Corona-Virus und die Folgen

Es gibt 482 Antworten in diesem Thema, welches 193.108 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (3. März 2021 um 15:21) ist von Moscherie.

  • Ich bin schon etwas verwundert, wie stark sogar hier die Rufe nach Restriktion und Repression sind. Habt ihr das Video von dem Typen von der Partei mal angeschaut. Da erklärt er schön wo unsere Steuergelder so hingehen und wo man einsparen könnte. Was mir noch keiner von den Lockdown Befürwortern erklären konnte ist, warum man nicht einfach die Risikogruppen mehr schützen kann. Die Energien, das Geld sollte in diese Richtung gelenkt werden.

    Schaut ihr euch eigentlich ab und zu die Zahlen an, ohne euch von den täglichen Meldung beeinflussen zu lassen und ich meine wirklich die täglichen Meldungen seit Anfang des Jahres, wie "Wieder ein neuer Höchststand!"?

    Was da passiert ist Gehirnwäsche vom Feinsten.

    Natürlich ist das eine scheiß Krankheit, vielleicht auch etwas schlimmer als Grippe, aber das ist doch keine echte Pandemie oder ein Killervirus. Wenn das so wäre würden sich doch die Leichen stapeln.

    Na klar nur deshalb nicht, weil die Maßnahmen so toll sind. Ja sieht man ja wir haben eine 5x höhere Sterblichkeit wie Schweden.
    Der schwedische Corona-Weg: Erfolg oder Misserfolg? | Telepolis
    (Vielleicht liegt das doch auch mit an einer entstehenden Herdenimmunität)

    Die Übersterblichkeit in Deutschland ist jetzt auch nicht gerade mega beunruhigend.
    Sterbefallzahlen und Übersterblichkeit - Statistisches Bundesamt
    Das Durchschnittsalter der Toten ist ja auch interessant, es gibt immer Wellen in der Übersterblichkeit über die Jahre, an Schweden sieht man das ja ganz gut, vollkommen unabhängig von Corona.
    Das heißt nach Jahren mit hoher Sterblichkeit folgen Jahre mit niedriger.

    Das mit der fragwürdigen Zuverlässigkeit oder Aussagekraft des Tests wisst ihr ja. Mal ganz von dem Schnelltest abgesehen, welcher anscheinend beim Musk 2x positiv und 2x negativ war, gut der ist ja auch ein Maßnahmen Kritiker. Dann gibt's noch diese Cola Sache, scheinbar auch widerlegt. Trotzdem etwas Zweifel sind da schon angebracht.
    Ich nehme aber mal an, dass die positiven Schnelltests auch gezählt werden.
    Corona: PCR-Test alles andere als zuverlässig

    Warum helfen die Maßnahmen gegen die Grippe scheinbar, aber nicht gegen Corona?
    Wird denn auf die Grippe oder andere Krankheiten überhaupt noch getestet, wenn Corona festgestellt wurde?
    Brennglaseffekt, man muss nur intensiv und lange genug suchen dann findet man auch was.

    Ich halte die "flatten the curve" Strategie für fragwürdig.
    Am Ende kommen dann doch genauso viele Toten raus, außer der Impfstoff wirkt wirklich so toll.

    Das sind ja alles Sachen, die da mit reinspielen, vielleicht mehr oder weniger.

    Die ganzen sozio-kulturellen Folgen mal unbeachtet, ebenso die Kollateralschäden der Maßnahmen.
    Warum wird immer noch nicht mit den Kritikern diskutiert, wo sich doch schon rausgestellt hat, dass sie nicht nur unrecht haben.

    Warum nimmt man nicht die Übersterblichkeit als Lockdown Marker?
    Selbst die Krankenhäuser sind noch nicht mal heftig überbelastet also prozentual. Die Behandlung der Covid Intensivpatienten ist natürlich anstrengend, aber Betten wären da. Es fehlt am Personal, deshalb wurde die Gesamtzahl der freien Betten auch runter gerechnet. Da wäre doch sicher was machbar gewesen über den Sommer.

    Warum darf das nicht jeder für sich entscheiden, ob er sich dem Risiko aussetzt. Es reicht doch vollkommen, denen zu helfen, die das wollen.

    Das Ganze muss doch abgewogen werden, ich kann mir doch nicht permanent Antibiotika Hämmer reinziehen, da weiß man ja auch inzwischen wo das hinführt. Es wird eben ein Haufen anderes Zeug auch mit platt gemacht.

    Warum erlaubt man nicht den Leuten zu sterben, die das eh wollen?
    Vielleicht gibt es da auch einige unter den Erkrankten, man könnte ja zumindest mal fragen, anstatt sie zwanghaft am Leben zu halten. Irgendwann ist doch der Punkt immer erreicht wo eine Triage sein muss oder halt ein Abwägen ob das noch Sinn macht. Eine Diktatur der Minderheit geht doch in einer Demokratie eigentlich gar nicht.

    Wollen wir wirklich weiter in eine Zukunft der Unmündigkeit zu steuern?

    Ganz ehrlich hätte Corona wirklich die Eigenschaften einer echten Pandemie oder eines Killervirus, dann hätte ich ja dafür Verständnis. Aber auch dann wäre ich gegen restriktive und repressive Maßnahmen seitens der Regierung.
    Irgendwann muss man doch anfangen Vertrauen aufzubauen und nicht weiter das Zuckerbrot Peitschen Spiel spielen.
    In der Erziehung der Kinder ist das ja auch schon angekommen.

    Ich glaube wenn das so wäre, wären die meisten vernünftig. Die Aufgabe des Staates sollte sich dann eher auf den Schutz konzentrieren, das reicht völlig.

    Es muss endlich ein Umdenken statt finden weg von dieser ganzen Verbotskultur hin zu einer Verantwortungs- und echter Solidaritätskultur. Aber der "negative" Solidaritäter hilft uns da nicht weiter, denn er fordert den harten Lockdown und Impfzwang. Zwang und Unterdrückung, dass ist doch nicht solidarisch!

    Wer leidet denn am meisten unter den Maßnahmen? --- Die Schwachen und die Armen, aber das ist ja egal wenn Opa erkranken könnte oder man selber. Lustigerweise habe ich oft das Gefühl, gerade Menschen die nicht zur Risikogruppe zählen haben besonders viel Angst. Da hat dann die Solidarität ihre Grenze. Schlimme Heuchelei das alles.

    Nein also ich kann es wirklich nicht verstehen, wie man so etwas fordern oder gut finden kann.

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

    • Offizieller Beitrag

    Man ist ja mittlerweile schon dermaßen konditioniert und abgestumpft, dass man sich über Regeln gar nicht mehr aufregt, die man schon vor ein paar Monaten als schwachsinnig empfunden hat.
    Mittlerweile bin ich auch bald soweit, dass ich sage: "Macht eben von mir aus alles dicht, so lange ihr wollt, zerstört das ganze öffentliche Leben und eure Kultur... aber lasst den Menschen wenigstens noch so viel Freiheit, dass sie irgendwo noch eine Gelegenheit zum Essen finden (und sei es auch nur zum Mitnehmen oder DriveIn), lasst den Menschen ihre Bewegung an der frischen Luft und die Freiheit, ihre engsten Freunde und Angehörigen zu treffen."
    Wie war das doch gleich mit dem Frosch im Kochtopf, der nicht merkt, wie es langsam immer wärmer wird, bis er schließlich im kochenden Wasser zu Tode kommt? Genau das passiert gerade mit den Menschen hier.

    Man kann nur noch darauf hoffen, dass wenigstens die größten Idiotien und ungerechtfertigten Eingriffe in das Privatleben der Bürger wieder von den Gerichten gekippt werden. Etwa nächtliche Ausgangssperren, wie hier in BaWü aktuell ab 20 Uhr. Was für eine Idiotie, wenn man nun nicht mal mehr in die Geschäfte darf zu den Uhrzeiten, wo es dort weniger voll ist als tagsüber. Eigentlich sollte man das Gegenteil tun und alle Supermärkte rund um die Uhr öffnen, damit sich alles entzerrt und sich nicht alle Menschen zur selben Zeit dort versammeln. (Ich muss nachher auch noch einkaufen gehen, und ich ahne schon, was dort für ein Gedränge sein wird, weil sie alle nochmal gründlich hamstern gehen. Gibt sicher wieder keine Tomatensauce. :waah: )

  • Leider lebe ich nicht in Schweden und der gesamte Mindfuck geht gehörig an die Substanz.
    Wer sagt dass Suppenküchen in Australien geschlossen wurden?
    Natürlich ist das keine Art und Weise wie hier umgegangen wird, aber habt ihr von TäuschLand ernsthaft was anderes erwartet?
    Es wird niemals etwas vernünftiges kommen hier, dafür war und ist das Land einfach zu gespalten, und die Fesseln der Vergangenheit wird man dadurch auch nicht los.

  • Leider lebe ich nicht in Schweden und der gesamte Mindfuck geht gehörig an die Substanz.
    Wer sagt dass Suppenküchen in Australien geschlossen wurden?
    Natürlich ist das keine Art und Weise wie hier umgegangen wird, aber habt ihr von TäuschLand ernsthaft was anderes erwartet?
    Es wird niemals etwas vernünftiges kommen hier, dafür war und ist das Land einfach zu gespalten, und die Fesseln der Vergangenheit wird man dadurch auch nicht los.

    Ja eigentlich hätte ich mir schon was anders erhofft. Aber Deutschland zeigt seine hässliche Fratze, mal wieder. Gerade diese Fratze und diese Züge wurden doch eigentlich auch immer Punkrock thematisiert. Wer hätte gedacht, so viele aktuelle Nummern, dass es echt traurig ist. Aber das was ich überhaupt nicht kapier ist dieses Schweigen der Lämmer, Allerdings wenn ich mir die normalen Nachrichten reinziehe, dann wird mir das auch verständlich. Die Fesseln der Vergangenheit wird man durch diese Gebaren sicher nicht los. Im Besten Fall kann man sie dann noch aufarbeiten. Jeder kann Suggestionen benutzen und natürlich entsteht auch eine Manipulation, man muss nur die richtigen Knöpfe immer wieder drücken. Das Einzigste was da helfen kann ist öfters in den Spiegel zu schauen und hinter die Kulissen schauen. Es ist auch eine große Chance, raus aus der Opferrolle!

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Der Staat hat nicht darüber zu entscheiden, wer wo wann hingeht und sich mit wem trifft. Dahingehend sind wir uns hoffentlich einig - ansonsten empfehle ich Hygiene-Freaks die Auswanderung in gewisse vorbildliche asiatische Länder, die die Pandemie-Bekämpfung sicherlich besser hinbekommen als westliche Demokraturen. ;)

    Doch, das hat er bzw. das Gemeinwesen in dieser Situation schon. Vielleicht nicht mit wem konkret, aber schon mit wie vielen verschiedenen Leuten, weil die Scheiße nicht weiter verbreitet werden soll. Das ist das Allgemeinwohlinteresse.

    Und, nein, das hat nichts mit Diktaturen zu tun, sondern schlicht mit einer Bevölkerung, die weniger 'rumjammert und in der Lage ist, in einer Extremsituation zum Wohle aller mal zurückzustecken. Südkorea, Australien, Taiwan, Neuseeland sind alles keine Diktaturen ... und da lief das alles sehr gut. Und man sieht ja z.B. an den USA bzw. Kleinbritannien, wie's läuft, wenn die Leute überhaupt nichts machen bzw. vielleicht hin und wieder ein paar Ratschläge raushauen.

    Du zeigst auch sehr schön, wo du emotional stehst, indem du das gute, alte 'Dann geh doch nach drüben!'-Argument auspackst...

    Zitat

    Ja, wir leben im Kapitalismus, und gerade deswegen ist es umso verfehlter, ausgerechnet den Bereich der Reproduktion reglementieren zu wollen, während die Leute weiterhin zur Arbeit dackeln müssen, größtenteils auch noch in überfüllten öffentlichen Verkehrsmitteln. Das reißt es jetzt auch nicht mehr raus, ein paar Theater und Kinos oder gar kleine Läden dichtzumachen (ich rede nicht von irgendwelche großen Festen, auf denen man dichtgedrängt rumsteht). Gegen Masken habe ich mich übrigens nie ausgesprochen.


    Natürlich hilft die Reglementierung im Privaten. Die hat ja auch im Frühjahr geholfen. Und es ist ja nicht so, dass man in den Ländern, in denen es geklappt hat, komplett mit dem Arbeiten aufgehört hätte. Jeder Kontakt, der unterbleibt, hilft. Es könnte besser helfen, wenn man auch mit dem Arbeiten aufhören würde ... aber das ist kein Argument dafür, normal im Privaten weiterzumachen oder die beiden Ansätze gegeneinander auszuspielen.

    Zitat

    Der Staat bzw die politische Verantwortlichen haben das Vertrauen nicht verdient, das ihnen leider von vielen entgegengebracht wird.
    Schon komisch, dass ich das in diesem Forum extra betonen muss. Insofern ist jede Erweiterung staatlicher Befugnisse abzulehnen, wir steuern auch so schon auf dystopische Zeiten zu, ohne dass nun zusätzlich nach dem starken Staat geschrien wird. Polizeikontrollen an innerdeutschen Grenzen? Na dankeschön, wer jetzt nicht protestiert, soll mir bitte in Zukunft nicht mehr mit 'No borders' kommen.


    Ist halt ein Katastrophenfall. Im kommunistischen oder anarchistischen Wunderland lief das auch nicht anders. Auch da müsste man die Leute überzeugen bzw. zwingen, einen gefährlichen Krankheitserreger im Interesse der Gemeinschaft nicht weiterzuverbreiten.

    Zitat

    Menschen gängeln und bevormunden und gleichzeitig Betroffene unzureichend schützen - was 'eigene Vorschläge' angeht, denke ich nicht, dass ich es viel schlechter machen könnte. Tatsächlich hat ausgerechnet Palmer gute Konzepte umgesetzt (Taxifahren zum Buspreis, regelmäßige Tests in Pflegeheimen, Entzerrung der öffentlichen Begegnungen durch den Aufruf, je nach Altersgruppe zu unterschiedlichen Zeiten einkaufen zu gehen). Ich habe viele Freunde, die in betreuten Gruppen bzw mit Risikogruppen arbeiten - was denkst du, wie oft die in sechs Monaten getestet wurden? Hotels öffnen und Menschen aus dicht gedrängten Wohnverhältnissen dort unterbringen wäre noch ein weiterer sinnvoller Ansatz, ebenso wie gewisse Hotspots (Tönnies) dichtzumachen und die Mitarbeiter entsprechend weiterzubezahlen.


    Inzwischen sind die Hotspots nicht mehr nur irgendwelche Fleischfabriken. Klar, Pfleger müssten konstant getestet werden, Schulen müssten (wenn man die überhaupt offen lassen will, wofür ich eigentlich keinen Grund sehe) Luftfilteranlagen haben, wie das der Lauterbach verlangt hat (die Dinger bringen nämlich tatsächlich was bezüglich der Aerosole).
    Aber es ist doch absolut lächerlich, dass man mit so Kinkerlitzchen 'ne Pandemie in den Griff kriegen kann. Wenn das Virus so weit verbreitet ist, dass man's fast überall kriegen kann, dann werden mehr und mehr systemrelevante Berufsgruppen - also z.B. Pfleger, in deinem Beispiel - ausfallen, weil sie nach positiven Tests in Quarantäne bzw. selbst krank sind. Das hat dann Effekte aufs Gesundheitssystem und die Gesellschaft.
    Dir scheint nicht wirklich klar zu sein, um was für Zahlen es geht, wenn erst eine recht große Zahl Menschen schwer erkrankt ist. Und das kann man halt vermeiden, wenn man die Verbreitung bremst. Es ist vollkommen illusorisch, dass das mit so kosmetischen Maßnahmen geht.

  • Ich bezog das darauf, dass den 'Provinz-Nazis' jetzt die Schuld für die steigenden Fallzahlen gegeben wird, und das ist eben fraglich (mal diplomatisch formuliert). Die Rechten profitieren auch insgesamt bisher nicht von der Krise, außer dass es ein paar Spielfelder für Nazis gab, auf denen sie sich dank der sächsischen Behörden austoben durften.Wer weiß, wie lange das noch so bleibt. Deshalb mein Appell, deutlicher als linke Opposition, die den Namen verdient, aufzutreten und sowohl Freiheit als auch Solidarität einzufordern.

    Natürlich sind die Sachsen, die sich infiziert haben und das Virus weiter verbreiten, dafür verantwortlich, wenn sie sich entsprechend verhalten - also z.B. wenig/keine Anstalten machen, das Zeug nicht weiter zu verbreiten. Und davon ist schon zu einem Gutteil auszugehen, angesichts der Politik, die da kürzlich noch gefahren wurde.

    Das ist halt der Mentalitätunterschied zwischen hedonistisch-dekadenten, fetten Mitteleuropäern und unseren Freunden in Ostasien und dem Pazifikraum. Die hatten ihre SARS-Erfahrung und sind in der Lage, selbst zurückzustecken, wenn's um das Wohl der Allgemeinheit geht. Die brauchen da nicht unbedingt den Knüppel des Staates für.

    Es ist ja ein totaler Trugschluss, anzunehmen, dass irgendein Staat die Mittel hätte, jeden Bürger zu überwachen oder daran zu hindern, irgendwann mal rauszugehen. Der Unterschied ist, dass die Leute da selbst einsehen, dass es besser ist, das nicht zu tun. Und dazu kommt natürlich, dass es z.B. in Taiwan ein geiles System gab, um sich um Leute zu kümmern, die in Quarantäne sind. Da kommt jemand vorbei, fragt nach dem Zustand, bringt Essen und notwenige Sachen usw.

    Und das erstreckt sind nicht nur auf das, was man tut, wenn die Sache gerade richtig schlecht läuft, sondern auch auf das danach. Auch wenn die Cafés und Restaurants wieder auf sind, geht man da nicht hin, solange es noch Fälle gibt und man sich theoretisch noch anstecken kann. Aber dir kann man ja einfach irgendein 'funktionierendes Hygienekonzept' verkaufen, und dann frisst du wieder brav aus der Konsumentenschüssel wie ein guter, deutscher Schäferhund.

  • Man kann nur noch darauf hoffen, dass wenigstens die größten Idiotien und ungerechtfertigten Eingriffe in das Privatleben der Bürger wieder von den Gerichten gekippt werden. Etwa nächtliche Ausgangssperren, wie hier in BaWü aktuell ab 20 Uhr. Was für eine Idiotie, wenn man nun nicht mal mehr in die Geschäfte darf zu den Uhrzeiten, wo es dort weniger voll ist als tagsüber. Eigentlich sollte man das Gegenteil tun und alle Supermärkte rund um die Uhr öffnen, damit sich alles entzerrt und sich nicht alle Menschen zur selben Zeit dort versammeln. (Ich muss nachher auch noch einkaufen gehen, und ich ahne schon, was dort für ein Gedränge sein wird, weil sie alle nochmal gründlich hamstern gehen. Gibt sicher wieder keine Tomatensauce. :waah: )

    Eine nächtliche Ausgangssperre bei geschlossenen Läden dürfte in der Tat nahezu keinen Effekt haben, das ist ganz klar Schwachsinn.
    Einkaufen dürftest du da aber sowieso noch gehen, nehme ich an, weil das doch noch unter 'wichtiger Grund' fallen dürfte. Wobei mir nicht klar ist, wieso Ausgangssperre sein sollte, wenn da noch Läden aufhaben bzw. wieso Läden während der Ausgangssperre von sich aus noch öffnen sollten. Da dürfte dann ja weniger in den Läden los sein.

    Was jetzt wahrscheinlich einen Effekt hätte, wäre die Schulen zu schließen und auch den Einzelhandel weitgehend zuzumachen. Weihnachten kommt nächstes Jahr ja wieder. Aber die Gefahr, dass man sich nachts in der Kälte auf dem Schwäbischen Alb irgendwo ansteckt ist, glaube ich, ziemlich klein.

    • Offizieller Beitrag

    Hier ist mal ein etwas längerer Artikel, wenn auch schon etwas älter, mit asiatischer Brille auf den 'dekadenten Westen':

    Von Neuseeland mal abgesehen (die als Insel in der komfortablen Lage waren, sich einfach abzuschotten, bevor das Virus so richtig Fuß fassen konnte) sind das alles Länder, in denen die Menschenrechte mit Füßen getreten werden, und in denen Gehorsam und rigorose Strafen bei Verfehlungen eine lange Tradition haben.
    So gesehen ist es aus asiatischer Sicht natürlich logisch, dass man vor allem den bösen Individualismus im Westen kritisiert, der einem sowieso schon immer ein Dorn im Auge gewesen ist.
    Das Zerrbild von hemmungslosen Partys und hedonistischen jungen Leuten, die nur an sich selbst denken und keinerlei Rücksicht nehmen (und dass jene die Treiber der Pandemie wären), kann ich aber so aus meinem Alltag nicht bestätigen. Jedenfalls nicht in den letzten paar Monaten. Ist schon alles deutlich zurückgegangen im Vergleich zu früher, und es gab weitaus weniger Krawalle und Widerstand gegen die Maßnahmen, als ich eigentlich erwartet (und erhofft) hatte.
    Formulieren wir es so: Viele Menschen haben ein bisschen mehr Rücksicht genommen als sonst. Auch die Jungen. Dies war aber offensichtlich nicht genug, um die Pandemie in den Griff zu bekommen.
    Aber wie gesagt (und darin scheinen wir uns ja weitestgehend einig zu sein): So lang die Schulen offen haben und jeder jeden Tag zur Arbeit muss in vollbesetzten Zügen, sollte man vielleicht eher dem kapitalistischen System und dem damit verbundenen Leistungszwang die Schuld an der Misere geben, und nicht so sehr die Schuld bei ein paar "verantwortungslosen" Individuen suchen, die es nicht einsehen, auf ihr Besäufnis am Wochenende zu verzichten, während sie die ganzen übrigen Tage buckeln und arbeiten gehen müssen wie immer.

    Also wäre jetzt tatsächlich ein guter Zeitpunkt, die Menschen einfach mal für einen Monat komplett in Urlaub zu schicken, oder gern auch für zwei. Dann muss aber auch die Bezahlung gewährleistet sein, notfalls in Form eines Grundeinkommens für diesen Zeitraum für alle.
    Und was die Kontaktbeschränkungen im Freizeitbereich angeht, sollte man einen Weg finden, die Kontakte möglichst weit zu reduzieren, aber ohne deshalb in die Privatsphäre der Menschen einzugreifen, erbsenzählerisch die Anzahl der Freunde zu zählen, die man besuchen darf, oder gar die Unversehrtheit der Wohnung in Frage zu stellen und die ganze Bevölkerung pauschal zu verdächtigen, potenzielle Staatsfeinde bzw. Gesundheitsfeinde zu sein.
    Wenn das alles anders gehandhabt worden wäre, weniger mit der Arroganz der Mächtigen, und mit mehr Respekt voreinander (so wie in Schweden etwa), dann hätte die Querdenken-Bewegung auch längst nicht so viel Zulauf von "normalen" Bürgern erhalten, sondern dann wären das wirklich nur die üblichen Verschwörungsnazis dort. Aber es wurde eben mit ordentlich Selbstherrlichkeit von oben herab festgelegt, welche Menschen systemrelevant sind und welche nicht, und es wurden massive Eingriffe in die Freiheitsrechte der Bürger unternommen, ohne deren Wirksamkeit wissenschaftlich belegen zu können. Sicherlich muss man in einem Katastrophenfall auch mal Dinge ausprobieren, über deren Wirksamkeit man noch nichts weiß, weil sowas noch nie vorgekommen ist. Aber die Freiheitsrechte und die Freizügigkeit des Individuums sollte man bei sowas als allerletztes opfern. Es war aber so ziemlich das Erste, was geopfert wurde. Und das hat eben mal wieder schön gezeigt, wie die Prioritäten verteilt sind, und dass "Freiheit" in unserem System allerhöchstens eine sekundäre Priorität hat, aber im Zweifelfsfall zu vernachlässigen ist. Dann sollen sie das Wort aber bitteschön auch aus ihrer Hymne streichen, und stattdessen in Zukunft lieber "Einigkeit und Recht und Gesundheit" singen!