Es gibt 13 Antworten in diesem Thema, welches 775 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. Juni 2026 um 13:14) ist von Lissaminka.

  • Ich denke oft mal in konkreten Worten, zum Beispiel, wenn ich in Gedanken überlege, was ich in einer Diskussion im Forum antworten oder jemandem sagen könnte, oder wenn ich an sonstigen Texten feile.

    Diese beiden Beispiele beziehen sich auf "schriftliche Lebenssituationen" und Arten von Kommunikation.

    Oder einfach generell, wenn ich über irgendwas etwas intensiver nachdenke.

    Dann auch eher schreibähnlich?

    bei von Geburt an Taubstummen

    "Taubstumm" meint wohl oft jemanden, der gehörlos ist und auch nicht dazu gedrillt wurde, akustisch zu reden oder sich das vielleicht auch freiwillig aneignete. Sojemand kann in Gebärden sprechen und würde dann über solche Sprache verfügen.

    bei jemandem, der in der Wildnis aufgewachsen ist ohne Kontakt zu anderen Menschen. Diese können ja dann in gewisser Weise nur bildlich denken

    Ich nehme nicht an, solche Menschen würden dann nur bildlich denken. Wobei man vielleicht klären sollte, was "bildlich" umfassen soll. Nur reine Erinnerungen an Gesehenes? Ich nehme an, ein solcher Mensch würde in der Regel auch aus Erfahrung abstrahieren, so einschätzen was vermutlich in so einigen Sachverhalten erwartet werden kann. Vielleicht oft sogar wacher als "zivilisierte Menschen". Ihm wären jedoch manche "Konzepte aus Bildung" nicht geläufig, welche aber nach meiner Ansicht auch oft teils in die Irre führen, den Blick verengen.

    da bei mir die komplexeren Denkvorgängen eben doch immer auch in gewisser Weise mit einer (lautlosen) Sprache verbunden sind.

    Bei Lissaminka vielleicht schon nicht?

  • System 1 wird also als unbewußt und automatisch beschrieben. Ob mit "innerer Stimme" nach dieser Theorie geordnet nur System 2 gemeint wäre?

    Ich wüsste nicht, warum. Ich kann auch intuitiv Gedanken mit innerer Stimme haben.


    Wenn ich mich auf diesen Versuch einer weiteren Annäherung beziehe, dann fällt mir z.B. die Frage ein, wie es denn einzuordnen wäre, wenn jemand "gedanklich" ein Lied singt oder ein Musikstück erfährt. Hätte das dann nicht eine "gedankliche" Klanglichkeit?

    Ja, ich kann ganze Lieder gedanklich "abspielen". Oder immer wieder dieselbe Liedstelle, das wäre dann ein "Ohrwurm".

    Und anders: Gibt es nicht auch eine "innere Stimme", die sozusagen Körpersprache aufwiese? Zu der eine Vorstellung z.B. der Gestik eines Redners gehören könnte?

    Ja, wenn ich mir einen Menschen zusätzlich vorstelle, kann er auch gestikulieren.


    Denkst du, er wäre dann so überhaupt sprachlich zu nennen? Du hattest da wohl Stimme und Denkprozeß unterschieden?

    Ich kapiere deine Frage wieder nicht ganz.

    Ja, ich kann auch im intuitiven Denkprozess mit stark fragmentierter Sprache denken.


    Worauf würde das nach deiner aktuellen Analyse zutreffen?

    Hä?

    "Taubstumm" meint wohl oft jemanden, der gehörlos ist und auch nicht dazu gedrillt wurde, akustisch zu reden oder sich das vielleicht auch freiwillig aneignete. Sojemand kann in Gebärden sprechen und würde dann über solche Sprache verfügen.

    Na und, da gibt's wieder andere Gegenbeispiele, in denen Sprache nicht zur Verfügung steht. Tiere oder Babys. Ohne Sprache denkt man in Assoziationen. Man kann nix abstrahieren, keine Verneinungen bilden und keine Mathematik anwenden oder über Wissenschaft sinnieren.


    Kann man ohne Sprache denken?
    Es ist keine Frage, ob, sondern was man ohne Sprache denken kann. Sprache, wie wir sie heute kennen, hat sich vor etwa 200.000 Jahren entwickelt. Von Gábor…
    www.swr.de

    Bei Lissaminka vielleicht schon nicht?

    Ich hab nix anderes behauptet?


    '"'"' Ist deine innere Stimme eigentlich auch dazu in der Lage, Gegenfragen zu lesen und zu verarbeiten?

    Wie erlebst du es denn?

    μολὼν λαβέ.

  • Ich kann auch intuitiv Gedanken mit innerer Stimme haben.

    Was wäre dann eine unbewußte Stimme? Wie würdest du dir eine solche Stimme vorstellen, sie beachten? Und inwiefern eine "automatische" Stimme?

    Ich kapiere deine Frage wieder nicht ganz.

    Ja, ich kann auch im intuitiven Denkprozess mit stark fragmentierter Sprache denken.

    Du schriebst einerseits von einem nahezu unbemerkt schnell ablaufenden überwiegenden Teil deines Denkprozesses. Neigst du dazu, diesen mit "System 1" gleichzusetzen? Wären solche Denkprozesse in dir dann überhaupt "sprachlich"? Was nennst du "fragmentierte Sprache"? Würde da etwas wirklich auf Sprache basieren oder nur manchmal sprachliche Fragmente nebenbei eigentlich verzichtbar formen? Deine innere Stimme ("System 2"?) trete eher ausnahmsweise in den Vordergrund?

    Ja, ich kann ganze Lieder gedanklich "abspielen".

    Ja, hätte das dann nicht eine akustische Art ohne außen physisch akustisch stattzufinden?

    Ja, wenn ich mir einen Menschen zusätzlich vorstelle, kann er auch gestikulieren.

    Darin läge dann eine körperliche Art?

    Ohne Sprache denkt man in Assoziationen. Man kann nix abstrahieren, keine Verneinungen bilden und keine Mathematik anwenden

    Aber Menschen brachten Sprache hervor. Hier wäre meist etwas gemeint, das Kommunikation ermöglicht. Aber in dieser Hinsicht würde auch eine selbst gebildete "persönliche Sprache" denkbar, die zwar nicht in dem Sinne Austausch mit anderen betreiben, aber doch prinzipell genau diese gedanlichen Qualitäten mit sich bringen könnte.

    Ist deine innere Stimme eigentlich auch dazu in der Lage, Gegenfragen zu lesen und zu verarbeiten?

    Eine Stimme soll lesen können?

  • Was wäre dann eine unbewußte Stimme? Wie würdest du dir eine solche Stimme vorstellen, sie beachten? Und inwiefern eine "automatische" Stimme?

    Keine Ahnung.

    Neigst du dazu, diesen mit "System 1" gleichzusetzen? Wären solche Denkprozesse in dir dann überhaupt "sprachlich"?

    Ja und ja, aber nicht zwingend oder ausschließlich.

    Was nennst du "fragmentierte Sprache"? Würde da etwas wirklich auf Sprache basieren oder nur manchmal sprachliche Fragmente nebenbei eigentlich verzichtbar formen?

    Wie gesagt, ich nehme "Abkürzungen", also überspringe das "innerlich Durchhören ganzer Sätze", weil mir selbst sowieso bewusst ist, was ich damit meine und dementsprechend nicht sorgfältig formulieren muss, wie ich mich jemandem anderen verständlich machen würde.

    Deine innere Stimme ("System 2"?) trete eher ausnahmsweise in den Vordergrund?

    Dazu hab ich alles gesagt.

    Ja, hätte das dann nicht eine akustische Art ohne außen physisch akustisch stattzufinden?

    Ja?

    Darin läge dann eine körperliche Art?

    Ja?

    Aber in dieser Hinsicht würde auch eine selbst gebildete "persönliche Sprache" denkbar, die zwar nicht in dem Sinne Austausch mit anderen betreiben, aber doch prinzipell genau diese gedanlichen Qualitäten mit sich bringen könnte.

    Konzepte wie z. B. die Mathematik haben sich über Jahrtausende entwickelt. In Ermangelung des Austauschs mit anderen bezweifle ich, dass so jemand die Erkenntnisse unserer Gesellschaft in seiner Lebenszeit nachholen könnte.

    Eine Stimme soll lesen können?

    Das sind Schwammigkeiten, ob du es nun als dein Gehirn oder als deine innere Stimme betitelst, die mir scheißegal sein können, weil du offensichtlich dazu in der Lage bist, meine Sätze zu lesen und mit rückständigen Fragen zu beantworten.


    Ferner beginne ich jedoch, an deinen Fähigkeiten zur Beantwortung von Rückfragen zu zweifeln.

    μολὼν λαβέ.