Nicht mehr Sklave sein ...

Es gibt 6 Antworten in diesem Thema, welches 599 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (4. Juli 2026 um 11:06) ist von '"'"'.

  • Ein Mensch empfand es als eklig sich seinen Hintern abzuwischen, weswegen er das stets andere erledigen ließ. Jedoch war er sehr unzufrieden mit den anderen Menschen und ihrem Umgang mit ihm.


    Der Mensch dachte bei sich, diese Herrschaft muß überwunden werden, hin zu einer gerechteren Welt. Er wollte nicht mehr Sklave sein, sondern frei.


    Sein Freiheitstraum: Ihm wird der Hintern abgeputzt ohne Repression, ohne Abhängigkeit.

  • Meinst du das in der Hinsicht, dass es ein gewisser Widerspruch ist, einerseits immer mehr Komfort und Bequemlichkeit haben zu wollen, und sich andererseits nach Unabhängigkeit zu sehnen? Also der Mensch vor allem auch ein Sklave seiner Bequemlichkeit?


    Ich persönlich hege ja die naive Hoffnung, dass das eine das andere nicht ausschließen muss, und dass wir nicht zwangsläufig gleich wieder zurück auf die Bäume müssen, um frei von einschränkenden Gesellschafts-Strukturen zu sein, die uns in unserer Entwicklung hemmen.

  • Ein solide gebauter Nachbar sagte zum Menschen: Wer von den anderen beachtet schon unsere Versklavung wie durch die unmenschlich große Gravitation in angemessener Art? Schließlich legitimieren schon sehr kleine Gemeinschaften die inakzeptablen Verhältnisse und stützen dadurch ganz wesentlich die Einschränkung unserer Entwicklungsmöglichkeiten als normal und organisieren die vielen Abhängigkeiten. Um zur Freiheit zu gelangen, müssen diese uns maßgeblich versklavenden Gemeinschaften zunächst vollständig vernichtet werden!

  • Um zur Freiheit zu gelangen, müssen diese uns maßgeblich versklavenden Gemeinschaften zunächst vollständig vernichtet werden!

    Warum "vernichtet"? Und von wem?


    Keine Ahnung, ob ich dich gerade richtig kapiere, aber wenn es nur darum geht, jede Form von Gebundensein zur Versklavung zu erklären, dann wäre die Gravitation ja noch fast bescheiden gewählt. Da müsstest du schon bei der stärksten der vier Grundkräfte ansetzen – der starken Wechselwirkung –, denn sie hält die Teilchen deines Körpers zusammen, anstatt sie frei im Raum herumschweben zu lassen. :coffee:

    Jedenfalls bilden Naturgesetze keine Cliquen, verlangen keine Loyalität und erziehen keine Kinder – was lebende, bewusste Wesen anstellen, ist allein deren Sache.


    Schließlich legitimieren schon sehr kleine Gemeinschaften die inakzeptablen Verhältnisse und stützen dadurch ganz wesentlich die Einschränkung unserer Entwicklungsmöglichkeiten als normal und organisieren die vielen Abhängigkeiten.

    Ja. Und?

    Unterdrückung kann dort anfangen, wo drei Leute beieinanderstehen und der vierte merkt, was er sagen darf und was nicht, wenn er dazugehören möchte. Daraus leitet sich jede höhere Organisation und Form der Unterdrückung ab, fürchte ich.

    Um zur Freiheit zu gelangen, müssen diese uns maßgeblich versklavenden Gemeinschaften zunächst vollständig vernichtet werden!

    Wieso "müssen"? Und vor allem: durch wen?

    Wer vernichtet diese Gemeinschaften? Ein einzelner freier Mensch? Eine noch besser organisierte Gruppe? eine Gegen-Gemeinschaft mit höherem Wissen? Und was entsteht danach, wenn die Menschen nicht konsequent einsam leben und auf Gruppenbildungen verzichten (wie organisiert man dann noch die Vermehrung? Na gut, wir sind ja "intelligent" und könnten sicher flächendeckend eine Hightech-Lösung bereitstellen, dann ist die Menschheit jedoch Sklave irgendwelcher Befruchtungsmaschinen). Du schlägst jedenfalls vor, sich gegen Organisation zu organisieren und Macht gegen Macht auszuüben.


    Kann Freiheit überhaupt als Abwesenheit von Abhängigkeit gedacht werden, wenn Leben schon Ausbreitung und Durchsetzung bedeutet?

    μολὼν λαβέ.

  • Und da der Mensch nachdenklich schaute, fügte der Nachbar resolut fort: Wie Proudhon schon gesagt hatte, ist jeder, der die Hand an wen legt um ihn zu regieren, ein Unterdrücker und Tyann, der als Feind einzuordnen ist. Die Bewegung gegen Herrschaft ist die Brandmauer gegen Tyrannei und Unfreiheit und sie findet sich geeint zusammen, um die Voraussetzungen für ein Freisein zu errichten, indem alle Herrschaft und Tyrannei vernichtet wird. Stets wenn sich neue Herrschaft herausbildet, wird sie sich zusammenfinden, um die Freiheit zu verteidigen, so wie die antifaschistische Aktion. Oder die Mitkämpfer von Nestor Machno mit ihren Tatschankas oder Matteo Morral mit seinem Versuch des Tyrannenmords am spanischen König, der Mitarbeiter einer Schülerzeitung in der Schule von Francisco Ferrer war und die freie Welt in Richtung des spanischen Bürgerkrieges gewiesen hatte.

  • Das Problem ist, dass die Meinungen darüber, wo Herrschaft und Tyrannei beginnt, und wie viel Regeln eine Gesellschaft braucht, ziemlich weit auseinander gehen.

    Dass es legitim war, dass Georg Elser versucht hat, Hitler zu töten, darauf können sich heutzutage die meisten einigen. Bei Attentaten auf Trump oder Charlie Kirk wird es schon schwieriger, diese moralisch zu rechtfertigen, zumal man ja auch den Effekt berücksichtigen muss, dass so jemand dann zum Märtyrer wird und die Gegenseite am Ende davon mehr profitiert als die eigene, selbst wenn das Attentat gelingen mag. Und bei gelungenen Attentaten wird man nie mit Sicherheit sagen können, ob es gerechtfertigt war, weil dadurch schlimmeres verhindert wurde. Wäre Hitler schon 1939 gestoppt worden, wäre er heutzutage mit Sicherheit viel salonfähiger, denn dann wäre er nur ein autoritärer Herrscher von vielen gewesen, aber kein Mörder von Millionen und kein Mensch, der einen Weltkrieg ausgelöst hat.


    In meiner Kurzgeschichte "Der Fremde" gehe ich auch auf eine ideale zukünftige Gesellschaft ein, in der auf einem fremden Planeten die Menschen komplett frei leben, und jeder, der versuchen würde, diese Freiheit zu beschneiden, sofort ziemlich viel Widerstand von jedem einzelnen Bürger erfahren würde.

    Ich denke, aus dieser Position heraus, wenn man diese utopische Gesellschaft erst mal erreicht hat und die Einwohner alle aufgeklärt sind, ist es einfacher, so eine Wachsamkeit gegenüber jeglicher Form von autoritären Bestrebungen zu entwickeln. Aber aus der Position, in der wir uns heute befinden, ist es ungleich schwieriger. Denn wie gesagt: Schlage ich was kaputt, um meiner Wut über die Zustände Ausdruck zu verleihen, inspiriere ich vielleicht einige ebenfalls wütende Menschen, es mir gleich zu tun. Andererseits liefere ich damit aber auch der Gegenseite jede Menge neue Munition, um härter gegen Regimegegner durchzugreifen oder diese als gefährliche Verbrecher zu diffamieren.

  • Herrschaft, mit Schrecken dachte der Mensch an die Unfreiheit der versklavten grausamen Natur in Form des festgewachsenen Baumes, um den herum überall Brennesseln wachsen und im Wind beständig immer aufs Neue an seinen Stamm schlagen. Wenn alle Menschen frei wären, dann würde auch ihm ohne Repression stets freundlich und zuvorkommend sein Hintern gesäubert!