Was mich dann auch gleich zu dem Gedanken bringt, dass China vielleicht ganz andere Gründe hatte, als reine Menschlichkeit und Interesse an einem möglichst langen Leben der Rentner.
Sprich ruhig weiter. Was waren denn die "ganz anderen Gründe", weshalb China dennoch in den Lockdown gegangen ist, wenn nicht die Gesundheit der Bevölkerung?
Menschlich hat meiner Meinung nach noch am ehesten Schweden reagiert. Perfekt war das sicher auch nicht. Aber man hat dort zumindest versucht, abzuwägen zwischen den verschiedenen Interessen unterschiedlicher Menschen
Tja und doch hat Schweden bedeutend mehr Tote als wir hierzulande. Das sind dann immer diese lästigen Fakten, die man als Nichtschwede kaum mitbekommt bzw. lediglich der Punkt ins Langzeitgedächtnis wandert, dass Schweden damals doch so liberal war und die Maßnahmen nicht so streng ausgelegt hat.
Im Verhältnis zur niedrigen Einwohnerzahl sind in Schweden weit mehr Menschen als in Deutschland gestorben. Das ist schon krass. Und schaut man sich dann noch an, dass hierzulande die Leute exakt zehnmal (!) so dicht aufeinanderhocken (ich rede von der prozentualen Bevölkerungsdichte, nicht von der Einwohnerzahl), dann bekommen die Zahlen noch einen sehr viel seltsameren touch.
Ich denke, die Zahlen geben den Schweden im Nachhinein recht, dass auch ein sanfteres, dosierteres Vorgehen nicht gleich zu einem Massensterben sämtlicher Kranker und Alter in der Bevölkerung geführt hätte.
Wie schon gesagt: ich glaube nicht, dass du die Fakten bewusst leugnest, sondern sich das bei dir wirklich so eingebrannt hat und man gegen dein Schweden-Fantum inzwischen nicht mehr ankommt. Die Zahlen sprechen deutlich eine andere Sprache, aber Schweden hat das Spiel deiner Meinung nach trotzdem gewonnen.
Denn man sieht ja schön an Deutschland, dass das Virus nicht unbedingt in den dichtbesiedeltsten Regionen wie München oder Berlin am heftigsten verbreitet ist, sondern eher in dünnbesiedelten ländlichen Regionen, in Sachsen und Bayern.
Genau das ist ja der Trugschluss, welchem die Menschen dort erlegen sind: wir haben hier viel Land und viel Freifläche, wir brauchen diesen Impfquatsch nicht!
Tja, und heute sind exakt diese Bundesländer jene mit den höchsten Inzidenzen überhaupt (und nun auch flächendeckenden 2G-Regeln). Daran zeigt sich sehr anschaulich, dass tatsächlich die Impfverweigerer den weiteren Verlauf des Geschehens in der Hand haben. Sie befeuern also ganz aktiv, dass die Pandemie und damit ihre verhassten Einschränkungen weiterhin Bestand haben.
Natürlich sind nicht allein die vielen Polizisten Schuld. Doch wenn Menschen über Generationen hinweg systematisch entmündigt werden und ihnen von Autoritätspersonen ständig eingetrichtert wird, wie sie sich zu verhalten haben, führt das nunmal auch nicht gerade dazu, dass sie die Fähigkeit entwickeln, auch ohne allgegenwärtige Aufpasser miteinander klarzukommen.
Das ist die alte Ei-Huhn-Geschichte. Was war zuerst da?
Ich würde das ja mal historisch betrachten. Denken wir an die Pionierzeit der Flugreisen zurück. Damals waren es fliegende Hotels, man konnte sich sogar ganz individuell sein Essen zusammenstellen - wie im Restaurant. Mit Silberbesteck wurde es einem serviert, nicht mit Plastikmessern wie heute. Sicherheitschecks waren damals kein Thema. Nach dem Essen konnte dann entspannt über den Wolken geraucht werden.
Doch dann begannen in den 70er Jahren vermehrt die Flugzeugentführungen. Es passierte das, was leider immer passiert, wenn irgend etwas besonders frei oder auch nur gratis ist: es wird ausgenutzt und damit von innen kaputt gemacht. Es folgten fast schon routinemäßige Flugzeugentführungen. Nach deiner Theorie eindeutig die Schuld des Systems, denn den Menschen wurden schließlich zu viele Verbote auferlegt. Ähm ja... das ergibt jetzt zwar nicht soviel Sinn, aber lassen wir das einfach mal so stehen.
Vielleicht war also doch die Henne vor dem Ei da. Das Erwachen aus dem Traum kam erst anschließend, als plötzlich mit mehr und mehr Verboten reagiert wurde. Das dicke Ei kam dann spätestens mit dem 11. September 2001. Seither ist quasi alles verboten, selbst jede noch so verdächtige Flüssigkeit muss noch am Boden in den Müll geschmissen werden. Du findest das natürlich nicht gut und für dich bestätigt sich nur einmal mehr, dass wir in überregulierten Zeiten leben und die Menschen sich nicht über Terrorismus wundern brauchen, wenn zwischen all den Zwängen mal jemand durchdreht und Flugzeuge entführen will. Die Verbote haben die Menschen erst dazu getrieben!
Klar, denn das ergibt am allermeisten Sinn. Vor allem für sich selbst und dem, was man schon immer glaubte. Wäre jetzt arg mühselig, wenn das doch nicht stimmt und alles ein klein wenig anders miteinander verstrickt war.
Deine Erklärung mit der "Fürsorgepflicht des Staates" ist ja irgendwie goldig. Könnte ich mir so auch in der Sendung mit der Maus vorstellen, oder in der siebten Klasse im Gemeinschaftskunde-Unterricht.
Ja, oder im Unity-Forum.
Ich hätte es auch besser gefunden, wenn auch ohne meine Erläuterung klar gewesen wäre, dass man hierzulande natürlich nicht einfach Menschen verrecken lässt mit der Begründung: "hast es selbst so gewollt, dann stirb mal schön!"
Das Problem an der Sache ist nur... kleine Kinder werden irgendwann erwachsen und müssen auf eigenen Beinen stehen. Und weitsichtige Eltern versuchen daher auch, die Kinder nicht ein Leben lang wie kleine Kinder zu behandeln, sondern die schützende elterliche Umklammerung irgendwann zu lösen, weil die Kinder sonst nie wirklich selbständig werden können.
Das stimmt. Nur beziehst du alles immer zu sehr auf deine eigene Ich-Perspektive. Wenn irgendwo ein Geschwindigkeitsschild steht, dann denkst du sofort, dass man dir etwas böses will. Das hat man nur für dich aufgestellt, weil der Staat dich für ein unmündiges, dummes Kind hält.
Der Hintergrund ist aber der, dass ein Staat im Rahmen seiner Fürsorgepflicht auch dein Leben schützen muss. Das bedeutet: verantwortungslose Raser aus dem Verkehr ziehen, damit sie dich, der du auch ab und zu als Fussgänger unterwegs bist, bei ihrer 120 km/h-Fahrt durch den Ort nicht umnieten. Man schränkt folglich ihre sogenannte "Freiheit" ein, einfach rumzurasen wie man Lust hat, damit Dian weiterhin frei entscheiden kann, ob er heute zu einer Wanderung aufbricht oder doch lieber ins Kino geht. Aber wenn du tot bist, kannst du weder das eine, noch das andere. Man hat dich also in deiner Freiheit für alle Ewigkeiten eingeschränkt, nur damit der Raser sich bloß keine zwei Minuten zu spät auf seine Wohnzimmercouch legen muss.
Meist ist noch nicht mal der zweiminütige Zeitgewinn wirklich drin, weil man die Ersparnis oft ohnehin an der roten Ampel wieder einbüßt. Also weg auch mit diesem freiheitseinschränkenden Folterwerkzeug? Deiner Auffassung nach sicher ja. Ich jedoch sehe auch die Fussgänger und das Freiheitsbebedrüfnis von ihnen, nicht totgefahren zu werden und noch Zuhause anzukommen (ob nun zwei Minuten früher oder später, Hauptsache irgendwann).
Oder hast du dich schon mal über vermüllte Flächen in der schönen Natur geärgert? Habe ich auch. Aber da müssen wir halt drüber stehen, wenn da vor uns nun mal jemand war, der sich nicht vom Staat in sein Leben reinquatschen lassen will.