Was kotzt euch heute an?

Es gibt 884 Antworten in diesem Thema, welches 389.367 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (8. Dezember 2023 um 13:23) ist von Yatan.

  • Sonst hätt ich dich ja schon klugscheißerisch darauf hingewiesen und ein paar Bonuspunkte bei dir gesammelt.

    Das wäre noch das eine ... aber einen festgewachsenen Fehler bei einem Schriftsteller zu finden, auf den er noch nicht hingewiesen wurde, ist schon ein fetter Bonuspunkt. :D

    Niemand erwartet von dir, in der Schule die Probleme der Menschheit zu lösen.

    Ist ja schön und gut, alle haben kapiert, dass ich mich im Prinzip völlig "umsonst" reinhänge, ohne einen Grund oder ein Ziel vor Augen zu haben ... aber was soll ich jetzt bitte schreiben? Mir fällt nichts ein, das sich in kurzen Sätzen zusammenfassen ließe ... eigentlich fällt mir überhaupt nichts ein, außer, dass die meisten seiner Aspekte auf den Kapitalismus und die Leistungsgesellschaft zurückzuführen sind. Die beiden Begriffe sind das formulierte Problem (ja, es können auch Stichpunkte sein, obwohl ich eher zu Fließtexten tendiere).

    Und Religion ist ja schon wieder morgen. :waah:

    Und noch weitere Hausaufgaben, mehrere anstehende Tests, ...

    Ich hasse es, aber auf diese Weise kann ich wenigstens dem restlichen Depri-Mist entgehen. Der Zeitdruck zwingt mich dazu, nicht allzu lange von solchen Themen zermürbt zu werden oder die Welt im Laufe der Zeit immer weiter als undurchschauberer, komplexer und beschissener zu empfinden.

    Sollte es nicht umgekehrt sein? Sollte es nicht irgendwann leichter fallen, auch einige Dinge so hinzunehmen, wie sie sind und mit ihnen leben zu lernen? Oder macht das einen wieder zu einem Normal-Sterblichen? :kopfschuss:

    Edit:

    Kann es sein, dass du sowas wie die Reinkarnation von Hermine Granger bist? 8o

    Ich muss übrigens gestehen, noch nie Harry Potter gelesen oder geschaut zu haben, somit weiß ich nicht wirklich, worauf du hinaus möchtest.

    Aber lohnt es sich? Ich kenne einige, die regelrecht besessen von dem Zeug sind.

    μολὼν λαβέ.

  • Sollte es nicht umgekehrt sein? Sollte es nicht irgendwann leichter fallen, auch einige Dinge so hinzunehmen, wie sie sind und mit ihnen leben zu lernen? Oder macht das einen wieder zu einem Normal-Sterblichen?

    Ich finde, das ist ein Zeichen von Resilenz und Stärke. Also leben können, nicht Dinge einfach nur resigniert hinnehmen.

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Ich finde, das ist ein Zeichen von Resilenz und Stärke. Also leben können, nicht Dinge einfach nur resigniert hinnehmen.

    Ich frage mich, ob es an sich nicht nur ein weiterer belangloser und aus dem Kontext gerissener Aspekt ist.

    Genauso wie der Anhaltspunkt, ob du der Schule zehn bis dreizehn Jahre lang standhalten kannst oder nicht. Wovon zeugt das dann tatsächlich? Von Anpassung? Stärke? Ignoranz?

    Und hier ist es die Frage, ob es dich überhaupt etwas angeht und du "von Natur aus" damit zurechtkommst, bzw. nicht länger darüber nachdenkst oder du auch dann, wenn es dich beschäftigt, noch von genug Willenskraft zeugst und dein Leben im Griff hast ... dabei scheint mir genau so etwas psychotisch zu sein.

    μολὼν λαβέ.

  • Genauso wie der Anhaltspunkt, ob du der Schule zehn bis dreizehn Jahre lang standhalten kannst oder nicht. Wovon zeugt das dann tatsächlich? Von Anpassung? Stärke? Ignoranz?


    Ich habe mich dazu entschieden, dass meine Anstrengungen im Leben nicht belanglos sind und zieh das ignorant durch. Ob mich das jetzt zum gewöhnlichen otto macht oder nicht, ist belanglos. Alles belanglos, sich selbst das Hirn zerficken und daran krepieren ist auch belanglos. Schau dir Menschen an, die harte Schicksale überstanden haben. Versuch was von ihnen zu lernen, imo die bessere Ablenkung, aber natürlich auch belanglos...

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • Ich habe mich dazu entschieden, dass meine Anstrengungen im Leben nicht belanglos sind und zieh das ignorant durch. Ob mich das jetzt zum gewöhnlichen otto macht oder nicht, ist belanglos. Alles belanglos, sich selbst das Hirn zerficken und daran krepieren ist auch belanglos. Schau dir Menschen an, die harte Schicksale überstanden haben. Versuch was von ihnen zu lernen, imo die bessere Ablenkung, aber natürlich auch belanglos...

    Um welche harten Schicksale handelt es sich wenn man fragen darf?

  • Um welche harten Schicksale handelt es sich wenn man fragen darf?

    Ich hatte z.b. gerade leute im knast im sinn, die aber mit einer haltung wie im invictus gedicht nicht daran kaputtgehen.

    Für das yatanische Volk, Yatanistan und den gelenkten Yatanismus!

  • aber was soll ich jetzt bitte schreiben? Mir fällt nichts ein, das sich in kurzen Sätzen zusammenfassen ließe ... eigentlich fällt mir überhaupt nichts ein, außer, dass die meisten seiner Aspekte auf den Kapitalismus und die Leistungsgesellschaft zurückzuführen sind.

    Ich würde halt sowas schreiben wie:

    "Ist-Zustand" - Durch den ständigen Wettbewerb, das sich gegenseitig übertrumpfen müssen und die gleichzeitig voranschreitende Überbevölkerung haben die Menschen sich immer mehr von sich selbst entfremdet. Ebenso wie von ihren Mitmenschen, zu denen sie durch den Konkurrenzdruck ein immer distanzierteres, feindseligeres Verhältnis entwickelt haben. Sie leben in ständiger Angst, zu kurz zu kommen oder den Anschluss zu verlieren, und haben deshalb ständig das Gefühl, Leistung erbringen und sich anderen gegenüber beweisen zu müssen... und selbst, wenn sie gerade nichts leisten, müssen sie sich immer irgendwie beschäftigen... müssen immer irgendwas tun, um sich abzulenken, und um nicht über die quälenden Fragen ihrer Existenz nachzudenken. Beispielsweise durch Musik hören. Oder Hausaufgaben machen.:D

    "Der Soll-Zustand" - wäre dann wohl eben das Gegenteil davon. Dass sie sich wieder mehr Zeit nehmen für sich selbst, für das Reflektieren, das in sich gehen, das Hinterfragen. Und dass sie auch ihren Mitmenschen wieder anders begegnen, sie nicht länger als Konkurrenten betrachten, die es zu übertrumpfen gilt, sondern versuchen, auf Augenhöhe mit ihnen zu leben und die Probleme, die es zu lösen gilt, gemeinsam anzugehen, anstatt gegeneinander.

    Zum "Warum"... da hab ich nicht ganz verstanden, was mit Warum gemeint ist. Warum der Soll-Zustand besser ist als der Ist-Zustand? Oder warum der Soll-Zustand schwierig zu erreichen ist?

    Als "Lösung" würde ich vielleicht die Einführung eines bedingungslosen Grundeinkommens in Erwägung ziehen, damit die Menschen von der Hektik und dem ständigen Wettbewerb entwöhnt werden und ein bisschen Zeit bekommen, um über sich selbst nachzudenken und über das, was sie im Leben eigentlich wollen. Die Überbevölkerung zu reduzieren, sprich die Leute dazu zu animieren, sich nicht mehr so stark zu vermehren, wäre sicher auch ein guter Ansatz, damit jeder Einzelne mehr Platz zum Leben hat und über mehr Resourcen verfügen kann.

    Naja, man kann das sicher noch besser formulieren, und ich hab es vermutlich auch schon hundertmal besser formuliert. (bin gerade auch nicht so ganz in Stimmung für sowas) Aber so ungefähr eben würde ich es schreiben.

    Passt thematisch übrigens auch irgendwie super zu dem Interview mit Hans A. Pestalozzi, das wir Anarchonauten damals für unseren Song "Systemlosigkeit" gesampelt haben.

    Also wenn ich Lehrer wäre, würde ich das mal meiner Klasse vorspielen! Das ist noch viel besser und konsequenter als Konrad Lorenz... aber sowas wird im Ethik-Unterricht wohl eher nicht behandelt.

    Ich muss übrigens gestehen, noch nie Harry Potter gelesen oder geschaut zu haben, somit weiß ich nicht wirklich, worauf du hinaus möchtest.

    Aber lohnt es sich?

    Hermine ist halt ziemlich fleißig und nimmt die Schule sehr ernst. Alles andere als die Bestnote würde sich für sie wie eine Niederlage anfühlen. Trotzdem ist sie aber immer für ihre Freunde da und keine egoistische Streberin oder so.

    Ich finde schon, dass sich Harry Potter lohnt. Die Bücher hab ich aber bisher auch nicht gelesen, obwohl ich es mir schon seit vielen Jahren vorgenommen habe. Ich bin eigentlich nur durch die Filme ein Fan davon geworden.

    Ich war ja damals schon eher zu alt für sowas, hab gedacht, das ist eben so ein debiler Kinderkram, der neueste Trend für die immer dämlicher werdende Jugend. Aber weil ich mir fast alles anschaue, bin ich dann trotzdem ins Kino gegangen und war dann doch angenehm überrascht.

    Ich mag die Atmosphäre irgendwie... Es ist am Anfang schon gelegentlich recht düster für ne Kindergeschichte und wird mit jedem Teil noch düsterer, hat aber auch schöne unbeschwerte Momente und einfach sympathische Charaktere, mit denen ich mich gut identifizieren konnte. Freundschaft spielt auch eine wichtige Rolle, aber auch Depressionen, Diskriminierung, Kritik am Überwachungsstaat und dergleichen hat J.K.Rowling in der Geschichte verarbeitet. Und manche Charaktere sind einfach total kultig.

    Professor Snape hat mich irgendwie an meinen Charakter "Major von Stahl" erinnert.. war auch ungefähr die selbe Zeit, als ich Unity 2 geschrieben hab. Und NEIN, ich hab nicht geklaut bei Harry Potter! Aber Fakt ist, Unity 2 spielt auf einem Internat in einer alten Burg, und es gibt da einen finsteren Lehrer, vor dem alle Schüler Angst haben, und der nicht ganz das ist, was er zu sein vorgibt... und in Harry Potter ist es eben genau dasselbe. Nur ein komischer Zufall... aber der Moment, als Snape zum ersten Mal aufgetaucht ist, und ich mir nur dachte: "Geil, das ist ja fast wie bei mir"... das war dann vermutlich der Moment, wo ich anfing, meine Vorbehalte aufzugeben, J.K.Rowling zu huldigen und mich auf dieses Universum einzulassen.

  • Harald Töpfer muss ich mir auch mal geben, scheint interessant zu sein, wenn die Geschichten so viele in ihren Bann ziehen.

    Haben Hermine und ihre Freunde denn Pläne für nach der Schule?

    Ich versuche das gerade zu vergleichen mit Lissaminka 's Perspektiven.

    Hast du welche für nach der Schule?

    Vielleicht lässt sich so die Zeit besser überwinden und mehr Motivation oder meinetwegen auch Mitleid für die Lehrer empfinden.

    So gesehen ist Schule wirklich bisschen zu vergleichen mit Knast. Man sitzt das Mindestmaß ab und dann? Wie geht's weiter?

    Der Unterschied zum Häftling ist denke ich der, dass dieser sehr genau weiß was er nach der Zeit im Gefängnis mit seinem Leben anfangen will. Und zwar ist das idR von vorne anfangen :(

    Aber man fokussiert sich eben die ganze Zeit darauf und das bringt dann ein Gefühl von Neubeginn was einen so bei der Stange hält.

    Schule zerstreut hingegen etwas. Man hat ja das Überangebot, und das ist doch eigentlich ganz gut so.

    Wenn mich jemand als kleines gefragt hat was ich Mal werden will wenn ich groß bin, hab ich "glücklich" geantwortet.

    Denke, das war nicht verkehrt, wird aber zunehmend schwieriger je mehr man nach dem Sinn im Ganzen sucht.

  • Haben Hermine und ihre Freunde denn Pläne für nach der Schule?

    Möglich, dass darauf in den Büchern etwas mehr eingegangen wird... aber in den Filmen... hmm... ich habe nicht den Eindruck, dass es da eine große Rolle spielt. Am Anfang ist das alles ja noch weit weg, und da machen die sich über ihre Berufswahl noch eher weniger Gedanken. Und zum Ende hin, wo die Protagonisten in ein Alter kommen, wo man sich üblicherweise über sowas Gedanken macht oder irgendwelche Praktika machen würde, haben die gerade ganz andere Probleme und müssen den Untergang der Welt verhindern, da rückt die Schule auch immer mehr in den Hintergrund.

    Aber gute Frage, wofür die Schulbildung im Harry Potter-Universum überhaupt gut ist bzw. was einem ein Abschluss in Hogwarts eigentlich bringt für's spätere Leben. Entweder, man arbeitet später im Ministerium für Zauberei (also für die Regierung) ,oder man wird selber Lehrer. Aber gibt es noch andere Tätigkeiten, für die man in dieser Welt einen Abschluss braucht? :hmm: Wenn ich zaubern kann, kann ich ja mir alles herbeizaubern und brauch im Grunde gar nicht zu arbeiten. Aber da gibt es sicher kluge Leute, die über dieses Thema schon ganze Doktorarbeiten geschrieben haben... so großer Fan bin ich nun auch wieder nicht, dass ich da so in der Materie drin wäre.

  • Danke, Dian!

    Ich habe jetzt einige Stichpunkte hingekritzelt und von dir etwas ergänzen können. Hauptsache, da steht was und dem Umstand entsprechend, dass ich bereits halb schlafe, passt das so.

    Ich versuche das gerade zu vergleichen mit Lissaminka 's Perspektiven.

    Hast du welche für nach der Schule?

    Physik studieren. Und dabei vielleicht so etwas wie meine Ruhe haben ... oder auch nicht.

    μολὼν λαβέ.