Es gibt 56 Antworten in diesem Thema, welches 17.937 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (24. September 2025 um 11:38) ist von Neuschwabenland.

  • Zitat

    Du bist hier derjenige, dem es an differenzierten Sichtweisen mangelt. Im Grunde stellst du hier nur eine Menge Strohpüppchen auf, die sich leicht zerreißen lassen.

    Du etwa nicht?

    Du scheinst meinen Text hier leider so aufgefasst zu haben als sei ich Aushängeschild der AfD oder würde diese für eine geniale Partei halten. Um es kurz zu machen dem ist nicht so. Ich weiß ganz genau dass die AfD bestimmte Themen nur deshalb bedient weil sie daraus politisches Kapital schlagen will und nicht weil ihnen Frauen, Schwule oder der ungebildete Pöbel an den Stammtischen so am herzen liegen, das ist aber nichts neues das machen die etablierten Parteien auch. Ich würde dem entgegen halten dass es auch den meisten Politikern die sich für den weiteren Zustrom von Flüchtlingen aussprechen nicht wirklich um das Leid dieser Leute geht. Was aber mit den vielen Flüchtlingen hier passieren soll und welche Perspektiven es für sie überhaupt gibt und wie viele das Land überhaupt noch verkraften kann, diese Fragen bleiben leider unbeantwortet. Man holt sie ins Land und überlässt sie sich selbst und die einheimische Bevölkerung die mit diesen Leuten aus einem völlig fremden Kulturkreis irgendwie klar kommen muss die überlässt man ebenfalls ihrem Schicksal. Da ist einfach keine Strategie erkennbar wie das hier auf Dauer funktionieren kann. Und wenn du dieses bis oben hin gefüllte Pulverfass nicht sehen kannst auf dem wir aktuell sitzen dann frage ich mich, ob nicht vielleicht du es bist der sich hier dümmer macht als er ist. Irgendwelche linke Gruppen und Zivilverbände können unmöglich diese Herkulesaufgabe stemmen vor welche uns die Asylpolitik der letzten Jahre gebracht hat und der Zustrom nimmt ja nicht ab.

    Es geht auch gar nicht darum dass man Menschen anderer Herkunft nicht leiden kann, zumindest bei mir ist das nicht der Fall. Ich habe erst neulich mit jemandem gestritten der einen ziemlichen Hass auf diese Leute entwickelt hat und die Position vertrat dass Menschen aus Afrika und den muslimisch geprägten Ländern verseuchte Gene hätten und dem entgegnet dass man Menschen nicht über einen Kamm scheren dürfe und kein Mensch aufgrund seiner Gene sich daneben verhält, sondern maximal wegen seiner sozialen Prägungen und aufgrund der kulturellen und religiösen Einflüsse die ihn geformt haben. Ich habe damit sicher bei der Person keine Bonuspunkte für meinen Standpunkt erhalten, ich kritisiere immer beide seiten und fühle mich keinem bestimmten Lager zugehörig. Ich lehne niemanden aufgrund seiner Herkunft ab, mir ist es doch völlig gleich wie jemand aussieht oder wie er mit Namen heißt und ich behandle generell jeden mit Respekt der sich nicht total daneben benimmt. Aber ich erkenne eben auch Muster und das Muster von Migranten aus bestimmten Herkunftsländern welche gemessen an ihrem Bevölkerungsanteil überproportional häufig in bestimmten Bereichen kriminell auffällig sind ist eben überdeutlich. Es geht ja auch nicht nur um fundamental religiöse Einflüsse wo man auf irgendwelche Verbände einwirken oder diese bekämpfen und verbieten lassen könnte, wie gedenkst du den übersteigerten Machismus aus diesen Leuten herauszukriegen oder sie von der Sichtweise abzubringen wonach das Recht des Stärkeren immer überlegen sei und Toleranz und Rechtstaatlichkeit bloß zeichen von schwäche sind? Man kann sie auch nicht in ein Land integrieren welches nichts eigenes vertritt und bereitstellt worin sich jemand Integrieren könnte, keine ''stolze'' oder unverkrampfte Kultur zu der man sich gerne bekennt oder eine Identität zu der sich diese Menschen irgendwie zugehörig fühlen könnten. Mit Wokismus und Genderdebatten wird man diese Leute sicher nicht davon überzeugen können, dass es eine gute Idee sei ihre archaischen Ansichten und ihre fundamental religiösen Werte sowie ihre kulturelle und familiäre Abschottung in parallelen Strukturen welche ihnen Identität und Stärke verleihen und sich bisher ganz gut bewährt haben, einzutauschen gegen ein Dasein als gut integrierte Ehrenkartoffel irgendwo am unteren Ende der Opferpyramide bestehend aus geißelndem Selbsthass und Schuldkult.

    Zitat

    'Meinungsfreiheit' , 'Cancel Culture', Coronatrauma. Junge, mach dich hier nicht dümmer, als du bist. Ich verstehe gut den Frust, den man angesichts des Verhaltens einiger linker Gruppen im Zuge der Coronapolitik entwickeln kann. Ich teile ihn auch ein gutes Stückweit. Allerdings gehört hier eben zur Wahrheit, dass es in der Frage eine große Spaltung gab und gibt, z.B. in Hinblick auf die Impfpflicht. Die AfD hat lediglich in üblich populistischer Manier versucht, Kapital aus emotionalisierenden Themen zu schlagen.

    Das hat die gute Frau Wagenknecht genauso getan nur ohne dabei tatsächlich ihren Worten etwas folgen zu lassen, schließlich hat sie sich bei nahezu allen wichtigen Abstimmungen im Bundestag enthalten. Da war ihr wohl wichtiger sich nicht mit ihrer eigenen Partei zu zerwerfen als ihrem eigenen Gewissen zu folgen. Daher bleibe ich vorerst auch verhalten was die Gründung einer neuen Partei durch diese Frau betrifft, sie ist mir zu sehr darauf bedacht sich stets ein Hintertürchen beim Mainstream offen zu halten um auch weiterhin in alle möglichen Talkshows eingeladen zu werden und nicht wie andere vor ihr aufs Abstellgleis geschoben zu werden.

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi

    3 Mal editiert, zuletzt von Shinobi (22. September 2023 um 21:49)

  • Zitat

    Du bist hier derjenige, dem es an differenzierten Sichtweisen mangelt. Im Grunde stellst du hier nur eine Menge Strohpüppchen auf, die sich leicht zerreißen lassen.

    Du etwa nicht?

    Du scheinst meinen Text hier leider so aufgefasst zu haben als sei ich Aushängeschild der AfD oder würde diese für eine geniale Partei halten. Um es kurz zu machen dem ist nicht so. Ich weiß ganz genau dass die AfD bestimmte Themen nur deshalb bedient weil sie daraus politisches Kapital schlagen will und nicht weil ihnen Frauen, Schwule oder der ungebildete Pöbel an den Stammtischen so am herzen liegen, das ist aber nichts neues das machen die etablierten Parteien auch.

    Dass den etablierten Parteien (vielleicht mit Ausnahme der CDU, und selbst hier gibt es dahingehend auch progressiv denkende Menschen), vor allem Grünen und Linken, Themen wie Frauen- oder Minderheitenrechte nicht durchaus authentisch am Herz liegen, würde ich denen nicht unterstellen. Stichwort Selbstbestimmungsgesetz, wo macht man sich denn hiermit Freunde, außer bei einer überschaubaren Minderheit? Es sind einzig und allein Rechte, die immer wieder gegen genannte Gruppen mobil machen. Und es sind neben Neonazis und Hools unter anderem zurückgebliebene Gewalttäter aus migrantischen Macho-Kulturen, die zuschlagen.

    Womit wir beim genannten Thema sind, auf das du dich nun offenbar festlegen willst: Probleme mit Zuwanderern. Ich habe hierzu eigentlich schon genug geschrieben, aber nochmal kurz: Die pauschale Ablehnung und rassistisch motivierte Hetze, wie sie von AfD und Konsorten vorangetrieben wird, ist keine legitime Antwort auf die genannten Vorfälle. Weder sind alle Schwarzen Messermänner und Vergewaltiger, noch alle Muslime potenzielle Terroristen. Und da die AfD genau dies suggeriert, ist sie in diesem Diskurs schlichtweg raus und niemand, der nicht völlig bekloppt oder eben ein Faschist ist, wird sein Kreuz bei dieser Partei machen. Darüber gibt es für mich auch nix mehr zu diskutieren.

    Die Probleme mit Zuwanderern sind, wie dir bekannt sein dürfte, komplex und in ihren Ursachen vielschichtig, bzw. haben sie mit aktuellen Fluchtbewegungen teils auch gar nix zu tun (siehe Frankreich und seine Banlieus). Teilweise ist die Fluchtabwehr, z.B. im Rahmen des Türkei-Deals, sogar einer der Gründe dafür, dass legalistisch islamistische Strukturen in Ruhe gelassen werden, um es sich nicht mit Erdogan zu verscherzen. Auch die Grauen Wölfe waren einst ein gern gesehenes Gegengift unter deutschen Konservativen gegen den Einfluss türkischer Linker.

    Neben dem Kampf gegen islamistische Strukturen brauchen wir meines Erachtens vor allem ein härteres Vorgehen gegen bestimmte Formen der Kriminalität (vor allem sexualisierte und bandenmäßige Gewalt bzw. organisierte Kriminalität). Ich sehe darin überhaupt keinen Widerspruch gegenüber linken Positionen. Und dies gilt auch völlig unabhängig von tatsächlichen oder eingebildeten Problemen, die durch Zuwanderung verursacht werden.

    Wobei klar sein sollte, dass Menschen anhand ihrer Taten beurteilt werden, anstatt mit diffusen Ängsten Stimmungsmache zu betreiben, wie es das rechte Lager praktiziert. Im Grund ist deren Verhalten sogar kontraproduktiv, da die tatsächlichen Probleme eher seltener adressiert werden aus Angst, sich mit dem rechten Pack irgendwie gemein zu machen.

    Wobei es absolut paradox ist, dem Chauvinismus unter Zuwanderern damit zu begegnen, dass man rechte Chauvinisten wählt. Ist in etwa so, als ob man in ein brennendes Haus mit dem Bulldozer reinfährt, anstatt es zu löschen.

    Lustig an dem Wagenknecht-Video sind vor alle die ersten paar Minuten, in denen sich Lanz über ihren 'Man darf ja nix mehr sagen'-Quatsch lustig macht. Genau der richtige Umgang mit denen, die sich von 'Cancel Culture', 'Wokeness' oder 'political correctness' gegängelt fühlen. Ich sage im Übrigen nicht, dass es hier nicht nervige Trends gibt. Aber wie bekloppt muss man sein, um sein Wahlverhalten von sowas abhängig zu machen?

    Why do we fall?

    Einmal editiert, zuletzt von Lonewolf (23. September 2023 um 11:47)

  • Wie genau willst du denn auf eine fortschrittliche Art mit dem gesellschaftlichen Unmut umgehen? Wie kommen wir zu einer Gesellschaft mit weniger kapitalistischem Verwertungszwang und weniger staatlicher Überwachung, also hin zu mehr 'Anarchie', oder ist das für dich nur noch ein Label für deine Veröffentlichungen? Oder sind das verfehlte Hoffnungen, weil offenkundig immer mehr Menschen sich einen autoritären Führerstaat, weniger 'Ausländer' und generell weniger sichtbare Minderheiten wünschen?

    Zunächst einmal denke ich, die Politik müsste die Menschen wieder mitnehmen. Und zwar möglichst einen großen Teil der Menschen... nicht so, wie man es zu Corona-Zeiten gemacht hat, wo man sich nur als Vertreter des ängstlichen Teils der Bevölkerung verstanden hat, und quasi so getan hat, als ob das die einzige akzeptable Meinung ist, und die abweichende Meinung von vielen Millionen anderen Menschen scheißegal ist und keine Bedeutung hat.

    Klar kann man auf diese Art und Weise regieren. Aber nicht alles, was möglich und in der Verfassung legitimiert ist, ist halt auch sinnvoll.

    Alle reden von der zunehmenden Spaltung der Gesellschaft. Aber wie kommt sie denn zustande? Weil von beiden Seiten, rechts wie links, nicht mehr aufeinander eingegangen sondern nur noch gegeneinander gehetzt wird. Weil man sich nicht mehr die Hand reicht und miteinander an einem Tisch sitzt, sondern im politischen Gegner nur noch das ultimative Böse sieht, das man am liebsten komplett ausrotten würde, wenn man die Möglichkeit dazu hätte.

    Keine Ahnung, ob das früher so viel anders war in der guten alten BRD. Aber es gab damals zumindest noch kein Internet, und daher gab es diese ganze Dynamik nicht so wie heute, dass sich Menschen in ihren Filterblasen aufhalten und sich ihre eigene Realität schaffen und komplett darauf scheißen, ob das viele andere Menschen vielleicht ganz anders sehen.

    Ich denke, gerade in Zeiten, in denen es so viele Krisen gibt, wäre es klug, zu zeigen, dass man nicht nur Politik für die eigenen Anhänger macht, sondern für alle Bürger. Und den Eindruck, dass die Regierung für alle da ist und nicht nur für das Durchpeitschen der eigenen ideologischen Agenda, haben heutzutage vermutlich nicht mehr viele Menschen.

    Also ich sehe das gerade so, dass erstmal ganz viel Versöhnungsarbeit geleistet werden muss, wie nach einem Bürgerkrieg, und die Menschen neu lernen müssen, miteinander zu reden und auch die Meinungen des anderen erstmal anzunehmen und jeden so sein zu lassen, wie er ist. Auch wenn er eine scheiß Meinung hat.

    Auch auf die Gefahr hin, dass dir das jetzt zu esoterisch klingt... aber es muss wirklich erstmal viel Liebe, Rücksicht und Weisheit zurück in diese Gesellschaft gebracht werden, und das am besten von so vielen Menschen wie möglich. Wir brauchen mehr kluge Philosophen in der Politik und in den Medien, als Vorbilder, die zeigen, wie man richtig miteinander umgeht... und weniger Ideologen mit Schaum vorm Mund, die den jeweiligen politischen Gegner ankläffen wie ein Köter am Gartenzaun.

    Meinungsfreiheit ist hier auch ein wichtiges Stichwort, und ECHTE Diversität. Echte Diversität heißt halt nicht nur, jeder darf gern schwul oder trans sein, sondern jeder darf das auch nicht gut finden und das auch öffentlich sagen, ohne dass er dann gleich wie J.K.Rowling als Unperson behandelt wird.

    Meinungsfreiheit in Verbindung mit Güte und Weisheit und Menschen, die das vorleben, darin sehe ich noch die beste Chance, wie irgendwann auch eine liebevollere und humanere Politik möglich sein kann.

    Was man politisch machen müsste, um die Gesellschaft mehr in Richtung Anarchie zu bringen, ist natürlich klar und logisch... Zwänge abschaffen, wo immer es möglich ist, Freiräume ermöglichen, in denen die Menschen unreglementiert ihr Ding durchziehen können, soziale Absicherung in Form eines Grundeinkommens einführen, etc.

    Nur... ich sehe da realistisch betrachtet aktuell keinen Weg dorthin, so lange sich nicht eine große Zahl an Menschen darin einig sind, dass wir in diese Richtung überhaupt gehen wollen und dass da die Zukunft liegt. Dafür muss erst noch gaaaaanz viel Überzeugungsarbeit geleistet werden. Also entschuldige, wenn ich so wenig konkretes auf deine Fragen antworten kann, aber es kommt mir gerade ein bisschen so vor, als ob das Haus in dem alle wohnen in Flammen steht, und die Bewohner darüber diskutieren, wie man vielleicht später mal das Wohnzimmer umgestalten könnte. Nicht dass ich dafür keine schönen Ideen hätte... aber so weit sehe ich die Menschheit gerade noch nicht, wenn ich ehrlich bin. Eher hat sich da etwas zurückentwickelt durch die ganzen Krisenerfahrungen, was man erst mal wieder aufholen muss.

  • Weder sind alle Schwarzen Messermänner und Vergewaltiger, noch alle Muslime potenzielle Terroristen. Und da die AfD genau dies suggeriert, ist sie in diesem Diskurs schlichtweg raus und niemand, der nicht völlig bekloppt oder eben ein Faschist ist, wird sein Kreuz bei dieser Partei machen.

    Auch auf die Gefahr, dass wir uns im Kreis drehen mit dieser Diskussion...

    Aber niemand hier hat behauptet, dass wir jetzt AFD wählen müssen, weil wir sonst von einer Flüchtlingswelle überrollt werden. Es ging lediglich um die Feststellung, dass viele Menschen (die nicht alle Nazis sind) der Asylpolitik kritisch gegenüberstehen, und dass es nicht wirklich eine Partei gibt, die man wählen kann, wenn man möchte, dass sich diesbezüglich etwas deutlich verändert. Das Geschwätz der CDU a la "Wir verschärfen jetzt dieses und jenes" ist doch purer Unsinn, das erzählen die schon seit 40 Jahren, und passiert ist das Gegenteil.

    Um es mal kapitalistisch auszudrücken: Die AFD hat da eine Marktlücke für sich erschlossen und hat da inzwischen sowas wie das Monopol drauf, weil die Konkurrenz schlicht und ergreifend kein vergleichbares Produkt anbietet. Dadurch gehen auch Leute im AFD-Supermarkt einkaufen, die eigentlich lieber wo anders einkaufen würden, weil ihnen das alles etwas zu schmuddelig ist. Und vor der Eingangstür des Marktes stehen noch einige Demonstranten rum, die jeden mit Eiern bewerfen und als Nazi beschimpfen, der dort einkaufen geht. Und die sich dann hinterher auch noch ernsthaft wundern, warum man sie unsympathisch findet und in ihrem linken Supermarkt zunehmend die Kunden fehlen.

  • Ich denke bis jetzt sieht man an diesem Thread eigentlich schon wieder ganz gut eine meiner Thesen aus dem Discord Server dass Kritik an Identitäspolitik wieder Identitätspolitik ist und damit genau die selben Probleme hat.

    Über was wird denn hier geredet? Ein bisschen Ausländer und dann ja ein bisschen Gender blabla und so weiter. Ich will da im Detail auch gar nicht darauf eingehen, es gibt sicher da ein paar Probleme die auch sicher angesprochen gehören und hier auch wurden. Das erschreckende dabei ist doch dass darüber ausschließlich geredet wird und dadurch, die deutlich wichtigeren Themen aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt werden und das bestimmt auch von einigen beabsichtigt.

    Denn was passiert denn gerade? Wir erleben gerade das massive Scheitern der Demokratischen Institutionen. Einerseits eine Technokratisierung auf EU-Ebene. Andererseits die weiterhin vollkommene Überlastung der Kommunen in Deutschland, unter anderen auch weil sie mit den Asylanten allein gelassen werden aber nur Teilweise und auch in dem Zusammenhang sollte man wahrscheinlich auch über wichtigere Gründe reden. Und dann im Zuge des Ukraine Krieg und anschließenden Austeritätspolitik die Verarmung der Massen. Nur mal so als wirklich erschreckendes Beispiel dafür. Der Reallohn ist jetzt schon seit drei Jahren nicht gewachsen. Und im letzten Jahr stark gesunken. Die Löhne sind jetzt wieder auf dem Stand 2015. 7 Jahre Lang Stagnation und ich würde hier wirklich stark anzweifeln dass auch die Reallöhne dieses Jahr steigen werden, bei dieser Inflation. Ich Tippe mal wieder auf ein Sinken. Mal gucken in welchen Jahr wir ende 2023 Rauskommen in Sachen Löhnen. 2013? 10 Jahre Stagnation aber ja die Ausländer oder das Gendern sind schuld. Wir leben in Zeiten wo Top Manager in der Öffentlichkeit sagen, durch Corona sind die Arbeiter Arrogant geworden und deshalb müssen die jetzt dringend durch erhöhte Arbeitslosenzahlen wieder Diszipliniert werden müssen. Aber niemanden Juckt es, das ist alles so so so witzlos. Deshalb die Austeritätspolitik! Und das muss man da ganz klar sagen, die grünen und SPD sind da keine Opfer der FDP sondern Mittäter und finden das eigentlich richtig Geil. Aber ja die Ausländer... Das meine ich, man redet über Spaltung und so weiter und plappert etwas das man wieder auf sich zugehen muss und so weiter. Das ist ja schön aber meint ihr das es für eine Demokratie nicht auch irgendwie wichtig ist, dass man froh in die Zukunft blickt? Und nicht in dem Sinne das man das man auch in Zukunft sich über Transpersonen aufregen darf sondern man keine Angst hat , sich in Zukunft kein essen leisten mehr zu können? Das man sich in Zukunft vielleicht auch weiterhin ein paar Annehmlichkeiten leisten kann, wie Konzerttickets und so weiter? Wer blickt denn noch wirklich gerade Optimistisch in die Zukunft?

    Es wird die ganze Zeit über Fantasiethemen gestritten und ja die Zuwanderung ist so ein Fantasiehema. Während gleichzeitig ganz Deutschland gemeinsam ganz fest die Augen verschließt vor der Realität, nämlich das wir gerade alle materiell Ärmer gemacht werden. Und natürlich erzeugt sowas unruhe wenn man merkt das Einkäufe auf einmal teurer werden. Wenn die Regierung sich die ganze Zeit streitet und man das Gefühl hat, es wird nichts besser und niemand kriegt was auf die Reihe. Und natürlich profitieren am ende davon Autoritäre Parteien wie die AfD.

    Und ein ganz einfache Beobachtung um diese These zu bestätigen. Man kann sicher die Coronapolitik doof gefunden haben aber es gab kein Zeitpunkt in den letzten Jahren, in dem die AfD so wenig Zuspruch hatte. Und das liegt eben daran das man einmal das Gefühl hatte, die Regierung ist funktionsfähig und kriegt was auf die Reihe. Natürlich war die Politik am ende Autoritär und Technokratisch, deshalb hätte das auch nicht langfristig funktioniert und irgendwann wurde ja auch gelockert auch wenn es deutlich zuspät war. Aber das zeigt eben, dass doch wirklich das Hauptproblem ist, dass wir in deutschland langsam das Gefühl bekommen, die Demokratischen Institutionen funktionieren nicht mehr richtig, bzw. sind nicht fähig unsere Probleme zulösen und zweitens, das Hauptversprächen der Liberalen Demokratie, nämlich Wohlstand und Selbstverwirklichung für alle, rückt immer weiter in die Ferne. Aber darüber hört man nirgendwo was, wir verschließen alle die Augen. Das ist alles so so so traurig. Wir flüchten alle lieber in irgend eine Fantasie als über die materiellen Gegebenheiten zu reden.

  • Ich denke bis jetzt sieht man an diesem Thread eigentlich schon wieder ganz gut eine meiner Thesen aus dem Discord Server dass Kritik an Identitäspolitik wieder Identitätspolitik ist und damit genau die selben Probleme hat.

    Über was wird denn hier geredet? Ein bisschen Ausländer und dann ja ein bisschen Gender blabla und so weiter. Ich will da im Detail auch gar nicht darauf eingehen, es gibt sicher da ein paar Probleme die auch sicher angesprochen gehören und hier auch wurden. Das erschreckende dabei ist doch dass darüber ausschließlich geredet wird und dadurch, die deutlich wichtigeren Themen aus dem öffentlichen Diskurs verdrängt werden und das bestimmt auch von einigen beabsichtigt.

    Denn was passiert denn gerade? Wir erleben gerade das massive Scheitern der Demokratischen Institutionen. Einerseits eine Technokratisierung auf EU-Ebene. Andererseits die weiterhin vollkommene Überlastung der Kommunen in Deutschland, unter anderen auch weil sie mit den Asylanten allein gelassen werden aber nur Teilweise und auch in dem Zusammenhang sollte man wahrscheinlich auch über wichtigere Gründe reden. Und dann im Zuge des Ukraine Krieg und anschließenden Austeritätspolitik die Verarmung der Massen. Nur mal so als wirklich erschreckendes Beispiel dafür. Der Reallohn ist jetzt schon seit drei Jahren nicht gewachsen. Und im letzten Jahr stark gesunken. Die Löhne sind jetzt wieder auf dem Stand 2015. 7 Jahre Lang Stagnation und ich würde hier wirklich stark anzweifeln dass auch die Reallöhne dieses Jahr steigen werden, bei dieser Inflation. Ich Tippe mal wieder auf ein Sinken. Mal gucken in welchen Jahr wir ende 2023 Rauskommen in Sachen Löhnen. 2013? 10 Jahre Stagnation aber ja die Ausländer oder das Gendern sind schuld. Wir leben in Zeiten wo Top Manager in der Öffentlichkeit sagen, durch Corona sind die Arbeiter Arrogant geworden und deshalb müssen die jetzt dringend durch erhöhte Arbeitslosenzahlen wieder Diszipliniert werden müssen. Aber niemanden Juckt es, das ist alles so so so witzlos. Deshalb die Austeritätspolitik! Und das muss man da ganz klar sagen, die grünen und SPD sind da keine Opfer der FDP sondern Mittäter und finden das eigentlich richtig Geil. Aber ja die Ausländer... Das meine ich, man redet über Spaltung und so weiter und plappert etwas das man wieder auf sich zugehen muss und so weiter. Das ist ja schön aber meint ihr das es für eine Demokratie nicht auch irgendwie wichtig ist, dass man froh in die Zukunft blickt? Und nicht in dem Sinne das man das man auch in Zukunft sich über Transpersonen aufregen darf sondern man keine Angst hat , sich in Zukunft kein essen leisten mehr zu können? Das man sich in Zukunft vielleicht auch weiterhin ein paar Annehmlichkeiten leisten kann, wie Konzerttickets und so weiter? Wer blickt denn noch wirklich gerade Optimistisch in die Zukunft?

    Es wird die ganze Zeit über Fantasiethemen gestritten und ja die Zuwanderung ist so ein Fantasiehema. Während gleichzeitig ganz Deutschland gemeinsam ganz fest die Augen verschließt vor der Realität, nämlich das wir gerade alle materiell Ärmer gemacht werden. Und natürlich erzeugt sowas unruhe wenn man merkt das Einkäufe auf einmal teurer werden. Wenn die Regierung sich die ganze Zeit streitet und man das Gefühl hat, es wird nichts besser und niemand kriegt was auf die Reihe. Und natürlich profitieren am ende davon Autoritäre Parteien wie die AfD.

    Und ein ganz einfache Beobachtung um diese These zu bestätigen. Man kann sicher die Coronapolitik doof gefunden haben aber es gab kein Zeitpunkt in den letzten Jahren, in dem die AfD so wenig Zuspruch hatte. Und das liegt eben daran das man einmal das Gefühl hatte, die Regierung ist funktionsfähig und kriegt was auf die Reihe. Natürlich war die Politik am ende Autoritär und Technokratisch, deshalb hätte das auch nicht langfristig funktioniert und irgendwann wurde ja auch gelockert auch wenn es deutlich zuspät war. Aber das zeigt eben, dass doch wirklich das Hauptproblem ist, dass wir in deutschland langsam das Gefühl bekommen, die Demokratischen Institutionen funktionieren nicht mehr richtig, bzw. sind nicht fähig unsere Probleme zulösen und zweitens, das Hauptversprächen der Liberalen Demokratie, nämlich Wohlstand und Selbstverwirklichung für alle, rückt immer weiter in die Ferne. Aber darüber hört man nirgendwo was, wir verschließen alle die Augen. Das ist alles so so so traurig. Wir flüchten alle lieber in irgend eine Fantasie als über die materiellen Gegebenheiten zu reden.

    Zu dem abschnitt über die Zukunft muss man wahrscheinlich auch noch über Mieten reden. Jaja das perfide System zur Umverteilung von Arm nach Reich, darüber redet natürlich auch niemand. Lieber sich noch mal über kriminelle Ausländer aufregen. So unglaublich dumm alles.

  • und zweitens, das Hauptversprächen der Liberalen Demokratie, nämlich Wohlstand und Selbstverwirklichung für alle, rückt immer weiter in die Ferne. Aber darüber hört man nirgendwo was, wir verschließen alle die Augen. Das ist alles so so so traurig. Wir flüchten alle lieber in irgend eine Fantasie als über die materiellen Gegebenheiten zu reden.

    Das ist jetzt natürlich rein hypothetisch... aber ich frage mich gerade, wo wir wohl heute stehen würden, wenn es die großen Krisen der letzten Jahre nicht gegeben hätte. Kein Corona, kein Ukraine-Krieg, keine Massenflucht aus Syrien und anderen Ländern, sondern nur "normale" Flüchtlingszahlen und Sommergrippe.

    Würden wir dann hier heute sitzen und über die notwendigen Reformen von Wirtschaft und Demokratie diskutieren? Würden sie im Fernsehen darüber diskutieren?

    Wäre die AFD dann noch eine kleine Nischenpartei, die den Euro abschaffen möchte?

    Ich sehe es ja im Grunde ganz ähnlich wie du, dass diese ganzen erbitterten Pro und Contra Gender-Debatten etc. zu nichts führen und nur vom Wesentlichen ablenken, und höchstens bewirken, dass sich die Linken und Rechten weiterhin aneinander abarbeiten, während die Debatten, die wir eigentlich führen sollten, in weite Ferne gerückt sind.

    Ich denke da nicht nur an eine dringend nötige Debatte über soziale Gerechtigkeit oder die Einführung eines Grundeinkommens, sondern zum Beispiel auch über unser Schulsystem (das, was in dem Video im Schulthread angesprochen wurde.). Auch ein sehr wichtiges Thema, das jeden betrifft, aber in den Medien kommt es nur vor, wenn es mal wieder um Lehrermangel und veraltete Lernmaterialien geht, doch über die grundsätzliche Ausrichtung der Schule wird eigentlich recht wenig öffentlich diskutiert oder hinterfragt, das überlässt man ein paar Experten im Kultusministerium.

    Und wenn dann jemand z.B. mit dem Vorschlag daherkommt, die Hausaufgaben abzuschaffen, wird es von vielen Menschen nur belächelt, so nach dem Motto "Als ob es keine wichtigeren Probleme gäbe..."

    Manchmal könnte man schon meinen, die ganzen Krisen sind unbewusst für viele auch eine willkommene Rechtfertigung, um sich nicht mit dem beschäftigen zu müssen, was schon vor diesen Krisen im Argen lag.

  • Selbst als Nischenpartei die den Euro abschaffen möchte, wäre die AfD eine Reaktion auf eine Krise. Nämlich der Eurokrise. Ich sag es mal so, ohne Krisen wäre natürlich alles ok und auch das Problem der Sozialengerechtigkeit deutlich kleiner. Weil eben Krisen die Möglichkeit geben Interessen durchzusetzen. Und das kann auch durch aus in beide Richtungen gehen. Während Corona ist zum beispiel die Ungleichheit in den USA zurückgegangen. Wie es in der EU ist weiß ich nicht. Während bei der Ukraine Krise und ihre folgen die Ungleichheit ansteigt. Das hat was mit Kräfteverhältnissen zu tun. Aber wie ich schon geschrieben habe, es wird teilweise selbst ausgesprochen, dass die Politik die wir gerade fahren, keine alternativlose Reaktion auf die Ukraine Krise war sondern, bewusst eine Verarmung in Kauf genommen wird um die während der Coronakrise teilweiße in Frage gestellten Kräfteverhältnisse wieder zu zementieren. Eigentlich nicht mal in Kauf genommen, sondern das ist das Werkzeug mit dem das geschehen soll. Nichts anderes ist Austeritätspolitik. Also klar ohne Krisen gäbe es vermutlich auch keinen Diskurs aber auch deutlich weniger Anlass dafür.

    Das ist ja eigentlich auch ein Problem an unseren Momentanen Diskurs, das nicht auf Interessen eingegangen wird, bzw. sie verschleiert werden. Tut mir leid wenn ich jetzt ein bisschen pedantisch bin aber Soziale Gerechtigkeit wird nicht erdebattiert. Genau so wenig ein BGE. Sondern man muss diese Interessen durchsetzen, genug Leute finden die das gleiche Interesse haben und sich mit ihnen verbünden und hoffen das man gemeinsam genug Macht hat seine Interessen durchzusetzen. Es wird sich aber viel Mühe gegeben die Interessen zu verschleiern. Deshalb labern wir ja die ganze Zeit über Ausländer.

    Und ja schule ist eine ganz eigene Tragödie aber das liegt in erster Linie daran das Junge Menschen in diesem Land einfach egal sind. Es gibt einfach zu wenige von den und die da sind können kaum Wählen. Ist ja beim Studium von dem ich betroffen bin genau so. Das wird auch immer weiter verschult. Ist zwar noch deutlich besser als Schule und mein Studiengang ist im vergleich zu anderen nicht ganz so stark betroffen aber wie egal wir der Deutschen Politik sind sieht man eigentlich bei jeder politischen Entscheidung. Das Highlight war ja die Farce der Kindergrundsicherung.

  • Und zu dem Abarbeiten der Lager aneinander. Die Rechten, profitieren ja in erster Linie davon. Also an deren stelle würde ich genau so weiter machen. Was die Linken nur machen ist halt komplett bescheuert.

  • Stell dir doch mal die Frage, ob das, was du im letzten Abschnitt beschreibst, nämlich die Fokussierung auf eine progressive Entwicklung in der Gesellschaft, noch möglich ist, wenn rechte Diskurse die Oberhand gewinnen und rechte Politiker die gesellschaftliche Landschaft gestalten. Ich zitiere gerne nochmal mich selbst (weil du mir hier seit jahren durch die immergleichen Diskussionen Deja vus bescherst): Toleranz ist eine anspruchslose Übung, solange sie folgenlos bleibt. Es ist völlig irrelevant, ob Person xy Schwule oder Transmenschen mag oder nicht, oder ob sie Abtreibung gut findet. Das Problem entsteht dann, wenn sie politisch darauf hinarbeitet, dass die betroffenen Gruppen ihre Rechte verlieren. Und exakt das ist politische Realität in Ländern, die gegenwärtig einen Rechtsruck durchlaufen.

    Daher stelle ich dir die Frage: Wie genau soll dieses 'Aufeinander zugehen' aussehen, wenn die politische Agenda vollkommen klar ist? Diskussionen machen nur dann Sinn, wenn zumindest theoretisch so etwas wie Konsens oder Kompromissfindung denkbar ist. Wir reden hier allerdings von Punkten, die nicht verhandelbar sein sollten. Der einzig denkbare offene Ausgang wäre also, dass rechte Gruppen eine 180-Grad-Wendung vollziehen. Als Beispiel könnte man hier radikale Abtreibungsgegner anführen. Hier gibt es nix zu diskutieren, entweder sie ändern ihre Agenda oder es muss eben alles daran gesetzt werden, dass sie politisch keinerlei Gestaltungsmöglichkeiten erhalten. Und das Stichwort lautet selbst verständlich Isolation und Ausgrenzung. Im Falle der AfD heißt dies nach wie vor, dass die harte Arbeit, den Diskurs dahingehend zu beeinflussen, dass keine der anderen Parteien Koalitionen mit Höcke und Co. eingehen kann, fortgesetzt wird. Das ist das Mindeste, aber natürlich bei weitem nicht genug, da der Rechtsruck natürlich auch von den anderen Parteien ausgeht. Das ist das eigentliche Dilemma: Eine einseitige Fokussierung auf die AfD, auch in Form von Bündnisarbeit, lenkt den Blick von anderen Problemen ab, und man wird am Ende noch zum 'Verteidiger eines demokratischen Status quo', den man in der Form selbst in die Kritik nehmen sollte.

    Du hast dich ja im Ausgangspost darüber echauffiert, dass du mehr 'Fuck the System' und weniger 'Fuck AfD' lesen willst. Dass beides zusammengehört, sollte klar geworden sein. Antifaschismus ist die Bedingung dafür, dass eine progressive Entwicklung in der Gesellschaft überhaupt möglich wird.

    Why do we fall?