Nö, der Satz zeigt dass wir ein Nazi-Problem haben. Sprich mehr gefährlichere Faschos als z.B. in meiner alten Heimat in Süddeutschland. Das hat nix mit Herabblicken zu tun.
Zählen wir jetzt die Fascho-Quote?
Das widerrum ist mir zu oberflächlich.
Es geht darum, Menschen zu verstehen und dann eben mit diesem Verständnis in die Tiefe der sozialen und gesellschaftlichen Gegebenheiten zu gehen.
Danach können wir eine echte Form des Umgangs und der Menschlichkeit entwickeln, die auch nachhaltig wirken kann.
Was ist überhaupt ein Fascho?
Einer mit Hakenkreuzbinde? Einer, der "rechts" wählt? Einer, der die Grund- und Menschenrechte allgemein oder für bestimmte Personengruppen in Frage stellt? Einer, der für den Zentralismus und strenge Hierarchien einsteht? Einer, der Zucht- und Genexperiemente an Menschen bzw. Embryonen befürwortet? Einer, der die Entscheidung über Versammlungsfreiheit und Meinungsfreiheit in die Macht der Regierung haben will?
Man kann ganz viele solche Fragen stellen..... und es wäre wirklich interessant aus vielen Fragen die wichtigste Frage zu beantworten:
Was genau führt zum Faschismus (bzw. faschismusähnlichen Systemen) ?
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Es geht nicht um Quoten, sondern um Strukturen. Und diese unterscheiden sich je nach Organisationsgrad, der Gewaltbereitschaft und -fähigkeit und der Verankerung sowie Akzeptanz in Behörden und Bevölkerung.
Die von dir genannten Fragen sind alle wichtig und meines Erachtens auch Gegenstand von Faschismustheorie. Die Welt ist sicherlich so komplex, dass einige einfachere Erklärungsansätze, die sehr populär sind, nicht ausreichen. Stichwort soziale Frage, das ist wohl die gängigste 'Mainstreamauffassung', sprich rechte Strömungen als Folge des Gefühls, 'sozial abgehängt sein'.
Ich denke, wir haben hier kaum ein Thema so umfassend diskutiert wie dieses. Unterm Strich hat sich meine Meinung nicht geändert. Ich will Begriffe nicht polemisch verwenden, sondern die Dinge korrekt beschreiben, damit wir sie verstehen. Dementsprechend sind Corona-Maßnahmen auch nicht 'faschistisch' oder 'faschistoid', nur weil sie mit Zwang und Ausgrenzung verbunden sind. Putin oder auch Erdogan sind hingegen gute Beispiele für Faschisten. Faschismus ist der autoritäre Umbau von Gesellschaften im Sinne einer konservativen Weltanschauung, 'konservative Revolution' ist ein Begriff für die geistigen Vordenker. Faschismus war uns ist historisch immer ein Abwehrreflex gegen die 'Zumutungen einer modernen, liberalen Gesellschaft'. Da du oben die Gruppe verlinkt hast: Die Bezeichnung 'dritter Weg' trifft es gut, denn sowohl bürgerliche Gesellschaft (als 'Kapitalismus' verbrämt) als auch Linke sind die Hauptfeinde faschistischer Weltanschauung.
Was führt also zu faschistischen Systemen? Die Erosion der bürgerlichen Demokratie (zunehmende mangelnde Glaubwürdigkeit, Unfähigkeit, gesellschaftliche Widersprüche weiterhin zu verwalten und zu befrieden) UND das Fehlen oder Scheitern einer progressiven, linken Perspektive.