Über "political correctness" & Sollte man gendern !

  • Die Sichtweise, dass dumm derjenige ist, der sich dafür qualifiziert, die teile ich. Selbst aber die Überzeugung ablegen, nur weil man sich über etwas aufregt, diese Sichtweise teile ich wiederum überhaupt nicht. Ist es doch sogar ziemlich dämlich und genau das, was zunächst noch selbst kritisiert hat: Nämlich ein übergestülptes Scheingebilde, was man nach außen hin aufrecht erhält, um niemand zu verletzten oder zu verärgern. Sobald man aber selbst verärgert ist, gerät das Kartenhaus ins wanken und dieser Leitspruch soll dann nicht mehr gelten?
    Finde ich merkwürdig. Denn entweder meinte man es bis dato gar nicht ernst, oder aber man lässt sich so schnell von seiner Überzeugen abbringen, dass schon kleinste Vorfälle ausreichen, um selbst zum rülpsenden und polternden Schwein zu werden.


    Übrigens: ich wurde noch nie durch jemanden zurechtgewiesen, "dieses oder jenes" nicht mehr zu sagen. Dabei lege ich noch nicht mal ein besonderes Augenmerk darauf "political correctness" anzuwenden. Vielmehr scheint es sich auszuzahlen, eine Haltung im Leben zu haben, die man nicht nach Belieben hin- und her switcht, sondern sie in guten, wie auch in schlechten Zeiten vertritt.

  • Die Debatte um bestimmte Begriffe macht z.B. auch Sinn, wenn manchen überhaupt nicht klar ist, dass es sich hier um Beleidigungen handelt (siehe "Zigeuner"). Sprache erschafft somit auch Realitäten bzw befördert Klischees und Vorurteile unbewusst. Wichtig ist eben immer der Reflexionsprozess. Es gilt grundsätzlich, dass man sich seiner Wortwahl bewusst sein sollte - nicht nur wenn es um (abwertende) Bezeichnungen für andere Menschen geht. Diese Kompetenz geht vielen wenn nicht den meisten ab - man labert einfach drauf los. Insofern würde ich großen Wert auf eine reflektierte Begriffsverwendung legen.
    Welche Begriffe dann konkret verwendet werden bzw was als "politisch korrekt" betrachtet oder problematisiert wird, hängt dann eben vom sozialen Konsens ab. "P.C." ist sicher auch zum rechten Kampfbegriff geworden, daher nervt mich die Bezeichnung ein wenig. Dass man andere nicht beleidigen oder herabwerten soll, sollte sich eigentlich nicht allzu schwer vermitteln lassen. Was Kunst darf, ist dabei wieder eine andere Frage.

    • Offizieller Beitrag

    Ich denke, dass die political correctness spätestens beim "Zigeunerschnitzel" deutlich über das Ziel hinausgeschossen ist und sich der Lächerlichkeit preisgegeben hat... zumal es dem durchschnittlichen Zigeuner bzw. Sinti und Roma vermutlich komplett am Arsch vorbeigeht, ob es nun irgendwo ein Zigeunerschnitzel gibt oder nicht. (jedenfalls, so lang kein echter Zigeuner drin ist)
    "Sinti und Roma" ist ja im Grunde auch so ein sperriges Kunstwort, das man nur verwendet hat, weil man sich nicht auf einen Begriff einigen konnten.
    "Zigeuner" war halt lange Zeit ein ziemlich negativ besetzter Begriff... wobei, "Jude" ja eigentlich auch. Aber "Jude" darf man heute immer noch sagen.
    Wenn ich aber nun zu jemandem "Du Jude!" sage, der gar kein Jude ist, dann bin ich ein schlimmer Rassist. :hmm:
    Wenn ich dagegen "Du Zigeuner" sage, dann ist das im Vergleich dazu schon eher ein liebevoller Begriff. Meine Oma hat mich als Kind auch manchmal als "Zigeuner" bezeichnet. Also sooo beleidigend kann das Wort eigentlich gar nicht gewesen sein, wenn man es als Kosename benutzt und sein Essen danach benennt. Ach, was weiß ich. Ist alles sehr kompliziert.
    Ich sehe das alles so ähnliche wie misa... ich versuche, andere Menschen nicht zu verletzen und einen Behinderten nicht als "Spasti" zu bezeichnen. Aber wenn ich abwertend über jemand rede, würde ich das Wort "Spasti" schon ganz gern noch sagen dürfen, sonst fühle ich mich nämlich in meiner sprachlichen Selbstverwirklichung eingeschränkt. Ebenso ist es beispielsweise beim Wort "Schwuchtel". Für mich ist nicht jeder Schwule eine Schwuchtel oder eine Tunte. Aber es gibt definitiv Schwuchteln und Tunten da draußen.


    Was das Gendering von Begriffen angeht:
    Damit kann ich überhaupt nichts anfangen. Es verhunzt die Sprache, und ich sehe nicht, wieso es eine schlimme Diskriminierung sein soll, wenn ich Leser als "Leser" anspreche, anstatt jedes Mal "Leser und Leserinnen" zu sagen. Jeder weiß doch, was gemeint ist. Und nur totale Schwachköpfe könnten auf die Idee kommen, dass ich Frauen ausschließe oder abwerte, indem ich einfach nur vom "Leser" spreche.
    Ich finde, man sollte sich besser um echte Diskriminierung kümmern, anstatt künstlich irgendein Bewusstsein für etwas erzeugen zu wollen, was außer ein paar extrem peniblen Korinthenkackern/kackerinnen überhaupt niemanden jemals ernsthaft gestört hätte.

  • Jude mag für den Antisemiten ein Schimpfwort sein, ist aber eben an sich eine neutrale (Selbst-)Bezeichnung. Mit dem "Zigeuner" verhält es sich eben etwas anders
    Zigeuner – Wikipedia


    Dass der Begriff von vielen sogar positiv besetzt wird, mag sein, aber ändert eben nix an der Etymologie. Wobei ich das Zigeunerschnitzel jetzt nicht problematisieren würde ;-)


    Was gendern angeht, würde ich z.B. dafür plädieren, einfach mal abwechselnd die männliche und die weibliche Form zu verwenden. Wenn dann bei einer ausschließlich oder überwiegend männlichen Gruppe die Verwendung der weiblichen Form zu Stirnrunzeln führen sollte, ist damit zumindest mal ein Denkprozess eingeleitet worden ;-)

  • Zitat von mi san thrope

    Wirst du nicht beleidigend, wenn du in Rage gerätst ? Hat sich dann deine Haltung gegenüber vorher verändert ?

    Die Ernsthaftigkeit, mit welcher du die Frage stellst, zeigt dass dir ein solches Verhalten wirklich total fremdartig vorkommt. Ist es aber für mich überhaupt nicht. Ich beleidige niemanden in Rage. Sicher ändert sich mein Verhalten, wenn z.B. jemand Gutes sich als jemand Böses entpuppt, aber eine Veränderung endet ja nicht automatisch in wüsten Beschimpfungen. Die meisten Menschen sind mir erst mal egal und ich halte mich von ihnen fern. Damit fehlt schon mal die Grundlage für Beschimpfungen. Kennt man sich dann doch näher und es artet aus, dann kennt man sich danach eben nicht mehr. Die Grenze dafür legt jeder selbst fest. Nie jedoch würde ich so verkommen wollen, wie es bei vielen Pärchen eingependelter Alltag geworden ist. Die machen sich schon gar nichts mehr daraus, wenn sie mal wieder den großen Streit mit wüsten Beschimpfungen vom Zaun brechen und am nächsten Tag wieder Hand in Hand gehen. Ich käme mir da ziemlich dämlich bei vor.


    Was den "Genderwahn" betrifft: im Alltag habe ich davon nie Notiz genommen, das geschieht alles eher auf höherer Ebene und in der Wirtschaft. Und wenn dort jetzt neuerdings auch nach einem "Putzmann" gesucht werden muss, statt auch der nächsten Generationen ins Hirn zu pflanzen, dass ausschließlich Frauen für die Drecksarbeit zuständig sind, dann finde ich das schon einen nützlichen Vorteil dieser "political correctness"-Debatte.
    Das ist ähnlich, wie wenn man Kinder, die etwas von der Norm abweichen, in gesonderte Schulen unsichtbar macht, und sich dann wundert, wieso Jugendliche schon seit mehrere Generationen mit einem Behinderten ein krasses Schimpfwort verbinden, im Grunde aber überhaupt nicht wissen, wovon sie sprechen, weil sie gar nicht wissen, was ein Behinderter ist.

  • Da ich es nicht besser und vor allem interessanter darstellen könnte als Nguyen-Kim (Mai Thi Nguyen-Kim) von maiLab, überlasse ich ihr mal das Reden !

    Oha. Kenne ein paar ihrer Videos. Dieses (noch) nicht. Sie redet gerne ziemlich viel Unsinn. Ich vermute, dass das daran liegt, dass sie sich mit Themen nur maximal oberflächlich befasst, um jede Menge Videos generieren zu können.
    So ähnlich wie Galileo auf Pro 7.^^

    "Sinti und Roma" ist ja im Grunde auch so ein sperriges Kunstwort, das man nur verwendet hat, weil man sich nicht auf einen Begriff einigen konnten.

    Was keine gute Lösung ist, weil auch sehr oberflächlich.


    Menschen, die als "Zigeuner" beschimpft wurden (oder werden), verjagt und vertrieben worden sind (oder werden), sind eben noch nie bloß Sinti und Roma gewesen.


    Es betrifft fahrendes Volk, Künstler und Magier um Allgemeinen, die von Gesellschaften als unerwünscht eingestuft wurden. Es waren Sinti und Roma sehr oft davon betroffen, aber eben nicht nur.


    Die Behauptung, von der Verfolgung und Vertreibung von fahrendem Volk wären nur Sinti und Roma betroffen, ist so falsch wie die Behauptung, vom Holocaust wären nur Juden betroffen gewesen. Dies glauben manche ja tatsächlich.


    ...Fortsetzung folg...

    "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel

  • Sie redet gerne ziemlich viel Unsinn. Ich vermute, dass das daran liegt, dass sie sich mit Themen nur maximal oberflächlich befasst, um jede Menge Videos generieren zu können.
    So ähnlich wie Galileo auf Pro 7.^^

    LoL - Bringe mir ein Video von ihr, indem sie "Unsinn" faselt! Ich halte sie für eine äußerst kluge Frau, die das auch sehr durchblicken lässt. Versuch doch einmal das Video inhaltlich zu kritisieren, anstatt nur Behauptungen über Nguyen-Kim zu bringen!


    Ich beleidige niemanden in Rage.

    Ich denke schon, dass du das tust. Die letzten Unterredungen mit Lydia oder alte Eule zeugen davon. Du hast jetzt keine expliziten Schimpfwörter verwendet, aber deine Rhetorik war dennoch so, dass es Menschen als beleidigend auffassen könnten.
    Ich sehe darin aber nicht unbedingt ein Problem, sondern eher die Natur der Dinge. Emotionen führen zu unsachlichem Verhalten. Das ist ganz normal. Du kannst mir nicht erzählen, dass du durch die letzten Themen der Tage nicht emotional angesprochen wurdest !


    Was die Genderthematik betrifft, so finde ich die Wahl von Nguyen-Kim am besten geeignet, diese zu lösen. In dem man häufig geschlechtsneutrale Begriffe verwendet. Warum muss man von einer Putzfrau oder einem Putzmann sprechen, wenn man auch Fachkraft für Sauberkeit und Hygiene oder schlicht Putzkraft sagen könnte. Das Wort Kraft ist grammatikalisch ja schon weiblich definiert, wie alle Begriffe das nun im Grunde irgendwie sind. Es heißt DER BEGRIFF, aber DIE KRAFT. Ich kann beim besten willen nun aber keinen Unterschied in deren beiderseitigen neutralen Geschlechterrollen finden. Von daher ist die Lösung also ganz einfach.

  • Stichwort "Gender-Wahn"!


    Gender-Wahn ist ein Wort, das von verschiedenen Menschen völlig verschieden gedeutet wird.


    Um das zu vestehen, muss man erstmal wissen, was Gender bedeutet. Gender bezieht sich auf das soziale Geschlecht und basiert auf stereotypen Rollenvorstellungen, die von Kultur zu Kulur und von Epoche zu Epoche völlig wandelbar sind.
    Die Gender Studies erforschen unter Anderem die Ursachen für die Unterschiede.


    Es ist komplex, aber das soll erstmal als grobe Vereinfachung reichen.


    Für die AfD und Konsorten ist z.B. Aufklärung über Vielfalt an Schulen Gender-Wahn. Gleichberechtigung der Geschlechter ist für sie Gender-Wahn. Das Erforschen und der Versuch, stereotype Rollenbilder (die ja kulturell geprägt sind) infrage zu stellen, ist für sie Gender-Wahn.


    Warum? AfD und Konsorten sind ultrakonservativ. Das heißt, sie sind rückwärtsgewandt und mögen (christliche, konservative) Traditionen.
    Ganz vereinfacht gesagt: Frau an den Herd, Mann auf den Bau.



    Was bedeutet für mich Gender-Wahn?
    Für mich bedeutet Gender-Wahn das Gegenteil von dem, was konservative Kräfte darunter verstehen. Nämlich das Festhalten an sterotypen Rollenbildern.


    Gender-Wahn sieht für mich so aus:




    Bringe mir ein Video von ihr, indem sie "Unsinn" faselt!

    Lieber nicht. Am Ende hältst du den Stuss noch für klug.^^
    Sie kann sehr überzeugend wirken, auch wenn sie Unsinn redet. ;)

    Versuch doch einmal das Video inhaltlich zu kritisieren, anstatt nur Behauptungen über Nguyen-Kim zu bringen!

    Ich werde das konkrete Video, das du gepostet hast, vielleicht noch genauer kommentieren. Dazu müsste ich es mir eben erst ansehen.


    Dass sie schon öfter Unsinn geredet hat, ist eine Tatsache und keine Behauptung. Ich habe nämlich meine Spezialgebiete, in denen ich umfassend informiert bin. Wenn Nguyen-Kim sich über ein solches Thema äußert, dann merke ich ziemlich schnell, dass sie sich nur oberflächlich damit befasst hat und eben Unsinn redet.


    Sie kann meinetwegen Videos über Chemie machen. Damit kennst sie sich besser aus als ich. Aber wenn jemand meint, er könne aufklären, obwohl er sich mit dem Thema nicht richtig befasst hat, dann mag ich das nicht.


    Sie ist Chemikerin, und das darf man auch anerkennen. Das heißt nicht automatisch, dass sie auf anderen Gebieten sehr bewandert wäre.


    Galileo auf Pro 7 hat mal behauptet, Kompassnadeln zeigen nach Norden, weil der Nordpol aus Eisen besteht.
    Wer sich damit besser auskennt als die Leute von Galileo, kann doch auch beurteilen, dass das Unsinn ist.

    "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel

  • Du hast es noch nicht gesehen, aber weist schon vorher, dass es Schwachsinn ist. Das nenne ich mal 1a.
    Du weist doch gar nicht, was sie im Video anspricht und was ihre schlussendliche Haltung zum Thema ist.
    Keine Fakten also sondern nur Vermutungen. Das ist die Art wie du Tatsachen stützt.
    Solange ich keine stichhaltigen Argumente von dir höre, sind es NATÜRLICH NUR BEHAUPTUNGEN.


    8| - SORRY - CAPSLOCK KLEMMT !


    PS: Dein Vergleich mit Galileo hinkt aber mal sowas von dermaßen. Um einiges schlimmer als Goebbels sein Fuß !

  • Du hast es noch nicht gesehen, aber weist schon vorher, dass es Schwachsinn ist. Das nenne ich mal 1a.

    Missverständnis!


    Ich schrieb, dass sie öfters Unsinn geredet hat, nicht dass das das konkrete Video unsinnig wäre.
    Ich schrieb ja auch schon anfangs, dass ich es nicht gesehen hatte. ;)
    Sie betreibt ein Unterhaltungsmedium mit wissenschaftlichem Anstrich, eben ähnlich wie Galileo. Man sollte halt vorsichtig sein und ein Unterhaltungsmedium nicht als Quelle zur Meinungsbildung heranziehen.
    Bei Galilieo kann man doch auch sagen, dass sie öfters Unsinn erzählt haben. Daraus zu schließen, dass ein Beitrag von Galileo unsinnig wäre, bevor man ihn gesehen hat, geht halt auch nicht. Mache ich auch nicht.


    Missverständnis aus dem Weg geräumt?^^


    Vorschlag zur Güte: Ich suche mal ein Video von ihr raus, in dem sie Unsinn erzählt hat, schicke es dir per PN und erkläre dir, wo der Unsinn zu finden ist. Es gehört hier nämlich nicht hin, weil es nicht zum eigentlichen Thema passt.

    "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel