Ach daran hängst du dich auf?
Mit "richtigem Denken" in dem Kontext habe ich lediglich gemeint, sich nicht spalten zu lassen.
Ich hab dich schon richtig verstanden, daher hab ich auch anhand einiger einfacher Beispiele verdeutlicht, dass diese Spaltung nunmal auf konkreten gegensätzlichen Interessen und Wertvorstellungen beruht. Nebenbei bemerkt halte ich es aus Sicht des 'Establishments' , also des bürgerlichen Verfassungsstaates, für wesentlich zielführender, unterschiedliche politische Lager, die potenziell eine Bedrohung darstellen, konkret einzuebnen bzw in das 'legale Parteienspektrum' einzubetten. Nicht umsonst tragen die großen Parteien den Anspruch vor sich her, 'Volkspartei' zu sein, also gerade nicht 'linke' oder 'rechte' Lager bedienen zu wollen, sondern die 'Mitte' (dieselbe Funktion hat auch eine Ideologie wie der Nationalismus). Ich halte daher 'Spaltungen' für essenziell, um sich überhaupt über diese unterschiedlichen Interessen bewusst zu werden. Denn aus demokratisch-legalistischer Sicht sind viele dieser Themen - z.B. Klimaschutz, Gentrifizierung - Bereiche, die allein rechtsstaalich und parlamentarisch 'beackert' werden sollen und dürfen. Damit soll sozialen Bewegungen 'der Zahn gezogen werden'.
Ich gebe dir allerdings dahingehend Recht, dass sich politische Bewegungen - insbesondere Linke - tatsächlich stärker auf eigene Inhalte und Ziele fokussieren sollten, anstatt sich am Gegner abzuarbeiten oder sogar gezielt nach Gegnern zu suchen. Daher sehe ich auch im Umgang mit der Corona-Politik ein großes linkes Versagen, wie ich schon mehrfach an anderer Stelle erwähnt habe.