Bücher-Umfrage

    • Bücher-Umfrage

      Welches Buch gefällt euch am besten? 15
      1.  
        Unity 1 / Heroic Bloodshed (2) 13%
      2.  
        Unity 2 / Resistance (1) 7%
      3.  
        Gegenwelt (6) 40%
      4.  
        Reinkarnator (2) 13%
      5.  
        Die Unity-Philosophie (4) 27%
      6.  
        keins davon / kein Interesse (0) 0%
      (Umfragen sind ja auch was, was ich im alten Forum vermisst habe.)

      Ja, würde mich mal interessieren, welches meiner Werke euch am meisten gefallen hat. (auch wenn ich schon ahne, wie es ausgehen wird... aber vielleicht gibt's ja auch eine kleine Überraschung.)
      Und wenn ihr mögt, könnt ihr natürlich auch noch erklärend dazu schreiben, warum euch ein bestimmtes Buch besonders gefällt.
      Ich habe mir vor ein paar Monaten, als es mir richtig beschissen ging, alles nochmal durchgelesen, nachdem ich sie davor lange Zeit gemieden habe. Ich habe mir immer gesagt, ich lese die Bücher erst wieder durch, wenn ich mal wirklich total unten bin und Trost brauche, oder wenn ich alt bin und auf mein Leben zurückblicken möchte. Die eigenen Bücher nach so langer Zeit einmal wieder zu lesen, wirkt irgendwie irreal. Als ob man ein vertrautes Buch aus seiner Kindheit aufschlägt, das einen inspiriert hat und immer ein Teil von einem war... aber der Autor ist für einen ein ungreifbares, fremdes Etwas, ein Genie aus einer anderen Dimension oder so.

      Keine Ahnung, ob mir das Lesen jetzt geholfen hat, oder ob es mich nur noch mehr frustriert hat, bestimmte Passagen zu lesen, etwa wie Yao am Ende von Gegenwelt allein umherirrt und verzweifelt ist, weil er seine Freunde aus dem früheren Leben nicht mehr wiederfinden kann... ich glaube, nicht mal beim Schreiben habe ich es so intensiv nachempfunden wie in diesem Moment... Besonders aufgebaut hat es mich jedenfalls nicht. Aber zumindest hat es mir die Erkenntnis geliefert, dass ich mit meinen Büchern, so wie sie sind, ziemlich zufrieden sein kann, und dass ich das meiste davon wieder so machen würde und kaum etwas bereue.
      Beim Erstlingswerk würde ich wohl schon einiges anders machen, im Nachhinein betrachtet, aber es war ja auch nie so geplant wie die späteren Bücher, sondern einfach total aus dem Bauch raus, ohne darüber nachzudenken, ob die Story jetzt besonders originell ist oder die Charaktere gut ausgearbeitet sind oder irgendwas in der Art, was man sich als Autor halt üblicherweise so an Gedanken macht.
      Und an Reinkarnator würde ich am liebsten noch ein paar Jahre weiterarbeiten, weil ich immer noch denke, es ist zwar geil, aber ich hätte da auch locker ne Trilogie draus machen können, anstatt alles in ein Buch zu quetschen und am Ende dann ziemlich schnell zum großen Finale zu kommen und alles aufzulösen. Nur wie ich schon früher mal erwähnt hatte, die Kraft hat dann irgendwann einfach nicht mehr gereicht, und ich wollte es einfach nur noch einigermaßen würdevoll zu Ende bringen.
    • Unity 2: Resistance ist mein Favorit.
      Stilistisch gefällts mir gut, der Spannungslevel ist durchgehend hoch.
      Ich kann aber nicht eindeutig sagen, weshalb dieses Buch besser sein sollte die anderen.
      Liegt wohl an mir, bzw. an der Phase, in der ich die Geschichte gelesen habe.
      Möglicherweise spielts eine Rolle, dass ich selber Internatsschüler war.
      Wir haben miese Karten, regiert von Psychopathen, verwaltet von Bürokraten, die keine Gefühle haben.
    • hail hail hail hail hail hail hail hail hail :gigahuld: :gigahuld: :gigahuld: :gigahuld: :gigahuld: :gigahuld:

      ACH wie geil...
      Sieht mal wieder genauso aus, wie es aussehen sollte.
      Danke, Meister Schuschinus, das hab ich gebraucht! Ich habe da nämlich noch so einen leeren Platz an der Wand und wusste bis heute nicht, was ich da hinmachen soll. Aber ich glaube, jetzt hab ich mein neues Postermotiv gefunden. (jetzt muss ich nur noch herausfinden, bei welchem Anbieter ich die damals drucken ließ... die sind nämlich richtig gut geworden von der Qualität her, und sehen auch heute nach über 2 Jahren noch so gut aus wie am ersten Tag.)
    • Dian wrote:

      Sieht mal wieder genauso aus, wie es aussehen sollte.
      Wobei ich gestehen muss, dass ich die Klamotten gar nicht so explizit beschrieben habe, weil ich wahrscheinlich mal wieder zu faul dafür war... eigentlich ist ja nur von einer "schwarzgekleideten" bzw. "schwarzumhüllten" Gestalt die Rede, von einer antiken Armbrust mit modernem Zielfernrohr, und von einer weißen Karnevalsmaske.
      Um so bewundernswerter finde ich, was du daraus gemacht hast... dass es eben nicht nur ein beliebiger schwarzer Mantel ist, sondern durch die Details irgendwie Assassinen-mäßig aussieht, ein interessanter Mix aus altmodisch und modern, was ja natürlich total im Sinne der Story ist. Also nochmal extra Daumen hoch hierfür! :thumbup:
    • Reinkarnator lohnt sich wirklich zu lesen!

      Das will ich an dieser Stelle auch ausdrücklich nochmal einer bestimmten Person ans Herz legen, der ich dieses Buch vor bald drei Jahren geschenkt habe. Also falls diese Person hier noch mitlesen sollte: Lies es doch endlich mal! Die anderen Bücher, die ich dir empfohlen habe, haben dich glaube ich auch alle berührt und irgendwie weitergebracht auf deinem Weg... daher konnte ich es auch überhaupt nicht nachvollziehen, warum du dann plötzlich Reinkarnator nicht mehr an dich ranlassen wolltest. Hättest du es getan, wer weiß, vielleicht wären die Gespräche bei unseren nachfolgenden Treffen in eine ganz andere Richtung gegangen, und manche Dinge hätten sich anders entwickelt. Ich denke, gerade für so alte Seelen, die ein bisschen zweifeln an ihrem Weg und dem Sinn ihres Daseins, kann das Buch durchaus inspirierend sein. Echte Antworten habe ich zwar auch keine zu bieten, aber vielleicht den einen oder anderen interessanten Denkansatz. Und langweilig ist es auch nicht unbedingt. Also wenn du mal irgendwann zu viel Zeit hast und das Buch in der Zwischenzeit noch nicht verkauft hast, gib der Sache doch mal ne Chance. ;)

      Sorry für den kurzen privaten Einschub, aber der musste sein.
      Was das Hörbuch angeht:
      Schon das erste Kapitel dauert ja fast 30 Minuten. Und es sind insgesamt 30 Kapitel. Macht dann 900 Minuten, vielleicht bisschen weniger. Sind dann aber immer noch gut 14 oder 15 Stunden. Und mit einfach einsprechen ist es ja nicht getan... das muss alles editiert werden, weil man sich gerne mal verspricht oder die Betonung nicht passt... und wenn ich sowas machen würde, hätte ich ja schon auch den Anspruch, dass es sich gut anhört. Am besten noch mit bisschen Musik und Soundeffekten versehen. Mal abgesehen davon, dass es eh geeignetere Vorlese-Stimmen gibt als meine.
      Und das ganze dann dafür, dass es sich später ungefähr fünf oder zehn Leute anhören?
      Nee, danke, das ist mir dann doch bisschen zu viel Aufwand für zu wenig Ertrag. Jedenfalls im Moment.
    • Lieber Dian, erstmal muss ich um Entschuldigung bitten, weil ich mich drei Jahre lang nicht wegen Reinkarnator gemeldet habe: Mea Culpa, Mea Culpa, Mea Maxima Culpa!

      Dafür habe ich, nachdem du diesen Thread eröffnet hast, alle Romane noch einmal gelesen und werde kurz auf alle eingehen:

      Unity 1
      Kurz, brutal, intensiv.
      Es ist vielleicht nicht so durchdacht wie deine späteren Bücher, aber sehr authentisch. Gerade im Vergleich zu den anderen merkt man ihm noch an, dass es ein Erstlingswerk ist. Und das ist nicht negativ gemeint. Mir ist aufgefallen, dass einige Elemente, wie das Thema Freundschaft und das Abschlachten von Nazis auch später immer wieder zentral sind und einem Neuling würde ich auf jeden Fall empfehlen, auch mit diesem Buch anzufangen.

      Es ist auch das Buch, von dem ich mir am ehesten eine Fortsetzung wünschen würde. Vielleicht mit einem kleinen Zeitsprung, bei dem man sieht, was aus dem Teenager-Sieger-Team geworden ist.

      Unity 2
      Der Roman, der sich am flüssigsten lesen ließ. Das liegt vermutlich daran, dass er noch sehr linear erzählt wird, bis auf die Hintergrundgeschichte von Janosch. Auch hier wird das Thema Freundschaft sehr gut behandelt; das langsame Kennenlernen, die Konflikte, das gemeinsame Geheimnis und das Blutbad am Ende. Ich hätte mir vielleicht etwas mehr Zeit für den Alltag auf der Schule gelassen, zum Beispiel scheint es dort nur drei oder vier Lehrer zu geben, wobei Major von Stahls offizielle Rolle nicht ganz klar ist und es auch keinen von den anderen Erwachsenen zu stören scheint, dass er offensichtlich keine große Kriegspropaganda betreibt. Trotzdem ist die Atmosphäre gut getroffen und wie du auf deiner Homepage schreibst, ist es dir gelungen, daraus keinen Opfer-Roman zu machen.

      Ich weiß nicht, ob du "Ich war Hitlerjunge Salomon" (gibt es als Buch und Verfilmung) kennst, die reale Geschichte eines jüdischen Teenagers, der sich als Deutscher ausgibt, eingezogen und unbeabsichtigt ein Kriegsheld wird. Er kommt heim ins Reich und geht dort auf ein Elite-Internat, wo er auch seine Herkunft verbergen muss. Würde dir sicher gefallen!

      Gegenwelt
      Mir gefällt der komplexe Aufbau. Die verschachtelten Geschichten sind gut aufeinander abgestimmt und führen nach und nach zu einem tollen Finale. Auch die Figuren sind sehr gut ausgearbeitet. Und nicht zuletzt ist es vermutlich das spannendste deiner Bücher.
      Es enthält im Grunde alle Elemente, die in den anderen Büchern vorkommen und natürlich wird dort auch am meisten philosophiert, was es allein schon lesenswert macht. Daher wird es wohl noch mindestens bis zu deiner nächsten Veröffentlichung den Titel "Dian The Saints Hauptwerk" tragen ;)

      Reinkarnator
      War natürlich eine große Überraschung im damaligen Forum und ich weiß noch, wie ich es nach dem letzten Silvestertreffen verschlungen habe.
      Hier hat mir bereits der Anfang besonders gut gefallen. Der Jugendliche, der im Unterricht lieber davon träumt, mit seinen Freunden Nazis abzuschlachten, das ist sowohl authentisch, weil autobiografisch, und weckt zudem Erinnerungen an den tollen Vorgänger. Auch der weitere Verlauf der Geschichte ist eine gute Mischung aus vertrauten Komponenten und gut durchdachten Neuerungen. Auch dass das Ende diesmal etwas herzerwärmender ist, halte ich für einen würdigen Abschluss.
      Ich würde vielleicht die Briefe nach den bestandenen Prüfungen leicht kürzen, da sie meiner Meinung nach etwas das Tempo aus dem sonst schwungvollen Anfang nehmen. Aber als jemand, der selber mal geschrieben hat, weiß ich natürlich, wie schwer so etwas ist.

      Meta-Kritik
      Zwei Kleinigkeiten wollte ich bei der Gelegenheit nicht unerwähnt lassen. Zum einen sind das einige Rechtschreibfehler, die sich durch alle Bücher ziehen. Mir ist natürlich klar, dass gerade bei deinen Werken der Inhalt wichtiger ist als die Form, aber wenn jemand so viel liest wie ich, ist es leicht irritierend, wenn das "sie" immer klein geschrieben wird oder am Ende der wörtlichen Rede ein Punkt kommt, wenn der Satz noch nicht vorbei ist. Also zum Beispiel: >"TextTextText.", sagte er<. Statt: >"TextTextText", sagte er<.
      Zum anderen ist mir irgendwann aufgefallen, dass sich die Sprache einiger Figuren teilweise sehr ähnelt. Bei manchen hast du dir viel Mühe gegeben, um sie voneinander abzugrenzen, wie dem Dorfdoktor in Resistance mit dem starken Akzent oder dem dümmlichen Bruder des Gauleiters in Gegenwelt. Aber viele Figuren benutzen zum Beispiel die gleichen Redewendungen wie "Wenn du mich fragst...", "Im Grunde genommen...", "Aber ganz ehrlich...".
      Das liegt vielleicht daran, dass auch die meisten Antagonisten sehr philosophisch veranlagt sind und bloß auf der anderen Seite stehen. Oder es liegt schlicht und ergreifend an mir, weil mir das einmal am Anfang ins Auge gefallen ist und ich danach etwas darauf geachtet habe. Vielleicht kann da der eine oder andere Leser noch etwas zu sagen.


      Fazit
      Bleibt zum Abschluss also nur noch die eigentliche Frage des Threads zu klären, welchen der Romane ich zu meinem Favoriten erklären würde.
      Mit einem kleinen Vorsprung ist das bei mir:
      Reinkarnator.
      Und das liegt vor allem an der Szene, in der Clyde ebenjenes Gerät benutzt und seine früheren Leben noch einmal erlebt, also die Kapitel 16 bis 22. Ganz besonders das Leben des schottischen Clydes ist hervorragend geschrieben! :huld:
      Es gibt in deinen Büchern einige gute Szenen, wie das Gespräch zwischen Markus und Nemo, Markus' Fight Club-Moment oder als die drei Freunde in Resistance in ihrem Versteck Händchen halten und sich so ihrer Freundschaft versichern (um nur mal ein paar zu nennen). Aber diese Kapitel haben mich besonders beeindruckt und ich würde sie als einzige - abgesehen von Janoschs gruseliger Vorgeschichte - auch zwischendurch immer mal wieder lesen und genießen.

      Von meiner Seite aus darf es also gerne noch etwas weiter gehen, wenn du Bock hast und etwas inspirierendes findest.