Der Fußball-Thread

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  • ich geb doch nicht meinen einzigen Lebenssinn auf. :biggrin:

    Schade ;-)

    Falls du dich doch mal für ein Aussteigerleben in der Wildnis entscheiden solltest: An deiner Steam bibliothek wäre ich auch interessiert. Wenn du die nicht mehr brauchst, denk bitte an mich :chinese:

  • Hallo Unity.


    Ich bin mal eine Zeit lang in einem Fanclub gewesen. Bis ich mir die Frage gestellt habe, von was ich da eigentlich Fan bin. Ich meine, die Gesänge in den Stadien handeln von Liebe und Treue zum Verein, doch was gibt der Verein einem eigentlich zurück? Im Prinzip nichts. Letztendlich ist jeder Klub nur ein Unternehmen mit austauschbaren Mitarbeitern, die für das richtige Angebot sofort zum größten Rivalen wechseln würden. Du als Fan bist der Verlierer in dem Spiel, eigentlich nur schmückendes Beiwerk, sollst dem Verein die Kohle in den Rachen schmeißen und Zeit und Geld dafür aufwenden, um die Millionäre jedes Wochenende spielen zu sehen.


    Nach meinem Austritt habe ich noch eine ganze Weile das Fußballgeschehen verfolgt, seit etwa einem Jahr gucke ich aber nicht einmal mehr die Ergebnisse nach. Die Entfremdung war ein schleichender Prozess. Die WM in Katar zeigt nur am deutlichsten, wie eklig die Kommerzialisierung im Profifussball mittlerweile geworden ist.

    Wenn, dann würde wirklich höchstens vielleicht ein jahrelanger Boykott von allen etwas nützen. Vor der Corona-Pause im letzten Jahr gab es ja insbesondere von den FCB-Ultras wieder auffällige Proteste gegen Dietmar Hopp. Das ging ja in dem damaligen Spiel zwischen Hoffenheim und Bayern so weit, dass in der zweiten Halbzeit unterbrochen wurde und die Spieler sich danach nur noch alibimäßig den Ball zugeschoben haben. Ich weiß nicht, warum die betreffenden Fans sich so etwas antun. Wenn mich und meine Ansichten alle, auch der eigene Verein, scheiße finden, warum kehre ich dem ganzen Zirkus dann nicht einfach den Rücken? Würde mir viel Zeit, Geld und Ärger ersparen.

  • Welchen Verein hast du denn damals unterstützt, Acherian?

    Die Proteste gegen Hopp und Co. scheinen mir mittlerweile zur "Fußball-Folklore" dazu zu gehören. Man tut halt ein bisschen so, als ob man nicht alles mit sich machen lässt, aber letztlich schlucken die meisten die Kröte früher oder später ja doch. Weil es eben auch keine wirklichen Alternativen gibt. Ich denke, der Drops ist gelutscht, die Vereine kriegt man aus dem Kommerz-Hamsterrad auch nicht mehr raus, weil zu viel mit drin hängt. Der einzige Weg wäre möglicherweise, wenn man eine Konkurrenz-Liga zur Bundesliga installieren würde, in der es weniger kommerziell und glattgebügelt zugeht, und wenn man für diese Idee auch einige Traditionsvereine gewinnen könnte (vielleicht solche, die nur noch in der vierten Liga spielen und chronisch pleite sind).


    Generell ist aber alles durchkommerzialisiert heutzutage.... auch der elektronische Fußball. Hab gerade gelesen, dass Konami in Zukunft kein neues Vollpreis-PES mehr rausbringen wird, sondern nur noch als Free to play. Was dann bedeutet, man bekommt als Spieler ein unfertiges Produkt, und darf dann mit echtem Geld seine Lieblingsvereine oder Spieler nachkaufen, und wenn der Hersteller irgendwann in ein paar Jahren beschließt, die Server abzuschalten, ist alles weg.

    Stört aber scheinbar kaum jemand (jedenfalls nicht die breite Masse, auf die alles ausgelegt ist heutzutage), daher funktionieren solche Geschäftsmodelle, und viele Videospielfirmen nehmen mittlerweile mehr Geld mit kostenpflichtigen Zusatzinhalten, Kostümen und sonstigem Quatsch ein als mit dem eigentlichen Spiel, das immer mehr zur Nebensache verkommt, und nur noch als Plattform dient, auf der die Hersteller dann ihren virtuellen Marktplatz aufbauen können.

    Und so ist es beim echten Fußball eben auch. Die Hardcore-Fans und deren nostalgischen Gefühle sind unwichtig, auch wenn die Fans sich selbst immer für unersetzlich halten. Aber hat man ja auch im Lockdown gesehen, es geht notfalls auch ohne Fans. Und daher sitzen die Verantwortlichen immer am längeren Hebel, zumindest so lang es eine große unkritische Masse gibt, die kein Problem mit der Kommerzialisierung hat.

  • Die Hardcore-Fans und deren nostalgischen Gefühle sind unwichtig, auch wenn die Fans sich selbst immer für unersetzlich halten.

    Ganz wichtig, um das nicht abklingen zu lassen: 1.) bei Interviews irgendeinen wertschätzenden Stuss in Richtung Fans erzählen, 2.) im Siegesfall den Pokal bei einer Stadtrundfahrt dem jubelnden Fußvolk präsentieren, damit die auch weiterhin glauben, als 12. Mann das Spielfeld betreten zu haben.

    Es ist alles eine Illusion. Aber eben eine eine sehr Lukrative. Ohne Fantum wäre ein Fussball-Topspiel dasselbe, was ich fühle, wenn ich zufällig Golf einschalte: pure Langeweile, ohne jeglichen Bezug zu meinem Leben.

  • Ein Verein lebt von seinen Mitgliedern.

    Wenn das ganz Große, nicht mehr mit den eigenen Einstellungen und Werten vereinbar ist, warum dann aber dem ganzen Sport den Rücken zukehren?


    Der Sport kann nichts dafür.


    Es gibt immer noch die Möglichkeit, Fan des Dorfvereins zu sein/zu werden.

    Im kleinen Rahmen ist es oft auch noch geselliger und man hat eher das Gefühl, etwas zurück zu bekommen.

    Oder vielleicht doch ein anderer Sport?

    Vielleicht auch selber mitmachen?


    Ich weiß es auch nicht und das sage ich als Vorstand eines Randsportes.

    Was gibt es zurück? Eigentlich nichts.

    Außer es läuft halbwegs gut, dann kann viel zurück kommen: gemeinsame Freude, gemeinsames Gewinnen/Verlieren, Beisammensein. Eine andere Ebene der Gesellschaft, die tiefer als eine Geschäftsbeziehung, aber oberflächlicher als Freundschaften ist.

    Ist doch eigentlich auch ganz nett.

    Es lebe die Freiheit, die Meinungsäußerung und der Respekt anderen gegenüber.


    "Der Mensch beherrscht nicht das Eigentum, das Eigentum beherrscht ihn."
    - August Bebel

  • Welchen Verein hast du denn damals unterstützt, Acherian?

    Das ist Borussia Dortmund gewesen. Sympathisiert habe ich mit dem Verein etwa seit 2004, in dem Fanclub war ich von ungefähr 2011 bis 2014. Ein Grund für meine allmähliche Abkehr war sicher der Wechsel von Götze zu Bayern München. Und ihm sind Hummels und Lewandowski nachgefolgt.


    Selbstverständlich bedient sich der BVB auch bei anderen Vereinen und an sich habe ich nichts gegen Spielerwechsel. Aber irgendwie, generell, ... ich weiß nicht. In der einen Saison jubelst du dem Stürmer zu, in der nächsten Saison einem anderen und in der drauffolgenden wieder einem anderen. Für mich persönlich geht das eben irgendwie nicht richtig zusammen.


    Quote

    Generell ist aber alles durchkommerzialisiert heutzutage.... auch der elektronische Fußball. Hab gerade gelesen, dass Konami in Zukunft kein neues Vollpreis-PES mehr rausbringen wird, sondern nur noch als Free to play. Was dann bedeutet, man bekommt als Spieler ein unfertiges Produkt, und darf dann mit echtem Geld seine Lieblingsvereine oder Spieler nachkaufen, und wenn der Hersteller irgendwann in ein paar Jahren beschließt, die Server abzuschalten, ist alles weg.


    Hm, an mir verdienen die dann schon mal nichts. Ich zocke bloß gelegentlich. Und das immernoch FIFA 17 auf der PS3. Lohnt sich für mich nicht, mir was Neueres zu kaufen.

  • Das ist Borussia Dortmund gewesen.

    Na dann bist du im Forum von TheUnity ja genau richtig. :hi:

    Ich persönlich drücke auch meistens den Schwarz-Gelben die Daumen. Aber stimmt natürlich vollkommen, was du sagst... man kann sich irgendwie gar nicht mehr richtig freuen, wenn mal ein Spieler in einem Verein überdurchschnittlich gut ist, so wie aktuell beispielsweise Haaland, weil man genau weiß, dass er dann in spätestens zwei Jahren sowieso weggekauft wird.

    Da können irgendwelche Anarcho-Kapitalisten im Internet noch so oft erzählen, dass sich ein freier Markt ganz von selbst reguliert. Im Fußball zumindest scheint der freie Markt nur dazu zu führen, dass die Erfolgreichsten sich alles kaufen können, was sie haben wollen, um noch erfolgreicher zu werden, während kleine Vereine wie beispielsweise Freiburg, Heidenheim oder sowas gar keine Chance haben, selber auch mal so richtig groß zu werden, weil ihnen einfach jeder Spieler der halbwegs was taugt von den großen Vereinen sofort wieder entrissen wird.

    Natürlich wird kein Spieler dazu gezwungen, diese unmoralischen Angebote anzunehmen und für ein bisschen mehr Geld seine Seele zu verkaufen... aber es scheint ja doch inzwischen eher die Regel zu sein als die Ausnahme, dass man für Geld alle Loyalität über Bord wirft. Immerhin hat Dortmund mit Edin Terzic noch jemand, für den Vereinstreue mehr zu sein scheint als nur ein leeres Wort. Ist aber echt selten geworden sowas, muss man sagen.

    Und das immernoch FIFA 17 auf der PS3.

    Ja, eigentlich genügt das völlig. Außer ein paar besseren Animationen hat es sich seither glaub auch nicht mehr all zu viel weiterentwickelt.

    Und International Superstar Soccer auf dem SNES (oder N64) macht heute noch Spaß.