Was kotzt euch heute an?

Es gibt 884 Antworten in diesem Thema, welches 389.013 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (8. Dezember 2023 um 13:23) ist von Yatan.

  • Die Entropie musst du nicht verteidigen x)) ! Sie wird immer dasein ! Egal, wieviele Wandlungen jemand durchläuft ! Hehe .......

  • @mi san thrope: Arbeit sollte nie mehr als Selbstzweck sein. Darauf eine Persönlichkeit aufzubauen (oder auch nur versuchen zu retten) scheint mir der falsche Weg. In deinem Fall kann sie bestenfalls als Starthilfe und damit als kleinen Antrieb betrachtet werden. Schlimmstenfalls hängst du aber eines Tages apathischen auf deiner Arbeit herum und es geht dir exakt wie jetzt, nur mit zusätzlichen Pflichten und Regeln, die den Zustand noch verschlimmern.

    Verbessern kann in Sachen Antriebslosigkeit aber vielleicht ein Arzt die Sache. Körperliche Mangelerscheinungen führen nicht selten zur geistigen Schwere. Lass dich mal durchchecken!

  • Verbessern kann in Sachen Antriebslosigkeit aber vielleicht ein Arzt die Sache. Körperliche Mangelerscheinungen führen nicht selten zur geistigen Schwere. Lass dich mal durchchecken!


    Oder zumindest würde ich erstmal versuchen, meine Lebensführung eigenständig umzustellen. Von Ärzten habe ich damals auch nur Elektrolyte verschrieben bekommen. Mangelerscheinungen sind nicht zu unterschätzen, wobei es bei mir schon reicht, wenn ich nicht umfassend auf Ernährung, Bewegung und Schlaf achte, um mich sofort beschissen zu fühlen und in selbstzerstörerische Gedanken zu verfallen. Seine biologische Maschine in Gang zu bringen ist der erste Schritt, bevor man sich über andere Dinge Gedanken machen sollte.

    Why do we fall?

  • Natürlich ist sie nicht mehr als Selbstzweck für mich. Es geht mir darum, Dopamin aus einer Tätigkeit und nicht mehr nur aus Konsum zu ziehen. Das hat mit dem Aufbau einer Persönlichkeit absolut nichts, aber auch gar nichts zu tun. Ich weiß, wie sehr mir Nüchternheit in gewissen Lagen helfen kann und hilft. Nur habe ich mich eben insoweit selbst konditioniert gehabt, dass ich sehr oft den einfacherern Weg gewählt habe und mich berauscht. Religiöse Menschen wählen auch oft den einfacheren Weg, indem sie sich an einen Gott klammern, der alle ihre Probleme auf sich nimmt.

    Die Antriebslosigkeit ist bei mir geistig bedingt und auf jahrelangen exzessiven Cannabis und Amphetaminkonsum zurückzuführen. Da bringt ein Check beim Arzt auch nicht mehr viel. Körperlich habe ich bis auf eine kaputte Lunge und einen zerstörten Magen eigentlich keine gebrechen. Das wird schon wieder !

    Ein paar alltägliche Depressionen sind doch nicht der Rede wert.

    Danke trotzdem für deine Intension, mir ein paar hilfreiche Tipps geben zu wollen !

    Einmal editiert, zuletzt von mi san thrope (12. August 2018 um 12:19)

  • Das hat mit dem Aufbau einer Persönlichkeit absolut nichts, aber auch gar nichts zu tun.

    Scheinbar aber doch, wenn du dermaßen tief im Keller feststeckst und ohne diesen weltlichen Kram nicht mehr alleine hochkommst.
    (Ursprünglich war es auch nicht direkt auf dich gemünzt, sondern auf Leute, die tatsächlich nur für und wegen ihrem Beruf existieren, ihren Kindern oder was der Teufel was). Letztendlich ist es aber bei dir auch nicht ganz von der Hand zu weisen, sonst würdest du nicht nach diesem Strohhalm greifen bzw. ihn als einzig möglichen Rettungsanker sehen.

    Körperlich habe ich bis auf eine kaputte Lunge und einen zerstörten Magen eigentlich keine gebrechen.

    Woher willst du das wissen außer über laienhafte Selbstdiagnose? Ich sprach auch gar nicht über gravierende körperliche Gebrechen, sondern eher in die Richtung Vitamin D und/oder Eisenmangel. Beides ganz typische Sachen bei enormer Abgeschlagenheit. Schon möglich, dass durch deinen immensen Drogenkonsum dieses Gleichgewicht zerstört ist. Den ganzen Meth-Opfer sieht man das sogar äußerlich an.
    Ansonsten stimmte ich den Bewegungstipps von Lonewolf zu. Ständig in den eigenen vier Wänden zu hocken und ab und an mal mit dem Hund rauszugehen (und sich dabei zu ärgern) dürfte den Gesamtzustand jedenfalls nicht verbessern.

    Ein paar alltägliche Depressionen sind doch nicht der Rede wert.

    Offensichtlich ja doch, sonst würdest du es hier nicht wiederholt zum Thema machen. Auch wenn du es jetzt runterspielst und das alles als nicht so gravierend ausschmückst, scheint dich das mehr zu belasten, als du mit deinem letzten Beitrag den Anschein erwecken wolltest.
    Ist in meinen Augen genau das Problem. Solange man es selbst nicht als Problem wahrnimmt ("alles halb so schlimm, ist nur eine Verstimmung"), solange wird man auch nichts unternehmen und solange wird auch alles bleiben wie es ist.

  • Letztendlich ist es aber bei dir auch nicht ganz von der Hand zu weisen, sonst würdest du nicht nach diesem Strohhalm greifen bzw. ihn als einzig möglichen Rettungsanker sehen.

    Warum sollte ich keine Arbeit ausführen wollen. Wo habe ich gesagt, dass ich es als einzigen Rettungsanker sehe ?

    Woher willst du das wissen außer über laienhafte Selbstdiagnose?

    Ich war das letzte Jahr dermaßen oft bei Ärzten und im Krankenhaus. Das ist bestimmt keine laienhafte Selbstdiagnose !

    Den ganzen Meth-Opfer sieht man das sogar äußerlich an.

    Habe mich vertippt, das Meth vor Amph ist überflüssig gewesen. Bis auf enormen Gewichtverlust ging es mir körperlich recht gut die Zeit über !

    ab und an mal mit dem Hund rauszugehen

    Ich gehe jeden Tag 2-3h mit dem Hund Gassi.

    "Ein paar alltägliche Depressionen sind doch nicht der Rede wert."

    Das war ironisch gemeint !

  • Ich halte Arbeit generell nicht für sinnlos. Entgegengesetzt meinem APPD Motto,
    ARBEIT IST SCHEISSE, finde ich sie sogar sehr sinnvoll. Solange es nicht Arbeit um der Arbeit willen ist. Nichts ist so sinnlos, wie unnütze Tätigkeiten. Es geht um eine Arbeit, die einen sinnvollen Zweck erfüllt. Die mich ausfüllt, mir Spass bereitet und nach der ich am Ende des Tages sagen kann, ich habe etwas geleistet. Ich finde die Arbeit als Veranstaltungstechniker erfüllt alle diese Aspekte. Wenn ich im Bereich Tontechnik/Musik später arbeiten könnte, wäre das phantastisch. Ich sehe mich nicht als kategorischer Arbeitsverweigerer aus Prinzip. Ich kenne genügend Veranstaltungstechniker, die sehr viel Spass und Freude an ihrem Beruf haben und die massenhaft gute Jobs übernehmen. Das habe ich mir, nach den 2 verkorxten Studiengängen und der sinnlosen Ausbildung als Vorbild genommen, sowie ich es eigentlich schon nach der Schule machen wollte, aber aufgrund von privaten und persönlichen Gründen nicht auf die Reihe gekriegt habe.

    • Offizieller Beitrag

    Ich bin letzte Woche mal wieder in München gewesen... und weil gerade zufälllig Oktoberfest war und der Platz genau auf dem Weg lag, hab ich es mir nicht nehmen lassen, mir das einmal aus der Nähe anzuschauen und da einfach mal durchzulaufen.
    Wenn ihr jemals einen kleinen Vorgeschmack haben wollt, wie sich die Apokalypse anfühlt und wie sowas aussehen und sich anhören könnte: Geht aufs Oktoberfest!!!
    In Trachten gehüllte, hirnlose Zombie-Massen, die einfach nur von der einen in die andere Richtung torkeln oder sich gegenseitig vor sich her schieben, scheinbar ohne Plan, wo sie eigentlich hinwollen, oder was der Sinn ihrer Existenz ist.
    Links von mir ist ein Asiate in die Knie gegangen, der wohl den Alkohol nicht vertragen hat, auf der Wiese gegenüber lagen die Alkoholleichen aufgereiht, und an einer hinteren Wand der Bude hat gerade einer gekotzt. Und vor mir hat ein besoffener Fußballfan, der scheinbar jeden zweiten wahllos angelabert hat, sein Handy fallen lassen (vermutlich nicht zum ersten Mal an diesem Tag).
    Wenn man irgendwo hin möchte, egal ob aufs Klo oder an eine Wurstbude, muss man sich erstmal ne halbe Stunde anstellen. Und in die Bierzelte scheint man sowieso nicht reinzukommen ohne Anmeldung, sonst hätte ich ja gern mal einen Blick reingeworfen. Aber nach allem, was man so hört, ist es da drin sowieso nur extrem voll, teuer und es läuft die ganze Zeit schreckliche Musik. (die sich vermutlich auch die allermeisten Besucher dort niemals freiwillig in ihrer Freizeit anhören würden)
    Also warum zur Hölle tut man sich das überhaupt an?
    Warum empfinden viele Menschen sowas als Vergnügen?
    Ok, mal kurz durchlaufen und sich ordentlich gruseln lassen, ja, dafür ist dieses Event schon sehr gut geeignet. Das gesamte Oktoberfest ist eine einzige gigantische Geisterbahn, ein Kuriositätenkabinett, in dem menschenähnliche Freaks und Missgeburten ausgestellt werden... und mit dieser Einstellung bin ich auch da hin gegangen, um mich mal bisschen gruseln zu lassen, und wurde in meinen schlimmsten Befürchtungen dann auch mehr als bestätigt.
    Aber die meisten Leute gehen ja nicht da hin, um ihrem Menschenhass neue Nahrung zu geben, sondern weil sie sich da wohl fühlen und glücklich sind... das ist das, was ich irgendwie überhaupt nicht nachvollziehen kann. Dafür sind meine Gedankengänge wohl einfach zu anders.

    Dazu kommen noch die ganzen Sicherheitsvorkehrungen und das Gefühl der ständigen Überwachung:
    Am Eingang wird man von bulligen Gestalten in Fantasie-Uniformen gefilzt, die aussehen wie aus einem schlechten 80er-Jahre-Actionfilm entsprungen.
    Ich vermisse die Zeiten, als die Bullen einfach in beigen Hosen und grünen Jacke rumgelaufen sind und alle einen uncoolen Oberlippenbart und Dienstmütze trugen. Da hat man wenigstens auf den ersten Blick gesehen, dass das echte Polizisten sind.
    Heute scheint da modisch alles erlaubt zu sein bei denen, von blau über grün über neongelber Warnweste bis zu martialischen schwarzen Streetfighter-Kostümen. Das ist ja die totale Anarchie da in Bayern. Woher zur Hölle soll ich als normaler Bürger eigentlich noch wissen, ob die Typen, die mir blöd kommen, echte Polizisten sind, oder ob die gerade nur beim Kostümverleih waren oder zu den Hells Angels gehören???

    Ich war dann auch einfach nur froh, als ich körperlich unbeschadet am anderen Ende angekommen war und der Kirmeslärm und das scheinbar direkt aus der Hölle stammende Stimmengemurmel allmählich wieder leiser wurde. Im Vergleich dazu kam mir das normale Münchner Großstadtchaos mit endlosen Fußgängerströmen, rücksichtslosen Radfahrern und asozialen BMW-Fahrern, die einem nach dem Leben trachten, fast schon wie eine Erholung vor.
    Weltstadt mit Herz? Von wegen. Das ist die Arschloch-Hauptstadt mit ein paar schönen Grünflächen und Biergärten. Und die ganzen CSU und AfD-Plakate, die da zur Zeit überall rumhängen, machen es nicht besser. Da fühlt man sich als Fremder so richtig schön unwillkommen.

  • Tja, wer das ganze Jahr stramm stehen muss, der will es dann zumindest mal in ein paar Tagen im Jahr auch sein. Und um alles Verpasste möglichst schnell nachzuholen, wird das Bier literweise in sich hineingeschüttet, ein Fahrgeschäft nach dem anderen ausprobiert, und auch für den Abbau der sexuellen Frustration ist das Oktoberfest ja mitunter prima geeignet.
    Ansonsten ist es halt die Geselligkeit, die einem gesellschaftlich ja doch irgendwie anerzogen ist. Und mit dem richtigen Pegel im Blut, liegt man sich dann ganz schnell in den Armen, grölt und schunkelt mit und findet auch die Musik gar nicht mehr so schrecklich (wobei ich den Allermeisten dort schon eine generelle Begeisterung von Helene Fischer, Mario Barth und ähnlichen Volksbespassern unterstelle). Das Uniformtragen ist man ja ohnehin gewohnt. Ob privat oder im Job. Wieso also jetzt nicht Dirndl oder Lederhose anziehen, wenn es sich doch mal so gehört? Es ist schließlich ein gewisser Prestige, im Festzelt dabei sein zu dürfen (darf man da überhaupt zivilisiert eintreten?).

    Naja, das alles ist jedenfalls eine sehr gefährliche Mischung. Nimmt man ihnen Musik und Alkohol, würde das alles ganz schnell in eine riesige Massenschlägerei ausarten. Wetten?