Es gibt 82 Antworten in diesem Thema, welches 25.949 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (7. Juli 2026 um 11:33) ist von Yatan.

  • Wie gesagt: Den harten Kern wirst du vermutlich nicht aus der rechten Szene 'rausprügeln', aber alles in allem wird sich die Szene auf einen harten Kern reduzieren, wenn deutlich wird, dass mit rechtem Aktivismus bestimmte Konsequenzen einhergehen.

    Eben das wird auch innerhalb der linken Szene geschehen. Am Ende stehen sich dann nur noch die radikalen Kerne gegenüber und wir haben das, wofür wir lediglich bei anderen Ländern einen Begriff gefunden haben: Bürgerkrieg.

    Und dieser verläuft dann eher mit Tendenz für die rechte Szene siegreich, da die linke Vernetzung sich lediglich auf ein Szeneviertel pro deutscher Großstadt erstreckt, wohingegen Nazis sich bereits innerhalb kleinerer Dörfern formieren und ganze Landkreise unter ihre Fittiche haben. Zumindest im Osten. Die dort tendenziell eher konservative Bevölkerung können sie zudem als ihren moralische Rücken bezeichnen.

    Hinzu kommt, dass man es deutlich seltener erlebt, dass jemand zum Berufsanarcho wird, wohingegen das bei Nazis schon fast die Regel ist. Leider spielt hier das Älterwerden sogar eher den Rechten in die Karten. Und wenn der harte Kern schließlich in Rente geht, der Nachwuchs aber fehlt, dann haben wir dieses Mindset endgültig offiziell, was jetzt schon schwach im Rahmen der Coronakrise durchschimmert. Wir leben halt nicht mehr in den 80ern, auch wenn Bücher noch aus dieser Zeit erzählen.

    Die Frage nach der Alternative hast du nicht beantwortet.

    Man sollte halt schon zeigen, dass man in irgend einer Form besser als jener Gegner ist, den man so verachtet. Wenn schon keine handwerkliche Überlegenheit, dann zumindest eine moralische und intellektuelle. Und mit versuchten Totschlag bekämpft man halt nicht unbedingt Sachbeschädigung und Drohgebärden einer halbstündigen Straßenschlacht von vor über einem halben Jahrzehnt. Eher fährt man denselben Kurs, nur dass man statt Schäden an der Sache, den Tod von Menschenleben billigend in Kauf nimmt. Und ob die Sympathiebekundungen nach Morden mit linker Täterschaft noch so groß sind, wage ich stark zu bezweifeln.

    Es ist sehr schade, dass heute die moralische und humane Überlegenheit nicht ausreicht; man muss das "den anderen" auch körperlich spürbar vor Augen halten. Das sorgt dann allerdings auch dafür, dass man den Status, mit dem man sich rühmt, instant wieder verlieren wird. Anders ist dieses Paradoxon gar nicht zu lösen.

    Aber wenn du unbedingt eine Handlungsweise brauchst: also wenn bei Autos von stadtbekannten Nazis die Reifen zerstochen sind (womöglich auch täglich), dann würde auch ich die Haltung derer einnehmen, die heute davon sprechen, dass sie zwar etwas nicht gut finden, aber irgendwie auch kein allzu großen Widerhall in sich spüren. Wenn rechte Versandhändler gehackt, Daten geleakt und durchdachte, witzige Guerilla-Aktionen gefahren werden, dann gehört das zu den Dingen, die in großen Teilen der Bevölkerung auf Applaus stoßen werden. Der aufklärerische Aspekt inklusive. Das erreicht man generell mit menschlichen Aktionen, welche sich die Jubelnden hätten auch selbst vorstellen können. Das hat Identifikationspotential. Das war bei der 68-Bewegung nichts anders, die mit einem gegen den Vietnamkrieg war, bis sich auch hier Teile abgespalten haben und in den Untergrund gingen. Als es später dann zu Entführungen und Exekutionen kam und man selbst in den Krieg eingestiegen ist, war das mit der allgemeinen Sympathie aber schnell wieder vorbei. An diesem Punkt stehen wir auch jetzt.

    Es ist bedauerlich, dass viele Linke heute auch nur noch stumpf losprügeln können. Es scheint, dass das Bild vom glatzköpfígen Neonazi, der dumpf mit Bassballschläger agiert, sich inzwischen verschoben ist. In den verschiedenen Szenen ist seit einiger Zeit ein Rollentausch zu beobachten. Rechte laufen rum wie Hipster und propagieren Sozialismus. Und Linke fahren ganz offen einschüchternde Bedrohungsszenarien auf Demos - und als kleiner Vorgeschmack setzt man die ersten Taten dann auch direkt möglichst brutal in die Realität um.

    Es ist naiv zu glauben, dass man damit ausgerechnet eine Szene einschüchtert, die sich mehrheitlich aus einer Gruppe an patriarchisch auftretenden Bildungsverweigerern speist, die traditionell Kampfsport und Waffen zugeneigt ist, und natürlich niemals zu dem logischen Schluss kommen wird, dass Gewalt immer Gegengewalt erzeugt und man deshalb lieber kleinbei gibt. Das ganze Gegenteil ist der Fall. Spätestens seit Corona fühlt sich diese Gruppierung stärker denn je, wohingegen die Linken seit der Pandemie gespalten wie noch nie sind. Leider sieht sich jede Seite weiterhin als Sieger. Und dieses Denken wächst sogar proportional zu den Kämpfern, die im Knast sitzen und ihnen auf der Straße fehlen.

    Schon dass dieses Sinnbild keiner der Beteiligten sehen will, offenbart die Betriebsblindheit auf der rechten wie linken Seite der Straße, die unweigerlich in eine Sackgasse führt.

    Einmal editiert, zuletzt von Unmensch (8. Dezember 2021 um 18:09)

  • Das sehe ich nicht so ;-)

    Zum einen stehen sich nicht nur harte Kerne gegenüber. Dass militante Kleingruppen existieren, steht nicht im Widerspruch zu größeren Bündnissen, die ja ebenso existieren. Jemand wie Bernd Langer sah ja sogar für sich ein Problem darin, dass ein 'staatstragender Antifaschismus' seiner Vorstellung eines radikalen 'revolutionären Antifaschismus' das Wasser abgraben könnte. Eine Gesellschaft, die sich deutlicher gegen Nazis sensibilisiert, wird also insofern als Problem gesehen, da der radikale linke Kern verlorengeht. Ich sehe das etwas anders, aber im Kern wird hier eben deutlich, dass beides parallel existiert. Und was den 'Bürgerkrieg' angeht: Don't be such a drama queen'. Es gibt seit Jahrzehnten solche Scharmützel, auch auf kleinerer Flamme. Auch in Ländern, in denen Konflikte noch viel handfester ausgetragen werden, ist man nicht dem Bürgerkrieg nahe.

    Ansonsten kannst du natürlich zig Einzelbeispiele anführen, die deiner These, dass Gewalt kontraproduktiv ist, entgegenzukommen scheinen. Und ich kann dir wohl noch sehr viel mehr Beispiele nennen, die das Gegenteil zeigen. Wie gesagt, es lassen sich genug Fälle verfehlter Aktionen aufzeigen, das ändert aber nix am Kern der Sache. Rein friedlich geht es eben nicht immer. Rechte Raumnahme und Bedrohungsszenarien verhinderst du nicht mit intellektueller oder moralischer Überlegenheit. Auch Auschwitz wurde nicht mit Argumenten befreit.

    Nicht jeder Nazi ist ein krasses Tier, das sich nicht einschüchtern lässt. Oft ist rechte Hegemonie einfach das Ergebnis des Wegsehens und kann aufgebrochen werden, wenn es ein paar Mal knallt. Auch Nazis überlegen es sich eventuell, ob sie irgendwo auftauchen und Menschen bedrohen, wenn sie nach dem letzten Versuch im Krankenhaus gelandet sind.

    Das meiste kann man übrigens auch einfach unter dem Begriff Selbstverteidigung zusammenfassen. Das wäre 'on the large scale' auch sinnvoller als Kleingruppenmilitanz, zu der eher wenige fähig oder in der Lage sind.

    Ich sehe auch nicht, dass die Rechte in Pandemiezeiten großartig an Boden gewinnt. Klar, lokal vielleicht als Drahtzieher oder Wurmfortsatz von Corona-Protesten. Aber ganz ehrlich, wenn sich das in Form von Attacken gegen Staatsdiener äußert, ist das mir lieber als brennende Unterkünfte. So besteht auch tatsächlich die Chance, dass die Behörden ihre Sehschwäche auf dem rechten Auge zumindest temporär überwinden.

    Why do we fall?

  • Rechte Raumnahme und Bedrohungsszenarien verhinderst du nicht mit intellektueller oder moralischer Überlegenheit. Auch Auschwitz wurde nicht mit Argumenten befreit.

    Also doch Kriegskulisse. Wo jetzt das Drama sein soll, wenn ich das anspreche, was du mir anschließend bestätigst, weiß ich nicht. Vielleicht befinden wir uns einfach schon längst in einem Krieg, der aber durch die Bevölkerung verläuft, und deshalb fällt uns das alles gar nicht mehr auf. Selbst das alte Rentnerpaar kannst du nicht mehr schocken, wenn sie in der Zeitung lesen, dass es im Szeneviertel mal wieder gebrannt hat. Ist nichts neues. Und Feuergefechte gehören halt zu jeder Schlacht.

    Auch Nazis überlegen es sich eventuell, ob sie irgendwo auftauchen und Menschen bedrohen, wenn sie nach dem letzten Versuch im Krankenhaus gelandet sind.

    Die werden eher vorsichtiger, als dass sie sich von ihren Gegnern resozialisieren lassen. Dafür ist der Hass zu groß und die Fronten zu verhärtet (und sie viel zu unbelehrbar und dumm). Außerdem wird niemand Mitglied im Kegelverein, wenn der Club sich selbst auferlegt, künftig aufs spielen zu verzichten. Das will doch keiner. Ganz egal was der Mitgliedsbeitrag künftig kostet.

    Hier wirkt ein Gefängnisaufenthalt für manche schon wesentlich resozialisierender. Vor allem durch den Entzug von Einfluss der Gruppe, in der man stark ist - oder sich zumindest so fühlt. Auch haben sich Nazis noch nie sonderlich verdient gemacht, um mit kleinen Lichtern aus ihren Reihen solidarisch zu sein. Da gilt dann eher: aus den Augen, aus den Sinn. Allerdings ist es schwierig, diese Bedenkzeit erst mal einzuläuten. Ich sehe halt kaum die Möglichkeit, rechte Leute in den Knast zu bringen, indem man die wenigen Polizeikapazitäten konzentriert auf Ermittlungen in Connewitz oder der Sternschanze.

    Ich sehe auch nicht, dass die Rechte in Pandemiezeiten großartig an Boden gewinnt. Klar, lokal vielleicht als Drahtzieher oder Wurmfortsatz von Corona-Protesten. Aber ganz ehrlich, wenn sich das in Form von Attacken gegen Staatsdiener äußert, ist das mir lieber als brennende Unterkünfte.

    Ich betrachte Coronaprotest als Einstiegsdroge. Den Stoff liefert momentan die afd zu einem sehr günstigen Kurs. Und ist man erst drin, knüpft man dort weitere Kontakte, wird angeworben für ähnliche Aktionen (nach Corona braucht es schließlich ein neues Feindbild, auf das Jagd gemacht wird), und ehe man sich versieht, hat die Hose nicht nur einen braunen Fleck, sondern ist vollgeschissen von oben bis unten.

  • Es ist doch absurd zu glauben, dass der Staat das Problem löst. Die ganze Prozesse um den Überfall auf Connewitz zeigen doch ganz gut, was vom Rechtsstaat zu halten ist. Zunächst verhängte Haftstrafen wurden sogar wieder aufgehoben. Wenn der Staat wollte, dann würde er. Aber nein, lieber werden irgendwelche Leute aus der linken Fußball-Szene jahrelang überwacht. Und jetzt sollen Linke die Füße stillhalten, damit 'die wenigen Polizeikapazitäten' sich nicht auf Connewitz konzentrieren 'müssen'? Die ganze 'Soko Links' ist ebenso ein politisches Projekt wie diese Farce von einem Prozess.

    Klar, Knast und Resozialisierung funktioniert super. Wenn etwas Märtyrereffekt hat, dann das.

    Why do we fall?

  • Klar, Knast und Resozialisierung funktioniert super. Wenn etwas Märtyrereffekt hat, dann das.

    Wofür bist du denn, wenn du gegen alles andere bist? Knast ist schlecht, Polizei und Gesellschaft keine Angriffspunkte bieten ist schlecht, und natürlich ist es oberschlecht, wenn ich jetzt verweise auf ein nach 16 Jahren nicht mehr konservativ geführtes Bundesinnenministerium, was zumindest weit mehr Hoffnung gibt als alle vorherigen Minister zusammen (vor allen ob der aktuell kommunizierten Schwerpunktsetzung gegen Rechtskriminalität).

    Trotzdem ist natürlich auch das schlecht, denn auf Versprechen der Politik darf man nichts geben. Lediglich das Lamentieren ist legitim, dass die Politik so lange versagt hat - bei gleichzeitiger vorurteilsbehafteter Querstellung sämtlicher Neuordnungsversuche. Das typisch linke Dilemma eben.

    Also sag an: was ist zu tun?

  • Klar, Knast und Resozialisierung funktioniert super. Wenn etwas Märtyrereffekt hat, dann das.

    Wofür bist du denn, wenn du gegen alles andere bist? Knast ist schlecht, Polizei und Gesellschaft keine Angriffspunkte bieten ist schlecht, und natürlich ist es oberschlecht, wenn ich jetzt verweise auf ein nach 16 Jahren nicht mehr konservativ geführtes Bundesinnenministerium, was zumindest weit mehr Hoffnung gibt als alle vorherigen Minister zusammen (vor allen ob der aktuell kommunizierten Schwerpunktsetzung gegen Rechtskriminalität).

    Trotzdem ist natürlich auch das schlecht, denn auf Versprechen der Politik darf man nichts geben. Lediglich das Lamentieren ist legitim, dass die Politik so lange versagt hat - bei gleichzeitiger vorurteilsbehafteter Querstellung sämtlicher Neuordnungsversuche. Das typisch linke Dilemma eben.

    Also sag an: s ist zu tun?

    Ich hab wohl zu dem Thema mehr als genug geschrieben, oder? Hier ging es nur um Frage, ob militante Aktionen per se abzulehnen sind (was ich bestreite). Natürlich sind sie auch nur Teil des 'bigger picture' und müssen Hand in Hand gehen mit anderen Aktionen. Willst du eine Patentlösung? Wenn ich die hätte, oder jemand anders, dann gäbe es das Problem nicht. Aber dass es nicht geht ohne

    -Verhinderung rechter Raumnahme (im Fußball, in den Schulen, in Behörden, in Vereinen usw.)

    -Bekämpfung rechter Ideologie durch Aufklärung, Bildung

    -Öffentlichkeitsarbeit inkl. Outingkampagnen

    -Aufbau von Räumen und Strukturen, die die Basis bieten für verschiedene Aktionen

    -intensive Recherche

    und natürlich: -politische und soziale Bewegung, die Themen wie soziale Ausgrenzung/abstiegsängste, staatliche autoritäre Entwicklung addressiert und Rechten kein Einfallstor bietet,

    ist doch klar.

    Und in keinem der obengenannte Punkte würde ich auf den Staat/das Innenministerium oder die Gerichte vertrauen.

    Also, was hat das mit Lamentieren zu tun? Sich intellektuell und moralisch überlegen fühlen und hoffen, dass der Staat irgendwann genug Nazis wegsperrt, kommt mir hingegen nicht wie eine zielführende Strategie vor, vor allem wenn man ohnehin ein eher resigniertes Bild der Gesellschaft zeichnet.

    Why do we fall?

  • Ich hab wohl zu dem Thema mehr als genug geschrieben, oder? Hier ging es nur um Frage, ob militante Aktionen per se abzulehnen sind (was ich bestreite).

    Und ich bestreite den Nutzen dahinter. So gesehen drehen wir uns im Kreis, können beide keine ultimativen Lösungen präsentieren, sondern lediglich Standpunkte austauschen. Haben wir immerhin getan. War ja durchaus auch mal ganz nett.

    Also, was hat das mit Lamentieren zu tun? Sich intellektuell und moralisch überlegen fühlen und hoffen, dass der Staat irgendwann genug Nazis wegsperrt, kommt mir hingegen nicht wie eine zielführende Strategie vor, vor allem wenn man ohnehin ein eher resigniertes Bild der Gesellschaft zeichnet.

    Finde ich zumindest ein sinnvolleres Mittel, als hoffend die Verbreiter von Angst und Schrecken mit Angst und Schrecken versuchen abzuschrecken.

    Zur Erinnerung: die haben das Konzept erfunden, die wirst du damit also nicht schocken. Schon gar nicht abschrecken. Das kannst du es allenfalls im hippen Szeneviertel als Erfolg verbuchen, wo das gesamte Habitat wenig begehrenswert für solches Gesindel ist. Und das funktioniert sogar ganz ohne Gewalt, sondern tatsächlich durch bloße Existenz einer Mehrheitsgesellschaft, die darauf keinen Bock hat. Die sogar so wenig Bock darauf hat, dass sie noch nicht mal schwarze Fahnen aus dem Fenster hängen, oder das Äquivalent zum "NS-Kiez" an jede zweite Häuserwand schmieren müssen. Damit weckt man nämlich eher Begehrlichkeiten, weil man wie ein Hund sein Revier markiert und beansprucht. Aber das sind halt die Wohlfühloasen, auf die man sich konzentriert und unter dem Deckmantel des solidarischen Kampfes alles andere ausblendet. Schon die Bewohner von Vorstadt und Plattenbaugebiet hat man nicht mehr auf dem Schirm. Wie kommt es eigentlich, dass man aus seinem eigenen Umfeld nicht rausfindet? Es ist wie so ein schönes, warmes Bett, aus dem man einfach nicht raus in die Kälte aufstehen will.

    Öffentlichkeitsarbeit klingt immer so schön, aber dort sollen sich dann lieber mal Staat und Politik drum kümmern. Lehnt man zwar strikt ab, aber für dort reicht's. Man kümmert sich lieber um die Nazis im Szenekiez, die einem quasi täglich über den Weg laufen.

    Vielleicht ist das Problem auch ein klein bisschen hausgemacht.

    Und während man so schön auf seiner rosaroten Insel lebt, formiert sich der Mob ungestört außerhalb und reist lediglich zu den Events an. Danach zieht sich jede Gruppe wieder auf ihre Elfenbeintürme zurück. Jede von sich überzeugt, das absolut Richtige zu tun. Und jede Gruppe auch mit ihrer ganz eigenen Legitimation von Gewalt und Mordanschlägen. Dasselbe Spiel seit vielen Jahrzehnten. Es scheint ja zu funktionieren.

  • Die Fokussierung auf die 'Wohlfühlzonen' ist nochmal ein anderes Problem - wobei man diesen Vorwurf den kleinen mobilen 'Antifa-Kommandos' gerade nicht machen kann, denn die fahren ja aufs Land^^

    Ich kann da nur für mich sprechen und für alle aktiven Menschen, auf die ich große Stücke halte: Kiezdemos, ritualisierter Militanzfetisch und generell 'Szene-Events' interessieren mich nicht im Geringsten und haben mich nie interessiert. Ich kann auch die Sehnsucht nach dem 'Wohlfühlkiez' nur teilweise verstehen - natürlich sollte es Räume und Rückzugsorte geben, aber in dieser eskapistischen Form bleibt man dann doch hinter seinen Ansprüchen zurück. Wobei man natürlich auch berücksichtigen muss, dass viele Aktionen geschehen, von denen die Öffentlichkeit nicht unbedingt was mitbekommt. Soll heißen, es hocken eben zum Glück nicht alle nur in ihrem Kiez und drehen Däumchen, auch wenn das teilweise so wirkt.

    Why do we fall?