Anarchistische Antifakritik

Es gibt 80 Antworten in diesem Thema, welches 23.882 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (28. Mai 2022 um 04:45) ist von SeeBee.

  • Immer wenn ich sowas lese, frage ich mich, was die Leute sich eigentlich denken. Glaubst du ernsthaft, du wirst polizeilich abgeführt, auf einer Liege fixiert und dann bekommst du von einem böse lachenden Arzt die Spritze in den Arm gerammt?

    Meine Güte, es wird halt eine Geldstrafe geben. Ende der Geschichte.

    Knast, gesellschaftlicher Ausschluss, etc. wenn du nicht zahlen kannst oder willst. Hast du mal nach Österreich geschaut. https://www.tagesschau.de/ausland/europa…flicht-103.html
    Die Reichen können sich frei kaufen, für die Armen wirkt das wie Zwang.

    Schau dir die Masernimpfpflicht an. Kinder dürfen nicht in die Schule ohne, aber es gibt eine Schulpflicht. Selbiges für bestimmte Berufsgruppen. Jetzt kann man die Masernimpfung nicht mit der Covidimpfung vergleichen, das Prinzip ist aber dasselbe. Bzgl. Masernimpfung gibt es auch kontroverse Meinungen. Spät- oder Langzeitfolgen von Impfungen, werden wenig oder gar nicht erfasst.
    Es müsste Studien geben, welche die Gesamtgesundheit zwischen geimpften und ungeimpften Menschen untersuchen. Also eine generelle Betrachtung, ob in der einen oder anderen Gruppe vermehrt schwere Erkrankungen entstehen über einen Zeitraum von beispielsweise 10 Jahren.

    Es geht um das Prinzip der körperlichen Selbstbestimmung und das sehe ich dabei eindeutig verletzt, egal ob das wissenschaftlich Sinn macht oder nicht. Das sind 2 unterschiedliche Themen.

    Es geht darum ob wir in einer Gesellschaft leben wollen welche auf Werte wie Selbstbestimmung, Aufklärung, Vertrauen und Liebe setzt oder Autorität, Unterwürfigkeit, Kontrolle, usw.
    Der Beweis dafür, dass es liberaler geht und sogar libertär gehen könnte ist z.b. Schweden, auch wenn es da nicht so liberal läuft, wie einige denken.

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Sehr gute Antifakritik von einem Antifaschisten, solche Menschen würde ich mir in der Antifa wünschen. Es sind 3 Teile, etwas lang aber spannend bis zum Schluss. Mein Respekt vor solchen Antifaschisten.

    -- Liebe macht frei, Arbeit nicht immer! --


    Steckt nicht in uns allen ein kleiner Anarchist, Spießer, Kapitalist, Faschist, Kommunist, Individualist und Querdenker?

  • Sehr gute Antifakritik von einem Antifaschisten, solche Menschen würde ich mir in der Antifa wünschen. Es sind 3 Teile, etwas lang aber spannend bis zum Schluss. Mein Respekt vor solchen Antifaschisten.

    Kenne das Video. Fand es nicht so gut. Wundert mich aber nicht, dass es dir gefällt bei deinen sontigen Ansichten.

    Schlaffer und sein Gast sind übrigens beide starke Demokratiefans und Verfassungsfreunde. Das wundert mich nun wiederum bei deinen

    Ansichten, dass du dieses Video als positiv bewertest. Kann mich nicht mehr genau dran erinnern, worum es genau ging, aber da du ja

    auch sehr kurz und knapp informierst, ist ja das Video das einzige, was als Info dienen kann (nicht als Kritik gemeint, mache es ja

    fast auch nur so, bin schreibfaul) ... Werds mir bei Zeit nochmal anschauen. FInde Schlaffer grundsätzlich ok.

    Was mir nicht so gefällt, dass er mit seiner früheren Täterschaft nun dick Kasse macht und das als Aufklärung beschreibt.

    Ich kaufs ihm ab, dass es ihm eine Herzenssache ist. Aber dass das Geld von Youtube NUR ein positiver Nebeneffekt ist, kaufe ich ihm nicht ab.

  • Von dem Ex-Nazi, der da den anderen interviewt, habe ich schon früher mal ein paar Videos gesehen... ich finde, da bekommt man sehr interessante Einblicke in die rechte Szene und deren Denkweise.

    Würde mich bei der Gelegenheit auch mal interessieren, was Lonewolf von dem hält. (falls du von dem schonmal gehört haben solltest)

    In dem Video bekommt man ja schon ein wenig den Eindruck, als ob sich Rechte und Antifas in vielen Dingen gar nicht so sehr unterscheiden, und dass in der linken Szene viele genauso bekloppt und eindimensional in ihrem Weltbild sind, wie die Gegenseite.

    Ich behaupte jetzt nicht, dass es so ist, weil ich da auch zu wenig involviert bin und zu wenig Leute kenne, um das beurteilen zu können. Aber ich kann das schon gut nachempfinden, was der Antifa-Aussteiger da erzählt, darüber wie sich selbst Linke untereinander in die Haare kriegen, je nachdem ob man für oder gegen Israel ist, oder ähnliche Streitpunkte.

    Es deckt sich zumindest ganz gut mit den Erfahrungen, die ich eben so im Internet gemacht habe im Lauf der Zeit... dass es innerhalb dieser Szene wenig Solidarität gibt, sobald man in einigen grundsätzlichen Punkten andere Ansichten vertritt. Siehe beispielsweise aktuell, wie dann eben die einen plötzlich staatliche Zwangsmaßnahmen verteidigen, während sich andere eher auf ihren anarchistischen, anti-autoritären Standpunkt besinnen, so dass man sich plötzlich gefühlt auf verschiedenen Seiten wiederfindet, obwohl man doch eigentlich viele Werte miteinander teilt.

  • Es würde tatsächlich mehr Sinn machen, konkrete Positionen und Inhalte zu betrachten, anstatt irgendwelche Transparente oder Aufklebermotive zu interpretieren. Ebenso sinnfrei sind irgendwelche Milieu-Betrachtungen oder persönlichen Lebensgeschichten. Es interessiert mich nicht, ob irgendwelche Leute Vaterkomplexe haben oder irgendwas anderes in ihrem Aktivismus kompensieren müssen. Diese Soziologen- oder Pädagogensicht auf politische Bewegungen ist im Grunde Teil bürgerlicher Ideologie und lenkt vom Wesentlichen ab.

    Wer sich als Außenstehender einlesen will in die Geschichte antifaschistischer Bewegungen, kann mal in die Bücher von Bernd Langer reinschauen. Einen Vortrag zum Thema gibt's hier:

    Why do we fall?

  • was der Antifa-Aussteiger da erzählt

    Ist dem so? Sein T Shirt sagt mir etwas anderes ;) Kann man natürlich sehen wie man will. Mit der Band hatte ich schon immer meine Probleme.

    Werde wohl auch nicht mehr warum damit ...

  • Die Reichen können sich frei kaufen, für die Armen wirkt das wie Zwang.

    Erzähl mir im Kapitalismus was neues.

    Schau dir die Masernimpfpflicht an. Kinder dürfen nicht in die Schule ohne, aber es gibt eine Schulpflicht.

    Dasselbe Prinzip. Jene Eltern sollen zur Vernunft gebracht werden, die meinen, Krankheiten zu verbreiten sei ein potentielles Grundrecht. Freiheit nur für mich, auch wenn andere darunter leiden. Egoismus als das wiederkehrende Thema unserer Zeit.

    Ich halte hier Eltern tatsächlich dümmer als ihre Kinder, für die völlig selbstverständlich ist, dass ihr Kumpel Jonas sich beim spielen nicht anstecken soll. Aber direkt grätschen ja wieder die Erwachsenen rein, die von oben herab Entscheidungen für die Kinder fällen (natürlich ungefragt) und sich dann wundern, wieso die sich 20 Jahre später noch immer wie dumme unmündige Kinder behandelt fühlen. Die Saat wird bereits im Elternhaus gestreut. Nicht nur rein biologisch betrachtet.

    Masernimpfung gibt es auch kontroverse Meinungen. Spät- oder Langzeitfolgen von Impfungen, werden wenig oder gar nicht erfasst.

    Wenn diese Leute doch nur auch mal so verweichlicht wären, wenn es um Krankheiten geht, die durch einen fehlenden Impfschutz entstehen. Doch nein, ein Risiko gehört nun mal zum Leben dazu.

    Aber oh Schreck! Denkt denn jemand auch an die Spät- und Langzeitfolgen? Was wäre wenn! Könnte ja sein! Hilfe, Hilfe! Wir müssen uns vor den krankmachenden Impfungen schützen!

    Es müsste Studien geben, welche die Gesamtgesundheit zwischen geimpften und ungeimpften Menschen untersuchen. Also eine generelle Betrachtung, ob in der einen oder anderen Gruppe vermehrt schwere Erkrankungen entstehen über einen Zeitraum von beispielsweise 10 Jahren.

    Weil dir die existierenden Studien und die Verabreichung von mittlerweile 8 Milliarden Impfdosen nicht ausreichen, machen wir jetzt einfach 10 Jahre Dauerlockdown?

    Klingt nach einem clever durchdachten, gut funktionierenden und realistischen Plan.

    Es geht um das Prinzip der körperlichen Selbstbestimmung und das sehe ich dabei eindeutig verletzt

    Wenn das so ist, sehe auch ich meine körperliche Selbstbestimmung verletzt, wenn ich einen Strafzettel zahlen muss. Denn dadurch muss mein Körper mehr arbeiten, um das auszugleichen. Klarer Fall für die Europäische Menschenrechtskonvention.

    Der Beweis dafür, dass es liberaler geht und sogar libertär gehen könnte ist z.b. Schweden, auch wenn es da nicht so liberal läuft, wie einige denken.

    Wieso erwähnst du Schweden dann?

    Ich kann diese ewigen Schweden-Vergleiche nicht mehr hören. Ein Land wohlgemerkt, das sogar mehrere (!) Millionen Einwohner weniger hat als das Bundesland Bayern. Das ist wie der Vergleich, dass es keine rechten Strukturen in Deutschland gibt, weil man das ja anhand eines kleinen Dorfes in Niedersachsen beweisen kann.

    Übrigens kommt sowas von denselben Leuten, die sofort lautstark von Manipulation sprechen, wenn man ihnen versucht Derartiges weiszumachen, weil hier ja ganz offensichtlich die Bevölkerung mit bewussten Falschmeldungen getäuscht werden soll!

    Aber wenn es für das eigene Weltbild dienlich ist, dann kann gar nicht oft genug Schweden erwähnt werden. Keiner ist je dort gewesen, aber Leute: schaut doch nur mal nach Schweden!

  • Von dem Ex-Nazi, der da den anderen interviewt, habe ich schon früher mal ein paar Videos gesehen... ich finde, da bekommt man sehr interessante Einblicke in die rechte Szene und deren Denkweise.

    Würde mich bei der Gelegenheit auch mal interessieren, was Lonewolf von dem hält. (falls du von dem schonmal gehört haben solltest)

    In dem Video bekommt man ja schon ein wenig den Eindruck, als ob sich Rechte und Antifas in vielen Dingen gar nicht so sehr unterscheiden, und dass in der linken Szene viele genauso bekloppt und eindimensional in ihrem Weltbild sind, wie die Gegenseite.

    Ich behaupte jetzt nicht, dass es so ist, weil ich da auch zu wenig involviert bin und zu wenig Leute kenne, um das beurteilen zu können. Aber ich kann das schon gut nachempfinden, was der Antifa-Aussteiger da erzählt, darüber wie sich selbst Linke untereinander in die Haare kriegen, je nachdem ob man für oder gegen Israel ist, oder ähnliche Streitpunkte.

    Es deckt sich zumindest ganz gut mit den Erfahrungen, die ich eben so im Internet gemacht habe im Lauf der Zeit... dass es innerhalb dieser Szene wenig Solidarität gibt, sobald man in einigen grundsätzlichen Punkten andere Ansichten vertritt. Siehe beispielsweise aktuell, wie dann eben die einen plötzlich staatliche Zwangsmaßnahmen verteidigen, während sich andere eher auf ihren anarchistischen, anti-autoritären Standpunkt besinnen, so dass man sich plötzlich gefühlt auf verschiedenen Seiten wiederfindet, obwohl man doch eigentlich viele Werte miteinander teilt.

    Ich kenne den Typen nicht, aber antworte mal ganz allgemein: Wenn sich jemand glaubhaft von der rechten Szene lossagt, ist das lobenswert und vor allem sehr mutig, denn ein glaubhafter Ausstieg setzt für mich immer voraus, dass er die Hosen komplett runterlässt, sprich auch seine ehemaligen Kameraden ans Messer liefert, Infos rausrückt etc. Nur so kann sichergestellt werden, dass er tatsächlich alle Brücken hinter sich abbricht und man sich nicht aus Versehen einen 'Doppelagenten' ins Haus holt. Ich rede jetzt konkret von Ex-Nazis, die tatsächlich die Seiten wechseln. Persönlich habe ich sehr selten 'echte' Aussteiger erlebt, die tatsächlich auch ihre Gesinnung ändern. Aber die 'echten' Fälle sind sehr viel Wert und ich habe auch schon Leute beim Ausstieg unterstützt.

    Natürlich ist die Bewegung bzw. 'Szene' gespalten, und wir haben mittlerweile durch die ganze Ausdifferenzierung durch neue feministische und antirassistische Strömungen sogar noch mehr Konfliktpotenzial. Spaltungen und Grabenkämpfe hast du in jeder politischen Bewegung und auch in jeder politischen Partei, insofern dürfte das nicht überraschen. Zumal 'links', wie oft erwähnt, speziell in Deutschland schon eine größere Schublade ist als anderswo, wo einzelne Spektren historisch isolierter voneinander sind (z.B. Anarchos und Kommunisten).

    Genau das ist auch ein Kritikpunkt, den man dem Label 'Antifa' entgegenhalten kann. Zunächst ist die Antifaschistische Aktion ein Bündnis zum Kampf gegen Rechts. Ursprünglich KPD/SPD-Basis mit zwei roten Fahnen, später dann eben schwarz und rot als Verweis aus die anarchistischen und kommunistischen Einflüsse. Man hat also schon ursprünglich im Kampf gegen Rechts Bewegungen zusammengeführt, die eigentlich große Unterschiede aufweisen. Insofern würde ich auch bei heutigen Grabenkämpfen die Frage stellen, was davon 'Volksfront von Judäa vs. judäische Volksfront' , und was tatsächlich sehr konträre Weltsichten sind. Natürlich haben wir in den letzten Jahren immer wieder Versuche gesehen, den Begriff des Antifaschismus mit ganz konkreten Überzeugungen aufzuladen, die über den reinen Kampf gegen Rechs hinausgehen.

    Und natürlich macht Antifa nur Sinn, wenn man auch die gesellschaftlichen Entwicklungen ins Visier nimmt, die den Aufstieg des Faschismus begünstigen. Aber dennoch sehe ich die 'Antifa-Identität' heute eher kritisch - soll heißen, Antifaschismus ist eben nur ein Teilbereich, aber es ist wichtiger, seine konkreten politischen Überzeugungen deutlicher zu formulieren, anstatt primär 'Antifa' sein zu wollen -denn dahinter kann vieles stehen, vom Juso bis hin zum Maoisten oder Anarcho-Punk.

    Mitläufertum ist im konkreten Fall immer ein Problem, sobald wir von Subkulturen bzw Jugendkulturen sprechen. Die politische Überzeugung wird zum Code für junge Menschen, die auf der Suche nach Identität und Zugehörigkeit sind. Das ist eben eine sehr zwiespältige Sache. Einerseits kannst du vielleicht so besser Leute rekrutieren, aber letztlich sollte klar sein, dass es nicht um individuelle Sinnsuche, sondern um die Veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse geht.

    Why do we fall?