Lärm ist Herrschaft (gemäß der Devise vieler "Anarchisten", nach der alles, was ihnen persönlich nicht passt "Herrschaft" sei).
Vielleicht nicht Herrschaft, aber sicherlich u.U. eine Form der Gewalt und daher auch zurecht kritisch zu betrachten. Für mich ist das eine Güterabwägung - Kultur (Musik, Sport) darf ruhig mal laut sein, ohne dass Anwohner auf die Barrikaden gehen sollten. Wenn ich sehe, wie Konzertlocations und Jugendhäuser kaputt gemacht werden, weil es auch mal laut wird (nicht täglich und nicht die ganze Nacht), dann läuft was falsch. Ich beschwer mich auch nicht, wenn es im Sommer auf dem Fußballplatz um die Ecke mal lauter wird.
Meine Toleranz endet bei Techno-Gewummer nachts um 2 im Mietshaus, da steh ich dann auch vor der Tür. Lärm als Privatvergnügen muss nicht sein, ich dreh auch nicht die Anlage auf.
Und wie du ja schon angedeutet hast: Regeln und Verbote schützen auch Schwächere vor Missbrauch und Ausbeutung, und Anarchie heißt nicht 'mir darf keiner Vorschriften machen', sondern 'Wie kann man Herrschaft, Ausbeutung und Gewalt überwinden?``.