Es gibt 12 Antworten in diesem Thema, welches 726 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (10. Juni 2026 um 20:48) ist von Lissaminka.

  • Ich werde 'Die tollkühnen Männer in ihren fliegenden Kisten' nicht rezensieren.

    Der Film hat seinen kulturhistorischen Auftrag bereits dadurch erfüllt, mir beizubringen, dass 70-mm-Filme früher eine fest eingebaute Intermissionspause hatten, in der das Bild schwarz wird und die Musik weiterspielt, was bei mir zunächst zu der naheliegenden Annahme führte, mein Server sei abgeschmiert.


    μολὼν λαβέ.

  • Ach so, jetzt kapier ich erst, warum du mir hier den Thread vollspammst... Du willst das hier allgemein zum Analysieren von Filmen verwenden. Während es mir eigentlich um den YouTube-Kanal "Filmanalyse" ging und dessen Herangehensweise, selbst in die dümmsten Filme noch interessante Dinge hineinzuinterpretieren oder mit intellektuellen bzw. gesellschaftskritischen Querverweisen zu kommen.

    Aber wegen mir kann man hier auch gern allgemein über Filme und das plaudern, was einem beim Anschauen so für Gedanken und Assoziationen gekommen sind.


    Ich fand auch den Vortrag von ihm zum Thema Faschismus und Antifaschismus bei Harry Potter ganz nett:

    Wobei eine solche Analyse natürlich immer die Gefahr mit sich bringt, dass man mehr in ein Werk hineininterpretiert, als eigentlich von den Machern beabsichtigt war. Zweifellos werden in den Büchern und Filmen gewisse Parallelen zu Entwicklungen in unserer realen Welt gezogen, die nicht von der Hand zu weisen sind. Etwa die Fixierung der Voldemort-Anhänger auf die Idee vom reinen Blut.

    Dennoch frage ich mich, wie weit J.K.Rowling das wirklich zu Ende gedacht hat, und wieviel davon wirklich bewusste Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Problematiken gewesen ist.

    Genial und sehr zutreffend fand ich jedenfalls die Nebenstory mit Hermine, die es sich zum Ziel gesetzt hat, die Hauselfen in Hogwarts zu befreien, als sie rausfindet, dass diese wie Arbeitssklaven gehalten werden. Hier wirkt Hermine dann wie die klassische idealistische, linke Weltverbesserin. Nur, dass die Hauselfen dummerweise gar nicht gerettet werden wollen, weil es für einen Hauselfen das allergrößte ist, seinen Herren zu dienen, und weil sie ihren ganzen Daseinszweck aus ihrer Tätigkeit ziehen. Aber Hermine kann oder will das einfach nicht akzeptieren, obwohl ihre Erfolge minimal bleiben. Und das kann durchaus als kleiner Seitenhieb darauf interpretiert werden, dass sich die traditionell denkende Arbeiterklasse gar nicht befreien lassen möchte, und auf die Weltfremdheit oder den Idealismus irgendwelcher linker Vordenker. Ich musste bei diesen Szenen in den Büchern (die in den Filmen aber nahezu komplett weggelassen wurden) jedenfalls stark daran denken.

  • So, heute war 'Das Leben des Brian' dran.

    Ja, das war mein erster Monty Python-Film und ich müsste mein Leben eigentlich nochmal von vorne leben, um all diese Filme in jüngeren Jahren gesehen zu haben, aber ich musste zunächst mit anderen Dingen fertig werden.



    Dieses Werk zelebriert eine architektonische Brillanz des Absurden, die die Hohlheit kollektiver Sinnstifung präziser seziert, als es jede feuilletonistische Religionsabhandlung je vermocht hätte. :D Brians unfreiwillige Erhebung zum Idol markeirt dabei jene Sackgasse, in der das Individuum bloß noch als Projektionsfläche einer Masse dient, die aus Zufall, Missverständnis und Bedürftigkeit binnen Sekunden eine Weltanschauung zusammenrührt.

    Mich hat der Film jedenfalls bestens amüsiert, und es ist schade, dass ich zwei Jahrzehnte gebraucht habe, mir endlich diesen Film zu Gemüte zu führen, von dem mein ehemaliger Religionslehrer jede Unterrichtsstunde schwärmte (so verbraucht, wie der immer wirkte, frage ich mich, ob der Mann überhaupt noch lebt, nachdem mein Physiklehrer ja auch schon verendet ist).


    Bloß das Raumschiff war irgendwie fehl am Platz.


    In diesem Sinne, Romanes eunt domus oder so! :D

    μολὼν λαβέ.