Cancelkultur / Political Correctness

Es gibt 83 Antworten in diesem Thema, welches 31.654 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (9. September 2026 um 11:33) ist von Dian.

  • Für einen universellen Humanismus - Rosa-Luxemburg-Stiftung
    Meron Mendel über das Hamas-Massaker am 7. Oktober 2023 und linke Reaktionen
    www.rosalux.de

    "Für mich ist links sein ein zutiefst humanistisches Bekenntnis, und zwar sowohl intellektuell als auch emotional. Ein Linker, der wegschaut oder auf das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust mit Kälte reagiert, weil das gerade nicht in seine Problemsicht und zu seiner Analyse passt, hat für mich seinen humanistischen Kompass verloren. Es ist für mich auch eine analytische Frage, die man diskutieren muss, ohne in Pauschalisierungen zu verfallen – aber ein Teil der sogenannten Wokeness-Bewegung ist falsch abgebogen, das ist für mich nach dem 7. Oktober sehr deutlich geworden. Kürzlich gab es eine Anhörung im US-Kongress mit den Führungen von Eliteuniversitäten, dem Massachusetts Institute of Technology, Harvard und der University of Pennsylvania. Deren Präsidentinnen konnten nicht einmal klar aussprechen, dass Aufrufe zum Völkermord an Juden uneingeschränkt zu verurteilen sind. Im Grunde ist es eine klassische politische Vorstellung: Die Juden sind zwar eine Minderheit, aber eine privilegierte Minderheit, ihnen gilt also unsere Solidarität nicht.

    Wären die Präsidentinnen gefragt worden, ob der Aufruf zum Genozid an Schwarzen akzeptabel ist, dann wäre ihre Antwort sofort ein klares Nein gewesen. So scheint man heute in Teilen der Linken zu denken, getrieben von einer bestimmten, sich als links darstellenden Bewegung auf dem Universitätscampus, die sich als woke und progressiv versteht. Das ist nicht mehr die linke universalistische Haltung, die generell gegen jegliche Form von Fundamentalismus steht, gegen christlichen, faschistischen, hinduistischen, jüdisch-israelischen und sicherlich auch gegen islamistischen Fundamentalismus. Sondern die Hinwendung zu einer sich als links darstellenden partikularistischen Ideologie, die existenzialistisch die Welt erklärt. Es reicht, dass die Terroristen als indigene Völker verstanden werden, als Nicht-Weiße, um in der Folge eine zutiefst antihumanistische reaktionäre Terrororganisation zu verharmlosen."

    Why do we fall?

  • https://www.rosalux.de/news/id/51452

    "Für mich ist links sein ein zutiefst humanistisches Bekenntnis, und zwar sowohl intellektuell als auch emotional. Ein Linker, der wegschaut oder auf das größte Massaker an Juden seit dem Holocaust mit Kälte reagiert, weil das gerade nicht in seine Problemsicht und zu seiner Analyse passt, hat für mich seinen humanistischen Kompass verloren. Es ist für mich auch eine analytische Frage, die man diskutieren muss, ohne in Pauschalisierungen zu verfallen – aber ein Teil der sogenannten Wokeness-Bewegung ist falsch abgebogen, das ist für mich nach dem 7. Oktober sehr deutlich geworden. Kürzlich gab es eine Anhörung im US-Kongress mit den Führungen von Eliteuniversitäten, dem Massachusetts Institute of Technology, Harvard und der University of Pennsylvania. Deren Präsidentinnen konnten nicht einmal klar aussprechen, dass Aufrufe zum Völkermord an Juden uneingeschränkt zu verurteilen sind. Im Grunde ist es eine klassische politische Vorstellung: Die Juden sind zwar eine Minderheit, aber eine privilegierte Minderheit, ihnen gilt also unsere Solidarität nicht.

    Wären die Präsidentinnen gefragt worden, ob der Aufruf zum Genozid an Schwarzen akzeptabel ist, dann wäre ihre Antwort sofort ein klares Nein gewesen. So scheint man heute in Teilen der Linken zu denken, getrieben von einer bestimmten, sich als links darstellenden Bewegung auf dem Universitätscampus, die sich als woke und progressiv versteht. Das ist nicht mehr die linke universalistische Haltung, die generell gegen jegliche Form von Fundamentalismus steht, gegen christlichen, faschistischen, hinduistischen, jüdisch-israelischen und sicherlich auch gegen islamistischen Fundamentalismus. Sondern die Hinwendung zu einer sich als links darstellenden partikularistischen Ideologie, die existenzialistisch die Welt erklärt. Es reicht, dass die Terroristen als indigene Völker verstanden werden, als Nicht-Weiße, um in der Folge eine zutiefst antihumanistische reaktionäre Terrororganisation zu verharmlosen."

    Im Prinzip ist es wieder das alte Spiel und sehr Repräsentativ für unsere politische Zeit. Symbole, Haltungen und Bekenntnisse haben Politisches handeln abgelöst. Ich versuche das mal aufzubröseln was da meiner Meinung Ideell schief gelaufen ist. Grundsätzlich ist kommen die ja aus einer richtigen Richtung. Israels Politik bezüglich Gaza und der Westbank ist eigentlich nicht akzeptabel, das ist ja auch eigentlich sehr Unumstritten in der Welt. Also die Siedlungspolitik wird ja im Prinzip von jedem Land verurteilt. Und der folgerichtige Entschluss ist dann natürlich von der Woken Linken das zu verurteilen. Das kann man ja auch gerne machen, wenn aber sich der Politische Prozess darauf reduziert hat im Internet Haltung zu Zeigen, zu Symbolisieren dass man auf der richtigen Seite ist, dann entsteht auf einmal ein Problem wenn reale Ereignisse, dieser Symbolpolitik zu wieder laufen. Denn jetzt auf den 7. Oktober angemessen zu reagieren würde quasi das eigene Politische Projekt untergraben. Und auch wenn das jetzt ein bisschen doof klingt aber ich bin mir bei vielen schon Sicher dass das wirklich so ist: Wenn man nichts hat außer das Israel Böse ist und der einzige Weg damit umzugehen Urteilsbekundungen abzugeben, dann ist natürlich den 7. Oktober zu verurteilen quasi ein Verrat an der eigenen Sache. Man hat ja nichts anderes... Es spielt sich ja alles nur auf der Oberfläche ab, über Symbole. Und das Endet dann darin, dass Menschen das Menschsein abgesprochen wird.

    Es hat im Prinzip eine Kategorieverwechslung stattgefunden. Anstatt nun direkt für das politische Interesse sich einzusetzen. Sagen wir mal ein für sich selbst Bestimmtes Palästina einzusetzen, was ja durch aus an sich ein berechtigte Anliegen ist, werden jetzt die Symbole Verteidigt. Die Politische Prozess dreht sich nicht mehr darum, wie kann man das Leben für Palästinenser wirklich verbessern, sondern es geht nur noch darum die Symbolebene zu verteidigen. Nämlich die dass Israel Böse ist und die Palästinenser Israel ausgeliefert sind. Das ist die Verwechslung die quasi überall auftreten. Es geht nicht mehr darum die politische Situation zu verbessern sondern seine eigenen Verurteilungen und Symbole zu verteidigen. Das ist eigentlich auch der Kern der Identitätspolitik und dem Kulturkrieg. Kultur sagt es ja schon, es geht nur noch um die Hoheit über Symbole. Die reale Welt, wird dabei aber außen vor gelassen. Das ist eine Katastrophe.

    Was man aber daran auch sieht ist dass bei diesem Zitat, die gleichen Probleme da schon angelegt sind, die zu dem von ihm kritisierten Problem führen. Und das sieht man ja auch teilweise am Diskurs in Deutschland. Wenn auf die Problematik von Israels Krieg aufmerksam gemacht wird, dann wird das nicht zu selten als Hamaspropaganda oder Antisemitismus abgetan. Und das hat eigentlich den gleichen Grund wie bei der Kehrseite. Und am ende wird da auch Menschen das Menschsein abgesprochen und niemand Spricht darüber wie man die Region wirklich langfristig befrieden kann. Es ist leider am Ende auch wieder losgelöst von der Realität.

    Stattdessen gibt es in Deutschland auch so viele unzählige Probleme, die man aktiv verbessern kann, wo ich mir tatsächlich wünschen würde dass die mal auch nur ein bisschen der Aufmerksamkeit bekommen würde wie so mancher Außenpolitischer Konflikt. Was ist mit Wohnen und Mieten zum Beispiel? Und das wir ein Fetten Reallohn Verlust haben etc... Je mehr wir über Symbole reden desto unwichtiger wird das Materielle, das ökonomische...

  • Was man dazu vielleicht aber noch sagen sollte, ist dass genau so wenig dieser Diskurs mit der Realität zu tun hat, so wenig hat er auch Einfluss darauf. Ich glaube tatsächlich dass der Einfluss am ende stark überschätzt wird. Das macht das aber nicht weniger Gefährlich denn diese Fantasiepolitik delegimiert Realepolitik und hat die Massive Demobilisierung und den Zerfall politischer Institutionen zur folge die wir momentan erleben.

  • Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch darin, sowohl den Terror der palästinensischen Seite als auch die Natanjahu-Regierung oder die Angriffe rechter Siedler zu verurteilen. An sich könnten also Menschen und Gruppen, die emanzipatorische Ansprüche geltend machen, durchaus differenzierte Positionen formulieren. Das Problem ist eben die Frage der Parteiergreifung. Und wenn die identitätspolitisch aufgeladen ist (nationale Befreiungsbewegung und 'Antiimperialismus' ist ja nichts Neues), dann ist dies im Grunde schon der erste Schritt hin zu Relativierung der Verbrechen, die die favorisierte Gruppe begeht.

    Natürlich hat es auf den Konflikt selbst wenig Einfluss (man könnte hier aber schon über den Einfluss von Bidens Wählerbasis auf dessen Politik diskutieren), allerdings, und das ist in der gegenwärtigen Lage das Fatale, ist es eben ein weiterer Sargnagel für linke Bewegungen. Man könnte etwas optimistischer natürlich auch von längst überfälligen inneren Reinigungsprozessen sprechen. Das Dilemma ist, dass man nun viele ausschließen muss, die an anderer Stelle - z.B. bei den genannten sozialen Kämpfen - Verbündete wären, wäre da nicht der ideologische Standpunkt. Das ist schon ein Problem: Die 'roten' Gruppen sind ideologisch indiskutabel, aber sie fokussieren oft soziale Kämpfe mehr als der undogmatische, anti-autoritäre Teil der Linken, der zwar bessere Theoriearbeit macht, aber in konkreten Kämpfen weniger aktiv zu sein scheint. Vielleicht bieten sich holzschnittartige Weltbilder, klares Feindbilddenken und platte Revoluzzerromantik eher an, wenn man Menschen mobilisieren will? Ich hoffe das nicht, aber es hat sich leider schon gezeigt, dass selbsternannte 'Berufsrevolutionäre' oft einen längeren Atem haben.

    Why do we fall?

  • Interessantes Interview hierzu:

    https://archive.ph/96aQP

    Schade, dass die obengenannte Misere um die Wokeness-Bewegung im Kontext der Nahost-Frage nicht angesprochen wurde. Hier wäre ein guter Ansatzpunkt gewesen, den genannten Tribalismus an einem konkreten Beispiel zu belegen.

    Why do we fall?

  • Ich sehe überhaupt keinen Widerspruch darin, sowohl den Terror der palästinensischen Seite als auch die Natanjahu-Regierung oder die Angriffe rechter Siedler zu verurteilen.

    Das habe ich nicht gesagt, dass das nicht möglich ist. Es ist sogar notwendig so zu agieren. Aber auf der Ebene auf der die Argumentieren ist das nicht möglich, weil jede Bewegung zu einer Politisches Handlung, jedes Innehalten und Nachdenken unverantwortlich gegenüber den, in diesem Fall Palästinensischen Opfer ist, die ja auch wirklich stark leiden und alles kontextualisieren quasi ein Verart gegenüber ihnen ist. Das habe ich versucht aufzuzeigen, hier noch mal ein paar Zitate die das auf den Punkt bringen.

    Wenn man nichts hat außer das Israel Böse ist und der einzige Weg damit umzugehen Urteilsbekundungen abzugeben, dann ist natürlich den 7. Oktober zu verurteilen quasi ein Verrat an der eigenen Sache. Man hat ja nichts anderes... Es spielt sich ja alles nur auf der Oberfläche ab, über Symbole. Und das Endet dann darin, dass Menschen das Menschsein abgesprochen wird.

    Die Politische Prozess dreht sich nicht mehr darum, wie kann man das Leben für Palästinenser wirklich verbessern, sondern es geht nur noch darum die Symbolebene zu verteidigen.

    Man hat sich eben verrannt in dem ganzen Haltung und Solidarität zeigen. Und zwar ganz klar beide Seiten. Man diskutiert über abstrakte Themen wie wer war jetzt wirklich schuld oder wer ist im Recht. Dann kann man der anderen Seite immer Ignoranz und Unmenschlichkeit vorwerfen und niemanden ist geholfen. Aber das ist der Modus in dem wir diskutieren und der hat sowohl was mit der Wokeness zu tun als auch mit Antiwokeness. Das kommt halt daher wenn Politik immer mehr zu einem rein Medialen Ereignis wird und somit droht den Anschluss an der Realität zu verlieren. Mit all den katastrophalen Konsequenzen die mittlerweile immer offensichtlicher werden.

  • Ist außer mir noch jemandem aufgefallen, wie extrem penetrant die Wokebürger sind? Ich bin ja für Meinungsfreiheit und Pluralität, und wenn jemand meint, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, soll er das denken und äußern dürfen. Aber keine Community geht Menschen mit anderen Meinungen derart aggressiv an, wie die Woken. Zum Beispiel der regelrechte Shitstorm gegen JK Rowling: War doch eine legitime Meinung, zu behaupten, in der Natur gäbe es halt nur zwei Geschlechter.

    Das Problem ist, dass im deutschen beide englischen Wörter, sowohl Sex als auch Gender mit Geschlecht übersetzt werden. Es gibt in der Natur nur 2 Geschlechter im biologischen Sinne. Das wird im englischen mit Sex betitelt, das biologische Geschlecht. Die Geschlechtsidentität, welche im englischen mit Gender betitelt wird, gibt es laut den Leuten, welche in dieser Hinsicht anders empfinden, in deutlich mehr als nur 2 Varianten. Bleibt nun die Frage, ob JK Rowling sich des Begriffes SEX oder GENDER bedient hat und ich würde mal behaupten wollen, ohne es zu wissen, aber alleine anhand der Auseinandersetzung, dass es letzteres gewesen ist und somit ist es zwar ihre Meinung, aber damit liegt sie halt nicht richtig. Dieses Problem ist für uns aus deutscher Sicht halt nicht so einfach nachzuvollziehen, weil wir eben nur das eine Wort für die 2 Beschreibungen kennen und landläufig halt die Übersetzung des Begriffes SEX gemeint ist. Ich kann verstehen, dass einem die Art der woken Bubble seltsam vorkommt, aber ich kann ihr Verhalten auch verstehen, wenn Leute wie JK Rowling halt entweder bewusst, oder unbewusst, Falschinformationen in eine Debatte hineinbringen. Ich würde mich auch ungern von anderen Leuten in der Art und Weise, wie ich beschaffen bin, diskreditiert sehen und ich denke, so geht es insgeheim jedem Menschen. Niemand möchte von anderen Leuten einen Stempel aufgedrückt bekommen, wie wer ist oder zu sein hat. Ich finde, vor allem in diese Debatte der identitätspolitischen Auseinandersetzung sollte etwas mehr Gelassenheit einkehren und das auf beiden Seiten, aber ich kann die Wokies und auch deren Gegner beiderseits verstehen, denn keine der beiden Seiten hat sich in Sachen Gelassenheit wirklich mit Ruhm bekleckert.

    PS: Nur mal so nebenbei, ich habe mich eigentlich immer gefragt, ob Harry Potter sich nun eigentlich in seinem tiefsten innersten als Mann oder als Frau definiert, oder als Gender Fluid, oder was auch immer. Grade dieser kleine Milchreisbubi ist doch dafür wie geschaffen. Von daher sollte auch Frau Rowling dafür etwas Verständnis aufbringen.

  • Ist außer mir noch jemandem aufgefallen, wie extrem penetrant die Wokebürger sind? Ich bin ja für Meinungsfreiheit und Pluralität, und wenn jemand meint, es gäbe mehr als zwei Geschlechter, soll er das denken und äußern dürfen. Aber keine Community geht Menschen mit anderen Meinungen derart aggressiv an, wie die Woken. Zum Beispiel der regelrechte Shitstorm gegen JK Rowling: War doch eine legitime Meinung, zu behaupten, in der Natur gäbe es halt nur zwei Geschlechter.

    Das Problem ist, dass im deutschen beide englischen Wörter, sowohl Sex als auch Gender mit Geschlecht übersetzt werden. Es gibt in der Natur nur 2 Geschlechter im biologischen Sinne. Das wird im englischen mit Sex betitelt, das biologische Geschlecht. Die Geschlechtsidentität, welche im englischen mit Gender betitelt wird, gibt es laut den Leuten, welche in dieser Hinsicht anders empfinden, in deutlich mehr als nur 2 Varianten. Bleibt nun die Frage, ob JK Rowling sich des Begriffes SEX oder GENDER bedient hat und ich würde mal behaupten wollen, ohne es zu wissen, aber alleine anhand der Auseinandersetzung, dass es letzteres gewesen ist und somit ist es zwar ihre Meinung, aber damit liegt sie halt nicht richtig. Dieses Problem ist für uns aus deutscher Sicht halt nicht so einfach nachzuvollziehen, weil wir eben nur das eine Wort für die 2 Beschreibungen kennen und landläufig halt die Übersetzung des Begriffes SEX gemeint ist. Ich kann verstehen, dass einem die Art der woken Bubble seltsam vorkommt, aber ich kann ihr Verhalten auch verstehen, wenn Leute wie JK Rowling halt entweder bewusst, oder unbewusst, Falschinformationen in eine Debatte hineinbringen. Ich würde mich auch ungern von anderen Leuten in der Art und Weise, wie ich beschaffen bin, diskreditiert sehen und ich denke, so geht es insgeheim jedem Menschen. Niemand möchte von anderen Leuten einen Stempel aufgedrückt bekommen, wie wer ist oder zu sein hat. Ich finde, vor allem in diese Debatte der identitätspolitischen Auseinandersetzung sollte etwas mehr Gelassenheit einkehren und das auf beiden Seiten, aber ich kann die Wokies und auch deren Gegner beiderseits verstehen, denn keine der beiden Seiten hat sich in Sachen Gelassenheit wirklich mit Ruhm bekleckert.

    PS: Nur mal so nebenbei, ich habe mich eigentlich immer gefragt, ob Harry Potter sich nun eigentlich in seinem tiefsten innersten als Mann oder als Frau definiert, oder als Gender Fluid, oder was auch immer. Grade dieser kleine Milchreisbubi ist doch dafür wie geschaffen. Von daher sollte auch Frau Rowling dafür etwas Verständnis aufbringen.

    Was ich bis heute nicht verstanden habe, ist, wo genau die Unterscheidung zwischen 'Gender' (oder generell 'Geschlechtsidentität') und gesellschaftlichen Rollenbildern liegen soll. Ich meine, ich könnte doch in einer idealen Welt leben, wie ich will, und mich dennoch als Mann oder Frau sehen bzw. akzeptieren, auch wenn ich bestimmte Normen nicht erfülle. Transsexualität ist nochmal etwas anders, hat aber mit der Frage der 'Geschlechtsidentität' nicht unbedingt etwas zu tun - im Gegenteil, gerade die Tatsache, dass sich Menschen einem bestimmten Geschlecht zugehörig fühlen, spricht gegen die Annahme, wonach Geschlecht bzw Gender im Wesentlichen ein gesellschaftliches Konstrukt sei. Mit Normen zu brechen, indem die Zweigeschlechtlichkeit als solche infrage gestellt wird, leuchtet mir nicht so ganz ein.

    Und einer Rowling geht es ja, wie wir schon vorher angesprochen haben, eher um die Furcht, Trans-Menschen könnte weibliche Schutzräume unterwandern - wo sich dann eben die Frage anstellt, ob ein Kampf, der die Notwendigkeit solcher Schutzräume überwinden will, nicht tendenziell alle Menschen einschließen sollte, die solche benötigen.

    Why do we fall?

  • Was ich bis heute nicht verstanden habe, ist, wo genau die Unterscheidung zwischen 'Gender' (oder generell 'Geschlechtsidentität') und gesellschaftlichen Rollenbildern liegen soll.

    Da darfst du nicht mit mir drüber reden sondern musst jemanden fragen, der betroffen ist ...

    Und einer Rowling geht es ja, wie wir schon vorher angesprochen haben, eher um die Furcht, Trans-Menschen könnte weibliche Schutzräume unterwandern

    ja genau, transgends der sparte MZF tun sich den ganzen psychoscheiß von gesetzes wegen nur deshalb an, um dann als ehemaliger mann endlich

    in schutzräume von frauen eindringen zu können. etwas dümmeres habe ich in dieser debatte echt noch nicht gehört. falls es das sein sollte,

    was JKR antreibt, dann kann ich diesen punkt absolut nicht nachvollziehen und finde es eher lächerlich, darüber überhaupt zu reden, dieser punkt

    ist doch reiner unsinn ...

  • Zitat

    ja genau, transgends der sparte MZF tun sich den ganzen psychoscheiß von gesetzes wegen nur deshalb an, um dann als ehemaliger mann endlich

    in schutzräume von frauen eindringen zu können. etwas dümmeres habe ich in dieser debatte echt noch nicht gehört. falls es das sein sollte,

    was JKR antreibt, dann kann ich diesen punkt absolut nicht nachvollziehen und finde es eher lächerlich, darüber überhaupt zu reden, dieser punkt

    ist doch reiner unsinn ...

    Zu dem Anderen kannst du dich als Nichtbetroffener nicht äußern, warum dann hier?

    ''Everyone around me, they feel connected to something. Connected to something, I'm not.''
    Motoko Kusanagi