Selbstbild

Es gibt 102 Antworten in diesem Thema, welches 33.197 mal aufgerufen wurde. Der letzte Beitrag (15. Juli 2023 um 23:10) ist von Papa Stern.

  • In der Hinsicht hast du eigentlich recht, und konseqenterweise müsste ich auch meine (meiner Meinung nach) Fehler stehenlassen und nicht (fast zwanghaft, Marc hat schon recht) sie immer weglöschen.

    Ja. Zumal du damit genau das unterstreichen würdest, was du selbst geschrieben hast: dass Fehler dazu gehören und man kein Roboter ist.

    Das passt irgendwie nicht zu mir. Warum soll ich mich unbeliebt machen?

    Du sollst dich nicht auf Zwang unbeliebt machen. Gemeint war, dass es dir egal sein sollte, wenn es dann doch passiert. Was würde sonst wohl sein, wenn du ein großes Unrecht beobachtest und deshalb nicht eingreifen kannst, weil du dich beim Täter unbeliebt machen müsstest? Im Zweifel also lieber gar nichts tun und damit seine innere Haltung verraten? Das kann es ja irgendwie auch nicht sein.

    Ich meine, ich hab ja auch Meinungen, aber nicht zu allem. Man kann viele Sachen nicht nur aus einer Perspektive betrachten.

    Willkommen in meiner Welt. Oft habe ich schon genau das gemahnt und damit etablierte Ansichten zerbrochen, weil es eben nicht nur schwarz und weiß gibt. Genau diese Haltung ist auch eine "Meinung", mit der du überall mitreden kannst. Dann nimmst du eben die Perspektive ein, die DU hast und die ganz anders ist als vom Rest.

    Ich könnte mit einer Meinung zu XY auch völlig daneben liegen, aber ist das allemal besser, als gar keine Meinung dann zu XY zu haben? Hauptsache, ne Meinung, egal wie viel "Wahrheit" drinsteckt?

    Der Begriff "Meinung" verrät es schon: es gibt weder richtig, noch falsch; es ist die persönliche Einschätzung des Einzelnen. Womit willst du also "daneben liegen"? Und wieso tangiert dich das, wenn der eine das Glas halb voll bezeichnet, für dich es aber ganz klar halb leer ist?

    Unmensch würd mich aber jetzt schon interessieren, wie du dich selbst siehst.

    Erwähntes Mittelmaß aus komplettem Größenwahn, aber auch der Fähigkeit, Dinge als Ganzes zu betrachten und dabei auch mich zu beurteilen, als sei ich ein dritter Beobachter. Es kommt natürlich immer darauf an, wie man an mich herantritt und wie viel Sinnhaftigkeit dahintersteckt. Allgemein mache ich mir aber immer schon vorher Gedanken, das spart dann hinterher den Aufwand, Dinge in der Unordnung zu suchen, weil man alles nur in eine dunkle Ecke geschmissen hat.

  • Was würde sonst wohl sein, wenn du ein großes Unrecht beobachtest und deshalb nicht eingreifen kannst, weil du dich beim Täter unbeliebt machen müsstest?

    In dem Fall wäre es natürlich völlig egal, ob man sich unbeliebt macht beim Täter. Man handelt entsprechend seiner Möglichkeiten.

    Womit willst du also "daneben liegen"?

    Och, es gibt genug Beispiele. Wenn jemand meint, die Erde ist flach, dann ist das einfach falsch. Nicht nur meiner Meinung nach. Oder ist das keine Meinung im Wortsinne, sondern nur dämliches Geschwätz? :D

  • Welche Form die Erde hat hast du als Adventurer sicher schon selbst herausfinden können🤗

    Der Test ist übrigens nicht schlecht. Klar kann das variieren, man steht schließlich nicht jeden Tag vor denselben Entscheidungen, außer man ist vergesslich, hahaha.

    Bewusste Entscheidungen zu treffen ist für meinen Typ sehr hilfreich, und zwar solche, die zu mehr Selbstvertrauen führen werden, weil man sich besser verstehen lernt.

    Meintest du das mit Selbstbewusstsein? Bin mir nicht ganz sicher was du meintest in deiner Stellungnahme zu meinem Beitrag.

  • Na klar, in meinen Computerspielen waren die Planeten bisher immer rund. :pump:

    Bewusste Entscheidungen zu treffen ist für meinen Typ sehr hilfreich, und zwar solche, die zu mehr Selbstvertrauen führen werden, weil man sich besser verstehen lernt.

    Hast du ein Beispiel für eine bewusste Entscheidung?

    Meintest du das mit Selbstbewusstsein? Bin mir nicht ganz sicher was du meintest in deiner Stellungnahme zu meinem Beitrag.

    Hmm, was meinte ich? :hmm: Kennst du das Gefühl, wenn scheinbar alles wunderbar klappt. Deine Worte, deine Taten, die Reaktion deines Umfelds auf dich, alles in Harmonie. Ist das natürliches Selbstbewusstsein? Wenn du das aber immer wieder anzweifelst, und dich irgendwie selbst ausbremst damit, es nicht genießt/auslebst. Vielleicht ist das aber auch ein Stückchen normal, wozu hat man denn den Denkapparat da oben, damit kann man immer schön alles zerdenken und anzweifeln. :search:

  • Ja genau, der Zer-denk Apparat ^^ Deshalb bemühe ich mich den des öfteren auszuschalten, sofern ich das bemerke.

    Genießen lernen wäre zum Beispiel solch eine bewusste Entscheidung, oder auch eine Entscheidung zu dem eigenen Ausdruck zu stehen.

    Wie man sich gibt, ohne drüber nachzudenken was andere davon halten mögen.

    Diese Entscheidungen trifft man meistens aus dem Hochgefühl heraus, und dann fühlt es sich eine Zeit lang gut an und später dann reißt es bisweilen ein.

    Dann möcht man sich wieder neu ausrichten, hat aber Bedenken seine Ideale zu verraten, bzw von anderen verurteilt zu werden.

    Im Prinzip spielt sich das aber alles im eigenen Denken ab und hat im allgemeinen nichts mit den anderen zu tun.

    Im Endeffekt bildet man dazu noch Vorurteile ggueber anderen aus.

    Das gilt es eben immer wieder für sich selbst zu überprüfen.

    Unglücklich nur, wenn andere einen dann auf alte Statements versuchen festzunageln.

    Das ist besonders schlimm. Ich bin da leider nicht sehr diplomatisch.

    Am besten fahre ich, wenn ich gelegentlich checke ob es noch passt oder nicht.

    Im Test wird, wenn ich das richtig verstanden habe, unterschieden zwischen intuitiv und fühlend?, was mir auch wiederum ziemlich kompliziert erscheint.

    Ich versuche mich dahingehend im Leben mehr dem 'Tao de King', der östlichen Philosophie von 'machen durch nicht machen' anzunähern.

    Das tut meiner Persönlichkeit ganz gut, und lässt sich genau meinem Tempo von Entwicklung anpassen.

    Also wenn es überhaupt einen (echten) Plan gibt, dann diesen!

    Das heißt eben nicht, dass man alle Entscheidungen aus der Hand gibt, nein, vielmehr helfen sie einem beim Vorankommen.

    Nicht weil dann genau das zu passieren hat wozu man sich entschieden hat, sondern weil man mit dem Ergebnis immer anders umzugehen lernt.

    Dieses veränderte reagieren oder meinetwegen handeln führt zur Entwicklung- und nicht die Absicht, die (mit Erwartungshaltung) zu etwas führen soll.

    Ich persönlich würde das was passiert auch umschreiben mit einer Art loslassen, aber nicht im Sinne von Verzicht oder Vernunft, aber dennoch im Sinne von Erkenntnis, die auch gerne mal mit Schock und Angst (etwas existenzielles zu verlieren) daherkommt.

    Öfter mal was geschehen lassen, die (Denk-) Kontrolle abgeben, dann kann auch viel gutes dabei herausgekommen, und auf diesem kleinen Erfolg lässt sich aufbauen bzw wieder neu ausrichten.

    Es geht in der Tat nicht um richtig oder falsch, es gibt nur Erfahrungen zu verzeichnen letztendlich.

  • Deshalb bemühe ich mich den des öfteren auszuschalten, sofern ich das bemerke.

    Und klappt es bei dir? Mein Hirn denkt und denkt. Egal ob "sinnvolle" oder bescheuerte Gedanken. Es fällt mir immer schwerer, mich auf eine Gedankenlosigkeit einzulassen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich mich zu viel berieseln lasse von allen möglichen Sachen (meist aus dem Internet)? Sollte mein Medienkonsum wirklich mal überdenken. :D

  • @Celdur Also laut deinem 16-Persönlichkeiten-Test habe ich die Architekten-Persönlichkeit und werde mit Nitzsche und Elon Musk verglichen. Bedenklich. :D Introvertiert, intuitiv, rational, wertend und turbulent.

    Aber ja - mag schon hinkommen, auch wenn ich dieses Eingeteile als stumpfsinnig empfinde. Vielleicht mangelt es mir ein wenig an Sozialkompetenz, schließlich sind die meisten gesellschaftlich akzeptierten und erwünschten Verhaltensweisen ungeheuer lächerlich, aber niemand kann mir abstreiten, dass ich nicht gut simulieren könnte, und damit erspart man sich eine Menge.

    Mein eigenes Selbstbild, hmm...

    Wenn ich zu lange darüber nachdenke, gerate ich in eine Identitätskrise. Und als nächstes in eine Existenzkrise.

    μολὼν λαβέ.

  • Und klappt es bei dir? Mein Hirn denkt und denkt. Egal ob "sinnvolle" oder bescheuerte Gedanken. Es fällt mir immer schwerer, mich auf eine Gedankenlosigkeit einzulassen. Vielleicht hat das damit zu tun, dass ich mich zu viel berieseln lasse von allen möglichen Sachen (meist aus dem Internet)? Sollte mein Medienkonsum wirklich mal überdenken. :D

    Na von Gedankenlosigkeit kann nicht die Rede sein. Gedanken spielen ja immer als Hintergrundmusik ab, also gibt es nichts worauf man sich einlassen kann, außer auf den Gedanken an sich.

    Das ist ja der Sinn von Meditation, dass man sie vorbeiziehen lässt wie Wolken am Himmel.

    Oder man konzentriert sich voll und ganz auf das was man gerade tut.

    Zugegeben ist das bei Denkaufgaben schwieriger als bei handwerklichen Dingen.

    Aber es gibt da trotzdem einen Unterschied zwischen dem arbeitenden und dem denkenden Verstand: der arbeitende befasst sich mit der Materie und der denkende ist derjenige welcher wertet und 'hineinspuckt'.

    Natürlich gelingt mir das nicht oft, dazu müsste ich wieder öfter meditieren/praktizieren.

    Oft genügt es aber auch schon einen Gedanken, der nichts mit dem Moment zu tun hat, zu bemerken, und dem kann man meinetwegen nachgehen und kommt vllt dahinter, weshalb man gerade abgelenkt war.

  • Glaub ich hab 'Gedankenlosigkeit' eh falsch verwendet als Begriff, aber ich lösch das jetzt nicht. Was ich natürlich meinte war die Abwesenheit von Gedanken.

    Gedanken spielen ja immer als Hintergrundmusik ab, also gibt es nichts worauf man sich einlassen kann, außer auf den Gedanken an sich.

    Ist es vielleicht zu vergleichen mit einem Musikstück, das man stummschalten kann, das aber auf der Plattform, von der es aus gespielt wird, weiterläuft?

    Wenn ich mich bemühe, kann ich meine Gedanken stummschalten. Hält aber nicht lange an und schon fliegen die nächsten, die man wieder "hört", durchs Hirn. Meinst du das ist so?

    Das ist ja der Sinn von Meditation, dass man sie vorbeiziehen lässt wie Wolken am Himmel.

    Ja, hab ich auch schon von gehört. Einfach fliegen lassen, ohne sich weitere Gedanken zu den vorbeifliegenden Gedanken zu machen.

    Mein eigenes Selbstbild, hmm...

    Wenn ich zu lange darüber nachdenke, gerate ich in eine Identitätskrise. Und als nächstes in eine Existenzkrise.

    Sei nicht so hart zu dir! Jetzt müsste ich mich nur selbst mal dran halten. :D