Update zur Corona - Lage

Es gibt 2.035 Antworten in diesem Thema, welches 493.807 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. April 2024 um 10:44) ist von Lonewolf.

  • Wenn man sich die meisten Menschen anschaut, weiß man das es mit dem reinen Anarchismus wohl nie was wird.

    Danke, du sprichst mir aus der Seele mit deinem ganzen Beitrag.

    Dieser letzte Satz ist der springende Punkt. Leute, die sich nichtmal unter Gleichgesinnten einigermaßen gesittet unterhalten können - was soll da passieren, wenn die ganze Menschheit aufeinander losgelassen wird, ohne dass es ein gewaltmonopol gibt das zumindest im idealfall recht spricht - und sei es aus kapitalinteresse - und nicht nur verbrechen juristisch legitimiert.

    Will man anarchismus ohne blutbad leben, muss man seinem Gegenüber etwas mitbringen, das kompromislosen Respekt und Liebe hervorbringt. Gewaltphantasien über zerschlagene Hakenkreuze entspringen gewalttätigen Seelen und die suchen sich ihre Nazis und wenn keine zu finden sind nehmen sie alles was gerade parat steht, um ihre Aggressionen auszuleben - und wenn sonst nix zu finden ist, dann nimmt man sich am Ende auch Juden her - hauptsache was zum draufknüppeln. Randgruppen sind immer gut.

    Natürlich bin ich auch gegen Judenvergasung und co. Das ist weissgott kein Priveleg von Linksradikalen, gegen Judenvergasung zu sein. Blos wenn ich anfange, jeden zu vergasen und zu steinigen, der nicht zu 100% meine Meinung teilt, dann bin ich eben ein linker Faschist. So einfach ist das.

    Die Unart und das böse immer dem Gegner in die Schuhe zu stecken ist billig. Will man wirklich was ändern in der Welt, dann erkennt man, dass man selber nicht besser ist, als seine Feindbilder und richtet seine Aggression gegen seine eigenen Unarten, anstatt seine Feindbilder im Gegenüber zu suchen. Dann würde man vl. mal dahinkommen, die anderen nicht nur zu hassen und das leben wäre zumindest erträglicher.

    Zum Volksverpetzer Artikel @mi san thrope

    Man kann natürlich Faschismus an Rechten festmachen, dann sollte man eben der deutlichkeit halber von rechtem oder nationalistischen Faschismus sprechen. Ich kann aber auch durch die Gegend rennen und jedem, der es wagt einen zu hohen gartenzaun um sein mühsam angelegtes Blumenbeet zu machen die fresse polieren, diesem nationalistischen Arschloch, der zu hohe Gartenzäune um sein Blumenbeet zieht. Dann bin ich halt ein Antinationalistischer Faschist und Gewalti. Verstanden?

    3 Mal editiert, zuletzt von SeeBee (9. November 2021 um 02:48)

  • Warum es keinen Linksfaschismus gibt!

    Von Natasha Strobel ...

    Eh, ich hab grad nochmal drüber gelesen. Mal ne direkte Frage. Du bist links und anarchist.

    a) Würdest du dich als Globalist bezeichnen?

    b) Als kapitalistischen Globalisten?

    c) Oder anders gefragt, glaubst du, dass der kapitalistische Globalismus dir als Anarchist hilft?

    d) Bist du nationalist oder anti-nationalist?

    e) Gibt es nicht-fschistischen nationlismus?

  • Em.. dir ist aber schon klar, dass der Postillion ein Satire Magazin ist? Die Infos die da gezeigt werden sollen gar keinen Anspruch auf Wahrheitsgehalt haben. Es ist einfach nur ein Witzmagazin...

    lol

  • Um mal wieder zum eigentlichen Thema des Threads zurückzufinden:

    Dänemark hat wieder Maßnahmen eingeführt, nachdem ganz offensichtlich selbst eine hohe Impfrate (von der wir in Deutschland noch unrealistisch weit entfernt sind) nicht mal ansatzweise genügt hat, um die Pandemie zu beenden.

    Ich frage mich gerade, was die machen werden, wenn irgendwann 99,99 Prozent der Bevölkerung geimpft sind. Wird man dann immer noch gegen die 0,01 Prozent der Ungeimpften hetzen und denen die Schuld an allem geben?

    Oder ist es nicht irgendwann vielleicht mal an der Zeit, sich endlich einzugestehen, dass

    a) Der Impfstoff ganz offensichtlich nicht das versprochene Wundermittel ist

    b) Wir alle irgendwann sterben müssen

    c) Die Ungeimpften das Recht haben, für sich selbst zu entscheiden, wie viel Risiko sie in ihrem Leben haben wollen, weil sie ja jetzt nur noch eine Gefahr für sich selbst darstellen, nicht jedoch für die Geimpften, falls a) nicht zutrifft und der Impfstoff doch das versprochene Wundermittel ist und man dadurch so gut wie vollständig vor einem schlimmen Covid-Verlauf geschützt ist

    d) die Krankenhäuser nicht deshalb überlastet sind, weil die Seuche so furchtbar wütet wie im Mittelalter die Pest, sondern weil unsere ach so moderne Zivilisation heutzutage bereits in einen Versorgungsengpass schliddert, wenn in einem Land wie Baden-Württemberg mit ein paar Millionen Einwohnern 400 oder 500 Menschen zusätzlich auf einer Intensivstation liegen. :pillepalle: Da muss man sich doch mal fragen, was da ganz grundsätzlich schief läuft, und dafür muss man auch kein linksradikaler Sozialist sein, um diese Zusammenhänge zwischen mieser Gesundheits-Versorgung, Kapitalismus und schlechter Bezahlung von stressigen Drecks-Jobs erkennen zu können.

    Zur allgemeinen Beruhigung der Lage hier im Forum und dem vermeiden der Faschismus-Diskussion schlage ich vor, @ SeeBee, in Zukunft eben nicht mehr den Faschismus-Begriff zu verwenden, wenn sich die ideologieverblendete Antifanten-Fraktion hier im Forum davon so dermaßen offended fühlt.

    Nennen wir es in Zukunft doch einfach "Apartheid". Das kommt der Sache näher, denn die in Süd-Afrika damals waren ja schließlich auch keine Faschisten, sondern hatten demokratische Wahlen. Und die Schwarzen hat man dort auch nur ausgegrenzt, weil man es gutgemeint hat und eine Überfüllung der (weißen) Intensivstationen vermeiden wollte. In ein paar Jahren sehe ich uns in Deutschland dann auch in so einer Situation, wenn die Entwicklung so weitergeht. Natürlich nur zum Schutz und zum Wohl des Volkes, klar. Wie alles, was die da oben beschließen. Die tun das alles nur für uns und im Namen der Mehrheit, die natürlich alle Maßnahmen auch nicht deshalb gutfindet, weil sie zuvor systematisch manipuliert und aufgehetzt wurde, sondern weil sie total vernünftig und klug ist. So wie die Mehrheit auch unterm Adolf schon ganz vernünftig und klug war, und eigentlich ja auch gar keine Juden-Vergasung wollte, aber auch nichts dagegen unternommen hat, weil man es ja nicht wusste und weil man dachte, es wird schon alles seine Richtigkeit haben. Und weil man vielleicht auch ein bisschen Angst hatte, dass man bald nicht mehr zur Mehrheit gehört, wenn man all zu laut "Nein!" sagt... :=

    Aber lassen wir das, wir wollten ja hier keine kruden Faschismus-Vergleiche mehr aufstellen. :D

  • Einer einzelnen Aussage stimme ich zumindest ansatzweise zu: Es wäre in einigen Fällen besser, den Dialog zu suchen, anstatt Menschen sofort abzustempeln oder zu verstoßen. Was ich vielen Antifas unterstelle, ist eine Blockwartmentalität, die beizeiten auch die Falschen trifft.

    Der Rest ist allerdings wieder gefährlicher Blödsinn. Die Rechte organisiert und bewaffnet sich, sie steht bereits in den Startlöchern, wenn sich ein günstiges Zeitfenster ergibt. Und sie ist längst Teil staatlicher Strukturen, sei es in Polizei, Justiz oder Armee. Und es ist größtenteils der Verdienst antifaschistischer Initiativen und Einzelpersonen, dass diese Bedrohung überhaupt wahrgenommen wird, hier steckt mehr Arbeit dahinter, als der durchschnittliche Medienkonsument wahrnimmt. Insofern reagiere ich empfindlich auf idiotische und ignorante Polemik diesbezüglich. Kritik ist absolut notwendig, nur muss man dafür eben den ganze Diskurs und die verschiedenen Strömungen kennen, aber das ist bei dir offenkundig nicht der Fall.

    Das ist halt alles mal wieder eine Frage der Relation. Was bedeutet es denn, dass eine Gefahr von einer Gruppe ausgeht? Ich denke sobald es in Richtung Gewalt geht, geht eine Gefahr aus, da sind wir uns vermutlich einig. Extreme Rechte sind mir in der Regel auch unsympathischer als extreme Linke, weil diese statistisch gesehen und im persönlichen Kontakt gewaltgeiler sind. Vor allem die Vernetzung von Militär/Polizei mit der extremen Rechten ist natürlich höchst problematisch und davon geht eine echte Gefahr aus. Allerdings, wie will so eine kleine Gruppe einen ernsthaften Putsch ohne entsprechenden Rückhalt in der Bevölkerung durchziehen?

    Was ich damit meinte ist, dass sie aktuell keine größere Gefahr darstellen als vor Corona. Man nutzt sie nur um Maßnahmenkritiker zu denunzieren und damit werden sie stärker gemacht. Das die Rechte eine neue Reformation erlebt, daran gebe ich vor allem dem Umgang mit den Maßnahmenkritikern die Schuld. Diese Nazikeule, die wird wegen jedem Scheißdreck inzwischen geschwungen, das Resultat sind Querdenkerextremisten,… und die Vernetzung der Geächteten.

    Da haben dann die rechten Rattenfänger ganz leichtes Spiel.

    Ein anderes Beispiel, wenn linke Gruppen irgendwo Autos anzünden etc. dann werden die Anwohner vermutlich weniger Sympathien mit dieser Szene aufbauen, vielleicht fangen sie sie aber auch an zu hassen.

    Das ist doch alles ziemlich kontraproduktiv.

    Nochmal, ich weiß dass es zig Strömungen der Antifa gibt und die sich teilweise sogar gegenseitig bekämpfen oder zumindest nicht mögen und ich habe mich schon mit einigen unterhalten.

    Ich weiß das es hervorragende antifaschistische Arbeit gibt, wertschätze diese und finde sie wichtig. Aber es gibt auch genügend Gewalti's(tolles neues Wort) und faschistoide Tendenzen und Strukturen bei denen.

    Zu antifaschistischer Arbeit würde ich aber zum Beispiel auch den Ken Jebsen zählen(jaja ich weiß dieser nicht wirklich bewiesene Antisemitismusvorwurf). Er versucht es zumindest und ich nehme ihm das ab, dass es seine Ambition ist. Eine mögliche Verschwörung hat immer auch einen faschistoiden Charakter. Es ist demokratische und antifaschistische Arbeit nach solchen zu suchen und sie aufzudecken.

    Die Nazis schaffen wirklich sich alles anzueignen und zu missbrauchen, aber nur weil die das machen wird die Sache an sich doch nicht schlecht. Wenn das so wäre sollten viele Antifas ihren Kleidungsstil überdenken.

    Warum werden alle Verschwörungstheoretiker in einen Topf geworfen?

    Klar haut der Ken auch jede Menge Müll raus, aber ihn deshalb so heftig anzugreifen, sry aber da haben einige echt die Relevanz verloren.

    Gerade dieses mediale Bashing führt doch noch mehr dazu, dass sie sich bestätigt fühlen und weiter abdriften.

    Ich kritisiere an der Antifa, dass es da kaum Protest in Richtung Coronamaßnahmen gibt, dass die teilweise restriktiver auftreten als der Staat und das es kaum Differenzierung gibt wenn Reizwörter wie Kapitalismus, Verschwörungstheorie, Impfgegner/kritiker, usw. verwendet werden oder Sympathien mit Geächteten geäußert werden. Es reicht schon ein nicht vorhandener oder falscher Neusprech.

    Ja, ja ich weiß, man darf nicht die Antifa sagen und die Antifa find ich blöd darf man erst recht nicht sagen, klar ist das nicht in Ordnung, deshalb habe ich ja die Antifanten gesagt, damit meine ich nur die blöden von der guten Antifa.

    Ich weiß, dass das Thema den eigentlichen Thread nur streift, aber das musste ich noch los werden.

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Madhias

    Ich habe halt auch irgendwie das Gefühl, dass du das absichtlich tust. Du stellst dich dumm, um hier zu triggern, weil du genau weist, was du damit auslöst.

    Sonst hättest du nicht solch eine wirklich minderbemittelte Selbstbeschreibung abgeliefert, die doch schon eindeutig darauf hinweist, dass es dir nur darum geht andere Leute zu trollen. Ich frage dich also nochmal, was du hier eigentlich willst ...

    Gute Unterhaltung und selbstverständliche möchte ich mir hier im Forum alle User von meinen verrückten Vorstellung eines anarchistischen Staates überzeugen, indem ich als demokratisch gewählter anarchistischer König eingesetzt werde. Und die, die sich nicht überzeugen lassen werde ich natürlich rausekeln. Dann werde ich die Weltherrschaft an mich reißen, das ist schon alles. :clap:

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  • Die Antwort auf die Fragen würde mich auch interessieren.

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  • Dian : Hast du den Artikel auch gelesen, dein Post fasst den eigentlich gut zusammen.
    https://www.berliner-zeitung.de/politik-gesell…demie-li.193730

    Gerade der gesellschaftliche Umgang mit den Ungeimpften, der erinnert mich wirklich immer mehr an dunkle Zeiten. Hauptsache es gibt einen Schuldigen oder einen Feind. Gibt es weder den einen noch den anderen muss man sich gegenseitig zerfleischen. Vielleicht gäbe es aber auch sowas wie Liebe.

    Selbst wenn die Impfung die perfekte Lösung wäre, ist das noch lange kein Grund so miteinander umzugehen.
    Wie weit sind wir gekommen, dass manche ernsthaft drüber nachdenken, Ungeimpfte die Behandlung zu verweigern, usw.
    Das lustige dabei ist, solche Vorschläge kommen nicht von den bösen Kapitalisten, bei denen würde man sowas erwarten.
    Die Antikapitalismuskritik setzt wohl beim Thema Impfen auch komplett aus.

    Da ist es dann wieder gut, dass die kapitalistischen Großkonzerne, schnell Medikamente liefern können.


    Das die Impfung bzgl. Pandemie Geschehen wenig hilft, sollte inzwischen auch klar sein. Solange die Ungeimpften alles dürfen und wenig getestet werden, sollte man eher von einer Pandemie der Geimpften sprechen, denn die übertragen und verbreiten das Virus.

    Auf der anderen Seite, scheint die Impfung einen relativ guten persönlichen temporären Schutz zu bieten, ich denke das ist auch klar.

    Allerdings habe ich den Eindruck, dass bzgl. der Impfschäden gern 2 Augen zugedrückt werden und es scheint unglaublich aufwendig zu sein so einen Impfschaden Bericht als Arzt zu verfassen.

    Anstatt immer wieder auf diese Minderheiten einzuschlagen und den Staat mit seinen Maßnahmen zu bestätigen und bestärken, sollte der Fokus doch wirklich auf den ursächlichen Problemen wie Gesundheitssystem und Pflege liegen.
    Ich frage mich wirklich sind die ganzen Politiker wirklich so dumm und unfähig oder sind sie echt bösartig, oder warum ändert sich da rein gar nix?


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  • Danke für die Stimme der Vernunft in deinem letzten Beitrag, und dem verlinkten Zeitungsartikel, der zeigt, dass es zumindest auch im Mainstream noch Medien gibt, die die Sache etwas differenzierter zu betrachten versuchen. Das Problem ist eben nur, dass diese differenzierten Gedanken, wie beispielsweise "Warum hat die Schweiz trotz weniger restriktiven Maßnahmen nicht höhere Zahlen als die Österreicher mit ihren radikalen Lockdown-Methoden?", nicht in dem Maße wie es eigentlich angebracht wäre, öffentlich von der Politik und den Fachleuten ergebnisoffen diskutiert werden, sondern dass da ja schon jeder seine vorgefertigte Meinung hat und man neue Erkenntnisse gar nicht mehr wirklich an sich ranlassen will. (so scheint es mir zumindest)

    Was ich auch noch absurd finde, wie sie jetzt zu beschwichtigen versuchen "Impfdurchbrüche kommen vor, aber das ist alles nicht so schlimm. Die meisten erkranken nur harmlos oder ganz ohne Symptome, und nur die wenigsten sterben daran."

    Das hätte man genaugenommen aber auch ganz generell über Corona sagen können... die meisten erkranken nur harmlos, und nur die wenigsten sterben daran. Doch wenn darauf jemand hingewiesen hat, heißt es gleich: "Jeder Tote ist einer zu viel! Wie kannst du es wagen, diese Krankheit zu verharmlosen?"

    Egal wo ich hinschaue, ich sehe überall nur Widersprüche, aber kein Patent-Rezept. Trotzdem glaubt jeder, das Patent-Rezept gefunden zu haben und alle anderen Menschen mit seiner Lösung beglücken zu müssen, notfalls auch per Zwang, egal ob die es wollen oder nicht.

  • Der Impfstoff ganz offensichtlich nicht das versprochene Wundermittel ist

    Es wurde nie behauptet, dass der Impfstoff einen Corona nicht bekommen lässt. Das Prinzip wurde auch bei der Grippeimpfung all die Jahre zuvor nie verkündet. Es bewahrt einen lediglich vor schweren Verläufen, die mit einem tödlichen Krankheitsverlauf enden können. Ist bei einem Schutzhelm nicht anders oder bei einem Sicherheitsgurt. Es bildet sich ja auch niemand ein, dass er dadurch unbeschadet mit 200 Sachen gegen eine Betonmauer fahren kann. Oder tust du das? Und weil es nicht funktionieren wird, stellt die den Nutzen von Sicherheitsgurten gleich komplett in Frage?

    Es ist halt klassische Impfgegner-Logik. Und deshalb sind die Intensivstationen vor allem mit ihnen gefüllt und nicht mit Helmträgern. Aber diese unwichtige Information kehrt man lieber mal unter den Teppich. Es gibt schließlich seit einem Jahr den Impfstoff und die Intensivstationen sind trotzdem voll - diese verkürzte Schlagzeile klingt einfach zu verlockend.

    Die Ungeimpften das Recht haben, für sich selbst zu entscheiden, wie viel Risiko sie in ihrem Leben haben wollen, weil sie ja jetzt nur noch eine Gefahr für sich selbst darstellen

    Du tust ja gerade so, als ob es vor Corona so war. Konntest du denn vorher Motorrad ohne Helm fahren, weil es ja dein Risiko ist? Nö. Hat man die Auslegung der Gurtpflicht jeden Autofahrer selbst überlassen? Auch nein. Konntest du legal mit 200 durch die Stadt brettern, weil es ja dein Leben ist? Wieder negativ.

    Was viele Schwurbler verkennen und es lieber den bösen, freiheitsraubenden Maßnahmen andichten: der Staat hat eine nicht streichbare Fürsorgepflicht gegenüber seiner Bevölkerung. Sei es bei Elektroleitungen, die man nicht einfach verlegen kann, wie man lustig ist, oder auch aufdiktierte Hygienestandards in Restaurants, oder tausend anderen Bereichen. Man kann das gut finden oder nicht, aber es ist der faktische Status Quo - auch schon vor der Pandemie.

    Dass jetzt ausgerechnet bei Corona die Letzten merken, dass es sowas gibt, und sie das als große Erkenntnis verkaufen, weil sie einen vermeintlich krassen Widerspruch beim agieren des Staates aufgedeckt haben, ist schon unfreiwillig komisch. Es ist jedoch trotzdem kein Widerspruch vorhanden. Das wäre der Fall, wenn man sich bisher auch selbst überlassen war, nun aber plötzlich alles im Lande reguliert wird. Dass ersteres aber nicht der Fall ist, diese Betonung war all die Jahre doch vor allem immer deine Rolle innerhalb des Forums.

    Dass das Gesundheitssystem ein Problem hat, wissen wir tatsächlich spätestens seit Corona. Das haben wir jahrelang verschlafen, da hast du absolut Recht. Es ist jedoch wenig zielführend, sich einfach auf den alten Fehlern auszuruhen und jetzt halt so zu tun, als ob es die vollen Intensivstationen nicht gibt.

    Ja, es ist krass dass wir eine nationale Notlage ausrufen müssen, weil wir weniger Beatmungsgeräte und fachliches Personal haben, als Bedarf vorhanden ist.

    Ja und weiter? Was soll uns das jetzt sagen? Dass wir inmitten der Zeiten von extrem steigenden Inzidenzfällen jetzt einfach alle Schutzmaßnahmen stoppen sollen, weil wir vor Jahren Versäumnisse hatten? Was soll das bringen? Bestrafung von Politikern, die längst nicht mehr im Amt sind, stellvertretend durch Bevölkerungsgruppen, die wir jetzt über die Klippe springen lassen und nebenbei für noch vollere Intensivstationen sorgen, damit auch wirklich jeder Blinde sieht, welches krasse Fehlverhalten damals politisch betrieben wurde?

    Merkwürdiger Plan. Und eine Lösung enthält er auch nicht. Lieber darauf rumreiten dass der Sohn ein Feuer gelegt hat und ihm das immer und immer wieder vorhalten, während mittlerweile schon der halbe Dachstuhl brennt. Was - im Dachgeschoss wohnen noch andere Leute? Macht nichts, dann weiß der missratene Sohn wenigstens, was er da angestellt hat! Lasst uns jetzt schnell die Feuerwehr abbestellen, das hat oberste Priorität. Am Ende verhindern die noch ein Ausbreiten der Flammen. Das dürfen sie nicht! Denn unser Gesundheitssystem wurde jahrelang so kaputt gespart und deshalb haben wir für die Verbrennungsopfer noch genügend Intensivbetten frei... oh wait, irgendwas haut hier gerade nicht hin. Finde den Fehler!

    Nennen wir es in Zukunft doch einfach "Apartheid". Das kommt der Sache näher, denn die in Süd-Afrika damals waren ja schließlich auch keine Faschisten, sondern hatten demokratische Wahlen.

    Immerhin war selbst dir der Juden-Vergleich zu doof, das ist dir hoch anzurechnen. Ansonsten schlägst du aber in exakt dieselbe Kerbe.

    Weder in Südafrika oder im Warschauer Ghetto konnte man durch eine simple Impfung seinen Status der Verfolgung und unweigerlichen Ermordung entgehen. Davon hätten die Menschen damals mit Freude gebraucht gemacht, hätte man es ihnen nur angeboten! Und spätestens hier wird die Luft für Vergleiche der Schwurbler als geschundene Kriegsopfer plötzlich sehr dünn.