Zur Ausgangsfrage: Meine Intention mit dem Krieger-Thread war ja gerade, einen bestimmten Aspekt der Unity zu betonen - das Entwickeln einer 'kriegerischen', resilienteren Haltung gegenüber den Zumutungen der Gesellschaft und den Herausforderungen durch Lebensprobleme und Schicksalsschläge. Das ist eigentlich auch der Kern des Ganzen, abseits von irgendwelchen weltverbesserischen Absichten. Das bedeutet, dass Themen wie individuelle Entwicklung, Psychologie und auch eine gewisse Spiritualität einen höhere Stellenwert einnehmen könnten.
Wenn man weltanschauliche Fragen nicht völlig ausblenden kann oder will - und das wird eben der Fall sein, wenn der Einfluss bzw die Rolle der Gesellschaft thematisiert wird - ist eben ein impliziter Konsens notwendig, der darauf abzielt, dass die freie Entfaltung der Einzelnen (ohne die Freiheit anderer zu berühren) gewährleistet bleibt. Da kann es eben schwierig werden, wenn jemand zum Beispiel eugenische Ansichten vertritt und gleichzeitig Menschen mit Behinderungen anwesend sind. Oder wenn jemand rassistisch oder antisemitisch auftritt, während Betroffene oder deren 'Allies' in einen Rechtfertigungszwang geraten. Ich habe kein Problem mit einem Austausch auf einer eher abstrakt philosophischen Ebene, beispielsweise zu bestimmten unterschiedlichen rechten oder linken Denkschulen. Aber wenn es 'konsequent politisch' wird, wird das eben zum Problem, da am Ende gruppenfeindliche Positionen weiter normalisiert werden. Aber es ist eben eine Gratwanderung.
Kurz und bündig: Wir können hier 'mehr' oder etwas anderes sein als eine therapeutische Hilfestellung, da es uns nicht nur um das 'Funktionierenkönnen' geht, sondern auch darum, uns von erkannten Fehlentwicklungen in der Gesellschaft bewusst abzugrenzen. Das ist keine Eingliederungshilfe, was wir hier machen, sondern der Versuch, in dieser Gesellschaft zu 'überleben' - und sich dabei im besten Fall auch im positiven Sinne weiterzuentwickeln, ohne sich zu assimilieren.
Eine Therapie können wir sowieso nicht leisten, aber eben vielleicht doch eine gewisse Ethik des Denkens und Handelns. Und da wäre dann eben die Brücke zwischen einer individuellen Selbstfindung und einer 'freieren, gerechteren und aufgeklärteren Gesellschaft' gebaut.