Schwachsinnige Gesetze und Verbote

Es gibt 9 Antworten in diesem Thema, welches 704 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (8. Juni 2026 um 00:15) ist von Soulmirror.

  • Deutschland und seine Verbote... da kann man zuweilen nur noch mit dem Kopf schütteln.

    Ich habe in meinem neuen Buch ja ein ganzes Kapitel, in dem ich über den Unsinn von Verboten und Gesetzen abkotze, etwa wie schwachsinnig das Verbot von Raubkopien, Drogen oder anderen Dingen ist. Aber im Grunde hätte man ein komplettes Buch allein darüber schreiben können... denn wenn es darum geht, was der Staat seinen Bürgern alles vorschreibt, sind dem behördlichen Wahnsinn wirklich keine Grenzen gesetzt. Und viele Bürger scheinen sich auch nicht daran zu stören, was für unsinnige Verbote es gibt. Ich sage nur: Tanzverbot an Karfreitag. Früher dachte ich mal, das gäbe es nur im Mittelalter, aber nein... das gibt es tatsächlich immer noch.


    Neulich habe ich gelesen, dass in Deutschland das Mitnehmen von Vogelfedern verboten ist. Also wenn ihr am Wegrand eine schöne Feder liegen seht und die mitnehmt, dann begeht ihr ein schlimmes Verbrechen! Begründet wurde das damit, dass andernfalls, wenn das jeder machen würde und es wieder in Mode käme, dass man sich Federn an den Hut steckt, irgendwann auch Jagd auf lebendige Vögel gemacht werden würde wegen ihrer Federn. :dash::dash::dash::waah::waah:

    Und nein, das ist kein Aprilscherz, Leute... DAS IST DEUTSCHLAND!!! Aber es wäre zweifellos witzig, wenn es nicht eben Realität wäre, und wenn nicht dieselben Leute, die sich solche Gesetze ausdenken, auch in noch deutlich wichtigeren Fragen über unser Leben bestimmen würden.


    Oder auch das hier:

    Bußgeld von bis zu 500.000 Euro: Magnetangeln kann Sie teuer zu stehen kommen
    Mit einem Magneten in Gewässern nach kleinen und großen Schätzen angeln – klingt harmlos und kurios, kann aber extrem teuer werden. In manchen Bundesländern…
    www.gmx.net

    Weil es ja ach so schlimm ist, wenn es ein paar Freaks spannend finden, mit einem Magneten nach Metall oder Gold zu angeln, muss man das natürlich gesetzlich verbieten, denn es könnte dadurch ja ganz schlimm die Natur geschädigt werden. Den absoluten Knaller fand ich dann aber diese Passage:

    Zitat

    Wer die Beute einfach am Ufer liegenlässt oder – noch schlimmer – zurück ins Wasser wirft, lädt sich eine weitere Ordnungswidrigkeit auf: illegale Müllentsorgung, die mit bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann.

    Also wenn ich was aus einem Teich hole, ist es quasi Raub oder illegale Inbesitznahme, und wenn ich es dann wieder reinwerfe, ist es illegale Müllentsorgung, auch wenn es dort zuvor vielleicht schon 100 Jahre gelegen hat? Ernsthaft, Deutschland??? :wandrenn:


    Kennt ihr auch solche Schwachsinnsgesetze oder ähnliche Verbote, die euch schon angekotzt haben? Dann postet sie gerne in diesem Thread!

  • Ich sage nur: Tanzverbot an Karfreitag. Früher dachte ich mal, das gäbe es nur im Mittelalter, aber nein... das gibt es tatsächlich immer noch.

    Wobei das ja nur ein Tag im Jahr ist und vielleicht unter soetwas wie (hier verordnete) kulturelle Sensibilität fallen könnte. Wie siehst du das überwiegende Verbot am Sonntag Supermärkte zu öffnen? Oder in Wohngebieten zu jeder beliebigen Zeit Lärm zu machen?

  • Interessant ist vor allem, was nun nicht mehr verboten ist: Spät abends Lärm machen, wenn es mit dem Kulturgut Fußball zusammenhängt!

    https://www.chip.de/news/Ausgesetzt-Bald-koennen-Sie-sich-von-der-Nachtruhe-verabschieden_185314583.html


    Na super. Ich bin ja der Letzte, der sich über Lärm beschwert, wenn er überschaubar und ab und zu auftritt.

    Mein Versuch, ein wenig Subkultur in miefigen Kleinstädten einzuführen, ist ja auch an dämlichen Anwohnern gescheitert, die sofort die Polizei rufen, wenn einmal alle zwei Monate Samstags nach 22 Uhr noch Konzertlärm zu hören ist. Einer von zahlreichen Gründen für meine Provinzverachtung.

    Why do we fall?

  • Wobei das ja nur ein Tag im Jahr ist und vielleicht unter soetwas wie (hier verordnete) kulturelle Sensibilität fallen könnte.

    Ich finde ja generell, Religionen sollten Privatsache sein... und da, wo religiöse Menschen anfangen, von nichtreligiösen Menschen zu erwarten, dass diese sich ihren Traditionen anpassen, sollte man ihnen klare Grenzen setzen. Das betrifft das christliche Tanzverbot, aber genauso auch, wenn jetzt Muslime oder irgendwelche Gutmenschen meinen, von deutschen Kindern an Schulen zu erwarten, dass sie an Ramadan aus Solidarität mitfasten oder zumindest nicht ihre muslimischen Mitschüler dadurch "provozieren", dass sie es wagen, vor denen ihr Pausenbrot zu sich zu nehmen. Wo kämen wir denn da hin, wenn man auf jeden Quatsch, den sich andere ausgedacht haben, Rücksicht nehmen müsste?

    Möge jeder leben, wie er will, aber doch bitte dann auch damit klarkommen, dass andere an den Kram nicht glauben.

    Ich bin auch kein großer Freund des Sonntagsarbeits-Verbots. Natürlich sollten die Menschen noch viel mehr freie Tage kriegen, als ihnen heutzutage zustehen, aber wegen mir muss das nicht zwangsläufig Sonntags sein, und ich hätte nichts dagegen, Sonntags und an Feiertagen auch einkaufen zu können. (braucht ja nicht jeder Laden aufzuhaben, aber man sollte es auch nicht gesetzlich vorschreiben, so lange jeder Mitarbeiter genug freie Tage hat.) An Tankstellen funktioniert es ja offensichtlich auch.

  • Was Lärm angeht, gebe ich aber zu, dass ich da schon zum Spießer mutieren kann. Anarchie kann eben auch nur funktionieren, wenn ein gewisses Mindestmaß an gegenseitiger Rücksichtsnahme vorhanden ist.

    Dass mal jemand Party machen möchte und es etwas lauter wird, ist dabei nicht das Problem. So tolerant ist man ja im Allgemeinen. Aber es gibt eben auch unter Party-feiernden Menschen starke Unterschiede im Bezug auf Penetranz und Asozialität.

    Als Beispiel sag ich mal: Gegenüber hier leben Griechen, die sind natürlich auch mal etwas lauter, hören Musik und haben Besuch, aber noch nie in dem Ausmaß, dass ich mich davon schlimm gestört gefühlt hätte.

    Auf der anderen Seite haben wir hingegen so einen autoschraubenden Kosovo-Typen, der ein Motorrad hat, das definitiv nicht legal ist, und das er manchmal nur so aus Spaß extrem aufheulen lässt. Und wenn der Party macht, dann wird das ganze Dorf mit Balkan-Rhythmen beschallt bis tief in die Nacht. Da hab ich dann auch tatsächlich mal aus dem Fenster gebrüllt, dass er endlich ruhig sein soll. (Seitdem ist es vielleicht auch minimal besser geworden...)

    Es ist halt oft auch eine Kuturfrage. Und damit meine ich nicht so sehr eine Frage der kulturellen Herkunft, sondern ob Menschen kultiviert sind oder nicht. Ob sie weiter als ihre eigenen vier Wände denken können oder nicht.

  • Für mich hat das mit Spießertum nichts zu tun, wenn man von seinen Mitmenschen ein Mindestmaß an gegenseitiger Rücksicht erwartet. Es kommt eben immer auf die Verhältnismäßigkeit an, Toleranz funktioniert schließlich nicht nur in eine Richtung.

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • aber man sollte es auch nicht gesetzlich vorschreiben, so lange jeder Mitarbeiter genug freie Tage hat

    Ein Argument für einheitlich vorgeschriebene Schließtage war die Möglichkeit sich dann mit anderen zu treffen, weil fast alle eben an diesen Tagen keinem Gelderwerb nachgehen.


    Eine ganze Reihe von Verboten und Regelungen hierzulande widmen sich dem "Schutz der Erwerbstätigen"? Würde dabei eine Abschaffung nicht schon die Macht von Betrieben steigern ihrem Personal Bedingungen zu diktieren?

    Wo kämen wir denn da hin, wenn man auf jeden Quatsch, den sich andere ausgedacht haben, Rücksicht nehmen müsste?

    Der Punkt für dich wäre also deine persönliche Bewertung von etwas als Quatsch? Das ist dein Argument, in einem solchen Fall (im Gegensatz zur Wertschätzung von allgemeiner Ruhe) keine gegenseitige Rücksichtnahme für angemessen zu halten?

  • Lärm ist Herrschaft (gemäß der Devise vieler "Anarchisten", nach der alles, was ihnen persönlich nicht passt "Herrschaft" sei).


    Vielleicht nicht Herrschaft, aber sicherlich u.U. eine Form der Gewalt und daher auch zurecht kritisch zu betrachten. Für mich ist das eine Güterabwägung - Kultur (Musik, Sport) darf ruhig mal laut sein, ohne dass Anwohner auf die Barrikaden gehen sollten. Wenn ich sehe, wie Konzertlocations und Jugendhäuser kaputt gemacht werden, weil es auch mal laut wird (nicht täglich und nicht die ganze Nacht), dann läuft was falsch. Ich beschwer mich auch nicht, wenn es im Sommer auf dem Fußballplatz um die Ecke mal lauter wird.

    Meine Toleranz endet bei Techno-Gewummer nachts um 2 im Mietshaus, da steh ich dann auch vor der Tür. Lärm als Privatvergnügen muss nicht sein, ich dreh auch nicht die Anlage auf.


    Und wie du ja schon angedeutet hast: Regeln und Verbote schützen auch Schwächere vor Missbrauch und Ausbeutung, und Anarchie heißt nicht 'mir darf keiner Vorschriften machen', sondern 'Wie kann man Herrschaft, Ausbeutung und Gewalt überwinden?``.

    Why do we fall?

    Einmal editiert, zuletzt von Lonewolf (5. Juni 2026 um 10:20)

  • Ich feier ja die Gesetze rund um Bienenschwärme 😆
    Beginnt mit "Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt."

    Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten.
    Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, welche ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarms; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.

    Ist ein Bienenschwarm in eine fremde besetzte Bienenwohnung eingezogen, so erstrecken sich das Eigentum und die sonstigen Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war, auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum und die sonstigen Rechte an dem eingezogenen Schwarme erlöschen.

    Wieviele Gerichtsverfahren es wohl gebraucht hatte um jeden möglichen Bienenschwarmfall abzudecken wüsst ich da echt gern.