Die neue rechte Leitkultur

Es gibt 424 Antworten in diesem Thema, welches 167.413 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (17. Januar 2022 um 23:21) ist von Unmensch.

  • Ach daran hängst du dich auf?

    Mit "richtigem Denken" in dem Kontext habe ich lediglich gemeint, sich nicht spalten zu lassen.

    Ich hab dich schon richtig verstanden, daher hab ich auch anhand einiger einfacher Beispiele verdeutlicht, dass diese Spaltung nunmal auf konkreten gegensätzlichen Interessen und Wertvorstellungen beruht. Nebenbei bemerkt halte ich es aus Sicht des 'Establishments' , also des bürgerlichen Verfassungsstaates, für wesentlich zielführender, unterschiedliche politische Lager, die potenziell eine Bedrohung darstellen, konkret einzuebnen bzw in das 'legale Parteienspektrum' einzubetten. Nicht umsonst tragen die großen Parteien den Anspruch vor sich her, 'Volkspartei' zu sein, also gerade nicht 'linke' oder 'rechte' Lager bedienen zu wollen, sondern die 'Mitte' (dieselbe Funktion hat auch eine Ideologie wie der Nationalismus). Ich halte daher 'Spaltungen' für essenziell, um sich überhaupt über diese unterschiedlichen Interessen bewusst zu werden. Denn aus demokratisch-legalistischer Sicht sind viele dieser Themen - z.B. Klimaschutz, Gentrifizierung - Bereiche, die allein rechtsstaalich und parlamentarisch 'beackert' werden sollen und dürfen. Damit soll sozialen Bewegungen 'der Zahn gezogen werden'.

    Ich gebe dir allerdings dahingehend Recht, dass sich politische Bewegungen - insbesondere Linke - tatsächlich stärker auf eigene Inhalte und Ziele fokussieren sollten, anstatt sich am Gegner abzuarbeiten oder sogar gezielt nach Gegnern zu suchen. Daher sehe ich auch im Umgang mit der Corona-Politik ein großes linkes Versagen, wie ich schon mehrfach an anderer Stelle erwähnt habe.

    Why do we fall?

  • Ich halte daher 'Spaltungen' für essenziel

    Da haben wir den Knackpunkt denke ich. Du sprichst von Spaltungen im Sinne von "Gegenläufige Ansichten in einer debatte vertreten" - ich rede vom Spaltungen im Sinne von "Leute und Gruppen gegeneinander aufhetzen, um die "politische Opposition" lahmzulegen"

  • Da haben wir den Knackpunkt denke ich. Du sprichst von Spaltungen im Sinne von "Gegenläufige Ansichten in einer debatte vertreten" - ich rede vom Spaltungen im Sinne von "Leute und Gruppen gegeneinander aufhetzen, um die "politische Opposition" lahmzulegen"

    Stimmt, denn das sind zwei verschiedene Dinge. Die 'Spaltung' in links und rechts basiert auf den beschriebenen unterschiedlichen Interessen und Wertesystemen und wird von den (oppositionellen) Gruppen selbst vollzogen.

    Was du beschreibst - 'teile und herrsche' - sehe ich hingegen vor allem in Bezug auf die Extremismusdoktrin, die ich weiter oben schon angedeutet habe. Und diese Spaltung wird schon allein durch die Begrifflichkeit des 'Extremismus' medial vollzogen.

    Why do we fall?

  • Die 'Spaltung' in links und rechts basiert auf den beschriebenen unterschiedlichen Interessen und Wertesystemen

    Was du beschreibst - 'teile und herrsche' - sehe ich hingegen vor allem in Bezug auf die Extremismusdoktrin

    Nun, ich bin natürlich deiner Meinung, wenn du sagst dass es eine legitime konträre Debatte zwischen Links und Rechts gibt.

    Aber wenn du nicht siehst, was ich mit Spaltung an der Stelle meine, hast du wohl einfach nicht verstanden, was ich meine. Ich schreibs nochmal:

    Vor dem 2. Weltkrieg, zu Zeiten der Aufklärung galt (zusammengefasst) als rechts=Das Establishment und Links=Das Bürgertum.

    So waren die Pole gesetzt und die konträren Energien gelenkt.

    a) Nun ist der Links-Rechts Begriff verdreht, sodass sich Bürger gegen Bürger aufreiben

    b) Nun scheint mir die Kritik des Bürgertums gegen das Establishment komplett aufgelöst.

    c) Die Energien des bürgerlichen Interesses richten sich daher nicht mehr gegen das Establishment

    d) Die Bemühungen der hierarchischen Ordnung produziert Globalismus

    e) Der Globalismus geht daraus als Sieger hervor,

    f) die demokratie wird abgebaut und machtexzesse begünstigt,

    g) Im Besten fall läuft es aber auf eine authoritäre Gesellschaftsordnung hinaus.

    Keines der genannten Punkte kann doch im Interesse eines Anarchisten liegen

    aber man muss es halt sehen, dass diese Operation nunmehr rund 200 Jahre gedauert hat. (Von der Aufklärung bis heute)

    In Punkt a) kann man jetzt - bei unbedachter Formulierung - leicht irgendwelche Verschwörungstheorien reininterpretieren z.b. "Der Holocaust wurde nur inszeniert um das Est. zu stärken" und damit den ganzen Gedankengang unterminieren. Spätestens an der stelle würde ich dann von Spaltung sprechen. Natürlich ist dieser Frame bei linken gerne gesehen, denn hier richtet sich ja was gegen rechts. Von einer Logik hat man dabei aber weitestgehend abgesehen. Von einer Leugnung des Holocaust sind vor allem rechte Extremisten empfänglich. Für die Unterminierung des o.g. Gedankengangs auf genanntem Wege sind aber nicht nur Extremisten empfänglich.

    Dementsprechend hat sich diese Denke nunmehr etabliert.

    'teile und herrsche' - sehe ich hingegen vor allem in Bezug auf die Extremismusdoktrin

    Ja, darauf fallen natürlich hauptsächlich Extremisten herein. Und so (s.o.) wird die Masse mit extremismus indoktriniert ( Ob das bewusst oder unbewusst, abichtlich oder per zufall stattfindet, spielt für den Effekt keine Rolle). Von diesem Extremismus kann sich irgendwann der einzelne dann auch nicht mehr distanzieren, ohne zur Zielscheibe von Extremisten zu werden..

  • das die von mir genannten Unterschiede und Kategorien obsolet macht.

    Ich wollte mit meiner Ausführung nie die legitime Debatte zwischen Links und Rechts obsolete machen, lediglich anmerken, dass es hier noch etwas zu bedenken gibt.

  • Ja, darauf fallen natürlich hauptsächlich Extremisten herein.

    Nö, darauf fallen diejenigen rein, die dem Glauben bzw. der Propaganda anhängen, wonach es so etwas wie 'Extremismus' gibt, vor dem 'die Bürger' beschützt werden müssen.

    Why do we fall?

  • :hammer:

    Der Handel "Freiheit gegen Sicherheit" ist ein uralter. Neu ist aber, dass man auf die Idee kommt, die Existenz davon in Frage zu stellen, wovor da geschützt werden soll....

    Es gibt also deiner Meinung nach so etwas wie Extremismus gar nicht?

  • :hammer:

    Der Handel "Freiheit gegen Sicherheit" ist ein uralter. Neu ist aber, dass man auf die Idee kommt, die Existenz davon in Frage zu stellen, wovor da geschützt werden soll....

    Es gibt also deiner Meinung nach so etwas wie Extremismus gar nicht?

    Der Begriff 'Extremismus' macht nur Sinn aus der Perspektive des Establishments, da er das 'Extreme' bzw. 'Äußere' des bürgerlichen Spektrums bezeichnet. Du stellst dich hier angeblich gegen das Establishment, benutzt aber dessen Terminologie. Damit überlässt du die Definitionsmacht über das, was gesagt und getan werden darf, dem politischen Gegenüber.

    Hier von Wolfgang Wippermann erklärt:

    Why do we fall?

  • Es gibt also deiner Meinung nach so etwas wie Extremismus gar nicht?

    Das Wort wurde vom Verfasssungschutz etabliert, um dem Bürgertum zu ersparen sich mit unliebsamen Themen beschäftigen zu müssen.

    Diese Themen kommen dann nur bei den Extremisten vor und da kann man immer schnell abwiegeln und sagen, böse böse Ränder, geht

    da lieber nicht hin. Phänomene wie Rassismus oder Antisemitismus gibt es aber nicht nur an den Rändern.

    Was ist denn für dich Extremismus?

    https://www.belltower.news/die-extremismu…nd-links-94759/
    https://www.bpb.de/politik/extrem…remismustheorie
    https://de.wikipedia.org/wiki/Extremism…_und_Abgrenzung