Rechts/Nationalistisch ist in diesem Krieg jeder:
Russland weil es sein "Imperium" ausbauen will.Der Westen, weil er sein "Imperium" ausbauen will.
Die Ukraine, weil sie ihre nationale Souveränität vor Russland bewahren will.
Was für ein bescheuerter Vergleich! Du kannst es echt nicht lassen, hm? Die Ukraine verteidigt sich dagegen, von Russland zerstört zu werden, das macht sie nicht besonders rechts/nationalistisch. Wobei Putin genau diese Begriffe gern als Vorwand für sein Schandtaten nimmt! *ärger*
Na ja, irgendeine politisch progressive Linie weist keiner der Beteiligten auf. Das Gerede von der 'Verteidigung westlicher Werte' würde ich mal außen vorlassen bzw. unter Propaganda verbuchen. Natürlich ist Russland hier der 'Big Bad' und muss gestoppt werden. Es ist auch Schwachsinn, der Ukraine ausgerechnet aus der Wahrung ihrer territorialen Integrität einen Strick drehen zu wollen . Trotzdem wäre ich vorsichtig mit einer Ukraine-Solidarität, die über notwendige Unterstützung hinausgeht und zur politischen Verklärung wird. Da gibt's genug Unappetitliches, das aus nachvollziehbaren Gründen momentan eher auf kleiner Flamme gekocht wird. Auch wenn man jetzt deutschen Medien nicht vorwerfen kann, das zu verschweigen (rechte Milizen, Bandera-Verehrung, korrupte und mafiöse Strukturen im Staat). Sollte man eben auch nicht unter den Teppich kehren und so tun, als wäre die Ukraine eine 'Vorzeige-Demokratie'. Letzten Endes nützt das nur Putins Narrativ der 'Entnazifizierung', wenn Probleme nicht offen angesprochen werden.
P.s. Spannend ist natürlich die Frage, wieso dennoch die offen rechtsradikalen Parteien in der Ukraine kaum gewählt werden. Meine Vermutung: Nationalismus und Faschistenfolklore ist so 'Mainstream', dass man dafür nicht extra eine Nazi-Partei braucht. Botschafter Melnyk ist ja auch Bandera- und Asow-Fan.