Beiträge von Funkenbrand

    Ich wollt das Lied des Herzens nicht verschweigen.

    Ich wollt es jubelnd zu den Menschen schmettern,

    die bleich am Baume der Erkenntnis klettern,

    das Glück vermutend in den kahlen Zweigen.


    Ich wollt sie rufen zu den breiten Küsten,

    an die des Meeres Wellen silbern schlagen.

    Ich wollt sie lehren leichte Schultern tragen

    und freien Sinn in übermüt′gen Brüsten.


    Ich stoß ins Horn. Noch einmal. - Doch ich staune:

    die Menschen lachen, die ich wecken wollte,

    als ob ein Mißton in die Lüfte rollte. -

    Es muß ein Sandkorn sein in der Posaune.


    Erich Mühsam

    Lonewolf Hab mich für diesen Titel entschieden, weil die Medien es so nennen und die Rechten gerade in Hinblick auf die Geschichte kokettieren.


    Zum Thema Realismus: Manchmal kann auch Unmögliches real sein. Kann man z. B. in der Natur beachten. Gegenseitige Hilfe praktizieren sogar Bäume. Vielleicht kommt der Mensch ja auch irgendwann mal drauf, wenn er dann noch existiert.


    Ich sehe bei rechtsgesinnten Demos dieser Art doch eine Gefahr, weil sie, wenn auch diffus, aussprechen, was viele gerade denken und diese politisieren sich dabei oder zeigen ihre Einstellung jetzt öffentlich. Ich denke schon, dass da die eine oder andere Hemmung wegfällt.

    Zum Thema Krieg habe ich eine ziemlich kontroverse Meinung. Ich sehe nur Imperien, die sich gegenüberstehen und für mich ist keines wirklich besser als das andere.


    Zur aktuellen politischen Lage: Ich bin da schon auf jeden Fall mehr auf der linken Seite, weil ich auf Zwangsarbeit usw. null Bock habe und auch nicht möchte, dass die letzten Freiräume auch noch genommen werden. Da bin ich wohl ziemlich egoistisch.


    Missionieren würd ichs jetzt nicht nennen, aber mir ist wichtig, dass die Leute wissen, dass es auch andere Blickpunkte gibt und nicht nur das, was die Mehrheit der Leute sagen. Ich sehe zwar, dass die Leute andere Positionen nicht unbedingt mögen, aber ich wills zumindest gesagt haben. Ist mehr so eine Gewissenssache.


    Zum Thema Globalisierung, da kommts auch drauf an, was man draus macht. So wie es jetzt läuft, ist es natürlich scheiße und meiner Meinung nach nicht erstrebenswert und würde selbstverständlich auch anders gehen. Der Kapitalismus ist nicht unumwindbar und auch nicht das Nonplusultra. Aber ich glaube, viele Menschen resignieren ob der täglich neuen Hiobsbotschaften und genau das ist es ja, was erreicht werden soll.

    Man soll sich fühlen, als sei man David gegen Goliath. Aber zum Glück hat David nicht schon vorher resigniert. Denn dann kann man ja nur verlieren.


    Ich erinnere mich immer an die Chaostheorie. Der Flügelschlag eines Schmetterlings kann die Welt verändern. Also versuche ich bisschen Wind zu machen mit den kleinen Sachen, die mir zur Verfügung stehen.

    Und wenn es nicht klappt, so weiß ich auch, dass ich nicht Gott oder das Spaghettimonster bin und das es dann eben nicht so sein sollte. Aber probiert hab ichs zumindest.


    Auf privater Ebene gibts bei mir zum Glück nicht mehr allzu viel Stress. Hab mich von Menschen gelöst, die mir nicht gut tun und verbringe Zeit mit Menschen, bei denen das anders ist. Zusätzlich versuch ich natürlich auch meine eigenen Fehler auszubügeln. Aber alles in allem könnte es wesentlich schlechter laufen.

    Ist bei euch schon was davon zu merken?

    Bei uns schon, nur leider aus der anderen Richtung.

    Versinkt ihr angesichts der politischen Lage in Pessimismus oder seht ihr sie auch als Chance?

    Ich versuch immer nicht allzu pessimistisch zu werden.

    Habe mir gestern den Wolf of Wallstreet fast ganz angeschaut, bin aber dann doch eingeschlafen. Was ich daraus mitnehmen konnte, ist, dass die Welt eigentlich noch schräger ist, als ich dachte. Zuvor dachte ich, dass es bei sowas nur um das Präsentieren von Statussymbol und um die Frage, wer halt der Krasseste ist und so. Dabei geht es um mehr. Um das Streben nach Perfektion und gleichzeitigem völligen Werteverfall plus animalischer Triebbefriedigung. Ich denke, dass jemand, der sich in solchen Kreisen bewegt, in eine völlig andere Welt abdriftet und dann kaum noch für Authentizität oder Reflexion zu begeistern ist. Wenn man genau hinsieht, dann kann man in unserer Gesellschaft schon die Anfänge/Anlagen in diese Richtung schon in kleinem Rahmen sehen. Auch kenne ich Menschen, die vermeintlich verlorenem Potential hinterhertrauern, da sie dieses wohl als Eintrittskarte in ein solches Leben vermuteten und sie bedauern sich selbst, ihr Leben nun mit "Normalsterblichen" verbringen zu müssen und ihre Grandiosität nicht nach außen tragen zu können. Sie suchen anderweitig Bestätigung, um für ihr Ego sozusagen Ersatzdrogen zu beschaffen. Das Leben mit durchschnittlichen, aber authentischen Menschen ist für sie eine Bürde, da sie sich ja insgeheim für jemand Besseres halten, ganz egal, wie durch und kaputt sie tatsächlich sind. Auch wenn sie es nicht zeigen, so kann man es in ihrer Nähe deutlich spüren.


    Kennt ihr auch so Menschen bzw. wie fandet ihr den Film, falls ihr ihn gesehen habt?