Update zur Corona - Lage

Es gibt 2.035 Antworten in diesem Thema, welches 494.489 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. April 2024 um 10:44) ist von Lonewolf.

  • Aber lassen wir das, wir wollten ja hier keine kruden Faschismus-Vergleiche mehr aufstellen

    Ich denke das Hauptproblem bei der Sache ist, dass Leute den F. Begriff mit dem Holocaust gleichsetzen. Der Nationalsozialismus war eben ein Faschismus unter vielen, die passierten und noch passieren werden.

    Mehr sag ich dazu jetzt mal nicht. Neusprech unter Anarchisten XD Die Welt dreht am Rad...

  • Es wurde nie behauptet, dass der Impfstoff einen Corona nicht bekommen lässt. Das Prinzip wurde auch bei der Grippeimpfung all die Jahre zuvor nie verkündet. Es bewahrt einen lediglich vor schweren Verläufen, die mit einem tödlichen Krankheitsverlauf enden können.

    Ja, dann ist doch alles super. Dann sind jetzt ja alle Impfwilligen doppelt und bald auch dreifach geschützt, und auf den Intensivstationen landen nur noch die Personen, die das Risiko auf eigene Verantwortung eingegangen sind. Dann bräuchte man eigentlich nur noch zu sagen: Es stehen nur so und so viele Betten für Corona-Patienten zur Verfügung. Wenn mehr kommen, müssen eben welche auf dem Gang rumstehen und bekommen nur eine Not-Behandlung. Problem gelöst.

    Zumindest das ursprüngliche Problem, das man vor über anderthalb Jahren mal als Hauptproblem bezeichnet hat... nämlich die Alten und Schwachen zu schützen so lang, bis genügend Impfstoffe verfügbar sind.

    Ich versteh nicht, warum wir überhaupt noch weiter über dieses Thema reden müssen.

    Warum die Scheiße überhaupt noch weiter läuft, anstatt dass die Regierung einfach sagen würde: Die Maßnahmen werden jetzt aufgehoben, wer Angst davor hat, krank zu werden und im Krankenhaus keine Behandlung mehr zu bekommen, muss sich eben spätestens jetzt impfen lassen, oder er handelt komplett auf eigenes Risiko.

    Was viele Schwurbler verkennen und es lieber den bösen, freiheitsraubenden Maßnahmen andichten: der Staat hat eine nicht streichbare Fürsorgepflicht gegenüber seiner Bevölkerung. Sei es bei Elektroleitungen, die man nicht einfach verlegen kann, wie man lustig ist, oder auch aufdiktierte Hygienestandards in Restaurants, oder tausend anderen Bereichen. Man kann das gut finden oder nicht, aber es ist der faktische Status Quo - auch schon vor der Pandemie.

    Das kannst du gerne irgendwelchen bürgerlichen Schwurblern erzählen, die jahrelang mit übertriebenen staatlichen Eingriffen kein Problem gehabt haben, und erst durch Corona angefangen haben, staatliche Zwangsmaßnahmen kritisch zu sehen. Ich hab schon vor zwanzig Jahren in irgendwelchen Forenbeiträgen geschrieben, dass ich Gurtpflicht für faschistoiden Unsinn halte, ebenso wie sämtliche weitere Maßnahmen, die nur dazu dienen, Menschen vor Risiken zu schützen, die nur sie selbst betreffen. (Drogen, Kletter- oder Bade-Verbote, etc.)

    Dass der Staat seine Fürsorgepflicht ausübt, halte ich in manchen Bereichen für sinnvoll, etwa was die angesprochenen Hygiene-Standarts in Restaurants angeht. Aber die Debatte darüber, wie weit diese Pflicht geht und wo sie enden sollte, müsste mal ganz grundsätzlich geführt werden. Wobei ich ja die Befürchtung habe, die Mehrheit der Bevölkerung will vom Staat ganz gern bevormundet werden, auch wenn sie dann rumjammern wenn sie wegen paar KM/h zu schnell an irgendeiner völlig gefahrlosen Stelle ein hohes Bußgeld zahlen müssen. Unverantwortliche, asoziale Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen, halte ich jetzt auch nicht für völlig falsch, weil diese Menschen ja auch andere gefährden. Aber wo genau man die Grenzen zieht, ab wann der Staat eingreifen sollte, ob man das eher locker sieht oder ganz strikt auslegt... darüber sollte und muss diskutiert werden. Und ich finde eben, auch mit weniger staatlicher Kontrolle und Polizisten würde die Gesellschaft funktionieren, und wäre vermutlich auch noch ein bisschen lebenswerter, weil mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung und so, wodurch die Menschen langfristig betrachtet auch mündiger und intelligenter werden würden, als wenn man ihnen wie kleinen Kindern bis ins Detail vorkaut, wie sie sich zu verhalten haben.

  • Die Maßnahmen werden jetzt aufgehoben, wer Angst davor hat, krank zu werden und im Krankenhaus keine Behandlung mehr zu bekommen, muss sich eben spätestens jetzt impfen lassen, oder er handelt komplett auf eigenes Risiko

    Fände ich auch ok.

    Aber nur zur Rückfrage:

    Was wenn alle verfügbaren Plätze belegt sind und plötzlich Geimpfte reinkommen?

    Auch Notbetreuung oder wird da noch ein nicht-vorhandener Platz freigeschaufelt?

    Oooder ein Ungeimpfter vom Beatmungsgerät genommen und auf den Gang geschoben?

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Dann bräuchte man eigentlich nur noch zu sagen: Es stehen nur so und so viele Betten für Corona-Patienten zur Verfügung. Wenn mehr kommen, müssen eben welche auf dem Gang rumstehen und bekommen nur eine Not-Behandlung. Problem gelöst.

    Das was schlicht als "Betten" bezeichnet wird, meint im Ganzen natürlich auch medizinische Geräte, wie auch das zugehörige Pflegepersonal. Da hängt ein riesiger Rattenschwanz dran. Ein Covid-Patient wird ja nicht einfach in die Ecke geschoben und man wartet dann einfach däumchendrehend ab, so wie man das bei der Tiefkühlpizza kennt, die irgendwann von ganz alleine den Wunschzustand erreicht.

    Ich versteh nicht, warum wir überhaupt noch weiter über dieses Thema reden müssen.

    Warum die Scheiße überhaupt noch weiter läuft, anstatt dass die Regierung einfach sagen würde: Die Maßnahmen werden jetzt aufgehoben, wer Angst davor hat, krank zu werden und im Krankenhaus keine Behandlung mehr zu bekommen, muss sich eben spätestens jetzt impfen lassen, oder er handelt komplett auf eigenes Risiko.

    Nach wie vor steht dem die Fürsorgepflicht im Weg. Aus denselben Gründen hilft man auch den Strunzbesoffenen auf dem Oktoberfest wieder auf - oder pumpt ihnen den Rachen frei, statt sie an ihrem Erbrochenen ersticken zu lassen. Jeder hat auch dort gewusst, worauf er sich einlässt. Die halbe Welt kommt sogar extra angereist, um sich absolut bewusst die Kante zu geben. Das hat alles nichts mehr mit der natürlichen Auslese zu tun, die uns die Natur einst geschenkt hat. Wir greifen völlig bewusst in diesen Prozess ein. So wie auch potentielle Selbstmörder von den Gleisen gelockt werden, um sie zu überwältigen, damit sie trotzdem weiterleben. Ich sagte bereits: dieses Vorgehen kann einen gefallen (zum Beispiel wenn die Suizidabsicht wirklich Unsinn war, weil der Typ lediglich ein schlechtes Zeugnis bekommen hat), - man kann dieses Vorgehen aber natürlich auch durchaus ablehnen und es als gängelnden Eingriff in die persönliche Entscheidungsgewalt verstehen.
    Ein Staat, zumindest nach westlichem Standard, wird trotzdem niemals sagen: "jeder hat gewusst, worauf er sich einlässt. Da hat der Oktoberfestgast halt Pech gehabt"

    Das mag Otto Normal auf seinem Sofa vielleicht so denken, aber im Sinne eines Rechts- und Sozialstaat ist das halt nicht möglich, weil immer jemand dran sein wird. Und bei derartigen Entscheidungen wären das gleich Staatssekretäre, Innenmister, Gesundheitsminster, bis hin zum Kanzler, der politische Verantwortung dafür übernehmen müsste. Das kostet den Hut - und den will niemand hergeben.

    Ganz ehrlich betrachtet mag es ja auch legitim sein, so einen besoffenen Raufbold, der die Rettungssanitäter noch bedroht, tritt und anspuckt, einfach seinem Schicksal zu überlassen. Aber wenn der 15-jährige Max sich das erste Mal abgeschossen hat und seinen Pegel noch nicht kannte (oder seine Kumpel es witzig fanden, ihm etwas Wodka beizumischen), dann ist es plötzlich doch nicht mehr ganz so fair nach der Methode "jeder wusste, worauf er sich einlässt" zu verfahren. So wie halt eine Todesstrafe nur solange vermeintlich Auge um Auge vollstreckt wird, bis man sich das erste Mal beim Urteil irrt.

    Eigentlich bin ich ganz froh, dass hierzulande Menschenleben noch etwas gelten. Das ist weltweit eher nicht die Regel, sondern schon ein ziemlicher Luxus, den wir uns da leisten.

    Wunderte mich damals sowieso, dass wir hier in Germoney sogar die geliebte Wirtschaft vor die Wand gefahren haben, nur um Menschenleben von hauptsächlich jenen zu retten, die dem Bruttosozialprodukt sowieso nichts einbringen, sondern nur jeden Monat einen Haufen Rente kosten. Fand ich irgendwie schon einen recht beeindruckenden Move. Es gibt nur wenige Sachen, wo der Staat seinen Bürger mal tatsächlich etwas voraus hat. Das ist zum einen die beharrliche Verweigerung die Todesstrafe einzuführen, und zum andern die Wertschätzung eines JEDEN Menschenleben - sogar noch vor der Wirtschaft, während in Teilen der Bevölkerung längst schon die soziale Kälte zum Vorschein kam, dass man die Alten doch einfach verrecken lassen soll... mein Gott, nächsten Monat wären die doch vermutlich sowie gestorben.

    Ich bin froh, dass wir uns diesen niederen Instinkten nicht hingegeben haben - und uns auch jetzt nicht hingeben, obwohl doch eh nur die doofen Schwurbler dran verrecken würden, weil sie kein Intensivbett mehr bekämen, da sämtliche Maßnahmen gestoppt worden sind.

    Ich hab schon vor zwanzig Jahren in irgendwelchen Forenbeiträgen geschrieben, dass ich Gurtpflicht für faschistoiden Unsinn halte, ebenso wie sämtliche weitere Maßnahmen, die nur dazu dienen, Menschen vor Risiken zu schützen, die nur sie selbst betreffen. (Drogen, Kletter- oder Bade-Verbote, etc.)

    Also ich finde, dass bei so einem Gurt Aufwand und Nutzen schon in einem absolut okayen Verhältnis liegen. Hätte man ihn damals nicht eingeführt, niemand würde ihn heute verwenden. Angesichts des tatsächlich vorhandenen Nutzens eine ziemlich dumme Sache, da freiwillig drauf zu verzichten. In etwa so, wie mitten in einer Pandemie einen Impfstoff zu verweigern, durch den vor allem der Fortbestand der verhassten Maßnahmen steht und fällt (und das Risiko, qualvoll zu ersticken, würde man außerdem noch eliminieren). Doch wie ich dich einschätze, putzt du dir auch nicht die Zähne und deine Haustür machst du auch nicht zu, wenn du gehst. Was soll schon passieren...

    Wobei ich ja die Befürchtung habe, die Mehrheit der Bevölkerung will vom Staat ganz gern bevormundet werden, auch wenn sie dann rumjammern wenn sie wegen paar KM/h zu schnell an irgendeiner völlig gefahrlosen Stelle ein hohes Bußgeld zahlen müssen. Unverantwortliche, asoziale Fahrer aus dem Verkehr zu ziehen, halte ich jetzt auch nicht für völlig falsch, weil diese Menschen ja auch andere gefährden.

    Und nun rate mal, wie man üblicherweise auf diese "unverantwortlichen, asozialen Fahrer" stößt? Die melden sich ja nicht freiwillig zur Führerscheinabgabe. Die fallen ja überhaupt erst durch ihr Übertreten von jenen Regeln auf, die du am besten alle abschaffen würdest.

    Nur: wenn alles erlaubt ist, wie kann es dann noch eine Messlatte für rücksichtslose, asoziale Fahrer geben?

    Manchmal bedingt das eine einfach das andere. Klar, selbst geblitzt werden will niemand, aber hemmungslose Raser findet auch keiner gut.

    Die Mieten können schön hoch sein, damit in meiner Gegend bloß kein Flüchtlingsheim gebaut wird, aber ich will natürlich weiterhin günstig wohnen und nicht wegziehen müssen, weil ich es mir nicht mehr leisten kann.

    Und so ließe sich das endlos fortsetzen. Am Ende sind die Dummen immer nur die Anderen. Und weil ausnahmslos jeder so denkt, findet immer jeder den anderen asozial und dumm, man selbst macht aber alles richtig und braucht diese jämmerlichen Verbote nicht.

    Jedoch: wenn man sich immer so korrekt verhält, was tangieren einen dann überhaupt irgendwelche Blitzeranlagen?

    Exakt an so etwas wird das Vorhaben einer bedingungslosen Anarchie immer scheitern.

    Ich finde es doch auch albern, wenn im Elektronikladen die teuren Geräte alle weggeschlossen sind und der Mitarbeiter immer ganz genau neben mir stehenbleibt, wenn er sie mir mal aushändigt. Total unnötig, was unterstellt der mir eigentlich? Ich bin eine komplett ehrliche Haut, von mir aus könnten wir uns dieses ganze Theater sparen! Tja..und dennoch wird er, selbst wenn er mir glaubt und mich lange kennt, trotzdem nicht damit anfangen, die hochpreisigen Waren einfach so rumliegen zu lassen, damit sie jeder sich nach Bedarf anschauen und sie ausprobieren kann... ohne Regeln, ohne höhere Instanz daneben.

    Anhand des Beispiels siehst du, dass ich gewiss kein Fürsprecher für Einschränkungen und Verbote bin, aber ich verschließe mich eben auch nicht völlig fanatisch aus der immer gleichen Ich-Perspektive gegen die durchaus validen Punkte der Gegenseite. Und das kann der Elektronikhändler sein, wie auch das Pflegepersonal in Krankenhäusern. Oder aber der Politik, die natürlich lange auch schon kein Bock mehr auf Corona hat, weil das sogar politisch bekanntlich bis zum Thronsturz einer Partei führen kann, von der man dachte, sie würde bis in alle Ewigkeiten weiterregieren.

    Corona ist so komplett durch, ich denke da spreche ich für die gesamte Weltbevölkerung. Aber es ist eben nicht so einfach, dass man ein Virus einfach per Dekret in den Ruhemodus versetzt und ansonsten halt im Baumarkt etwas Holz kauft und schnell ein paar Betten zusammenschraubt, die man dann in irgend eine riesige, leerstehende Lagerhalle stellt, und anschließend meint, das Problem mit den fehlenden Betten gelöst zu haben.

    Und ich finde eben, auch mit weniger staatlicher Kontrolle und Polizisten würde die Gesellschaft funktionieren, und wäre vermutlich auch noch ein bisschen lebenswerter, weil mehr Freiheit und mehr Eigenverantwortung und so, wodurch die Menschen langfristig betrachtet auch mündiger und intelligenter werden würden, als wenn man ihnen wie kleinen Kindern bis ins Detail vorkaut, wie sie sich zu verhalten haben.

    Wie gesagt: du weißt das, ich weiß das auch. Aber anderswo wissen Menschen noch nicht mal, dass man auf keine Journalisten einprügelt, nur weil man eine Kamera sieht. Diese Gesellschaft ist so dermaßen am Abgrund - und das ist sie eben nicht, weil es zu viele Polizisten gibt, die sie so verdorben hat.

    Diesen Trugschluss unterliegen die Nazis schon seit vielen Jahrzehnten. Denn was würde denn passieren, wenn man ihnen alle ihre Ausländer wegnimmt und es keine mehr im Land gibt?

    Plötzlich würden sie feststellen, dass ihre Probleme immer noch die gleichen sind, obwohl doch gar keine Flüchtlinge mehr da sind. Und erst dann findet bei den meisten ein Erweckungsmoment statt. Aber halt wirklich erst dann. Warum nicht vorher?

  • a) Würdest du dich als Globalist bezeichnen?

    Ja, im Sinne dessen, dass ich kein Nationalist bin und das ich Grenzen von Staaten als vollkommen überflüssig erachte, da sie nur dazu da sind zu trennen, anstatt zu vereinen. In der Biologie haben Grenzen seit jeher eine schützende Funktion, welche ja oftmals auch sinnvoll ist, aber Grenzen von Staaten sind nicht natürlich enstanden, sie wurden mit der Gründung von Nationalstaaten in den Sand gezogen und somit kann man sie auch nicht mit einer biologischen Funktion vergleichen. Die Menschheit ist eine Familie und wir brauchen keine Grenzen, um miteinander zu leben. Ich sehe mich nicht als Globalist im Sinne der Big Player der Wirtschaft. Von rechts kommt ja gerne der Vorwurf, dass sich links als naive Bücklinge dem "Großkapital" und "Globalisten" untertänigst als freiwillige Fußtruppen andienen. Nur das sie halt nicht erkennen, dass die Ziele nicht die selben sind und das "wir" niemals vereint "marschieren".

    b) Als kapitalistischen Globalisten?

    Welch dämliche Frage ... Darauf kann ja auch nur ein Ancap kommen, aber du bist ja keiner, sagtest du.

    Entweder man ist theoretischer Anarchist oder Kapitalist.

    c) Oder anders gefragt, glaubst du, dass der kapitalistische Globalismus dir als Anarchist hilft?

    Der Kapitalismus "hilft" uns allen, da wir unfreiwillig Nutznießer und Profiteure dieses Systems sind. Danach hat am Ende aber halt keiner gefragt, aber es ist halt dennoch so. Die Ziele sind natürlich absolut nicht identisch und aus dieser Sicht hilft er natürlich überhaupt nicht, da die Machtstukturen von staatlicher Ebene nur auf die Wirtschaftliche wechseln. Das kann einen Anarchisten nicht wirklich erfreuen ...

    d) Bist du nationalist oder anti-nationalist?

    2te dämliche Frage, welche schon mit a) beantwortet ist. Natürlich bin ich Antinationalist. Die einzige Nation, die für mich mittlerweile einen Sinn ergibt, ist Israel. Um das Existenzrecht des israelischen Staates soll es aber nun im Coronathread nicht auch nocht gehen.

    e) Gibt es nicht-fschistischen nationlismus?

    Natürlich gibt es diesen. Nationalismus und Faschismus sind nicht identisch, obwohl von ihrem Ansinnen vielleicht ähnlich.

    Frag dich die Fragen lieber mal selber, dass könnte für dich vielleicht sogar sinnvoller sein, als von mir die Antworten darauf zu bekommen.

  • Es gibt eigentlich keine dämlichen oder dummen Fragen, sonst würde der Fragesteller sie ja nicht stellen. Allerdings sind die Motive nicht immer die gleichen und ab und zu stellt sich mir halt die vielleicht auch dämliche Frage, ob es nicht sinnvoller gewesen sei, der Fragensteller hätte sich vor seiner Frage selber im Geiste um Antwort bemüht.

  • Ich kritisiere an der Antifa, dass es da kaum Protest in Richtung Coronamaßnahmen gibt, dass die teilweise restriktiver auftreten als der Staat und das es kaum Differenzierung gibt wenn Reizwörter wie Kapitalismus, Verschwörungstheorie, Impfgegner/kritiker, usw. verwendet werden oder Sympathien mit Geächteten geäußert werden. Es reicht schon ein nicht vorhandener oder falscher Neusprech.

    Das kritisiere ich, wie gesagt, auch. Ich hatte ja das Beispiel mit den antifaschistischen Demos gegen die Ausgangssperren genannt, die es durchaus gab. Nur waren diese entweder zu wenige bzw. marginal oder sie wurden nicht angemessen beworben. Dass es in Stuttgart solche Aktionen gab, hab ich z.B. erst im Nachhinein mitbekommen.

    Mitbekommen habe ich aber ein wenig die kontroversen Debatten innerhalb von Gruppen, die eben in der Frage oft gespalten sind. Dass noch restriktivere Maßnahmen von einigen gefordert wurden - z.B. vom Campact-Magazin - ist übel und hat dieses in meinen Augen auch disqualifiziert.

    Das Problem ist eben auch, dass sich mehrere Fronten auftun. Und ich kann es schwer denjenigen verübeln, die sich auf den Kampf gegen rechte Strukturen fokussieren, dass sie sich nicht mit einem Corona-Protest gemein machen wollen, der auf dem rechten Auge völlig blind ist. Man reagiert z.B. in Leipzig vollkommen zurecht allergisch auf einen 'Protest' , in dessen Reihen Personen akzeptiert werden, die sich am Überfall auf Connewitz beteiligt haben.

    Wir leben in immer fragiler werdenden Zeiten. Ich sehe eine große Gefahr darin, dass sich faschistische Bewegungen gesellschaftliche Instabilität zunutze machen werden, vor allem, da diese Rechte wie gesagt bereits Teil der staatlichen Organe ist. DAS ist faschistische Bedrohung, und nicht die Tatsache, dass Ungeimpfte keine Freizeitangebote mehr nutzen können. Viele haben eben völlig den Blick für jede Relation verloren.

    Why do we fall?

    2 Mal editiert, zuletzt von Lonewolf (10. November 2021 um 11:40)

  • Fände ich auch ok.

    Aber nur zur Rückfrage:

    Was wenn alle verfügbaren Plätze belegt sind und plötzlich Geimpfte reinkommen?

    Auch Notbetreuung oder wird da noch ein nicht-vorhandener Platz freigeschaufelt?

    Oooder ein Ungeimpfter vom Beatmungsgerät genommen und auf den Gang geschoben?

    Es ist tatsächlich etwas wohlfeil, zu fordern, dass uneinsichtige Ungeimpfte doch einfach nicht mehr behandelt werden können/sollten.

    Wir wissen alle, dass das nicht passieren wird. Wir wissen auch, dass das kaputtgewirtschaftete Gesundheitssystem nicht in ein paar Monaten reformiert werden kann. Und wenn die derzeitige Tendenz anhält, werden es eben die Ungeimpften sein, die die Krankenhäuser über die Belastungsgrenze hinausführen. Was ist also die realistische Perspektive?

    Why do we fall?

  • Und ich kann es schwer denjenigen verübeln, die sich auf den Kampf gegen rechte Strukturen fokussieren, dass sie sich nicht mit einem Corona-Protest gemein machen wollen, der auf dem rechten Auge völlig blind ist. Man reagiert z.B. in Leipzig vollkommen zurecht allergisch auf einen 'Protest' , in dessen Rehen Personen akzeptiert werden, die sich am Überfall auf Connewitz beteiligt haben.

    100%

  • Wunderte mich damals sowieso, dass wir hier in Germoney sogar die geliebte Wirtschaft vor die Wand gefahren haben, nur um Menschenleben von hauptsächlich jenen zu retten, die dem Bruttosozialprodukt sowieso nichts einbringen, sondern nur jeden Monat einen Haufen Rente kosten. Fand ich irgendwie schon einen recht beeindruckenden Move.

    Ja, das war schon sehr menschenfreundlich von unserem Staat.

    Hellhörig könnte man höchstens werden, wenn man darüber nachdenkt, dass beispielsweise auch Staaten wie China so menschenfreundlich waren, ihre Wirtschaft an die Wand zu fahren, nur um die Kranken und Alten zu retten. Denn China hätte ich eine solche Menschlichkeit noch viel weniger zugetraut, wenn man sieht, wie die sonst mit ihrer Bevölkerung umgehen.

    Was mich dann auch gleich zu dem Gedanken bringt, dass China vielleicht ganz andere Gründe hatte, als reine Menschlichkeit und Interesse an einem möglichst langen Leben der Rentner. Und wenn man davon ausgeht, dass China nicht aus Menschlichkeit sondern aus anderen Gründen gehandelt hat, sollte man vielleicht auch darüber nachdenken, ob sich deine steile These von der selbstlosen Menschlichkeit des Staates für alle anderen Staaten noch aufrechterhalten lässt. ;)

    Menschlich hat meiner Meinung nach noch am ehesten Schweden reagiert. Perfekt war das sicher auch nicht. Aber man hat dort zumindest versucht, abzuwägen zwischen den verschiedenen Interessen unterschiedlicher Menschen, anstatt mit dem Holzhammer planlos alles platt zu hauen in der Hoffnung, irgendwie damit auch das Virus zu erwischen.

    Ich denke, die Zahlen geben den Schweden im Nachhinein recht, dass auch ein sanfteres, dosierteres Vorgehen nicht gleich zu einem Massensterben sämtlicher Kranker und Alter in der Bevölkerung geführt hätte. Und das immer gern angebrachte Gegen-Argument, dass Schweden nunmal weniger dicht besiedelt ist, lasse ich übrigens auch nicht gelten. Denn man sieht ja schön an Deutschland, dass das Virus nicht unbedingt in den dichtbesiedeltsten Regionen wie München oder Berlin am heftigsten verbreitet ist, sondern eher in dünnbesiedelten ländlichen Regionen, in Sachsen und Bayern. Und das war auch schon während den früheren Wellen so, man kann das also auch nicht alles darauf schieben, dass sich die sturen Landeier nicht impfen lassen wollen. Ich denke, es ist alles ein bisschen komplexer, und komplexe Sachverhalte kann man nicht mit billigen Holzhammer-Methoden bekämpfen. Vor allem, wenn man als Politiker selber keine Ahnung hat und sich die Experten auch nicht alle einig sind, welche Maßnahmen angemessen sind und welche nicht.

    Diese Gesellschaft ist so dermaßen am Abgrund - und das ist sie eben nicht, weil es zu viele Polizisten gibt, die sie so verdorben hat.

    Natürlich sind nicht allein die vielen Polizisten Schuld. Doch wenn Menschen über Generationen hinweg systematisch entmündigt werden und ihnen von Autoritätspersonen ständig eingetrichtert wird, wie sie sich zu verhalten haben, führt das nunmal auch nicht gerade dazu, dass sie die Fähigkeit entwickeln, auch ohne allgegenwärtige Aufpasser miteinander klarzukommen. Sondern die Abhängigkeit von den Aufpassern wird ja immer größer mit jeder neuen Regel, mit jedem Stück Eigenverantwortung, das man den Bürgern abnimmt.

    Deine Erklärung mit der "Fürsorgepflicht des Staates" ist ja irgendwie goldig. Könnte ich mir so auch in der Sendung mit der Maus vorstellen, oder in der siebten Klasse im Gemeinschaftskunde-Unterricht.

    "Das, liebe Kinder, ist der Papa Staat. Und weil ihr alle ziemlich unwissend seid und öfters mal dumme Dinge anstellt, ist es gut, dass der Papa da ist und euch ab und zu mal auf die Finger haut. Denn der Papa meint es gut mit euch und möchte, dass wirklich jeder von euch glücklich und zufrieden sein kann."

    Und klar... es macht ja auf den ersten Blick auch Sinn, schließlich müssen Eltern ihre kleinen Kinder auch mal unsanft zurückreißen, damit diese nicht auf die Straße rennen oder an die heiße Herdplatte fassen oder sonstige Dummheiten begehen.

    Das Problem an der Sache ist nur... kleine Kinder werden irgendwann erwachsen und müssen auf eigenen Beinen stehen. Und weitsichtige Eltern versuchen daher auch, die Kinder nicht ein Leben lang wie kleine Kinder zu behandeln, sondern die schützende elterliche Umklammerung irgendwann zu lösen, weil die Kinder sonst nie wirklich selbständig werden können.

    Und genau dieser Weiterentwicklungs-Gedanke fehlt mir eben bei unserem heutigen Staat komplett. Der Staat versucht nicht, seine Bürger dazu zu erziehen, dass sie irgendwann so reif sind, dass sie auch ohne Aufpasser zurechtkommen können. Sondern er behandelt sie auf ewig wie kleine Kinder, erfindet sogar ständig noch neue Verhaltensregeln, weil ihm die alten noch nicht ausreichend erscheinen... so, wie man vielleicht einen geistig Behinderten behandeln würde, der auch im Erwachsenenalter noch Menschen braucht, die für ihn alle wichtigen Entscheidungen treffen.

    Richtig absurd wird es dann aber, wenn man bedenkt, dass diejenigen, die diese wichtigen Entscheidungen treffen, ja selber auch nur kleine Kinder bzw. geistig Behinderte sind. Die sind ja nicht moralisch irgendwie höher entwickelte Wesen oder kluge Über-Eltern, sondern sind unter den selben Bedingungen groß geworden wie alle anderen auch. Nur dass sie dann plötzlich durch irgendeine Laune des Schicksals an eine Position gespült wurden, wo sie plötzlich darüber entscheiden dürfen, was für ihre Mitmenschen richtig und falsch zu sein hat. Also wir haben entmündigte Behinderte, die anderen entmündigten Behinderten vorschreiben, wie man sich in der Anstalt zu verhalten hat und was die richtige Moral ist, nach der sich alle zu richten haben.

    Aus anarchistischer Sicht ist es purer Wahnsinn. Aus Sicht der meisten anderen Menschen aber scheinbar das Selbstverständlichste auf der ganzen Welt. :waah: