Nazis - Links oder Rechts?

  • Hitlers Propaganda war ja, dass die Juden die (kapitalisitsche, monetarisistsche) Weltverschwörung repräsentieren und die Arbeiterklasse ausbeuten.


    Das ist (abgesehen vielleicht vom Rassismus) eigentlich doch klassischer Linksextremismus.


    Woran macht ihr es fest, dass die nazis rechts wären?


    Gewiss, es gab nationalistische Tendenzen....


    Mir sagt das einmal mehr dass die Rechts/Links Denke auf die Müllkippe der Geschichte gehört. Hab ich da jetzt jemand zitiert? :huch:


    Für mich ist schon alleine die wortbedeutung von "nationalsozialismus" in diesem Kontext der Wegbereiter für die Machtexzesse der Globalisten.

  • Hitlers Propaganda war ja, dass die Juden die (kapitalisitsche, monetarisistsche) Weltverschwörung repräsentieren und die Arbeiterklasse ausbeuten.

    Und heute steckt mitunter in einem "besorgten Bürger" ein kleiner Hitler, und er sieht die Problematik immer noch bestehen und sich an vorderster Front dagegen ankämpfen. Natürlich siegreich, wie man sich das selbst einredet, denn verlieren tun immer nur die anderen. Auch diese Attitüde hat man von Hitler identisch übernommen.

    Nun, wir wissen alle, wie es am Ende tatsächlich ausgegangen ist. Doch wozu sich auch mit solch geschichtlichen Fakten aufhalten. Schwurbler haben naturgemäß die größte Aversion gegen Fakten, sonst wären sie ja keine Schwurbler. (;

  • Ich finde das ist eine gute Frage. Bin auch der Meinung links/rechts gehört auf den Müll. Denn es gibt einfach zu viele unterschiedliche und unklare Definitionen. Am besten passt für mich immer noch die Einordnung links=Kollektiv/Altruismus ... rechts=Individuum/Egoismus.
    In Deutschland ist diese Sicht wenig populär, in Amerika kommt man der Einordnung schon näher.
    Für mich ist sie auch viel schlüssiger, denn man kann davon auch patriotisches oder nationales Denken ableiten. Also in der Form, erstmal komme ich, dann meine Familie, meine Freunde, mein Dorf, ..., mein Land.
    Damit will ich nicht den Nationalismus gut heißen.
    Nationalsozialismus ist also irgendwie beides, National = rechts, Sozialismus = links. Wobei ich den Nationalsozialismus, nach der Definition auch eher als links bezeichnen würde. Denn das Nationalkollektiv wurde stärker propagiert als das Individuum.

    In der Regel wird rechts und links ja oft mit gut/böse oder böse/gut gleichgesetzt, je nach dem eigenen Standpunkt.

    Das nächste Problem mit den Begriffen ist die Bedeutung von sozial oder auch Sozialismus. Im umgangssprachlichen Gebrauch hat sozial ja eher eine Bedeutung im Sinne von barmherzig, hilfsbereit, ... Im fachsprachlichen Gebrauch ist jede geordnete Gemeinschaft sozial, also wäre auch der Faschismus oder Diktaturen ein Sozialismus.
    Das ist dann schon etwas skurril.

    Die Linke habe nichts Vergleichbares anzubieten, auch nicht jene, die als extrem betitelt werde. "Sie will den Kapitalismus überwinden, weiß aber nicht wie. Und sie wendet sich gegen jede Form der Ausgrenzung", erklärt der Wissenschaftler. "Während die einen also Menschen fortschaffen und streben lassen wollen, treten die anderen gerade dagegen an."
    https://www.zdf.de/nachrichten…linke-thueringen-102.html

    Echt die Linken grenzen nicht aus? :roll:

    https://www.fdpbt.de/buschmann…trag-lob-hufeisen-theorie ---jaja FDP :kotz2::)

    Aber den Text finde ich in Ordnung.

    Bei der Hufeisentheorie kommt es stark darauf an an welchem Punkt man Parteien einordnet. Ist also die AFD genauso weit rechts, wie die Linke links ist?

    Ist Stalinismus links? Leider sind halt alle kommunistischen Praxisversuche in eine solche Richtung abgedriftet. Ist diese Abdriften Theorie implizit?

    Ich finde Einteilungen in autoritär/libertär, unten/oben, Kollektiv/Individuum, Altruismus/Egoismus ... viel klarer und sinnvoller.

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Denn es gibt einfach zu viele unterschiedliche und unklare Definitionen.

    UNd des kann ja auch gar nicht funktionieren, es ist ja schubladen denken, die Welt nach solchen Kategorien einteilt und ständog wild upcasts und downcasts zu machen, wie man als programmierer sagen würde: Beliebig vom Speziellen auf das Allgemeine zu schliessen (Das ist immer valide) aber nicht vom Allgemeinen auf das Spezielle (Dadurch enstehen fehler im gedanken konstrukt). Beispiel : Es ist richtig zu sagen , Ein Hund ist ein Lebewesen und eine Katze ist ein Lebewesen. Umgekehrt ist es Bullshit: Ein Lebewesen ist keine Katze. und ein Lebewesen ist auch kein Hund. Denn der knackpunkt ist, ein lebewesen ist nur in einigen wenigen fällen ein hund. In vielen anderen Fällen ist ein lebewesen aber etwas völlig anderes. Auf einzelfälle mag dies zutreffen, aber das ist eben nicht in jedem Fall so und nachdem man auf einem generalisierten LEvel unterwegs ist, ordnet man dann attribute von Konzepten (KAtze, Hund, Lebewesen) falsch zu und bekommt am Ende fehlschlüsse. Ich weiss nicht, ob man das als Nicht-Programmierer nachvollziehen kann, was ich meine.

    Ich finde Einteilungen in autoritär/libertär, unten/oben, Kollektiv/Individuum, Altruismus/Egoismus ... viel klarer und sinnvoller.

    Ja, das sind ja dann auch schon 4 Dimensionen und nicht nur eine. Es gibt ja diese 2 dimensionalen Bilder von links/rechts auf der einen achse und freiheitlich/authoritär auf der anderen, vertikalen achse.


    Das kommt der Sache ein kleines stück näher. Die Welt ist aber multidimensional und jede Extraktion von n Dimensionalen Modellen ist eine modelhafte Vereinfachung von dem, was die Welt wirklich ist. Du kennst die Geschichte von Alice im Wunderland, wo die Raupe den Würfel durch den Pilz schiebt? Der 2 Dimensionale Querschnitt des Würfels zusammen mit der Verlagerung der dritten Dimension auf die Zeitebene erlaubt es jemand, der die dritte Dimension nicht sieht, den 3 Dimensionalen würfel trotzdem zu erfassen. Wenn der Würfel in die Oberfläche des Pilzes eintaucht, siehst du erst einen einen Punkt, dann ein immer größer werdendes recht eck. Dannach wird das Rechteck wieder kleiner und verschwindet in einem Punkt, wenn der 3-D Würfel vollständig durch die oberfläche geschoben ist.


    Physiker haben schon nach demselben Prinzip eine Animation erstellt, bei dem einen vierdimensionaler Würfel durch den 3 Dimensionalen Raum geschoben und auf 2 Dimensionen projeziert wird. Ich weiss allerdings trotzdem bis heute nicht, was ein 4 Dimensionaler Hypercube ist ;-)



    Datei:Hypercubeorder.svg – Chemie-Schule

    Echt die Linken grenzen nicht aus?

    Darüber habe ich mich letztens gewundert:


  • Hallo,

    rechts und links gelten nicht mehr als entscheidende Abgrenzungsbegriffe.

    Ja!

    Das denke ich auch.


    Allerdings halte ich Deine Begründung für zu mager/unpassend.


    Am besten passt für mich immer noch die Einordnung links=Kollektiv/Altruismus ... rechts=Individuum/Egoismus.

    Auch das ist beliebig drehbar und widerlegbar.


    Die ungedrehte Argumentation wäre z.B.


    rechts =

    Kollektiv (z.B. ein Volk - ein Führer, z.B. Heimatvereine, z.B. rechte Wohlfahrtsgesellschaften) , Altruismaus (z.B. Ehrentod fürs 1000 jährige Reich)


    links =

    Egoismus (z.B. Max Stirner, das Recht auf Egoismus, z.B. Recht auf Selbstverwirklichung), Individuum (z.B. Jeder Mensch ist "Einzigartig", z.B. Rechts auf Grund- und Menschenrechte, z.B. kein Mensch ist illegal, z.B. jeder nach seinen Bedürfnissen ohne jemand anders einzuschränken)



    Ich würde rechts/links inzwischen komplett weglassen. Der Ursprung lag ja lediglich in der Sitzordnung der Parlamente begründet.



    Stattdessen würde ich die Grenzen folgendermaßen ziehen:


    Dezentalität vs. Zentraliät

    Doppelspitze, Mehrfachspitze, Konsens oder Vetorecht vs. Führer, unangezweifeltes Oberhaupt

    Antiautoritarismus vs. Autoritarismus

    Gegenseitige Hilfe vs. Kapitalismus

    Imperatives Mandat vs. Gewissensfreies Mandat

    Der Weg ist das Ziel vs. Der Zweck heiligt die Mittel

    Minderheitenschutz vs. Mehrheit bestimmt über Minderheiten

    Vielfalt vs. Monokultur

    Individuelle Freiheit bestimmt jeder Einzelne vs. Freiheit des Individuums bestimmt die Gesellschaft

    Die freie Vereinbarung zwischen Individuen vs. Vereinbarungen legen obere Instanzen fest


    Anarchisten sind auf der linken Seite vom vs. einzuordnen. Und so würde ich als Anarchist auch meine Kooperations- und Bündnispartner wählen - egal wie die sich sonstwie nennen.


    Anarchisten wurden in der Vergangenheit von rechts und links gleichermaßen verfolgt und an die Wand gestellt. Rechts/links kann also kein Kriterium sein.

  • rechts und links lassen gelten nicht mehr als entscheidende Abgrenzungsbegriffe.

    Ja! Denke ich auch.


    Allerdings halte ich Deine Begründung für zu mager/unpassend.

    "Unpassend" überlese ich jetzt mal, bis du wenigstens eine magere Begründung dazu lieferst. ;-)


    Die Begründung war auch nicht Zweck der Übung. Ich habe lediglich ein (weiteres) Beispiel erkannt, wo aus dieser Kategoriesung widersprüche entstehen. Es gibt eine gefühlte milliarde wiedersprüche, die Leute im Rahmen der links/rechts ideologischen Denkweise an den Tag gelegt haben. Das sauge ich mir nicht aus der Nase, benenne es aber, wenn es mir begegnet.


    Die Frage, woran Leute es fest machen, dass sie rechts sind hätte mich interessiert.

    Der Ursprung lag ja lediglich in der Sitzordnung der Parlamente begründet

    :lol:

  • Die Frage, woran Leute es fest machen, dass sie rechts sind hätte mich interessiert.

    Ich bin der Ansicht -wie oben von mir aufgelistet- dass die Leute "rechts" mit den oben rechten Eigenschaften verbinden.


    Wer für klare Chefstrukturen, Anpassung, Gehorsamkeit einstand, war rechts.

    Linke hatten sich eigentlich immer sehr für Grundrechte, Vielfalt und Minderheiten stark gemacht. Sie waren gegen Führerkult, weshalb sogar die Grünen mit der "Doppelspitze" angefangen haben. Sie wurden damals dafür als "Chaoten" beschimpft. Heute hat auch die AFD eine Doppelspitze.



    In meinen damaligen anarchistischen Gruppen wurde schon diskutiert, dass Anarchisten eigentlich ja weder links noch rechts sind. Mich hatte das damals gestört, weil ich mich klar links gesehen hatte und mit den meisten linken Inhalten klar identifiziert hatte.


    Allerdings war mir damals die Bedeutung der "autoritären, zentralistischen Linken" nie so bewusst.

    Heute sehen wir, dass die autoritären, zentralistischen Linken enormen Zulauf gewonnen haben, während die Rechten plötzlich zunehmend für Grundrechte und gegen einen autoritären Staat einstehen.




    "Unpassend" überlese ich jetzt mal, bis du wenigstens eine magere Begründung dazu lieferst. ;-)

    Hitlers Propaganda war ja, dass die Juden die (kapitalisitsche, monetarisistsche) Weltverschwörung repräsentieren und die Arbeiterklasse ausbeuten.


    Das ist (abgesehen vielleicht vom Rassismus) eigentlich doch klassischer Linksextremismus.

    Die Linksextremisten hatten nie die Juden verantwortlich gemacht. Das kann man nicht sagen.


    Soweit ich mich errinnere gab es von den "Antideutschen" den Vorwurf, dass Linksextremisten durch das Tragen der Palestinenser-Tücher ihre antisemitische Gesinnung offenbarten.

    Da gab es ziemlich dogmatisch-verknöcherte Vorwürfe....


    Deshalb ist das unpassend und führt vom hundersten ins tausenste. Es gibt doch viel bessere Beispiele wo die Linken eine sogenannte tratitionell rechte Gesinnung übernehmen. Ganz klar sehe ich das in den folgenden Einstellungen:

    1) Das Individuum muss sich der Gesellschaft unterordnen

    2) Zensurrufe in den Medien

    3) Grundrechte einem höheren Ziel opfern zu wollen

    Nur mal 3 Beispiele....