Über "political correctness" & Sollte man gendern !

  • Vorschlag zur Güte: Ich suche mal ein Video von ihr raus, in dem sie Unsinn erzählt hat, schicke es dir per PN und erkläre dir, wo der Unsinn zu finden ist. Es gehört hier nämlich nicht hin, weil es nicht zum eigentlichen Thema passt.

    Find ich gut ! Bin gespannt, was du da auftreibst ! Bisher habe ich nur Klasse Videos von ihr gesehen. Gebe zu, es waren bisher auch nicht mehr, als man an 2 Händen abzählen kann.

  • Ich denke schon, dass du das tust. Die letzten Unterredungen mit Lydia oder alte Eule zeugen davon. Du hast jetzt keine expliziten Schimpfwörter verwendet, aber deine Rhetorik war dennoch so, dass es Menschen als beleidigend auffassen könnten.

    Du sagst es schon: ich habe keine Schimpfwörter verwendet. Und das ist bereits der Punkt.
    Dass ich trotzdem nicht gerade Streicheileinheiten verteilt habe, liegt einfach in der Natur der Sache. Auch wenn ich generell nicht herumbrülle, wäre es genauso mit dem Schmusekurs vorbei, wenn ich sehe, dass jemand auf der Straße einen Hund misshandelt.
    Ob ihm eine zusätzlich gestreute Beleidigung jetzt vom Tier ablassen würde oder es ihn sogar noch aggressiver macht, darüber können wir gerne eine Wahrscheinlichkeitsrechnung ansetzen. Eine klare Ansage und eine klare Haltung werden hier trotzdem einiges mehr bezwecken.

    Du kannst mir nicht erzählen, dass du durch die letzten Themen der Tage nicht emotional angesprochen wurdest !

    Nein. Das einzige, was mich wirklich geärgert hat, ist, dass ich mir für Shinobi die Finger wund getippt habe und ihm das gar nicht interessiert hat. Die Konsequenz für mich daraus ist, dass ich meine Hilfestellung jetzt nur noch sehr vage anbieten werde, wenn jemand von seinen Problemen spricht.

    Warum muss man von einer Putzfrau oder einem Putzmann sprechen, wenn man auch Fachkraft für Sauberkeit und Hygiene oder schlicht Putzkraft sagen könnte.

    "Fachkraft für Sauberkeit und Hygiene".


    Jetzt mal ehrlich: Es würde nicht lange dauern und es käme von dir oder jemand anderes aus dem Forum ein eigener Thread oder zumindest ein Beitrag im Ankotz-Thread, wenn das jetzt tatsächlich bundesweit so etabliert werden würde.

    Sie kann meinetwegen Videos über Chemie machen. Damit kennst sie sich besser aus als ich.

    Im Umkehrschluss heißt es aber nicht, dass sie in anderen Gebieten weniger bewandert wäre. Chemie macht einen in anderen Bereichen ja nicht automatisch dümmer.
    Überhaupt: was sagt schon irgend ein Titel aus? Im Grunde ja noch nicht mal, dass sie darin viel Ahnung hat. Festhalten kann man lediglich, dass eine Prüfung abgelegt und diese bestenfalls bestanden wurde (weiß man das eigentlich konkret?).
    Es haben auch Millionen Menschen die Führerscheinprüfung abgelegt und können trotzdem nicht Auto fahren. Manchen von ihnen nimmt man sogar die Berechtigung wieder weg und annulliert damit die Prüfung. Was heißt das also alles schon? Und was heißt es überhaupt, wenn man Galileo als Quelle angibt, um sich damit spielend als eine bessere Wissensquelle auszuzeichnen? Das wäre ja so, als wenn ich einen 100-Meter-Lauf gegen einen 90-jährigen mache und hinterher betone, dass ich haushoch gewonnen habe. Ungleiche Verhältnisse.


    mi san thrope hat schon ganz Recht: Um gleiche Verhältnisse herzustellen, sollte man sich gemeinsam das entsprechende Video ansehen und kann dann in die Diskussion treten. So hat das alles jedenfalls einen merkwürdigen Beigeschmack: Die Quelle nenne ich dir nicht, aber ich habe halt Recht. Warum? Weil Galileo irgendwann in seiner 20-jährigen Geschichte mal Blödsinn erzählt hat. Aber auch dafür nenne ich dir jetzt keine Quelle oder verlinke das Video. Ich weiß es halt.

    Soll das hier wirklich unser Diskussionsanspruch sein?

  • Natürlich sollte man gendern. Damit werden alle realen Probleme beseitigt

    Wie ist die Ironie jetzt zu verstehen?
    Dass du neu gegenderte Sprache komplett ablehnst, weil du die deutsche Sprache so gut findest, wie sie ist? Da wäre ich nämlich ganz bei dir, weil man gendergerecht schreiben und sprechen kann, ohne Gendergaps zu benutzen.


    Worum es bei der Diskussion über gendergerechte Sprache aber eigentlich geht bzw gehen sollte, ist die Sichtbarkeit aller Menschen, unabhängig von Geschlecht oder Gender.


    Es ist tatsächlich so, dass manche Menschen z.B. bei dem Wort "Schriftsteller" nur an Männer denken.


    Hier mal ein Beitrag zum Thema "gendern" auf Bento. Bento ist dämlich, ich weiß, aber ich möchte nur auf die erwähnte Studie darin aufmerksam machen.


    Gendergerechte Sprache: Warum wir uns vom Generische Maskulinum verabschieden sollten - Gerechtigkeit - bento


    Das Bewusstsein dafür, dass mit "Lieblingssportlern" eben auch Frauen und andere Geschlechter (was auch immer damit gemeint ist) mitgedacht sind, kann man bei den Empfängern eben nicht erzwingen. Manche wissen, dass in der deutschen Sprache der generische Maskulinum eben auch Frauen meint, haben das verinnerlicht und denken Frauen auch mit. Manche Menschen tun das aber leider nicht.


    Will sagen: Wenn du statt von "Lieblingssportlern" von "Lieblingsmenschen, die Sport treiben" oder von "Lieblingssportlerinnen und -sportlern" sprichst, obwohl du für dich den generischen Maskulinum so verstehst, wie er gemeint ist, dann nimmst du einfach nur Rücksicht auf die Leute, die dies nicht so verstehen.



    Das tut niemandem weh und hilft tatsächlich in der Kommunikation.



    Nur dass es viel wichtiger ist, dass die Geschlechter allgemein gleichberechtigt sein sollten, ist kein Argument gegen das Gendern.

    *geht jetzt die Salzstreuerin suchen
    „Mach Dich bereit, Brotin!“

    Da ist mir vor Schreck direkt mein Kaffeetass runtergefallen. Bei der gendergerechten Sprache geht es doch um Menschen, nicht um Gegenstände. ;)

    "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel

  • Stichwort: Politische Korrektheit


    Ich finde, dass insbesondere in der Presse mit der "politischen Korrektheit" derart übertrieben wird, dass Dinge gar nicht mehr richtig benannt werden.


    Leider achtet man bei den falschen Leuten* besonders auf "politische Korrektheit".


    Beispiel:


    Brasilien: Jair Bolsonaro wird nächster Präsident - SPIEGEL ONLINE

    Zitat von Spiegel online

    Der Rechtspopulist Jair Bolsonaro hat die Stichwahl um das Präsidentenamt in Brasilien gewonnen.

    Rechtspopulist?
    Warum ist man so unehrlich und benutzt einen Begriff, der enorm schwammig ist und auch so übersetzt werden könnte, es wäre ein "besorgter Bürger" gemeint.


    Jair Bolsonaro ist nachweislich ein Rassist und Sexist. Warum kann man das nicht benennen? Politische Korrektheit?


    Zitat von Spiegel online

    Bolsonaro, der auch als "Trump der Tropen" bezeichnet wird, hatte im Wahlkampf mit frauenverachtenden, rassistischen und homophoben Äußerungen für Empörung gesorgt.

    Empörung?


    Er hat den Hass von marginalisierten Gruppen auf sich gezogen. Daran ist er selbst schuld. Das kann man auch benennen.


    Wo war die "Empörung" bei denen, die ihn gewählt haben?

    Zitat von Spiegel Online

    Bolsonaro profitierte von der Wut vieler Brasilianer über die jüngsten Korruptionsskandale und die zunehmende Gewalt.

    Ach, da ist die Wut.
    Bolsonaro profitierte davon? So so. Könnte es auch sein, dass er diese Wut genutzt hat, um mit seiner Hetze seinem "harten rechten Kurs" Stimmen zu gewinnen?



    *"Ich glaube, weil die Medien ein Herz für Minderheiten haben, nur leider für die falschen." Nico Semsrott

    "Wer die psychiatrische Sprache beherrscht, der kann grenzenlos jeden Schwachsinn formulieren und ihn in das Gewand des Akademischen stecken!" Gert Postel

    Einmal editiert, zuletzt von Lydia ()

    • Offizieller Beitrag

    Zu dem Thema passt ganz gut die aktuelle Debatte über Kramp-Karrenbauers-Karnevallswitze (KKK).
    Offensichtlich hat die Frau einen Witz gemacht über Menschen, die dem dritten Geschlecht angehören. Andere wiederum machen Witze über Frauen mit Doppelnamen.
    Beides ruft heutzutage schon mediale Empörung und Berichterstattung auf den Plan. Ebenso wie ein Witz über Behinderte, den ein Besitzer eines Cafes in Australien gemacht hat und dadurch einen Shitstorm geerntet hat. Der hat in seinem Laden anscheinend ein Schild aufgehängt: "Meine Freundin hat sich von mir getrennt, also habe ich ihren Rollstuhl gestohlen. Rate, wer zurückgekrochen kam." :lol:
    Also ich find das witzig. Aber in der Berichterstattung darüber ist von einem "üblen Witz auf Kosten von Behinderten" die Rede, von "Geschmacklosigkeit" und "Menschenverachtung". Und der Typ musste sich entschuldigen, so wie sich heute auch jeder Fußballer brav entschuldigen muss, wenn er mal ausversehen in einem Interview ehrlich gewesen ist, sonst hätten ihm aufgebrachte Feministen und Behinderten-Aktivisten wahrscheinlich den Laden ruiniert.
    Da frage ich mich halt schon: In was für einer durchgeknallten Welt leben wir eigentlich? Haben die Menschen (und vor allem die Medien, aber auch Idioten die jeden Scheißesturm auf Facebook teilen, um ihre "Betroffenheit" auszudrücken) denn echt keine anderen Probleme mehr, als sich über sowas Gedanken zu machen?
    Früher nannte man sowas halt "schwarzer Humor" oder meinetwegen einen "bösen Witz". Aber heute wird man gleich in eine Kategorie mit Rassisten und Massenmördern gesteckt, wenn man es wagt, einen Joke zu machen, bei dem irgendwas mit Minderheiten vorkommt.


    Warum ist es nicht sexistisch, wenn Mario Barth einen Witz über Frauen macht? Da lachen Millionen Menschen darüber. Ist aber vermutlich auch nur noch eine Frage der Zeit, bis da gesellschaftlich auch andere Messlatten angelegt werden, und dann bald nur noch Frauen Witze über Frauen machen dürfen. Es dürfen ja auch nur Juden Witze über Juden machen, und nur Comedians mit türkischen Wurzeln dürfen Witze über Türken machen.
    Ich finde, manche Menschen sollten mal gründlich darüber nachdenken, ob sie überhaupt selber noch den Unterschied zwischen einem Witz und einer ernstgemeinten Aussage verstehen können.
    Mal abgesehen davon, dass ich Kramp Karrenbauer für eine seelenlose, geistigen Dünnschiss fabrizierende Ferkel-Imitatorin halte, und ganz sicher nicht konservatives Minderheiten-Bashing verteidigen möchte, und selbsternannte Herrenmenschen, die sich über alles lustig machen, was sie nicht verstehen, weil es in ihrer geklonten Spießerwelt nicht vorkommt...
    aber Angehörige von Minderheiten, die ständig rumjammern und sich als "Opfer" präsentieren, weil sie ja ach so schlimm diskriminiert werden in der heutigen Zeit, gehen mir mindestens ebenso auf den Sack (hallo Lydia :D )
    Ich darf also keinen Witz mehr über Behinderte machen, über Blinde, über Tunten, wahrscheinlich auch dann demnächst nicht mehr über Dicke, weil das ja auch alles arme Opfer sind, die nichts dafür können, dass sie so dick sind... Am Fasching darf ich mich nicht mehr als Indianer verkleiden. Kohle ins Gesicht schmieren und "uga uga" rufen, um einen Klischee-Afrikaner darzustellen, ist schonmal ein komplettes No go, und ist in etwa auf einer Stufe, wie wenn ich "Mein Kampf" im Bücherregal stehen haben würde.
    Vielleicht wäre es an der Zeit, ein paar Dinge mal wieder etwas gerade zu rücken. Es ist ein großer Unterschied, ob ich Schwulen das Existenzrecht abspreche, oder ob ich einen Witz über Menschen mache, die sich tuntig verhalten. Man kann nebenbei bemerkt auch schwul sein und Tunten trotzdem lächerlich finden. Ja, man kann sogar behindert sein und über Witze lachen, in denen Behinderte vorkommen. Oder man kann zumindest behindert sein und sich an solchen Witzen überhaupt nicht stören, weil man seine Minderwertigkeitskomplexe im Bezug auf die eigene Behinderung einigermaßen gut verarbeitet hat, so dass man sich auch gar nicht mehr als Angehöriger einer verfolgten Minderheit betrachtet, sondern einfach als Mensch der ein paar Defizite in bestimmten Bereichen hat.
    Ich glaube aber, viele Angehörige von Minderheiten haben ihre Minderwertigkeitskomplexe selber noch nicht verarbeitet. Viele Transen fordern eine extra Toilette nur deshalb, weil sie insgeheim selber Probleme damit haben, dass sie weder komplett als Mann noch als Frau definiert werden können, und endlich halt auch gern eine eigene Schublade haben wollen, wo sie reinpassen, um sich "normal" fühlen zu können. Viele Zigeuner oder Juden machen immer einen auf Opfer, weil sie selber nicht den nötigen Abstand zu ihrer Herkunft haben, und weil sie sich letztlich halt selber dadurch definieren, dass sie einer ständig verfolgten Minderheit angehören, anstatt einfach Mensch zu sein und dieses Schubladendenken zu überwinden.


    Ich denke, was alle Beteiligten in solchen Debatten mal bräuchten, wäre eine Portion Gelassenheit. Und dass man sich mal auf die wirklichen Probleme konzentriert. Und das ist eben das Überlegenheitsgefühl, das viele gesichtslose Massenmenschen gegenüber Minderheiten empfinden... oder die unterschwellige Angst vor Dingen, die man nicht versteht, oder die Angst davor, selber Teil einer ausgestoßenen Minderheit zu werden.
    Solche Dinge muss man natürlich ansprechen und thematisieren. Aber durch Tabuisierung von bestimmten Witzen erreicht man garnix. Tabuisierung war schon zu allen Zeiten immer nur ein anderes Wort für Zensur und Denkverbote, und Denkverbote haben noch zu keiner Zeit in der Menschheitsgeschichte jemals auch nur einen einzigen Menschen klüger gemacht.

  • JEDE Minderheit verdient es diskriminiert zu werden. Dann sind sie "wahrhaftig" intergriert. Übel wird es, wenn man nur immer auf einer Seite der Medaille rumhackt. Wenn sich irgendwann eine Tendenz herausbildet, sollte man vielleicht mal drüber nachdenken.

  • So siehts aus. Alle bekloppt und deswegen habe ich mir für's nächste Jahr das ultimative Kostum überlegt, mit dem man hoffentlich alle beleidigt. Ich nenne es mal Transsexueller Indianer Nazischeich!