Würde man sich eine freiwillige Diktatur vorwerfen?
Ja. Und das vollkommen zu Recht. Wer auf eine Entscheidungsfrage mit einem "mir egal" antwortet, ist offenkundig mit dem zufrieden, was er bekommt.
Wenn ihm das Ergebnis hinterher doch nicht gefällt, sagt das eine Menge über das Logikverständnis von jemanden, der satt werden will, aber in den Hungerstreik tritt.
Der allgemeine Irrtum ist, dass die Leute die Wahlfrage vergleichen mit der Situation, dass ihr Partner zum Bäcker geht und vorher fragt, ob Brötchen oder Kuchen mitgebracht werden soll. Wenn es dann doch nur Brot vom Vortag gibt, flippen die ganz Dummen aus und schreien Diktatur, während die nur halb so Dummen sich aber gleichsam im Hass verlieren, weil nun 82 Millionen nicht das kriegen, was man selbst gerne hätte - ohne dabei allerdings diesen Wunsch formuliert zu haben. Ich nenne es das Ya-Syndrom. Er will Admin werden, aber wenn sich jemand stark dafür macht, gibt er sofort zu verstehen, dass jegliche Bemühungen eingestellt werden sollen, weil nur so sein Ziel erreicht werden kann.
In Wirklichkeit wird das natürlich nicht funktionieren. Und genau deshalb sind Nichtwähler für mich ziemliche Volltrottel. Sie wirken indirekt darauf ein, dass sie das bekommen, was sie nicht wollen. Nämlich weil dann einfach irgend etwas anderes geliefert wird. Und das wird immer das sein, was derzeit an der Macht sitzt, da diese mit Sicherheit nicht versäumen werden, sich selbst zu wählen.