Beiträge von Lonewolf

    Sabotageakte in Russland: Mysteriöse Explosionen
    Saboteure zielen auf russische Infrastruktur, um die Mobilisierung zu schwächen. Menschen in Russland fürchten weitere Anschläge.
    taz.de

    „Für diesen Krieg ist Russland verantwortlich. Russland versucht, seine Vorherrschaft in der Region zu etablieren. Wenn die wahren Gründe für den Krieg ein neutraler Status der Ukraine oder die Osterweiterung der Nato gewesen wären, wäre der Krieg schon längst vorbei. Oder wahrscheinlicher noch, hätte gar nicht erst angefangen“, so avtonom.org.

    Rechts/Nationalistisch ist in diesem Krieg jeder:


    Russland weil es sein "Imperium" ausbauen will.

    Der Westen, weil er sein "Imperium" ausbauen will.

    Die Ukraine, weil sie ihre nationale Souveränität vor Russland bewahren will.

    Was für ein bescheuerter Vergleich! Du kannst es echt nicht lassen, hm? Die Ukraine verteidigt sich dagegen, von Russland zerstört zu werden, das macht sie nicht besonders rechts/nationalistisch. Wobei Putin genau diese Begriffe gern als Vorwand für sein Schandtaten nimmt! *ärger*

    Na ja, irgendeine politisch progressive Linie weist keiner der Beteiligten auf. Das Gerede von der 'Verteidigung westlicher Werte' würde ich mal außen vorlassen bzw. unter Propaganda verbuchen. Natürlich ist Russland hier der 'Big Bad' und muss gestoppt werden. Es ist auch Schwachsinn, der Ukraine ausgerechnet aus der Wahrung ihrer territorialen Integrität einen Strick drehen zu wollen . Trotzdem wäre ich vorsichtig mit einer Ukraine-Solidarität, die über notwendige Unterstützung hinausgeht und zur politischen Verklärung wird. Da gibt's genug Unappetitliches, das aus nachvollziehbaren Gründen momentan eher auf kleiner Flamme gekocht wird. Auch wenn man jetzt deutschen Medien nicht vorwerfen kann, das zu verschweigen (rechte Milizen, Bandera-Verehrung, korrupte und mafiöse Strukturen im Staat). Sollte man eben auch nicht unter den Teppich kehren und so tun, als wäre die Ukraine eine 'Vorzeige-Demokratie'. Letzten Endes nützt das nur Putins Narrativ der 'Entnazifizierung', wenn Probleme nicht offen angesprochen werden.

    P.s. Spannend ist natürlich die Frage, wieso dennoch die offen rechtsradikalen Parteien in der Ukraine kaum gewählt werden. Meine Vermutung: Nationalismus und Faschistenfolklore ist so 'Mainstream', dass man dafür nicht extra eine Nazi-Partei braucht. Botschafter Melnyk ist ja auch Bandera- und Asow-Fan.

    Hier hat auch niemand jemanden gezwungen, sich impfen zu lassen, oder daran gehindert, ungeimpft irgendwelchen Tätigkeiten nachzugehen.

    Du störst dich am Begriff 'Schwurbler', ich stör mich an dem polemischen Faschismusvorwurf, der ebenso nur zur Eskalation und Fanatisierung beiträgt und das, was echten Faschismus ausmacht, verharmlost. Insofern würde ich mal in mich gehen und überlegen, wer hier und generell in der Debatte den Boden der sachlichen Diskussion als Erster verlassen hat (das ist jetzt nicht nur an dich gerichtet).

    Du hast seit einiger Zeit irgendein Problem, bezüglich konstruktiver Diskussionsbeiträge. Das war nicht immer so.

    Du hast doch die Beleidigungen locker sitzen, warum hängst du jetzt deine Eigenschaft ihm an?

    Auch das... einfach nur ABLENKUNG von meinem Anliegen bezüglich der destruktiven Methodik Menschen inflationär als "Schwurbler" niederzumachen.

    Ich würde sagen, dass beide Seiten im öffentlichen Diskurs ordentlich austeilen. Wir haben eine massive Eskalation bis hin zu Morden erlebt. Sicher werden viele Menschen auch vorschnell als 'Schwurbler' betitelt, aber bei dem Ausmaß an Verblendung und Dummheit (Typen wie unser veganer Star-Koch sind da nur die Spitze des Eisberges) ist es schon nachvollziehbar, dass sich die Fronten verhärten und nicht immer genau hingesehen wird, was eigentlich ausgesagt wird. Stichwort Selbstreflexion und Selbstkritik.

    Der Thread hier heißt ja 'anarchistische Antifa-Kritik'. Das Problem ist eben, dass wir hier überhaupt nicht bestimmt haben, wer damit eigentlich gemeint ist. Auf Seite 1 hab ich nur ein paar Punkte genannt, die ich bei einigen antifaschistischen Gruppen beobachte. Wenn man grundsätzliche Kritik üben will, sollte man natürlich präzisieren, wer oder was der Gegenstand der Kritik sein soll. 'Die Antifa' existiert eben schlichtweg nicht.

    Natürlich können auch irgendwelche Jusos oder Grüne Jugend oder auch die Linksjugend als antifaschistisch benannt werden. Ich denke aber, es ist zielführender, die verschiedenen 'Blöcke' der linksradialen und postautonomen Szene anzuführen. Wenn man also bewerten will, wie die jeweils die Corona-Maßnahmen sehen, sollte man schon genau hinschauen.

    Block 1: Die Interventionisten:

    Corona | Interventionistische Linke

    Block 2: Die Antinationalen:

    Das Virus geht nicht nachts spazieren, sondern tagsüber arbeiten! Unser Aufruf zu Aktionen gegen die Ausgangssperre. – Kritik und Praxis

    Die selektive Solidarität durchbrechen – Kritik und Praxis

    Block 3: Die Roten:

    Weder Covidioten noch „Systemlinge“ – Für revolutionäre Gegenmacht! | de.indymedia.org

    Das sind jetzt nur ein paar Beispiele, um ein bißchen den Rahmen abzustecken. Ich hab die dezidiert anarchistischen Gruppen mal weggelassen. Natürlich sind die eigentlich auch Teil der antifaschistischen Strömung (weswegen der Titel dieses Threads im Grunde schon verfehlt ist).

    Wer sich also an 'der Antifa' abarbeiten will, kann sich die Positionen mal reinziehen.

    Dann würde ich als Erstes die Frage stellen, wo und in welchem Kontext denn 'Querdenker' so aktiv waren, bevor die Corona-Maßnahmen losgingen. Es ist eigentlich sehr bezeichnend, welches Klientel diese Bewegung losgetreten hat: Gutbürgerliche schwäbische Unternehmer.

    Wenn ich mich einmischen darf.... Ich kenne genug "Querdenker", die schon vorher sehr kritsch waren, z.B. gegen den Konsumterror, die oberflächliche Konsumgesellschaft, die Apparatemedizin, den ausbeuterischer Umgang der ersten Welt mit der dritten Welt, gegen Kriege und gegen Waffenhandel.

    Auch viele "Hippies", Aussteiger und viele Menschen mit einer guten individuellen Ökobilanz (weil sie sich nicht jeden Scheiß der Industriegesellschaft einverleiben, sondern einen anderen Weg zum "Glücklichsein" eingeschlagen haben) sind dabei.

    Gutbürgerliche schwäbische Unternehmer

    Das ist wirklich Deine Brille, Dein Tunnelblick. Das stimmt aus meiner Erfahrung nicht.

    Das ist nicht meine Brille, das ist eine Beschreibung von Herrn Ballweg. Dass die Demos bezüglich der Mitläufer als solche in der Größenordnung heterogener sind, ist mir klar. Nur ist die entscheidende Frage, worin genau die Zielsetzungen bestehen und wer letztlich die Inhalte nach außen hin dominiert und vermittelt.

    Was meinst du mit 'oberflächlicher Antifa-Haltung'? Ich rede von Faschismustheorien, die sich je nach Ansatz und Gruppe natürlich unterscheiden.

    Die anderen Punkte kann ich teilweise nachvollziehen, teilweise erscheint mir dies aber wie eine recht simple Polemik. Die Frage des Maskentragens bemisst sich an deren Effektivität. Das ist eine wissenschaftliche Frage und in dem Sinn keine Uniformierung. Auch die Ausgrenzung basiert noch auf gesundheitlichen Überlegungen. Hier eine Parallele zu faschistischen Regimen ziehen zu wollen, ist eben ein ziemlicher Griff ins Klo, mal etwas weniger diplomatisch formuliert.

    Wo ich mitgehe und was ich kritisch sehe, ist die Aushebelung sehr konkreter Grundrechte wie z.B. der Freizügigkeit, der Versammlungsfreiheit. Das ist allerdings auch nicht faschistisch, auch nicht unbedingt diktatorisch, sondern im Spannungsfeld zwischen Demokratie und Diktatur, denn der Ausnahmezustand ist Bestandteil bürgerlicher Staaten. Insofern ist das ein Schritt in Richtung Diktatur.

    So oder so ist der Faschismusvorwurf völlig fehl am Platz. Autoritäre Tendenzen, Einschränkung individueller Rechte etc. sind Kennzeichnen jeder Herrschaftsform. Wir können natürlich anfangen, einfach alle Formen von Herrschaft als faschistisch zu bezeichnen (antike Tyrannis, absolutistische Monarchie, Marxismus-Leninismus, Maoismus und so weiter und so fort), aber das verwässert eben die Unterschiede und trübt den Blick für die verschiedenen Ursachen. Nur als Beispiel: Da bekanntlich auch linke Bewegungen in die Diktatur münden können, muss hier eine darauf zugeschnittene Analyse der Ursachen her. Genauso wie wir verstehen müssen, wie faschistische Bewegungen erstarken können, oder wie und warum bürgerliche Demokratien unfreier werden.

    Und, @ Lonewolf: Ich habe nicht den Eindruck, dass ein Großteil der Maßnahmen-Gegner bisher der Meinung war, dass bei uns in Deutschland sonst alles in Ordnung ist.

    Es mag sicher auch welche geben, die bisher alles ganz dufte fanden, und sich nur aufregen, dass sie plötzlich Maske tragen mussten oder nicht mehr ins Restaurant durften. Aber die meisten "Querdenker", die ich so kennengelernt habe, waren auch davor schon ziemlich angepisst von diesem System. (aus den unterschiedlichsten Gründen, die natürlich auch nicht alle gut sein müssen)
    Warum man dann ausgerechnet gegen diese Maßnahmen demonstriert, gegen anderes Unrecht aber nicht, hat vermutlich auch damit zu tun, dass das andere Unrecht oft nur das Unrecht war, das eben anderen geschah, von dem man aber selbst nicht betroffen war (wie z.B. die Sache mit dem Jobcenter). Während die Maßnahmen nun aber jeden getroffen haben, und es daher auch von vielen eben als dringlicher empfunden wurde, dagegen etwas zu tun, als gegen Missstände, die man nur aus dem Fernsehen kennt.

    Dann würde ich als Erstes die Frage stellen, wo und in welchem Kontext denn 'Querdenker' so aktiv waren, bevor die Corona-Maßnahmen losgingen. Es ist eigentlich sehr bezeichnend, welches Klientel diese Bewegung losgetreten hat: Gutbürgerliche schwäbische Unternehmer.

    Und vom System angepisst sind auch Reichsbürger, da schließt sich der Kreis. Ansonsten bestätigst du, was ich oben geschrieben habe: Wird die eigene Komfortzone angegriffen, ist der Aufschrei groß. Alles, was außerhalb des eigenen Gartens stattfindet, interessiert da weniger. Letztlich eben ein Spießeraufstand.

    Der Verweis auf den prozesshaften Übergang ist sicherlich richtig. Die Frage ist allerdings, ob Ausnahmeregelungen, die auch wieder aufgehoben werden, das beste Beispiel sind, das man anführen kann, um eine autoritäre Entwicklung zu belegen. Ich denke, dass z.B. eine Erweiterung staatlicher Befugnisse und höhere Strafen, die permanenten Charakter haben (neue Polizeigesetze, Haftstrafen für Demonstranten, mehr Überwachung), hier bessere Beispiele sind. Insofern ist eher bezeichnend, wenn permanent und ausschließlich auf den Corona-Regeln herumgeritten wird, und gleichzeitig eine völlige Ignoranz gegenüber anderen bedenklichen Entwicklungen herrscht.

    Nochmal zum Diktatur-Vorwurf: Wenn ich die Bezeichnung ablehne, dann nicht aus dem Grund, zu sagen: 'Ist doch nicht so schlimm, schau mal nach XY'

    sondern um, wie im Falle des Faschismusbegriffs, zu beschreiben, was tatsächlich vor sich geht. Und da ist eben die bürgerliche demokratische Herrschaftsform schon in vielen Punkten beschissen genug, auch ohne dass sie offen diktatorisch ist. Das ist der Spießbürgerreflex: Es werden Einschränkungen erlebt in der eigenen Komfortzone, also ist man plötzlich in der Diktatur - so als wäre vorher und ansonsten alles ok gewesen.