Die Bahn

Es gibt 31 Antworten in diesem Thema, welches 10.365 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (19. August 2022 um 18:54) ist von Edrey.

  • Die Bahn ist dank des 9-Euro-Tickets ja gerade sehr populär. Massen quetschen sich für den (Kurz-)Urlaub in Bahnhöfe und Züge, Menschen die gerne mit fremden Menschen Massenkuscheln veranstalten, kommen voll auf ihre Kosten - und das ziemlich günstig!

    Was haltet ihr so vom 9-Euro-Ticket? Lohnt es sich für euch, ist es euch von Nutzen?

    Was denkt ihr allgemein von der Bahn? Habt ihr gute, schlechte oder/und neutrale Erfahrungen gemacht mit ihr?

    Ich werd mir das Ticket (noch?) nicht gönnen, denn es bringt mir nix, wenn ich eh nur einmal im Monat das Angebot des Bus- und Bahnverkehrs nutze. Finanziell betrachtet. Ich hab mir überlegt, mal öfters rumzufahren jetzt und mir was anzuschauen, aber dann hatte ich doch keine Lust mehr auf die Idee. Vielleicht überleg ichs mir noch anders, mal sehen. Wär schon mal wieder cool, mal wieder z. B. nach Hamburg reinzufahren und mir Sachen anzugucken. Ich mochte die Stadt, als ich früher da noch häufig unterwegs war, als ich noch so was Irres wie einer Arbeit nachgegangen bin.

    Ansonsten hab ich eigentlich keine nennenswert schlechten Erfahrungen mit der Bahn. Verspätungen und so Zeugs nehm ich eigentlich ziemlich gechillt auf, wenn ich mich darüber aufrege, kommt die Bahn auch nicht schneller an. :thumb_up_:

    2 Mal editiert, zuletzt von Celdur (7. Juni 2022 um 12:21)

  • Finde ich gut und sollte dauerhaft eingeführt werden! All das Rumgelabere "Leute, nehmt die öffentlichen Verkehrsmittel" ist für'n Arsch, so lang ich für ein Bahnticket fast genauso viel zahlen muss, wie wenn ich mit dem eigenen Auto fahre. Ist doch kein Wunder, dass dann fast ausschließlich diejenigen mit dem Zug fahren, die halt leider kein eigenes Auto haben oder zufällig neben dem Bahnhof wohnen.

    Wenn man möchte, dass die Menschen auf den Komfort des Individualverkehrs verzichten und sich in die überfüllten Massentransport-Mittel zwängen, muss man das eben auch subventionieren... langfristig spart die Gesellschaft dadurch ja auch einiges an Umweltschäden.

    Am besten wäre es sowieso, so wie früher, die Bahn würde wieder ein Staatsbetrieb werden. Genau wie Post und Krankenhäuser. Solche Dinge gehören zur Grundversorgung, und Grundversorgung sollte ohne Wettbewerb und Sparzwänge stattfinden.

    Ich habe aber nicht den Eindruck, dass das 9-Euro-Ticket Menschen wie mich, die ein Auto haben und eher in einer ländlichen Gegend wohnen, verstärkt zum Benutzen der öffentlichen Verkehrsmittel motiviert. Am Bahnhof sieht man jetzt eben etwas mehr Jugendliche als sonst, die das natürlich ausnützen und für die das eine schöne Sache ist, dass sie etwas mobiler sind und sich vielleicht auch mal etwas weiter entfernte Orte anschauen können.

    Aber damit auch überzeugte Individualverkehr-Verfechter auf die öffentlichen Verkehrsmitteln umsteigen, wird das nicht ausreichen, denn die Nachteile der öffentlichen Verkehrsmittel (Gedränge, Maskenpflicht, unflexible Abfahrtszeiten, feste Ausstiegs- und Einstiegsorte, etc.) bleiben ja nunmal erhalten.

    Was mich persönlich angeht: Ich mag keine Menschen.

    Ich bin schon genervt, wenn ich die Haustür aufmache, um zu meinem Auto zu laufen, und mir dort zufällig irgendjemand begegnet und mich dumm anglotzt.

    Zug fahren ist für mich immer ein aufregendes Abenteuer, auf das ich mich vielleicht einmal im Jahr einlasse, wenn es sich nicht vermeiden lässt, weil ich zu alkoholisiert bin oder vielleicht irgendwo im Urlaub.

    Daher bleibe ich auch weiterhin meinem Auto treu, so lang es mir treu bleibt, und hoffe, dass sie irgendwann das Beamen erfinden. (wobei ich mir nicht sicher bin, ob ich dieser Technologie wirklich vertrauen würde... siehe "Die Fliege". Da kann eine Menge schiefgehen. :xeno: )

  • Ich werd mir das Ticket (noch?) nicht gönnen, denn es bringt mir nix, wenn ich eh nur einmal im Monat das Angebot des Bus- und Bahnverkehrs nutze. Finanziell betrachtet.

    Bei den Bahnpreisen lohnt sich das quasi immer, denn Hin- und Rückfahrt kosten selten unter 9 Euro.

    Das ist dann auch der Grund, wieso ich gleich zu Beginn mir das Ticket gegönnt und einen kleinen Radausflug gemacht habe, wohin ich durch Muskelkraft allein sonst nicht gekommen wäre.

    Es ging auch gut los auf der Hinfahrt. Man merkt deutlich, dass innerhalb von städtischen Gebiet die Leute anders drauf sind; lockerer und umsichtiger. Platz war für mich und mein Rad auch vorhanden. Auf dem Rückweg hingegen bin ich in der Provinz gestartet. Nicht nur der Zug war kleiner und unkomfortabel (ja noch nicht mal elektrifiziert), auch das Klientel fiel mir direkt negativ auf. Der Hype war für mich dann schnell vorbei durch die Enge und durch das schleppende Vorankommen, da teilweise noch der Zug aus der anderen Fahrtrichtung durchgelassen werden musste, weil es nur eingleisig voranging (Autonation Deutschland halt). Im Großen und Ganzen hatte ich aber noch großes Glück gehabt, wenn man hört, welche Szenen sich zu Pfingsten abgespielt haben.

    Doch es zeigt eben auch deutlich, dass der Bedarf an bezahlbarer Fortbewegung vorhanden ist. Überraschenderweise!

    Aber gegen die Freiheit des Autos ist das natürlich trotzdem nichts. Zu groß die Nachteile, zu stark das zu erbringende Toleranzopfer gegenüber anderen Menschen, und zu unflexibel ist die Fortbewegung insgesamt bei einem astronomisch teuren Preis.

    Aktuell werden all die Nachteile von einem sehr günstigen Ticket schmackhaft gemacht. Ein dauerhaft günstiges Ticket ist daher das Mindeste, was es braucht, um die Leute dauerhaft vom Auto wegzubekommen. Einschließlich mich. Denn obwohl ich selbst Autofahrer bin, sehe ich ein, dass das eben nicht funktioniert, wenn jeder der Bequemlichkeit Willen so einen tonnenschweren Blechhaufen vor der Tür stehen hat, der dann lediglich eine Person transportiert, oder, wenn man besonders effizient ist, auch noch das Kind, damit die alten, gebrechlichen Kinderbeine vor dem harten Schulweg geschont werden.

    Wie groß diese Misere wirklich ist, wird uns sowieso erst dann richtig klar werden, wenn nach den drei Monaten dann über Nacht die Preise sich wieder verzehnfacht haben und man nach dem Aussteigen das nächste Ticket ziehen muss, da man in Bus oder Straßenbahn umsteigt, dort dann aber auf die Tarifzonen achten muss, die man durchfährt, denn das Wucherticket gilt natürlich nur abschnittsweise oder eine bestimmte Minutenanzahl lang. Und wenn der Entwerter nicht funktioniert oder kein Ticketautomat vorhanden ist, gilt man direkt als Betrüger, was einem dann noch mal von verdeckten Ermittlern in Zivil schriftlich ausgehändigt wird. Zahlbar binnen weniger Tagen sonst Gefängnis.

    Es ist einfach absurd, dass es im 21. Jahrhundert geradezu in ein Abenteuer mündet, wenn man von A nach B kommen will. Das kennt man sonst nur aus dem wilden Westen, als man mit der Postkutsche unterwegs war und an jeder Ecke Überfälle fürchten musste, oder dass tief in der Pampa ein Rad bricht und man dem Hungertod ausgesetzt war.

    Ich hätte es besser gefunden, die Milliarden dauerhaft in ein Verkehrskonzept zu stecken und nicht nur diesen Schnellschuss eines Trostpflasters zu starten. Gerade dieser Effekt geht ja momentan schon nach hinten los, und spätestens wenn die Preissenkung wegfällt, ist der Frust und die Erkenntnis über den ausgelieferten Wucher noch tausendfach größer, die Staatskasse hingegen milliardenfach kleiner. Dann heißt es wieder Gürtel enger schnallen und nochmalige Preiserhöhung. Das Auto wird dann wieder attraktiver und damit auch unsere Abhängigkeit vom Öl, von Parkplätzen, und von der Hoffnung, dass in meiner Wohnstraße hoffentlich keines dieser stinkenden und lauten Autos meine Freizeit stört.

  • Bei den Bahnpreisen lohnt sich das quasi immer, denn Hin- und Rückfahrt kosten selten unter 9 Euro.

    Kommt drauf an, welche Strecke du nimmst. Ich bezahl für meinen Zielort und zurück 6,90€ für eine 9 Uhr-Tageskarte oder 6,20€ für Einzeltickets zusammen. (kauf häufig eine Tageskarte, weil ich zu bequem bin, mir noch auf dem Rückweg eine Einzelkarte zu holen im Bus) Ist auch keine weite Strecke, davon mal ab.

    Einmal editiert, zuletzt von Celdur (7. Juni 2022 um 12:39)

  • Ich bin seit mindestens 15 Jahren nicht mehr mit der Bahn gefahren und vermisse nichts :D

    Was ich so zu dem Thema mitbekomme, klingt auch nicht besonders prickelnd. Vielleicht sollten die sich mal ein Beispiel an Ländern wie Japan nehmen, da läuft der Bahnverkehr anscheinend wie am Schnürchen, während Bahnreisende in Deutschland sich ständig über Verspätungen und Zugausfälle ärgern dürfen.

    Diese Nachtzüge klingen interessant und wären vielleicht mal was für den Urlaub, aber ansonsten gibts keinen Bahnbedarf bei mir. Vielleicht als Abenteuerchen mit den Kindern, dass die mal ne Zugfahrt gemacht haben. Aber naja, wenn die erstmal auf weiterführende Schulen gehen, bekommen die eh die volle Dröhnung Massentransport.

    Das mit dem 9€ Ticket ist ne nette Sache, die ich nicht brauche. Zur Arbeit fahr ich täglich 90 km mit dem Auto und in der saarländischen Provinz kann man solche Strecken mit dem ÖPNV komplett vergessen. Für Kurzstrecken von wenigen Kilometern ist es mir zu blöd, auf nen scheiss Buss zu warten. Warum 10 Minuten irgendwo rumhocken und evtl. von irgendwelchen Stinkern belästigt werden, wenn ich in 5 Minuten mit dem Auto schon am Ziel sein kann? Ich mag das nicht, wenn ich keinen großzügigen Abstand zu anderen Reisenden halten kann. Ohne Auto würde ich lieber ein paar Kilometer laufen oder mit dem Fahrrad fahren, als mich wieder wie ein armer Schüler in überfüllte Busse/Züge einpferchen zu lassen, damit ich von A nach B komme. Damit verbinde ich eigentlich nur schlechte Erinnerungen. Außerdem kommt man mit dem ÖPNV in der Regel nur an Orte, wo viele Menschen hinwollen und z.b. schlecht in die Natur, was ebenfalls meinen Interessen entgegenläuft. Neenee, ich hänge sehr an der Unabhängigkeit, die mir mein Auto bringt und bin deshalb bereit, viel Geld dafür auszugeben. Individualverkehr ftw, ich scheiss auf Bus und Bahn.

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Diese Nachtzüge klingen interessant und wären vielleicht mal was für den Urlaub

    Und gerade weil das so interessant klingt, wurden die Nachtzüge inzwischen eingestampft. Es scheint, als tue man echt alles, um die Bahn möglichst unattraktiv zu machen. Es wundert folglich auch nicht, dass der Bahnvorstand selbst mit dem Auto kutschiert wird, und die Bahn mittlerweile auch Leih-Fahrräder und Autos anbietet.

    @Celdur Dein Radius ist dann aber sehr klein, sprich gerade mal innerstädtisch und mit kurzer Geltungsdauer. Da würde ich lieber noch die 2,10 Euro drauflegen und statt einer Stunde, ganze 30 Tage innerhalb des gesamten Landes vorziehen. Für mich ergibt die Rechnung zumindest rein finanziell viel mehr Sinn. Den Viehtransport hast du ja so oder so, lediglich die Reichweite ist bedeutend höher und die prozentualen Kosten merklich geringer. Komm mich doch mal besuchen. (:

  • Und gerade weil das so interessant klingt, wurden die Nachtzüge inzwischen eingestampft.

    Es wird aber zukünftig wieder neue Verbindungen geben https://www.allianz-pro-schiene.de/themen/personenverkehr/nachtzuege/

    Dann jedoch von der österreichischen Bundesbahnen, während die deutsche Bahn weiter die Nachtzüge im Depot stehen lässt und ihre Güterwagen in Dänemark, Italien, Spanien, Ungarn oder Rumänien durch die Lande fahren lässt. Gelebte Globalisierung.

    Kein Wunder, dass bei der Größe und Vielzahl an Tochtergesellschaften (über 500) die eine Hand nicht weiß, was die andere macht und das alles durch immer höhere Ticketpreise gegenfinanziert werden muss. Bahnzerschlagung JETZT.

  • Dein Radius ist dann aber sehr klein, sprich gerade mal innerstädtisch und mit kurzer Geltungsdauer.

    Das stimmt, mein Radius ist sehr klein, aber in einer einzigen Stadt spielt er sich nicht ab. Sind schon 4* Ortschaften für sich, die im Radius mit inbegriffen sind. Sind aber nicht die größten Ortschaften natürlich. Mit der Tageskarte könnte ich schon den ganzen Tag in dem Radius rumfahren, und ich glaub die Tickets hier haben allgemein nicht so eine enge Zeitbegrenzung wie du sie meinst, das hab ich noch nicht gesehen hier. Im Vergleich zum 9-Euro-Ticket natürlich immer noch Welten, da das ja den ganzen Monat gültig ist, statt z. B. einen Tag bei ner Tageskarte.

    Für mich ergibt die Rechnung zumindest rein finanziell viel mehr Sinn. Den Viehtransport hast du ja so oder so, lediglich die Reichweite ist bedeutend höher und die prozentualen Kosten merklich geringer.

    Es stimmt schon. Würde ich nur eine Fahrt mehr machen, hat sich das 9-Euro-Ding schon gelohnt, von der möglichen Reichweite, die mir das Ticket ermöglicht, ganz zu schweigen. So weit würde ich zwar eh nicht fahren wollen, wenn ich nicht am gleichen Tag nach Hause zurückkommen könnte (zwecks Übernachtung), aber es muss ja nicht so weit sein. Werd mir das auf jeden Fall mal noch überlegen.

    Komm mich doch mal besuchen. (:

    Äh öh, ne lieber nicht. Sowas ist gar nicht mein Ding. :bigshame:

    * oder 6, würde ich das Tagesticket voll ausreizen. Aber ich benutz es immer für die 4 Ortschaften.

    2 Mal editiert, zuletzt von Celdur (7. Juni 2022 um 16:38) aus folgendem Grund: Formulierungen umformulieren sowie ergänzend Überflüssiges dazufügen