Selbstbild

Es gibt 102 Antworten in diesem Thema, welches 33.183 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (15. Juli 2023 um 23:10) ist von Papa Stern.

  • Ich denke, es grenzt leicht am Wahnsinn, wenn man meint, sich und die Welt zu verstehen.

    Hat das hier jemand behauptet?

    Ich halte das nur für ein Ding der Unmöglichkeit. 'Nur' ist gut gesagt :S

  • Glaub ich hab 'Gedankenlosigkeit' eh falsch verwendet als Begriff, aber ich lösch das jetzt nicht. Was ich natürlich meinte war die Abwesenheit von Gedanken.

    Ist es vielleicht zu vergleichen mit einem Musikstück, das man stummschalten kann, das aber auf der Plattform, von der es aus gespielt wird, weiterläuft?

    Wenn ich mich bemühe, kann ich meine Gedanken stummschalten. Hält aber nicht lange an und schon fliegen die nächsten, die man wieder "hört", durchs Hirn. Meinst du das ist so?

    Stummschalten auf Dauer geht glaube ich gar nicht.

    Aber ja, genauso eine Plattform meinte ich. Ich vergleiche das nur gerne mit einem Radio, der mal leiser und mal lauter zu hören ist.

    In jedem Fall braucht man nicht unbedingt hinzuhören, deswegen 'Hintergrundmusik'.

    Wenn man es so sehen könnte, dass man weiß warum und bei welcher Gelegenheit ein bestimmtes Stück abgespielt wird, dann wird man Zeuge dieses Beobachtens ohne etwas damit tun zu müssen.

    Dann kann tatsächlich die von dir angesprochene Abwesenheit einstellen, da die Gedanken dich 'verlassen', denn sie wollen ungern beobachtet werden bzw legen sich dazu genauso auf die Lauer wie du ;)

  • Hat das hier jemand behauptet?

    Nö, das werfe ich auch niemandem vor. Es war lediglich meine Rechtfertigung für Celdurs Aussage, dass ich zu streng mit mir sei, weil ich kein Selbstbild habe.

    μολὼν λαβέ.

  • Ne, mal im Ernst: Durchschnittlich begabt. Verbal vielleicht etwas über dem Durchschnitt, sonst würde ich nicht mit Texten meinen Lebensunterhalt verdienen können. Allerdings handwerklich und lebenspraktisch eher unterdurchschnittlich.

    Aussehen scheint ganz in Ordnung zu sein, immerhin reicht es, dass mich ab und an eine Dame ansprechend findet. Ansonsten liegt das im Auge des Betrachters.

    Ich bin sehr loyal, was eine Stärke ist. Ich bin sehr unpraktisch, das ist wiederum eine Schwäche.

    Meine Verpeiltheit finden manche süß, andere wiederum kriegen Aggressionen.

    Letzten Endes denke ich, dass ich mich ganz gut einschätzen kann.

  • Ich denke, es grenzt leicht am Wahnsinn, wenn man meint, sich und die Welt zu verstehen.

    Achso, du willst also nicht wahnsinnig werden, also nicht um jeden Preis, nur um dich selbst kennenzulernen.

    Ich hoffe, ich konnte das jetzt endlich richtig einordnen?

    Oder meintest du eher, dass man sich niemals zur Gänze kennen lernen kann weil das vermessen wäre oder gar an Größenwahn grenzte?

    So kann das natürlich auch verstanden werden, aber nur wenn man versucht es auf andere auszuweiten.

    Ich finde echt, dass dasein reales Ziel im Leben eines Menschen sein sollte.

    Zumindest sollte man es ernsthaft versuchthaben bevor man aufgibt.

    Dabei kann einem nur leider niemand helfen, und die Möglichkeiten müssen im eigenen Umfeld gefunden werden.

    Wenn du als junger Mensch kein Selbstbild hast, ist das ja weiter auch nicht schlimm. Vielleicht lebt es sich auch einfacher ohne. Das was hier aufgeschrieben steht, ist ebenfalls nur als Momentaufnahme zu verstehen und man sollte sich nicht drauf stützen.

    So verstehe ich das zumindest von Celdur gesagte.

    Grundsätzlich hat dieses Bild ja nicht annähernd so viele Dimensionen, welche dich zu jeder Zeit ausmachen.

    Es ist sogesehen auch ein Trugschluss, weil es nur ein winzig kleiner Ausschnitt oder ein kleiner Gedankenstreif ist, der nicht den Rest deines Lebens und alles was da noch kommen mag diktieren sollte.

    Wäre doch super schade und völlig umsonst dann ...

  • Das was hier aufgeschrieben steht, ist ebenfalls nur als Momentaufnahme zu verstehen und man sollte sich nicht drauf stützen.

    Ja guter Punkt. Es ist das, wie ich mich gegenwärtig sehe. Ist aber vergänglich.

    Lissaminka Ich komm da echt nicht so ganz hinter deine Aussagen. Ich geb dir ja Recht. Zu meinen, die Welt (die ja auch einen selbst beinhaltet) verstanden zu haben, das ist wirklich übermütig. Aber siehst du denn überhaupt nichts in dir? Bzw. zweifelst du alles an, was dich beschreiben könnte? Wenn ich sage, du bist jemand, der alles anzweifelt, würdest du das ebenfalls anzweifeln?

  • Ja guter Punkt. Es ist das, wie ich mich gegenwärtig sehe. Ist aber vergänglich.

    Nicht, wenn du die Postings stehenlässt. ;)

    Es könnte für den Zukunftsceldur wirklich interessant sein, rückblickend noch mal seine alten Beiträge zu betrachten und daraus neue Erkenntnisse, sowie Erfahrungen zu ziehen. Vor allem im Hinblick auf sich selbst.

  • Och Leute, ihr interpretiert zu viel hinein.

    Ich erkläre hier niemanden für wahnsinnig, der sich grob mit ein paar Adjektiven beschreiben kann und nein, es geht mir auch nicht um die Verdrängung des eigenen Wesens.

    Grundsätzlich handelt es hier von der Frage "Wer bin ich?" oder etwas erweitert "Wie gestalte ich mein Leben?". Da fängt man pauschal an und ordnet sich erst mal in Schubladen ein, "Ich bin eine Schülerin, kann dies und das, mag dies und das" und kann dann tiefer einsteigen in alle erdenklichen Konstrukte wie Denkweisen, Ängste und alles, was einen sonst noch so ausmacht. All das erzeugt Bilder, welche wiederum ebenso Konstrukte gestalten - es baut aufeinander auf, bis eine Vernetzung - das "Gesamtbild" - entsteht. Dieses verändert sich allerdings fortwährend, entwickelt sich weiter und so besteht eben auch die Gefahr, dass man sich mental in Fesseln zwängt, wo eigentlich keine sind (außer man betrachtet das aufgestellte Bild tatsächlich nur als eine Momentaufnahme).

    Ein Mensch ist komplex und davor habe ich eine gewisse Ehrfurcht, obwohl ich von jemandem anderen sicherlich ein besseres und detailreicheres Bild erzeugen, nur nicht unbedingt beschreiben könnte, insofern die innersten Aspekte wegfallen.

    Jetzt könnte ich noch behaupten, ich habe kein Selbstbild, weil ich zu faul bin, das in Worte zu fassen und nicht abwägen kann, was mich eher ausmacht als das andere (und eine Doktorarbeit über sich zu verfassen wäre doch eine Anmaßung).

    @Celdur: Mit Zweifeln hat das das überhaupt nichts zu tun, wenn man nicht gerade an der Realität zweifelt. Es gibt nüchterne Fakten, Beispiel: Ich spiele Klavier.

    Ich finde echt, dass dasein reales Ziel im Leben eines Menschen sein sollte.

    Warum? Weil es zu dem gegenwärtigen Zeitpunkt so ist? (Und du bist doch schon da, verstehe nicht, welches Ziel es deiner Meinung nach noch zu verfolgen gibt. :D)

    Und im Nicht-Dasein ist das Ziel das Nicht-Dasein?

    μολὼν λαβέ.

  • Ein Mensch ist komplex und davor habe ich eine gewisse Ehrfurcht

    Ja schon, vielleicht ist er das. Sich ein bisschen sich mit Adjektiven beschreiben und das ist man dann? Natürlich ist der Mensch nicht nur nur das und das, kann* vieles (darüber hinaus) in sich vereinen. *Wenn man eben sich nicht an (oft) simple Selbstbeschreibungen anfesselt und sich darauf beschränkt.

    EDIT Zusatzgedanke: Vielleicht ist es für viele Menschen auch einfacher in der Welt zurechtzukommen, wenn sie ihr Selbst-/Fremdbild möglichst einfach halten. Oder man traut sich nicht, sein Potenzial auszuleben in dieser Welt?

    Es könnte für den Zukunftsceldur wirklich interessant sein, rückblickend noch mal seine alten Beiträge zu betrachten und daraus neue Erkenntnisse, sowie Erfahrungen zu ziehen. Vor allem im Hinblick auf sich selbst.

    Darauf will ich was Schlagfertiges antworten, nur mir fällt gerade nix ein. :D

    6 Mal editiert, zuletzt von Celdur (13. September 2021 um 14:50) aus folgendem Grund: EDIT + einen Satz umformuliert + Schreibfehler entdeckt