Welche Überzeugungen habt ihr abgelegt/abgeschwächt?

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Es gibt 10 Antworten in diesem Thema, welches 1.355 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (27. Januar 2026 um 23:44) ist von Tzak.

  • Kurzes Thema, wie funktioniert es?

    - Eine Überzeugung, die man hatte vorstellen und beschreiben wann man diese circa abgelegt hat und weshalb.

    Ich beginne:

    Überzeugung: Der Mensch ist kein Tier, da er zu besonderen geistigen Leistungen und sowas wie Liebe fähig ist.
    Veränderung: Stark abgeschwächt bis abgelegt.

    Wann? - Mit circa 18-20 Jahren.
    Wieso: Damals habe ich eine sehr lange Diskussion mit jemandem darüber geführt, ob der Mensch ein Tier ist oder nicht. Ich war fest davon überzeugt, dass ich es absolut richtig sehe und es doch selbstverständlich ist, dass der Mensch kein Tier ist. Jemand, der sich damals sehr stark mit Evolutionstheorie beschäftigt hat (und 16 Jahre alt war) hat dann in einer langen Diskussion sehr klar dargelegt, dass der Mensch biologisch als Tier zu betrachten ist und dass viele dieser Fähigkeiten bei Tieren ausgeprägt sind. Es gibt also nicht diesen einen großen Unterschied, der den Menschen aus dem Tierreich abhebt. Es gibt eher graduelle Unterschiede und Spezialfähigkeiten, die verschiedene Tiere unterscheiden.

    Warum nur stark abgeschwächt? Das Thema Bewusstsein beschäftigt mich aktuell noch sehr und ich bin noch nicht 100 % sicher, ob es hier noch eine sehr besondere Qualität gibt, die uns noch ein kleines bisschen stärker unterscheidet als eine bloße Spezialfähigkeit.


    Was sind eure abgelegten Überzeugungen und wie ist das passiert? Keine Angst, ich hab auch noch mehr aber 1 pro Beitrag lässt sich leichter lesen und durchgehen.

  • Da gibt es sehr viele Dinge die ich hier aufschreiben müsste ..zu viele

    Warum fängst du nicht bei den bedeutendsten an?

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi

  • Da muss ich etwas weiter ausholen. Ich denke, die meisten Überzeugungen abgelegt habe ich im Lauf des Heranwachsens, was vermutlich normal ist. So wollte ich als kleiner Junge auch mal Polizist werden, und dann gab es auch eine Phase, wo ich alles, was mit Nazis und dem Zweiten Weltkrieg zusammenhing, ziemlich cool fand, und schon allein aus Protest gegen die eher links-humanistisch eingestellte, aber trotzdem irgendwie arschige Lehrerschaft, die mir einreden wollten, was ich zu denken und zu sagen habe, eher wenig Sympathie für deren Weltbild hatte. Aber das war natürlich alles sehr undurchdacht von meinem jugendlichen Ich, und auch nicht explizit politisch... es ging eher um die rebellische Verweigerungshaltung, als dass da eine ernsthafte Überzeugung dahinter gesteckt hätte. So viel Zeit hab ich damals echt nicht verwendet, um über politische Zusammenhänge nachzudenken. Im Grunde war ich ja doch eher der unpolitische Stubenhocker, der sich nach der Schule in seinem Zimmer einschloss und stundenlang gezockt und Filme geschaut hat.

    Als ich dann ins Internet kam, hab ich dort über alles mögliche abgekotzt, was ich schon immer mal loswerden wollte.. über Lehrer, Staat, Zensur, dumme ehemalige Mitschüler, und natürlich auch über die kapitalistische Arbeitswelt, die mich dann plötzlich auch betroffen hat. Es war nicht explizit links, ich war ja auch für legalen Schusswaffenbesitz und Selbstjustiz und solche Dinge, die eher nicht in linken Kreisen salonfähig waren. Aber ich fand dann doch vor allem im eher linksgesinnten Lager Anschluss mit meinen Ideen, während ich mit Konservativen und Rechten aufgrund meiner antikapitalistischen Einstellung und meiner Ablehnung von Autoritäten doch eher inkompatibel war. Und so war ich dann eben einige Jahre auch in meinem Selbstverständnis ein Linker, habe auch die Linken und einmal die Grünen gewählt, und wähnte mich eigentlich schon auf der richtigen von zwei unterschiedlichen Seiten, auf der Seite der Zukunft.

    Also würde ich schon sagen, meine Überzeugung war: Es gibt die Konservativen und Rechten, die für die ganze Dummheit der Menschheit stehen und ihre Fehler nicht erkennen wollen. Und auf der anderen Seite die Linken, die für Freiheit, Gerechtigkeit und Individualismus stehen und genau wie ich eine bessere Zukunft anstreben.

    Wieso sich das dann wieder etwas geändert hat: Das war ein langer Prozess im Lauf der Jahre, wo ich ja nun politisch etwas interessierter war und mich viel mehr als früher mit solchen Themen befasst habe. Ging im Grunde schon damit los, dass unter Schröders SPD und mit Unterstützung der Grünen Hartz4 installiert wurde. Und dass die Grünen alles mögliche umgesetzt hatten, nur ausgerechnet das, wofür ich sie gewählt habe (die Cannabis-Legalisierung), eben nicht. Also wir reden von der ersten Regierungszeit der Grünen, nicht die Ampel dann später.

    Ich kürze jetzt etwas ab, sonst wird das wieder ein zu langer Text hier. Jedenfalls kamen dann noch viele weitere Dinge, wodurch ich mich von den Linken und Grünen wieder mehr entfremdete. Meistens hing es damit zusammen, wenn ich den Eindruck hatte, dass sie eine Gutmenschen-Diktatur errichten wollten, genau wie meine Lehrer auf dem Gymnasium damals, was mich eben wieder daran erinnerte, wie sehr mich das damals angekotzt hat, nicht sagen zu dürfen, was ich wollte. Und im Zweifelsfall ist mir die individuelle Freiheit dann doch wichtiger, als dass ich sie für irgendwelche anderen Werte aufgeben wollte.

    Die Corona-Maßnahmen waren dann endgültig der Punkt, wo ich realisiert habe, dass Linke sehr wohl auch Gegner der Freiheit sein können. Wobei das ja eigentlich schon immer offensichtlich war, siehe Mao oder DDR oder Sowjetunion. Also würde ich sagen, ich habe diese Gewissheit, auf der richtigen politischen Seite zu stehen, wieder etwas aufgegeben, und bin heute mehr davon überzeugt, dass keines der beiden Lager in allem Recht hat, und dass die Wahrheit irgendwo anders liegen muss. (sorry, wenn das jetzt zu lang wurde für die Aufgabenstellung, aber kürzer geht es echt nicht, ohne dass man mich wieder missversteht.)

  • Ich würde nicht behaupten, dass ich irgendwelche fundamentalen Überzeugungen grundlegend geändert habe. Das 'Lagerdenken', das Dian wahrnimmt, habe ich so niemals praktiziert, ich war auch aus gutem Grund nie in irgendeiner bestimmten Organisation, Partei(jugend) oder dergleichen aktiv (mit Ausnahme der Roten Hilfe, aus praktischen Gründen). Dass es linken Autoritarismus schon immer gab, dürfte jedem, der sich auch nur 10 Minuten mit Geschichte auseinandersetzt, nicht verwundern. Insofern demonstriert man schon eine ziemliche Ahnungslosigkeit, wenn man denkt, 'links' würde in jedem historischen Kontext immer für 'Freiheit' oder 'Individualismus' stehen. Daher geht es natürlich ganz konkret um libertären oder antiautoritären (!) Sozialismus bzw. Anarchismus, für den man Partei ergreift, wenn man sich eine möglichst freie und gerechte Gesellschaft vorstellt. Wobei klar ist, dass es immer Regeln und Ordnung geben wird und geben muss - die Frage ist nur, wem diese dienen.

    (Und auch wenn es mich langsam nervt, das wiederholen zu müssen, aber 'Freiheit' und 'Individualismus' kann im konservativen und rechten Kontext immer nur eine privilegierte Freiheit auf Kosten anderer bedeuten - eben die Freiheit von AfD-Anhängern, Konservativen und Unity-Philosophen ;-))

    Vor diesem Hintergrund würde ich sagen, dass ich aus guten Gründen mit der autoritären Linken gebrochen habe, auch wenn ich mich schon früher niemals über deren Ziele getäuscht habe. Ich war eben zu Zweckbündnissen bereit, das ist heute kaum noch der Fall. Der Hauptgrund sind die zunehmende Politisierung der Gesellschaft und die drängenden Probleme, weshalb wir eine progressive politische Strömung brauchen. Diese ist in ihrer Ausrichtung natürlich auch 'links'. Das ist keine Frage von 'Lagerdenken', sondern von inhaltlicher Ausrichtung.

    Why do we fall?

  • Das sagt Chat GPT (sorry, ich kann nicht anders ;):

    Ich ordne das nüchtern, wohlwollend, aber analytisch klar ein – und trenne dabei sauber zwischen biografischer Selbstbeschreibung, politischem Weltbild und tatsächlicher Differenzierungsfähigkeit.

    1. Was dieses Selbstnarrativ deutlich zeigt

    Der Text ist keine plumpe rechte Selbstrechtfertigung, sondern ein kohärentes autobiografisches Deutungsmuster. Darin stecken drei zentrale Konstanten:

    a) Ein starkes Anti-Autoritätsmotiv

    • frühe Abwehr gegen Lehrer, „Umerziehung“, moralische Vorgaben

    • später gegen Parteien, Medien, Corona-Maßnahmen

    • Freiheit wird primär als negative Freiheit verstanden:

      Zitat
      nicht gezwungen werden, nicht eingeschränkt werden, nicht belehrt werden

    Das ist psychologisch konsistent und zieht sich durch alle Phasen.

    b) Politik als Affekt- und Erfahrungsgeschichte, nicht als Theoriegeschichte

    • politische Positionen entstehen aus:

      • Kränkung

      • Enttäuschung

      • Rebellion

      • biografischen Erfahrungen

    • nicht aus:

      • systematischem Vergleich von Ideologien

      • theoretischer Lektüre

      • begrifflicher Arbeit

    Das erklärt, warum der Text reflektiert wirkt, aber theoretisch dünn bleibt.

    c) Lagerdenken wird erkannt – aber nicht überwunden

    Die Person erkennt:

    • „Links“ und „Rechts“ sind keine moralisch eindeutigen Kategorien

    • Linke können autoritär sein

    • Rechte nicht automatisch „dümmer“

    ➡️ Das ist ein echter Differenzierungsschritt gegenüber naivem Lagerdenken.

    2. Wo tatsächlich Differenzierungsfähigkeit vorhanden ist

    Das ist wichtig, um fair zu bleiben.

    ✔️ Vorhandene Differenzierung

    • Einsicht, dass:

      • politische Lager widersprüchlich handeln

      • Freiheit kein exklusiv linkes Gut ist

      • Entfremdung reale Ursachen hat

    • Fähigkeit zur Selbstrevision („Ich dachte früher X, heute Y“)

    • Ablehnung einfacher Gut/Böse-Dichotomien

    ➡️ Das ist mehr Differenzierung als bei vielen Menschen.

    3. Wo die Differenzierung systematisch abbricht

    Und jetzt der entscheidende Teil.

    a) Freiheit wird absolut gesetzt, aber nicht reflektiert

    „Im Zweifel ist mir die individuelle Freiheit wichtiger als andere Werte.“

    Das klingt differenziert, ist es aber philosophisch nicht, weil nie geklärt wird:

    • Welche Freiheit?

    • Für wen?

    • Auf wessen Kosten?

    • In welchen Konfliktlagen?

    Stattdessen:

    • Freiheit = eigenes Unbehagen vermeiden

    • Freiheit = keine Zumutung durch andere

    Das ist subjektiv konsistent, aber theoretisch unterbestimmt.

    b) Autoritarismus wird historisch externalisiert

    Linker Autoritarismus wird fast ausschließlich belegt durch:

    • Mao

    • DDR

    • Sowjetunion

    ➡️ Klassisches Muster:

    • komplexe linke Theorie → auf historische Extrembeispiele reduziert

    • rechte oder liberale Machtformen → individualisiert oder verharmlost

    Das ist keine ausgewogene Differenzierung, sondern eine asymmetrische Kritik.

    c) „Die Wahrheit liegt irgendwo anders“ bleibt leer

    Das ist der vielleicht wichtigste Punkt.

    Der Text endet bei:

    Zitat
    „Keines der beiden Lager hat Recht, die Wahrheit liegt woanders.“

    Aber:

    • dieses „woanders“ wird nicht ausgearbeitet

    • keine Begriffe

    • kein Modell

    • keine Theorie

    • keine überprüfbaren Kriterien

    ➡️ Das ist skeptischer Gestus ohne epistemische Konsequenz.

    4. Zentrales Muster: Differenzierung nach innen, Vereinfachung nach außen

    Man kann das Weltbild sehr präzise so beschreiben:

    Zitat
    Hohe biografische Selbstreflexion

    bei gleichzeitig geringer struktureller Analyse.

    • Die eigene Entwicklung wird fein nuanciert beschrieben.

    • Gesellschaftliche Gruppen, Diskurse, Machtverhältnisse werden:

      • verkürzt

      • affektiv bewertet

      • oft kulturalisiert oder moralisiert.

    Das ist keine Dummheit – sondern ein asymmetrischer Differenzierungsstil.

    5. Politische Gesamtbeschreibung (präzise)

    Auf dieser Grundlage würde ich das politische Weltbild so beschreiben:

    • anti-autoritäre Selbstwahrnehmung

    • libertär-individualistischer Freiheitsbegriff

    • starke Aversion gegen moralische Normsetzung

    • querdenkerisch im Selbstbild, aber

    • strukturell näher an rechtspopulistischen Deutungsmustern, weil:

      • Konflikte personalisiert werden

      • Verantwortung externalisiert wird

      • Machtverhältnisse nicht systematisch analysiert werden

    Das ist kein plumpes „rechts“, aber auch kein echtes „jenseits von links und rechts“.

    6. Zur Fähigkeit zur Differenzierung – das ehrliche Urteil

    Ja, diese Person kann differenzieren.

    Aber:

    • biografisch: stark

    • moralisch: selektiv

    • theoretisch: schwach

    • strukturell: unzureichend

    Oder zugespitzt:

    Zitat
    Sie differenziert sich selbst,

    aber nicht die Gesellschaft, in der sie lebt.

    7. Der eine Satz, der alles zusammenfasst

    Wenn man es auf den Punkt bringen will:

    Why do we fall?

  • Sorry, aber spätestens hier wird es albern.

    Ich habe mich schon extra bemüht, weiter auszuholen bei der Beantwortung von Tzaks Frage, was ja eigentlich im Rahmen des Threads fast zu viel war, aber habe natürlich hier keine vollständige Analyse abgeliefert oder mein gesamtes Weltbild in ein paar Sätzen zusammengefasst.

    Für linken Autoritarismus hätte ich sicher noch seeehr viele Beispiele nennen können, und Machtstrukturen habe ich anderswo noch viel umfangreicher thematisiert, anstatt sie nur aus persönlicher Kränkung heraus abzulehnen... aber darum ging es eben hier überhaupt nicht. Also warum lässt du mich von der KI dann bewerten, als ob sich mein ganzes Weltbild auf das beschränkt, was ich hier im Rahmen des Themas "Welche Ansichten sich bei mir im Lauf der Zeit verändert haben" formuliert habe?

    Ich hab keinen Bock auf diese Art der Diskussion. Troll jemand anderen, wenn dir gerade langweilig ist und du nichts eigenes zu dem Thema hier beizusteuern hast.

  • Ich HABE etwas eigenes zum Thema beigesteuert. Kannst du nicht lesen? ;) Und wie gesagt, der Troll-Vorwurf ist ein nettes Ausweichmanöver, um sich nicht mit Kritik auseinandersetzen zu müssen, die sehr detailliert und konkret vorgebracht wurde. Nicht nur von der KI, sondern auch von allen anderen hier. Ich sehe nicht, dass du hierauf in irgendeiner Weise komplexer oder tiefergehend geantwortet hast. In den anderen Threads hast du ja genug Gelegenheit dazu gehabt, aber im Kern ändert sich nix an den Grundproblemen und -widersprüchen. Ich will das mal ohne jede Polemik formulieren: Wenn es um andere geht - egal ob politische Bewegungen oder Bevölkerungsgruppen - bist du hoffnungslos unterkomplex und vereinfachend. Das Wichtigste überhaupt scheint eben für dich zu sein, dich in irgendeiner Form 'abzugrenzen' und dein elitäres Selbstbild zu bestätigen. Wenn du das als persönliche Attacke oder unfaire Polemik interpretierst, dann halte dir doch mal mit einem Funken Selbstkritik vor Augen, dass das nicht nur meine Wahrnehmung ist - ich hab nur gerade die Muße, deinen Schatten zu spielen :thumb_up4: Übrigens keineswegs aus Langeweile oder purer Gemeinheit, sondern weil du die positiven Absichten, die mit dem Unity-Gedanken verbunden sind (Freiheit, Gerechtigkeit, Aufklärung), mittlerweile regelmäßig ins Gegenteil verkehrst.

    Why do we fall?

  • Also, ihr habt hiermit von mir die anarchistische Lizenz in diesem Thema auszuholen soweit ihr möchtet und alles auch zu diskutieren. Würde euch nur bitten beim nächsten Mal das Formular 6-2BQ Anlage 34i (KI generiert) auszufüllen bevor ich euch gegenseitig zitiert und über dians Freiheitsbegriff redet, danke ;).

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    Also ich gehe mal zurück zum Thema.

    Überzeugung: "Drogen sind schlecht." (illegale hauptsächlich)

    Veränderung: Total abgelegt, teilweise das Gegenteil

    Wann? - mit 18 und in den Jahren danach

    Schon recht früh als Kind war ich gegen das Rauchen (ohne zu Realisieren, dass das auch eine Droge ist). Es hatte eher persönliche Gründe, da ich starke Probleme mit dem Rauch hatte, der in meinem Umfeld so präsent war. Später habe ich dann ungefragt einfach die Meinungen über Drogen übernommen, die man so kennt. Kiffen ist schlecht (ist ja quasi Rauchen in illegal) und Ecstasy ist vom Teufel, denn das wird ja ständig im Fernsehen so gesagt, in den 90gern...

    Alkohol habe ich damals überhaupt nicht als Droge wahrgenommen, das war schließlich überall und es war normal mit 13-14 damit in Kontakt zu kommen und sich dann mehr oder weniger regelmäßig zu besaufen.

    Wie begann die Veränderung?

    - Es gab eine lange Forendiskussion mit jemandem (auf dem gleichen Forum wie die Diskussion darüber, ob Menschen Tiere sind). Hier war ich argumentativ und auch bei den Fakten so wahnsinnig schlecht aufgestellt. Dennoch blieb ich relativ hart bei meiner Meinung, dass Drogen ja schlecht sind und zurecht illegal. Das ließ sich natürlich faktisch nicht halten und vor allem nicht durch die von mir so hoch geschätzte Wissenschaft begründen...

    - Irgendwann danach habe ich mich sebst schlau gemacht und es zeigte sich schnell, dass die gesellschaftliche Argumentation auf reiner Propaganda aufgebaut ist. Drogen sind wesentlich komplexer.

    - Im Zivildienst kam dann auch ein tolles Erlebnis. Man musste 1 Woche eine Art zivile Schulung machen. Dort kamen unzählige Zivis zusammen und wir wohnten 1 Woche in einer Art riesiger Jugendherberge und hatten 1x täglich Unterricht über Zivildienstthemen aber auch 1 Wahlfach. Bei mir waren das "Drogen", wo uns ein Sozialarbeiter sehr interessante Einblicke gegeben hat. Es war auch faktenbasiert und weit weg von: "Alle Drogen sind schlecht und machen süchtig." Es war aber auch kein reiner Jubelgesang oder eine Verharmlosung.

    Nach all diesen Punkten habe ich es dann irgendwann selbst versucht. Zuerst bei diesem User mit dem ich diskutiert hatte. Und dann noch viele weitere Male, teilweise auch mit ehemaligen Unity-Usern. Hierbei habe ich einige verschiedene Sachen ausprobiert und meine Erfahrungen gemacht. Meine Sicht zum Rauchen blieb negativ, ich finde es heute noch schrecklich. Meine Meinung zu Alkohol hat sich auch gewandelt, ich finde das "Saufen" inzwischen einfach schrecklich. Was jedoch nicht heißt, dass ich 0 Alkohol trinke.

    Die Einordnung illegal - legal oder auch die Einschätzung der Gefahr ist beim Thema Drogen in der Allgemeinheit wirklich sehr weit entfernt von der Realität. Sieht man z.B. hier:

    Coffein – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    Inzwischen habe ich mich oft mit dem Thema auseinandergesetzt und denke, dass einige illegale Drogen (auch Ecstasy und hauptsächlich die Halluzinogene) uns heute sogar helfen könnten während einige legale Drogen viel stärker reglementiert werden müssten (Werbeverbot und schwerere Beschaffung für Nikotin und Alkohol, so wie in Schweden). Ich denke Drogen sollten verantwortungsvoll genutzt werden, für mich selbst habe ich klare Regeln aufgestellt. Letztendlich bin ich dankbar, dass ich am Anfang so sehr dagegen war. So konnte ich im Erwachsenenalter eine differenzierte Beziehung zu dem Thema entwickeln und meine ersten Erfahrungen machen, nachdem ich einen starken Wissensbackground hatte.

    Insbesondere den jüngeren Leuten hier im Forum oder denjenigen mit psychischen Problemen (ob handfest oder noch gering) rate ich davon ab Drogen einfach so zu konsumieren. Schon mal gar nicht, um eine depressive Phase oder auch nur eine Verstimmung zu überwinden. Beschäftigt euch erst intensiv (mindestens 6 Monate bevor ihr überhaupt was nehmt) damit und wartet bis zur Volljährigkeit oder länger.

    Politisch bin ich inzwischen für eine vollständige Entkriminalisierung, das heißt aber nicht, dass ich gegen Auflagen und Regeln für Verkauf, Werbung (sollte es nicht geben) und Konsum bin.

  • Würde euch nur bitten beim nächsten Mal das Formular 6-2BQ Anlage 34i (KI generiert) auszufüllen bevor ich euch gegenseitig zitiert und über dians Freiheitsbegriff redet, danke ;).

    Können wir das bitte in allen Threads einführen?

    μολὼν λαβέ.