind zu blöd, daher brauchen wir eine Partei und kluge Berufspolitiker, die ihnen vorgefertigte Päckchen schnüren" begründen... und nicht damit, dass die parlamentarische Demokratie die beste Möglichkeit ist, jedes einzelne Individuum bestmöglichst zu vertreten.

  • Und ist es als Zeichen des Protests gegen solche beschissenen Wahlmöglichkeiten nicht völlig legitim, in einem Akt zivilen Ungehorsams das, was das System von einem erwartet (nämlich das Abstimmen), demonstrativ zu verweigern

    Das System erwartet es nicht, dem System ist dieses lästige Abstimmungsrecht, dieses ständige fragen, wer überhaupt ins heilige Haus darf, sogar ziemlich lästig. Leider ist es in der westlichen Welt so schwierig und auch gar nicht so beliebt, es einfach wie die Kollegen in der Wüste zu machen. Die sparen sich schon länger lästige Wahlen. Da wird einfach irgend ein König ernannt und der ist es dann eben. Gerne über Jahrzehnte.

    Was würden die arme Schweine in der Bevölkerung nur alles dafür tun, wenn sie auch mal gefragt werden würden, wenn sie offen und frei ihre Meinung in die Wagschale werfen könnten? Leider sind wir hier so satt, dass uns das fast schon lästig ist. Manch einer ist selbst zu faul ins Wahllokal zu gehen, weil es heute regnet (tatsächlich geht dann die Beteiligung zurück, so irre das auch klingt). Und manch andere verzichten gleich ganz drauf, dieses lästige Recht auszuüben, was derzeit (Tendenz fallend) unter 10 % der Weltbevölkerung überhaupt haben.

    Doch wenn es dann wieder darum geht, über Politiker herzuziehen, dann sind sie natürlich alle wieder mit dabei. An Änderung nicht interessiert gewesen, aber wenn man draufschlagen kann, lässt man sich natürlich nicht zweimal bitten.

    Aber ich sehe auch nicht, wieso Nichtwählen schlimmer sein sollte als Scheiße zu wählen, wenn man nur Scheiße zur Auswahl hat.

    Wieso kam dann von dir nie eine Unity-Partei als Gegenbewegung? Ich bin mir sicher, dass du auf dieser Ebene in den letzten 20 Jahre mehr Leute zusammengetrommelt hättest, als die Handvoll User, die hier regelmäßig posten. Und darunter bin ich als Adenauer-Double schon einer der Aktivsten.

    Forderungen 50 Prozent der Wähler zustimmen würden... es würde nur ein kleiner Bruchteil von ihnen deshalb meine Partei wählen, weil eine Partei nunmal mehr Programm braucht als nur die Forderung "Weg mit der Maskenpflicht.

    Man denkt tatsächlich, dass es Wahnsinn ist, aber der wirkliche Wahnsinn ist ja, dass das wirklich so simpel funktioniert. Die afd hat als Anti-Euro-Partei eine Menge Leute um sich geschart (und das zu einem Zeitpunkt, als der Euro schon längst etabliert und von nahezu allen akzeptiert war - nämlich über ein Jahrzehnt nach seiner Einführung).

    Das hatten sie dann irgendwann aber abgelegt, weil sie etwas neues für ihr Ein-Themen-Wahlprogramm gefunden hatten. Das waren dann 2015 die Flüchtlinge, und seitdem ging so richtig die Post ab. Aber Hallo! Sie wurden schließlich in einigen Bundesländern aus dem Stand heraus die zweitstärkste Kraft, sitzen heute in allen Landtagen, im Bundestag und auch in jeder Politik-Talkrunde im Fernsehen. Und das trotz Skandale, menschenverachtenden Aussagen und durchweg zweifelhaften Auftritten. Das Konzept war so erfolgreich, selbst Laschet kopiert es mittlerweile.

    Ich brauche, um von den Wählern als ernsthaft wählbare Alternative wahrgenommen zu werden, auch ein Programm zu allen möglichen anderen Themen, zur Finanzpolitik, Innen- und Außenpolitik und zu Umweltfragen.

    Wie gesagt, das ist alles viel simpler. Und wenn schon: du bist doch kreativ! Überhaupt: wie man an deinen Threads, Videos und Songs sehen kann, hast du ja durchaus zu allen brennenden Fragen unserer Zeit eine Meinung, und mit der Unity-Philosophie verfügst du sogar über ein eigenes Parteiprogramm.

    Der Punkt, dass man ja klein anfangen muss... tja, da kann ich auch nichts für. Da mussten andere auch durch. Ob nun Abi-Absolventen, Häuslebesitzer, oder der Lokalpolitiker, der jedes Altenheim persönlich besuchte, nun aber seinen Stuhl direkt neben Peter Altmaier sicher hat.

    Schenken wird dir in dieser Welt jedenfalls keiner was, das solltest du doch am besten wissen.

    Wenn ich es nicht habe, wird meine Partei nicht gewählt. Habe ich aber dann irgendwann auch zu allen anderen Themen ein fertiges Wahlprogramm, werden viele Menschen, die eigentlich meiner Anti-Masken-Idee positiv gegenüberstehen, meine Partei trotzdem nicht wählen, mit der Begründung, dass ihnen vielleicht meine Ideen zur Klimapolitik oder zur Rentenreform nicht gefallen.

    Ja sorry, aber wenn man nur antritt, wenn einem vorher jemand garantiert, dass man auch wirklich gewinnen wird, dann wundert mich nicht, dass du von den westlichen Privilegien einer freien Wahl und eines Rechtsstaats nicht allzu viel hältst.

    Wenn, dann lass die Leute zu Einzelfragen direkt abstimmen, dann kann jeder die Maskenpflicht abwählen, aber gleichzeitig sich eine Wirtschafts- und Umweltpolitik raussuchen, die ihm am meisten behagt.

    Hätten wir ein solches System, wäre ich vermutlich auch deutlich eher dazu geneigt, deiner These, dass man unbedingt wählen gehen sollte, zuzustimmen.

    Tja und wo soll dieses Wahlsystem mit Volksentscheiden auf Bundesebene herkommen? Aus dem Nichts?

    Es gibt diverse Parteien, die genau das sich auf die Fahne geschrieben haben. Das Angebot steht. Durch Nichtannahme und weiterhin bockigen Rumsitzens mit verschränkten Armen, werden sie es garantiert nicht einführen. Es scheint ja keinen Bedarf zu geben.

    Doch nein... zum Thema Volksabstimmungen kommt ja dann gerade von Leuten wie dir, die das etablierte Wahlsystem als "demokratisch" und "gerecht" verteidigen, reflexartig das Argument, dass Volksabstimmungen nur den Populisten in die Hände spielen. Sprich: Man muss das Volk in manchen Dingen bevormunden, weil es sonst blöde Entscheidungen treffen würde.

    Hast du die Anarchonauten-Texte eigentlich selbst geschrieben oder gibt es da so etwas wie einen Ghostwriter? Falls nicht, dann solltest du die Gesellschaft und ihre Blödheit eigentlich gut genug kennen. Die Frage in der Volksabstimmung, ob man Ausländer in separate Stadtteile internieren sollte, würde jedenfalls in bestimmten Regionen gravierende Mehrheiten bekommen. Genau deshalb halte ich das tatsächlich für nicht ungefährlich. Trotzdem bin ich großer Fan von Volksabstimmungen. Nur eben mit der Regel, dass das Verfassungsgericht schon vorab klärt, ob die jeweiligen Fragen zur Disposition gestellt werden. So ist sichergestellt, dass der ganze menschenverachtende Dreck, der natürlich von unseren Pappenheimern kommen wird, ein Korrektiv erfährt und nicht ohne Sinn und Verstand wüten kann, so wie wir das ab '33 schon einmal hatten. Das Ende ist bekannt.

    Einmal editiert, zuletzt von Unmensch (14. August 2021 um 21:29)

  • Tja und wo soll dieses Wahlsystem mit Volksentscheiden auf Bundesebene herkommen? Aus dem Nichts?

    Es gibt diverse Parteien, die genau das sich auf die Fahne geschrieben haben. Das Angebot steht.

    Würdest du also sagen, es ist besser, AfD zu wählen, als nicht zu wählen?

    Immerhin sind die meines Wissens auch für Volksabstimmungen, und für die Abschaffung der GEZ-Gebühren, was ich auch sehr begrüßen würde. Ach, die sind auch für deutsche Leitkultur und Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge? Tja, ist zwar schade, aber man kann wohl nicht alles haben... aber ich will keine GEZ mehr zahlen, als weiß ich ja jetzt, was ich zu wählen habe! Danke, dass du mich vom Nichtwählen abgehalten hast. :=

    Außer der CDU sind übrigens die meisten Parteien mehr oder weniger für Volksabstimmungen

    Nun, dann warten wir doch einfach mal ab, bis es mal wieder die SPD und die Grünen an die Macht schaffen. Dann stehen uns rosige Zeiten bevor, und ich bin mir ganz sicher, ihre erste Amtshandlung wird garantiert die Einführung von Volksentscheiden sein. :blah: Und gleich danach wird Cannabis legalisiert!!! :420:

  • Würdest du also sagen, es ist besser, AfD zu wählen, als nicht zu wählen?

    Immerhin sind die meines Wissens auch für Volksabstimmungen, und für die Abschaffung der GEZ-Gebühren, was ich auch sehr begrüßen würde. Ach, die sind auch für deutsche Leitkultur und Schusswaffengebrauch gegen Flüchtlinge? Tja, ist zwar schade, aber man kann wohl nicht alles haben... aber ich will keine GEZ mehr zahlen, als weiß ich ja jetzt, was ich zu wählen habe!

    Ich empfehle dir den Wahl-O-Mat. Der ist genau dafür da, um sämtliche Parteien mit deinen Wunschidealen abzugleichen. Und du scheinst ja viele Wünsche zu haben. Aber wie das auch zu Weihachten ist, bekommt man von den 10 Dingen vom Wunschzettel am Ende vielleicht nur 9.

    Völlig skandalös, oder? Dann lieber aus Trotz gar nicht wählen.

    Den Denkirrtum, dem Nichtwähler dabei unterliegen, ist halt, dass sie statt 9 Geschenken dann eben kein einziges kriegen. Vielmehr stärken sie durch ihre fehlende Teilnahme jene Partei, die dafür steht, dir sogar frühere Geschenke wieder abnehmen zu dürfen. Das scheint für dich ja das verlockendere Szenario zu sein.

  • Ich empfehle dir den Wahl-O-Mat.

    Den mach ich. Leider geht der für die aktuelle Wahl erst am 2. September online. Na gut, warte ich einfach mal. Mal gucken, was da so für Themen kommen, für die ich mich vorher gar nicht interessiert habe....... oder von denen ich nichts gewusst habe. Aber interessiert mich schon irgendwie, welche Partei der mir ausspuckt.

  • Und gleich danach wird Cannabis legalisiert!!!

    Das wäre cool.

    Was man halt nicht vergessen darf, auch wenn alles ach so scheiße ist, es gibt auch sehr viele Kleinparteien.

    Ich wäre ja eh für mehr Vielfalt im Bundestag. Wo diskutiert werden muss, warum es klüger wäre, das und das durchzubringen.

    Quasi nach der Aussage von die Partei: Wenn wir oben sind, entscheiden wir nichts, weil wir uns nicht auskennen, sondern holen Leute, die es besser wissen.

    Selbst wenn die Kleinpartei kein Erfolg hat, ist es immer noch besser als nicht zu wählen und sich dann zu beschweren. Wenn alle Nichtwähler eine Kleinpartei wählen, ist sie auch nicht mehr klein.

    Ich kann mir einen Bundestag vorstellen wo 3-5 Parteien sich einig sein müssen, damit was durchgesetzt wird. Und 5-10 sind anwesend.

    Ich werde schon wählen.

    Eine Partei auf zu machen, Ist mir zu anstrengend, habs nicht mal mit dem Verein geschafft. Dann Leute noch von ausgerechnet "meiner" Sache überzeugen... Nö. Ich glaube in dieser Rolle sehe ich mich nicht.

    Dieses Jahr wirds wieder "Die Linke".

    Dessen Programm ist recht gut. Nicht alles, aber vieles.

    Und wenn ichs richtig sehe, sind sie von ihrem "Schafft die EU ab" - Plan auch schon abgewichen. Wobei ich per se nix dagegen hätte. Ich könnte es mir mit Bündnissen auch recht fair, sozial und kommunikativer vorstellen.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Ich finde ebenfalls, dass es effektiver ist, wählen zu gehen, um seinen Unmut auszudrücken, als nicht. Ich meine, es treten ja – wie gesagt – mehr als die paar gängigen Parteien an, da kann man nicht gerade behaupten, man hätte überhaupt keine Auswahl.

    Natürlich ist es eher unwahrscheinlich, dass eine kleine Partei in den Bundestag einzieht und dort entscheidend etwas beeinflussen kann. Man sollte aber auch nicht vergessen, dass Nichtwähler schon eine gewisse Macht hätten. Bei der letzten Bundestagswahl wären sie – wären sie in das Ergebnis eingeflossen – zweitstärkste Fraktion geworden.