Bundestagswahl 2021

Es gibt 233 Antworten in diesem Thema, welches 67.400 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Dezember 2021 um 23:27) ist von SeeBee.

  • Pff, dann belohne ich mich eben selbst für die 1000 Beiträge. :tongue:

    Nicht schmollen, Hasi. :friends:

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Du stimmst mir also dahingehend zu, dass selbst eine Partei, die 20 oder 30 Prozent der Stimmen bekommt, keinerlei massive gesellschaftliche Veränderungen voranbringen kann, weil sie immer und überall faule Kompromisse eingehen müssen?

    Richtig. Denn auch dir traue ich noch soviel Unrechtsbewusstsein zu, dass eine Partei, die gerade mal mickrige 20 % bekommen hat, nicht den Anspruch erheben darf, von der Mehrheit legitimiert zu sein und Alleinherrschaft ausüben kann.

    Warum wählt man sie dann überhaupt?

    Weil man seiner Position innerhalb der Gesellschaft eine Gewichtung verleihen möchte. Ohne Wahlteilnahme bietet man nur eine weitere Möglichkeit an, sich herumschubsen und andere über einen entscheiden zu lassen. Jemanden, der das so sehr hasst, sollte schon rein fürs Protokoll hingehen und irgend eine Spaßpartei wählen, um damit den prozentualen Gesamtanteil der Stimmen zu schmälern und sich nicht sogar am Wahlsonntag ohne Wehr dominiert haben zu lassen.

    Im Grunde ist so eine Wahl dasselbe wie eine Demonstration, nur vielleicht mit dem Unterschied, dass Demonstrationen tatsächlich nur heiße Luft erzeugen, während irgendwelche Typen hinter gepanzerten Scheiben sprichwörtlich von oben herab drauf schauen und warten, bis die Demonstranten durch die Straße sind.

    Nach einer Wahl können sie hingegen selbst auf der Straße stehen und begeben sich deshalb alle vier Jahre mal runter, um dem Pöbel die Hand zu schütteln. Schon das verdeutlicht die weitaus höhere Schlagkraft einer Wahl gegenüber einer Demonstration.

    Wären damals genug aufgestanden, als lediglich die Linken mit nein gestimmt haben, wäre uns Hitler mit seinem Ermächtigungsgesetz erspart geblieben. Mit ihm der Krieg und danach das Streben nach einer starken Hand, die das Land wieder aufbaut. Und aus diesem Jammertal wurde irgendwann Gewohnheit, bis hin zu einem so langem Führungsanspruch, dass viele junge Erwachsene sich gar nicht mehr vorstellen können, dass in Deutschland jemand anderes als Angela Merkel auf dem Thron sitzt. Im Grunde hast du also gesetzliche Einschränkungen heutzutage dem Sitzenbleiben vieler zu verdanken, die sich damals nicht positioniert haben.

    Jetzt ist das fast 90 Jahre her und kann sich bald schon wiederholen (wie das in der Geschichte halt so üblich ist). Die Naziparteien greifen ja erneut nach der Macht und wer weiß, vielleicht stellen sie eines Tages wieder den Nazikanzler - und der wird dann gewählt, vor allem weil die Intellektuellen frustriert in ihrem Kämmerlein hocken. Und dann wird dein Leben noch weitaus mieser, auch wenn du dir weiter stolz einreden wirst, dass du die neuerlichen Gaskammern ja nicht legitimiert hast mit deiner Stimme. Schöner Trost. Aber du hast sie eben doch möglich gemacht - durch deine fehlende Stimme.

    Eine Gesellschaft, in der nicht irgendwelche Sesselfurzer in Berlin, Washington oder Brüssel Entscheidungen treffen, die in mein Privatleben und meine Freiheit eingreifen, sondern wo als wichtigstes Gesetz "Leben und Leben lassen" gilt

    Vielleicht solltest du wirklich die Grünen wählen. Das klingt alles ziemlich esoterisch.

    Ich bleibe da eher auf dem Teppich der Tatsachen und gebe mich solchen Visionen nicht hin. Einmal 24 Stunden Stromausfall und alle Geschäfte deiner Umgebung sind geplündert. Spätestens nach Tag drei ist auch deine Bude leergeräumt. Da solltest du dir nichts vormachen.

    Es ist zwar löblich, dass du noch so an das Gute im Menschen glaubst, aber das ist hoffnungslos. Vor allem dann, wenn du weltweit denkst.

    Sollen alle Menschen auf Mutter Erde in Liebe und Harmonie leben? Illusorisch. Selbst wenn du das innerhalb von Deutschland hinbekommst, dann müsstest du trotzdem genauso wie die ganzen autokratischen Länder die Grenzen verrammeln und dort gut ausgerüstete Grenzposten hinstellen, denn die Begehrlichkeiten hast du nun geweckt.

    Du wirst die Welt nicht retten durch ein paar Videos, die verkünden wie wichtig Freundschaft ist. Nicht wenn du es nicht auf alle Sprachen der Erde anbietest und zur besten Sendezeit auf alle Fernsehkanäle der Welt Erde überträgst (blöderweise guckt keiner mehr TV). Und selbst wenn es dir doch gelingt, das technisch alles zu realisieren, es wird trotzdem kaum einer freudestrahlend in dein Rettungsboot springen. Macht ja jetzt schon keiner.

    Ich hätte es auch gern anders, als es unser politisches System mittels Wahlen vorsieht, aber du siehst ja: so richtig konntest du mir nicht erklären, wie du die notwendigen Entscheidungen, die selbst in Utopia getroffen werden müssen, am Ende realisiert hättest. Wie willst du die Bevölkerung denn befragen, was sie wollen? Indem du sie einfach machen lässt? Das klappt auf Dauer nicht mal in der 5-Personen-WG. Und da geht es noch nicht mal um Millionen von Menschen und ihre Bedürfnisse, sondern lediglich darum, wer diese Woche das Klo putzt.

    Zuletzt eben auch wieder im von dir als Beispiel gebrachten Afghanistan. Unzählige Milliarden wurden da wieder verpulvert, unzählige Leben geopfert... und warum? Weil irgendwelche "Experten" geglaubt haben, dass sie furchtbar clever sind und die Welt nach ihren Vorstellungen umformen können.

    Wer hat es gezahlt? Du und ich. Jeder einzelne von uns.

    Du denkst ja schon in Geld wie so ein Vorzeigekapitalist. Das ist tatsächlich ein Thema, was mir bei Afghanistan überhaupt nicht in den Sinn kommt. Aber das sind eben die Gedanken von unserem Wohlstandsland, das zwar sehr viel Geld verloren hat, sich aber trotzdem keine Gedanken machen muss, ob die Bevölkerung morgen noch etwas zu fressen hat, oder ob denjenigen der Kopf abgeschlagen wird, der sich in einen Typen verliebt hat, statt eine Frau in ein Tuch zu wickeln und sie möglichst dumm zu halten, damit sie ihm nicht davonläuft.

    Der Plan war, Afghanistan nach Jahren wieder selbstständig auf die Beine zu bringen, wie man das bei Deutschland auch tat. Das lief - zugegeben - bei uns etwas besser als dort. Vielleicht sahen die Afghanen aber auch deine Videos und hatten keinen Bock auf ein Deutschland 2.0, das diesem Saint so aus dem Hals raushängt und er deshalb immer wieder Songs und Videos dagegen produziert. Sie wollten ihr Utopia aufmachen und waren froh, dass Panzer und sämtliche Machtinstrumente endlich den Abflug gemacht hatten. Blöderweise waren sie plötzlich selbst Begehrlichkeiten, und die Teile der Bevölkerung, die keinen Bock auf den Dian-Lifestyle hatten (so wie du keinen Bock auf den Merkel-Lifestyle hast) machten ihrerseits ihr Ding und schufen Tatsachen.

    Und so wird es immer sein. Selbst du würdest dich, schneller als dir lieb ist, nach good old Germany zurückwünschen. Das sieht man schon daran, dass du bis heute noch nicht die Biege gemacht hast.

    Einmal editiert, zuletzt von Unmensch (19. August 2021 um 21:29)

  • Es ist letztlich eine persönliche Gewissens-Entscheidung, eine Abwägung mehrerer Dinge, die es zu berücksichtigen gilt. Es gibt gute Argumente dafür (einige davon hast du ja genannt), aber eben durchaus auch gute Argumente dagegen.

    Ich persönlich könnte es mit meinem Gewissen aktuell auch überhaupt nicht vereinbaren, irgendeiner Partei oder Person, die ich nicht kenne, durch meine Stimme Macht zu verleihen. Auch nicht den Linken. Dafür ist einfach im Corona-Jahr zu viel passiert... und zu viel von dem letzten bisschen Vertrauen, das ich noch in die Menschheit hatte, ist durch die faschistoide Corona-Politik zerstört worden.

    Die meisten hier scheinen ja die Linken wählen zu wollen, insofern könnten wir gleich darüber diskutieren, ob und inwiefern das noch Sinn macht. Wenn ich dich recht verstehe, macht das für dich keinen Sinn, weil sie die Corona-Maßnahmen mittragen? Tatsächlich findet man leider kaum konkrete Positionen in den Strategiepapieren, dafür aber viele Allgemeinplätze. Ich bin da dankbar für Hinweise. Der Fokus liegt eben auf sozialen Fragen und weniger auf dem Kampf für individuelle Freiheit, auch wenn immer die 'Aushöhlung demokratischer Rechte' kritisiert wird. Insofern kann ich dich ein Stückweit verstehen, wenn es dir primär darum geht, auf keine Fälle jemanden zu wählen, der es befürwortet, dass du irgendwo nicht mehr reinkommst ;-)

    Ich selbst hadere mit der Linken, werde sie aber wohl aus Gewohnheit wieder wählen. Es sitzen Faschisten in den Parlamenten, da sollte schon ein Ausgleich her. Und ab und zu kommen sympathische Aktionen und Aussagen von Linksparteipolitikern. Weitergehende Illusionen oder Hoffnungen habe ich natürlich nicht. Ebensowenig hätte ich aber irgendwelche Hoffnungen, dass es irgendeinen Unterschied macht, wenn man die Wahl boykottiert. Ich verstehe, dass man den Staat bzw das politische System nicht legitimieren bzw. zum Ausdruck bringen will, dass man alle Wahloptionen scheiße findet. Insofern finde ich es völlig in Ordnung, wenn Leute wie du sich dazu entschließen, einfach nur Videos zu drehen und die Meinungen ein paar weniger anderer zu beeinflussen, anstatt einfach nur Wahlvieh zu sein wie die große Masse, die außer einem Kreuzchen alle paar Jahre keinerlei politisches Engagement zeigt. Allerdings wundere ich mich dann doch etwas über deine Fokussierung auf die bürgerliche Politik. Wenn du nicht teilhaben willst an dem ganzen Firlefanz, dann mach doch lieber Videos oder schreib Beiträge über nichtstaatliche Politik oder Bewegungen.

    Why do we fall?

  • Ich hätte es auch gern anders, als es unser politisches System mittels Wahlen vorsieht, aber du siehst ja: so richtig konntest du mir nicht erklären, wie du die notwendigen Entscheidungen, die selbst in Utopia getroffen werden müssen, am Ende realisiert hättest. Wie willst du die Bevölkerung denn befragen, was sie wollen?

    Es ist im Grunde irrelevant. Mit Menschen, die einen ausreichend hohen geistigen Level erreicht haben, wird jede Gesellschaft funktionieren. Mit Menschen, die diesen Level noch nicht haben, wird jede Gesellschaft scheitern. Lass uns in 50 oder 100 Jahren weiterdiskutieren. Vielleicht sehe ich dann einen realistischen Hoffnungsschimmer. Aber ich fürchte, bis dahin müssen noch sehr viele Menschen sehr oft auf die Schnauze fallen, weil sie es anders halt offensichtlich nicht lernen.

    Der Plan war, Afghanistan nach Jahren wieder selbstständig auf die Beine zu bringen, wie man das bei Deutschland auch tat. Das lief - zugegeben - bei uns etwas besser als dort.

    Blöd, dass die Mehrheit der Afghanen ganz offensichtlich kein Interesse an einer parlamentarischen Demokratie nach westlichem Vorbild hatte. :bomb:

    Vielleicht muss man auch die Frage stellen, ob sie einfach zu dumm dafür sind, anstatt da jetzt medial auf allen Kanälen rumzuheulen und das afghanische Volk zu bedauern.

    Es ist zweifellos bedauerlich für die kleine, intelligente Minderheit dort, dass sie nun wieder wie im Mittelalter leben müssen... am besten evakuiert man diese, so weit es irgendwie geht, und baut dann eine sehr hohe Mauer um dieses Land, bis da drin alle an ihrer eigenen Dummheit erstickt sind, wieder auf allen Vieren herumlaufen und sich mit Grunzlauten verständigen.

    Mehr fällt mir dazu auch nicht ein.

    Außer dass ich gewisse Parallelen sehe... Für den Durchschnitts-Afghanen scheint Demokratie genauso schwachsinnig und unverständlich zu sein, wie für den Durchschnitts-Deutschen der Gedanke an eine anarchistische Gesellschaftsordnung. Und genauso, wie es keinen Sinn gemacht hätte, in Kabul eine Schwulen- und Transenpartei zu gründen, würde es keinen Sinn machen, wenn man jetzt in Deutschland eine Unity-Partei gründen würde... weil ein großer Teil der Bevölkerung einfach nicht bereit ist für fortschrittlicheres Gedankengut. Weil sie vermutlich noch ein paar Mal sterben und reinkarnieren müssen, und noch ein paar hundert Mal von ihren Chefs und "Vertretern" verarscht werden müssen, bis ihnen irgendwann ein Licht aufgeht.

    Von daher betrachte ich die Sache tatsächlich recht esoterisch, werde am Wahltag ein Räucherstäbchen anzünden und an das Universum beten, dass irgendwann der längst überfällige Evolutionssprung einsetzt und die Menschen gewisse Dinge begreifen, ohne dass sie dafür eine Gruppe inkompetenter Führer und Welt-Erklärer brauchen. Bis es soweit ist, ist mir relativ egal, wer von den aktuell verfügbaren Schwachköpfen regiert. Faschisten gibt es rechts wie links... und in der Mitte sowieso. Egal, wer von denen auch immer gewählt wird, der wird Chef über einen gewaltigen Überwachungs- und Sanktionierungsapparat werden. Und abschaffen würde ihn keiner von denen... sondern für seine Zwecke weiterverwenden. (also um seine eigene, ganz egoistische Agenda durchzusetzen)

    Wie gesagt, ist immer das selbe Spiel. Ich bin raus aus diesem Spiel.

    Und die Welt zu verändern versuche ich übrigens auch schon länger nicht mehr, falls es dir entgangen sein sollte. ;)

    Letztlich bekommt jedes Volk die Regierung, die es verdient. Und wenn ich mir die Menschen in diesem Land so anschaue... die haben genau das verdient. Die haben verdient, dass sich unfähige Nichtsnutze wie Jens Spahn, Heiko Maas oder Angela Baerbock vor ihnen zu großen Welt-Erklärern aufplustern. Mindestens genauso, wie die Mehrheit der Afghanen von ihrem geistigen Entwicklungsstand her eine Terrorherrschaft der Taliban verdient hat. Wer das Mittelalter in den Köpfen trägt, will auch ab und zu einer Steinigung beiwohnen. (selbst wenn es die eigene ist)

    Allerdings wundere ich mich dann doch etwas über deine Fokussierung auf die bürgerliche Politik. Wenn du nicht teilhaben willst an dem ganzen Firlefanz, dann mach doch lieber Videos oder schreib Beiträge über nichtstaatliche Politik oder Bewegungen.

    Fokusierung auf die bürgerliche Politik? Tue ich doch überhaupt nicht. Außer jetzt wegen Corona vielleicht, weil es mich (und uns alle) betrifft, aber sonst vertrete ich ja eher die These, dass Politik für'n Arsch ist, und dass ich nicht jede Sau kommentieren muss, die durchs mediale Dorf getrieben wird.

    Nichtstaatliche Politik und Bewegungen interessieren mich jetzt auch nicht besonders.

    Jeder sollte einfach sein Ding machen, seine eigene kleine Gegenwelt errichten, ohne anderen vorzuschreiben, wie sie zu leben haben... und das versuche ich auch. Und wenn sich genug Leute vom Mainstream-Denken emanzipiert haben, wird die Gesellschaft von ganz alleine "kippen". Und wenn nicht, tja, dann können leider auch alle Demos und alle Wählerstimmen dieser Welt nichts daran ändern.

    Aber ich hab jetzt auch kein Problem damit, wenn jemand die Linkspartei wählt, oder sonst irgendwas. Also macht ruhig. :popcorn:

  • Es ist im Grunde irrelevant. Mit Menschen, die einen ausreichend hohen geistigen Level erreicht haben, wird jede Gesellschaft funktionieren.

    Doch du willst den Umschwung ja jetzt, und aktuell sehe ich die nötige Hochkultur absolut nicht. Ein Blick ins Nachmittagsprogramm genügt. Und das war schon vor 20 Jahren so. Besser ist es nicht geworden (und wird es auch nicht in 50 Jahren werden). Im Gegenteil. Heute glauben die Menschen an eine flache Erde, an Versklavung durch eine Plandemie, und feuern in der Glotze ihren Superstar an, der so super ist, dass ihn im nächstes Jahr schon keiner mehr hören will.

    So wie du aufgehört hast, an Demokratie zu glauben, habe ich lange schon aufgehört, zu hoffen, dass das alles mal besser wird und die Menschheit klüger. Ich hätte meinen heutigen Alltag auch lieber in einer Anarchie. Aber dafür ist die Menschheit so reif, wie ein dreijährigen hinter dem Steuer eines 40 Tonners, auch wenn er im Kinderzimmer schon oft damit geübt hat.
    Es geht einfach alles immer weiter den Bach runter. Die Zügel werden schon in der Schule so fest angezogen, dass man sich Sachen im späteren Arbeitsleben bieten lässt, die vor 50 Jahren komplett undenkbar gewesen wären und mit wochenlangen Arbeitsniederlegungen geendet hätten. Und so ist es bei vielem. Noch nicht mal das Wahlrecht, das wir als so wichtiges Überbleibsel einer hoffnungsvolleren Zeit haben und damit ja bereits fortschrittlicher sind, als viele viele Länder dieser Erde, wird bei uns von der Mehrheit der Bevölkerung einfach für Dreck betrachtet. Ähnlich wie Theater, politische Literatur oder Gedankengänge, die sich um mehr als das nächste Technikgadget drehen. Alles unübersehbare Zeichen für unseren Niedergang. Wir entwickeln uns zurück und nicht nach vorn. Auch nicht nach dem großen Knall. Siehe Afghanistan. Oder siehe BRD/DDR.

    Vielleicht muss man auch die Frage stellen, ob sie einfach zu dumm dafür sind, anstatt da jetzt medial auf allen Kanälen rumzuheulen und das afghanische Volk zu bedauern.

    Das ist sehr kurz gedacht. "Rumheulen" tun die Intellektuellen (hierzulande, wie auch dort). Also jene, die sehr wohl an Demokratie interessiert waren und durch ihre Mitarbeit (die ihnen heute das Leben bedroht) erreichen wollten, dass das Land eine bessere Zukunft erfährt. DIE "heulen" jetzt und richten verzweifelte Appelle aus ihrem Versteck in die Handykamera. Das ist legitim und absolut nachvollziehbar. Ich verhöhne diese Menschen nicht.

    Auch bei allen anderen Dingen stecken weder du, noch ich, tief genug in der Materie drin, um das hinreichend beurteilen zu können. Keiner ist in den letzten 20 Jahren mal hingefahren. Im sicheren Schoß zu sitzen, auf vermeintlich niedere Lebensformen hinabzusehen und sich so viel schlauer zu fühlen, sind nämlich genau die Charaktereigenschaften, die dein Utopia verhindert. Weil die Menschen kollektiv drinhängen in ihrem Trott aus den immer gleichen Reflexen.

  • So wie du aufgehört hast, an Demokratie zu glauben, habe ich lange schon aufgehört, zu hoffen, dass das alles mal besser wird und die Menschheit klüger.

    Kann ich auch so unterschreiben.

    In meinen Augen wird die Menschheit sich (im Kapitalismus erstrecht nicht) nie ändern. Selbst in 200 Jahren, wenn nur noch Server auf der Erde sind und sich das ganze Leben auf einer digitalen Plattform abspielt nicht.

    Dian

    Schau Dir mal den Film "Downsizing" an.

    Menschen werden geschrumpft (für n Haufen Kohle), haben dann dementsprechend unmassen an Nahrung und Co. verfügbar aber zerstören sich trotzdem selbst.

    Oder die Serie "Schöne neue Welt", wo alles 'perfekt' scheint, aber auch nur, wenn jeglicher Funken Emotionalität, dass einen bestimmten wert überschreitet, ausgeknipst wird. Dann geht das, eine Welt, wo jeder jedem gehört. Wo Menschen in Klassen gesteckt werden und soweit von außen reguliert werden, dass sie diese Klasse "lieben".

    Weil die Menschen kollektiv drinhängen in ihrem Trott aus den immer gleichen Reflexen.

    True Story.

    Da gefällt mir das Zitat von August Bebel:

    "Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen."

    Das war 1910 - und heute sind wir immer noch soweit, dass wir alle über einen Kamm scheren und verurteilen.

    "Die Schwarzen", "Die Flüchtlinge", "die Ausländer",... Ja aber wer ist das genau?

    Und warum habe sie weniger recht auf ein 'Luxus'leben, wie wir es führen.

    Wenn die Menschen so schlau wären, dann wäre es schon anders. Warum sollte sich das in 50-100 Jahren ändern?

    Sicher ändert sich was, aber dann ist es z.b. nicht das Geld, womit gezahlt wird, sondern z.b. Zeit. Oder die Arbeit ist so rar, dass man bettelt und kriecht um einen Job zu bekommen, weil es kein Sozialsystem mehr gibt und man ohne Job pleite ist.

    Oder denkst Du wirklich, dass ein BGE auf unserem Planeten kommt?

    Dann wäre das Geld plötzlich nichts mehr wert.

    Gerade noch ein schönes Zitat von ihm:

    "Was also einer ist, das hat die Gesellschaft aus ihm gemacht."

    Ob jemand wählt oder nicht, ist mir vollkommen egal, dass muss jeder selber wissen.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.

    „Will man einen Menschen genauer beurteilen, so muß man die Geschichte seiner Kinder- und Jugendjahre kennen.“

    - August Bebel

  • Mit Menschen, die einen ausreichend hohen geistigen Level erreicht haben

    und baut dann eine sehr hohe Mauer um dieses Land, bis da drin alle an ihrer eigenen Dummheit erstickt sind, wieder auf allen Vieren herumlaufen und sich mit Grunzlauten verständigen.

    [...]

    Mindestens genauso, wie die Mehrheit der Afghanen von ihrem geistigen Entwicklungsstand her eine Terrorherrschaft der Taliban verdient hat.

    wenn man jetzt in Deutschland eine Unity-Partei gründen würde... weil ein großer Teil der Bevölkerung einfach nicht bereit ist für fortschrittlicheres Gedankengut.

    Achso, deswegen hat dein YouTube-Kanal 549 Abonnenten (Stand jetzt) und dieses Forum 120 Mitglieder. Weil der riesengroße Rest der Menschheit einfach noch nicht "unser" geistig hohes Level erreicht hat! Sorry, und ne Unity-Partei würde ich schon deswegen nicht wählen, wenn mich die Parteivorsitzenden "nicht bereit sehen für fortschrittlicheres Gedankengut". So gewinnt man doch keine Wähler. Höchstens ein paar Leute, die genauso überzeugt sind von ihrem "hohen geistigen Level". Komm mir gerade so vor, als wäre der Unity-Zug ohne mich abgefahren und ich stehe jetzt alleine am Bahnhof und rufe noch ein paar verzweifelte Worte hinterher. Warum sind so viele Menschen immer so von ihrer unerreichbaren Intelligenz überzeugt?

  • Warte doch einfach auf den nächsten (Discussions-) Zug. Dieser hier scheint sowieso nur in die Wueste zu führen. Kommt bestimmt bald der nächste :saint:

  • Komm mir gerade so vor, als wäre der Unity-Zug ohne mich abgefahren und ich stehe jetzt alleine am Bahnhof und rufe noch ein paar verzweifelte Worte hinterher.

    Ach was, das ist hier eine lustige Karussellfahrt, bis Dians elitärer Geist bockig wird und den Zug entgleisen lässt ;-)


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    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Wobei 'elitär' an sich gar nicht schlecht ist. Wenn sich jeder wirklich elitär verhalten würde, weil man sich auch danach fühlt, bräuchte es vllt überhaupt keine Wahlen mehr oder Regime oder was auch immer.

    Allerdings würden dann auch die Beurteilungen wegfallen.

    Dann dürfte ich auch nicht mehr über die Majorität auf meiner Arbeitsstelle lästern, und das geht natürlich auch nicht!!! Irgendwer muss halt immer der dumme sein. Meistens liegt's an der Ignoranz der Anderen oder weil man nicht ausreichend kommuniziert.

    Ich könnte mir auch eine jährliche Wahl gut vorstellen, da hat man zwar weniger Zeit die Interessen umzusetzen, aber gibt sich vielleicht auch mehr Mühe.

    Wahrscheinlich würden sie dann iwann von alleine obsolet werden weil alle zusammen beraten (müssen).

    Aber das ist nicht menschenaehnlich, und eine äußerst naive Vorstellung von mir, das stimmt schon!

    Aber Wahlomat- da kommt doch auch nur Wurst am Ende heraus!?