Die Unity-Philosophie

Es gibt 108 Antworten in diesem Thema, welches 31.371 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. August 2026 um 20:09) ist von Dian.

  • - Wunsch nach mehr Abschottung und Abwehr 'unerwünschter Menschen'

    Wenn du es unbedingt als "Rechtsruck" bezeichnen magst, dann wird das wohl am ehesten auf diese Thematik zutreffen, dass ich ein paar meiner früheren Ansichten heute etwas differenzierter sehen würde. Aber ich muss dir ja nicht erzählen, aus welcher Zeit ich bzw. wir kommen, und wie das damals in den 90ern noch war, als Asylantenheim brannten und Skinheads durch die Straßen marschiert sind. Da fiel es wahrlich nicht schwer, sich zu positionieren und für eine Seite zu entscheiden, und es war selbstverständlich, als intelligenter aufgeklärter Mensch "gegen Nazis" zu sein.

    Seither hat sich viel geändert, und die Dinge sind eben doch ein bisschen komplizierter geworden, auf so vielen verschiedenen Ebenen,

    Vielleicht noch hierzu, auch vor dem Hintergrund der furchtbar überraschenden gegenwärtigen Entwicklungen in der AfD:

    Ich kenne einige Menschen im Osten, die die 'Baseballschlägerjahre' von Anfang bis Ende miterlebt haben und die u.a. an der Verteidigung von Zentren bzw Vierteln beteiligt waren. Es mag sein, dass wir heute nicht mehr in der Form mit rechter Straßengewalt konfrontiert sind, wie es in den 90ern der Fall war. Trotzdem würde keiner von den Leuten sagen, dass es heute 'besser' ist oder dass sich irgendwelche Fronten verschoben hätten. Wir erleben eine beispielslose Faschisierung breiter Teile der Bevölkerung, da kann die Front der Verharmloser (in deren Horn auch du bläst) so lange dagegen anreden, wie sie will. Es sind ja primär Konservative, die hier verharmlosen, da sie sich selbst eine 'Rückkehr zu den alten Werten' wünschen. Für Menschen, die ein Problem mit Autorität und 'überkommenen Wertvorstellungen' haben, sollte vollkommen klar sein, wo der Feind steht. Dass neue Probleme hinzugekommen sind, ändert daran überhaupt nichts. Auch mit dem Islamismus und der Gewalt durch migrantische Bandenstrukturen wird man angemessen umgehen müssen. Nur geht die politische Gefahr hierzulande nun mal eindeutig von Rechts aus, und nein, die Rechten haben in keiner Weise 'freiheitliche' Positionen vertreten, es sei denn, man ist so blöd, die Ablehnung von Masken zum elementaren Bürgerrecht zu verklären.

    Ich denke, wir sind über den Punkt weit hinaus, in dem der Fokus aus Überzeugungsarbeit liegen sollte. Natürlich kann bzw sollte man mit den Leuten reden, die politisch unentschlossen sind. Aber der rechten Symbiose aus Mob und Elite (eine Kerneigenschaft des Faschismus) muss die Stirn geboten werden. Und jemand, der sich selbst als 'Anarchist' begreift, sollte die legitime und notwendige Kritik an politischen Fehlentwicklungen nicht mit dem existenziellen Kampf gegen Faschismus und autoritäre Formierung auf eine Stufe stellen.

    Why do we fall?

  • Wie gesagt, ich sehe bei dir eher viel 'Essenzialismus' , die Suche nach dem 'natürlichen', 'edlen' und 'freien' Individuum. Vielleicht so wie bei radikalen Reformern wie Thoreau, aber eben nicht im Sinne von Leuten wie Bakunin oder Machno ;)

    Naja, es gibt eben auch nicht DEN Anarchismus, sonst würde auf der Wikipedia-Seite über Anarchismus auch nicht der halbe Artikel nur von den Unterschieden zwischen den verschiedenen anarchistischen Strömungen handeln. ;) Irgendwelche anarchistischen Feminist*innen, die sich über kulturelle Aneignung und toxische Männlichkeit aufregen, haben mit Machno und Bakunin vermutlich auch nicht all zu viel gemeinsam, außer halt dem Grundegedanken, auf den man sich einigen kann, dass man eine Herrschafts- bzw. Hierarchielose Gesellschaft anstrebt. Und dann gibt's eben auch noch den Individualistischen Anarchismus, Zitat Wikipedia:

    Zitat

    Der individualistische Anarchismus ist eine im 19. Jahrhundert in Nordamerika entstandene Lehre, die das Individuum und seine Interessen als Mittelpunkt der Gesellschaft ansieht, der keinen Gegensatz zu den vorgenannten sozial orientierten Formen darstellt und in Opposition zum Kollektivismus steht. Die individualistische Strömung wurde in den USA vor allem von Benjamin Tucker entwickelt. In Deutschland vertrat ihn der Anarchist und Schriftsteller John Henry Mackay, der sich hauptsächlich auf Benjamin Tucker und Max Stirner berief.[19] Der Individualanarchismus wird häufig als Extremform des Liberalismus beschrieben.

    Der Gegensatz zwischen Individualismus-Egoismus und Kollektivismus-Altruismus stellt eine wichtige anarchistische Auseinandersetzung dar.

    Dass ich eher in diese Richtung tendiere, als in Richtung Anarcho-Syndikalismus oder ähnliches, sollte klar sein. Ich sehe mich nun aber auch nicht als radikaler Liberaler oder sowas, da dies ja meistens mit impliziert, dass man wirtschaftspolitisch für einen freien Markt ist und den Kapitalismus ganz gut findet, oder zumindest keine Probleme damit hat. Aber dass der Kapitalismus eine ziemlich kranke Scheiße ist, sag ich ja nun auch wirklich schon seit es das Forum gibt. Nur ist das Entwickeln von Alternativen dazu auch nicht unbedingt mein Spezialgebiet... aber Ansichten dazu geäußert habe ich ja durchaus hier und da mal.

    Ich würde dir auch nicht unterstellen, dass du einen freien Markt oder den Kapitalismus toll findest (wobei wir durchaus mal über dein Kapitalismusverständnis sprechen könnten ;)). Wenn du eher nach einem radikalen Liberalo als nach einem Anarchisten klingst, dann deswegen, weil in der praktischen Konsequenz der bürgerliche Staat für dich letzten Endes immer den Bezugsrahmen bildet. Sieht man ja schön an deiner Themenwahl im Forum (Wahlen; Was macht die Regierung falsch? Forderung nach Grundeinkommen etc.) und vor allem auch an der Art und Weise der Politikerschelte (siehe AfD-Debatte), nach dem Motto 'Die Politiker hören dem einfachen Volk nicht zu' etc., was dann wieder zu Verständnis für Populisten führt.

    Das sind bürgerliche Reflexe. Ich persönlich lege ja keinen großen Wert mehr darauf, mir ein Label wie 'anarchistisch' anzuheften, aber versuche schon größtenteils, nicht dieser Logik zu erliegen. Soll heißen: In der Art und Weise, wie wir mit den Krisen und Problemen umgehen, sollte der Blick doch auf die eigenen Möglichkeiten gerichtet sein, anstatt darauf, dass andere gefälligst alles für uns zu regeln hätten. Anarchismus heißt nicht nette Gedankenspiele über utopische Zustände anzustellen, sondern Verantwortung zu übernehmen, sich jenseits der Logik von Macht und Herrschaft zu bewegen. Es heißt übrigens auch nicht nachzuplappern, was man irgendwo bei Stowasser oder Graeber gelesen hat ;-)

    Why do we fall?

  • Verzeiht, dass ich mit geringfügiger Verzögerung antworte. Hier ist meine Kritik zu "Der Fremde".

    Ich mag Geschichten, in denen das normale Leben als etwas Seltsames und Fremdartiges betrachtet wird. Ich habe mich als Kind selbst einmal zum Außerirdischen erklärt und diesen Planeten zu einem rückständigen Ort, an dem ich nicht wirklich zuhause bin. Und ich kann diese Entscheidung heute noch vollkommen nachvollziehen. Momentan wieder ganz besonders. Deshalb trifft die Prämisse von "der Fremde" schonmal einen Nerv.

    Obwohl mir visuelle Beschreibungen wichtig sind, finde ich es hier passend, dass das Aussehen des Fremden oder seines Raumschiffes nicht beschrieben wird. Es soll ja nicht die Fremdartigkeit des Fremden betont werden, sondern man soll seine Perspektive einnehmen. Da er seinen persönlichen Eindruck von einer Welt erläutert, die er nicht kennt, sind Unsachlichkeiten diesbezüglich nicht so schlimm, auch wenn ich ähnliche Probleme sehe, wie im ersten Teil des Buches. Trotzdem ist es unterhaltsam. Ich frage mich, wie lange der Fremde sich auf der Erde aufhält. Hat er genug Vorräte dabei? Ist ja nicht so, dass man auf dieser Welt einfach so an lebensnotwendige Dinge kommt. Für alles braucht man Dokumente, Genehmigungen, Ausbildungen.

    Dass er nachts auf dem Hügel ein verständnisvolles Mädchen trifft und keinen besoffenen Penner oder misstrauischen Ordnungshüter, kann auch nur in einer fiktiven Geschichte passieren.

    Interessant sind die Beschreibungen seines Heimatplaneten. Die Individualität, die sich im Aussehen der Leute, ihren Beziehungen und der Gestaltung ihres Lebensraumes ausdrückt finde ich sehr erstrebenswert. Genau so ist das in meiner Idealwelt auch. Was mir auch gefällt, ist die allgemeine Achtung vor den Bedürfnissen der Menschen, dass alle als gleichwertig anerkannt werden, dass auch Kinder ein Mitspracherecht haben, dass auf Rehabilitation statt auf Strafe gesetzt wird. Und dass Bildung und Arbeit locker gehandhabt werden, ohne Konkurrenzkampf, Karrierismus und Bürokratie. Allerdings machst du es dir sehr einfach, der Computer bringt einem schnell mal alle nötigen Fähigkeiten bei, die Kanalisation wird im Vorbeigehen gereinigt...Manche Arbeit ist tatsächlich anstrengend und schmutzig oder erfordert eine lange Ausbildung und viel Erfahrung. Manches ist auch widersprüchlich, z.B. wird aggressives Verhalten geächtet, aber Könige köpfen und Schulen abbrennen ist in Ordnung. Ich glaube in so einer Gesellschaft würden die Leute ihre Wut nicht an Gebäuden auslassen, sondern einfach alle geschlossen nach hause gehen und den Lehrer dumm aus der Wäsche gucken lassen. Aber so eine brennende Schule hat natürlich Symbolkraft und ist eine befriedigende Vorstellung, wenn man in seinem Kämmerlein sitzt und seinen Frust über die Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Ich mache das auch ständig.

    Ob es wirklich nichts bringen würde, wenn Außerirdische, die tatsächlich wohlmeinend sind, öffentlich auf der Erde landen, kann man nicht mit Sicherheit sagen. Dafür gibt es ja keine Vergleichswerte. Darüber Spekulationen anzufangen, führt mir jetzt aber zu weit.

    Von all deinen Geschichten ist es diese, in der ich am ehesten leben wollte. In den anderen ist ja immer alles am Arsch und die Protagonisten müssen sich als Untergrundkämpfer durchschlagen. Spannend zu lesen, aber für mich als ausgewachsene Sofakartoffel wäre das nichts.

  • Habe dein Buch endlich gelesen Dian und ich finde es sehr gut .

    Beim lesen konnte ich nicht mehr aufhören zu nicken 👍🏻

  • Nur ein Beispiel, wie es besser, kohärenter und kompakter geht:

    Humanism and Its Aspirations: Humanist Manifesto III, a Successor to the Humanist Manifesto of 1933 - American Humanist Association
    Humanism is a progressive philosophy of life that, without supernaturalism, affirms our ability and responsibility to lead ethical lives of personal…
    americanhumanist.org


    Humanism is a progressive philosophy of life that, without supernaturalism, affirms our ability and responsibility to lead ethical lives of personal fulfillment that aspire to the greater good of humanity.

    The lifestance of Humanism—guided by reason, inspired by compassion, and informed by experience—encourages us to live life well and fully. It evolved through the ages and continues to develop through the efforts of thoughtful people who recognize that values and ideals, however carefully wrought, are subject to change as our knowledge and understandings advance.

    This document is part of an ongoing effort to manifest in clear and positive terms the conceptual boundaries of Humanism, not what we must believe but a consensus of what we do believe. It is in this sense that we affirm the following:

    Knowledge of the world is derived by observation, experimentation, and rational analysis. Humanists find that science is the best method for determining this knowledge as well as for solving problems and developing beneficial technologies. We also recognize the value of new departures in thought, the arts, and inner experience—each subject to analysis by critical intelligence.

    Humans are an integral part of nature, the result of unguided evolutionary change. Humanists recognize nature as self-existing. We accept our life as all and enough, distinguishing things as they are from things as we might wish or imagine them to be. We welcome the challenges of the future, and are drawn to and undaunted by the yet to be known.

    Ethical values are derived from human need and interest as tested by experience. Humanists ground values in human welfare shaped by human circumstances, interests, and concerns and extended to the global ecosystem and beyond. We are committed to treating each person as having inherent worth and dignity, and to making informed choices in a context of freedom consonant with responsibility.

    Life’s fulfillment emerges from individual participation in the service of humane ideals. We aim for our fullest possible development and animate our lives with a deep sense of purpose, finding wonder and awe in the joys and beauties of human existence, its challenges and tragedies, and even in the inevitability and finality of death. Humanists rely on the rich heritage of human culture and the lifestance of Humanism to provide comfort in times of want and encouragement in times of plenty.

    Humans are social by nature and find meaning in relationships. Humanists long for and strive toward a world of mutual care and concern, free of cruelty and its consequences, where differences are resolved cooperatively without resorting to violence. The joining of individuality with interdependence enriches our lives, encourages us to enrich the lives of others, and inspires hope of attaining peace, justice, and opportunity for all.

    Working to benefit society maximizes individual happiness. Progressive cultures have worked to free humanity from the brutalities of mere survival and to reduce suffering, improve society, and develop global community. We seek to minimize the inequities of circumstance and ability, and we support a just distribution of nature’s resources and the fruits of human effort so that as many as possible can enjoy a good life.

    Humanists are concerned for the well being of all, are committed to diversity, and respect those of differing yet humane views. We work to uphold the equal enjoyment of human rights and civil liberties in an open, secular society and maintain it is a civic duty to participate in the democratic process and a planetary duty to protect nature’s integrity, diversity, and beauty in a secure, sustainable manner.

    Thus engaged in the flow of life, we aspire to this vision with the informed conviction that humanity has the ability to progress toward its highest ideals. The responsibility for our lives and the kind of world in which we live is ours and ours alone.

    Why do we fall?

  • Das ist sicher etwas, auf das man sich einigen kann als zivilisierter Mensch, als so eine Art kleinster gemeinsamer Nenner.

    Aber es ist ja auch sehr viel Auslegungssache... "and respect those of differing yet humane views." Da gehen die Meinungen dann schon weit auseinander, was noch humane Ansichten sind. Für manche ist schon "Ich lasse mich nicht impfen" eine inhumane Ansicht, andere finden es inhuman, von Polizisten durch den Park gejagt zu werden. Wieder andere finden Grenzkontrollen und Ablehnung von Flüchtlingen inhuman, andere finden es inhuman, nachts in der Großstadt Angst vor Vergewaltigern haben zu müssen. Und wie positioniert man sich als Humanist im Ukraine-Konflikt? etc.

    Mein Lateinlehrer war ja auch ein großer Humanist. Sein Problem war nur, dass er in der Zeit von Hermann Hesse stecken geblieben war. Er hat es gut gemeint und konnte nicht verstehen, warum ihn keiner versteht, und warum er ständig an seinen Schülern vorbeigeredet hat und keinen Zugang zu ihnen fand, obwohl er doch so voll war voller humanistischer Erziehungsideale.

    Das war fast schon eine tragische Gestalt. Und weil dem so ist, denke ich, es kann nichts schaden, gute Ideen von vielen Richtungen her anzugehen, damit auch Menschen Zugang dazu finden, die sonst damit vielleicht nicht so warmgeworden wären.

  • Das ist sicher etwas, auf das man sich einigen kann als zivilisierter Mensch, als so eine Art kleinster gemeinsamer Nenner.

    Aber es ist ja auch sehr viel Auslegungssache... "and respect those of differing yet humane views." Da gehen die Meinungen dann schon weit auseinander, was noch humane Ansichten sind. Für manche ist schon "Ich lasse mich nicht impfen" eine inhumane Ansicht, andere finden es inhuman, von Polizisten durch den Park gejagt zu werden. Wieder andere finden Grenzkontrollen und Ablehnung von Flüchtlingen inhuman, andere finden es inhuman, nachts in der Großstadt Angst vor Vergewaltigern haben zu müssen. Und wie positioniert man sich als Humanist im Ukraine-Konflikt? etc.

    Mein Lateinlehrer war ja auch ein großer Humanist. Sein Problem war nur, dass er in der Zeit von Hermann Hesse stecken geblieben war. Er hat es gut gemeint und konnte nicht verstehen, warum ihn keiner versteht, und warum er ständig an seinen Schülern vorbeigeredet hat und keinen Zugang zu ihnen fand, obwohl er doch so voll war voller humanistischer Erziehungsideale.

    Das war fast schon eine tragische Gestalt. Und weil dem so ist, denke ich, es kann nichts schaden, gute Ideen von vielen Richtungen her anzugehen, damit auch Menschen Zugang dazu finden, die sonst damit vielleicht nicht so warmgeworden wären.

    Vermutlich würden weitaus weniger Menschen dem Manifest zustimmen, als man denkt. Ich bin erstmals durch Matt Dillahunty darauf gestoßen, u.a. durch seine Podiumsdiskussion mit Jordan Peterson. In Zeiten des Trumpismus und des zunehmenden Einflusses radikaler religiöser Gruppen ist das mal eine andere Stimme aus den USA, die man vllt. etwas mehr wahrnehmen sollte. Nicht nur, wenn es um Themen wie Atheismus geht, sondern auch in Bezug auf einen im progressiven Sinne skeptischen Zugang zur Welt. Man lernt auch noch was über richtiges (philosophisches) Argumentieren bzw. logische Fehlschlüsse ;)

    Dass der Text offen und allgemein gehalten ist, ist sicherlich Absicht. Konkrete Dinge gehören in den Aushandlungsprozess und sind nicht Gegenstand einer verbindlichen Ethik - genau darum geht's ja auch beim 'secular humanism'.

    Totgesagt wurde der Humanismus in den letzten 150 Jahren schon oft und auch in versch. phil. Lagern. Wirkliche Alternativen wurden allerdings nicht präsentiert, im Gegenteil, wir sehen, dass diverse Ansätze gescheitert sind - Kulturkämpfe und rechte wie linke Identitätspolitik sind ein Ausdruck davon. Man dachte, das freie, vernunftbegabte Individuum nicht mehr in der Gleichung zu benötigen, und verließ sich stattdessen zu sehr auf Konstrukte der Kollektivität, sei es 'Volk', Klasse, Identität, etc.

    Vielleicht sehen wir den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr.

    Why do we fall?

  • Aktuell bin ich ja dabei, die Unity-Philosophie gründlich zu überarbeiten. Ursprünglich war geplant, sie einfach nur ein wenig zu updaten, auf einige aktuelle Entwicklungen einzugehen und ein paar besonders miese Formulierungen anders auszudrücken, vielleicht noch ein neues Kapitel einzufügen.

    Im Lauf der Zeit ist daraus dann aber doch fast schon eher ein komplett neues Werk geworden, in dem ich nur einige Passagen, die mir bei der alten Fassung besonders gut gefallen haben, übernommen habe. Aber über die Hälfte dürfte komplett neu geschrieben sein.

    Inhaltlich braucht übrigens niemand Angst zu haben, dass es jetzt einen großen Rechtsruck geben wird, nur weil ich in der neuen Version auch ein paar kritische Worte über den woken Moralismus, Corona-Maßnahmen oder die Flüchtlingsthematik mit eingebaut habe. Im Herzen bleibt die Unity-Philosophie natürlich anarchistisch, antikapitalistisch und ein Plädoyer für Vielfalt, Humanismus und individuelle Freiheit, und ich hoffe, dass ich das auch ganz gut rüberbringe, so dass das niemand missverstehen kann.

    Bis jetzt bin ich ganz gut im Zeitplan, der ja vorgesehen hat, dass ich das dieses Jahr noch fertig bekomme.

    Also ich denke mal, es wird dann Anfang 2026 ganz oder schrittweise online veröffentlicht. (Eine gedruckte Auflage in kleiner Stückzahl wird es für alle Interessierten natürlich später auch noch geben.) Gleichzeitig habe ich geplant, dazu eine Video-Reihe zu machen, in der ich das komplette Buch vorlese. Natürlich nicht am Stück, sondern auf viele kurze Videos verteilt.

    Dazu brauche ich aber erst noch das nötige Equipment, damit meine Bild- und Tonaufnahmen nicht mehr aussehen wie von 2011.

    Und diese Videos zu machen und zu veröffentlichen, ist dann auch sowas wie mein erstes Vorhaben für das Jahr 2026. Wie viel Zeit das insgesamt in Anspruch nehmen wird, kann ich bis jetzt noch nicht sagen.

    Aber ich hoffe, es wird ein bisschen Aufmerksamkeit generieren, und dass dadurch dann auch mal wieder ein paar neue User hier ins Forum finden werden, damit hier dann langfristig auch wieder etwas mehr Leben einkehrt.

  • Du verstehst wohl, dass ich diesbezüglich sehr skeptisch bin, denn ich sehe wie gesagt leider wenig 'anarchistisches' oder Humanistisches im Großteil deiner Kommentare zum politischen Zeitgeschehen, sondern meist eher einen zynisch abgeklärten bürgerliche Liberalismus. Also bitte, überrasche mich doch mal positiv.

    Why do we fall?

  • Inhaltlich braucht übrigens niemand Angst zu haben, dass es jetzt einen großen Rechtsruck geben wird, nur weil ich in der neuen Version auch ein paar kritische Worte über den woken Moralismus, Corona-Maßnahmen oder die Flüchtlingsthematik mit eingebaut habe. Im Herzen bleibt die Unity-Philosophie natürlich anarchistisch, antikapitalistisch und ein Plädoyer für Vielfalt, Humanismus und individuelle Freiheit, und ich hoffe, dass ich das auch ganz gut rüberbringe, so dass das niemand missverstehen kann.

    Solange du dabei nicht anfängst plötzlich wie Dieter Bohlen, Gottschalk oder all die anderen Boomer aus der Unterhaltungsbranche zu klingen ist alles gut ^_^

    Das Video veranschaulicht übrigens noch mal alles was ich in dem anderen Thread bereits schrieb. Scheinbar hat dieser Edelmetalle-Typ mittlerweile auch einen reichweitenstarken Kanal wo er lauter verschwurbelte Leute einlädt.

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi