Dieses DDR-Gefühl

    • Dieses DDR-Gefühl

      Einkaufen gehen macht echt keinen Spaß mehr. Jeden Tag neue Schikanen, neue schwachsinnige Regeln und Ideen, mit denen die ganzen Bürokraten für Ordnung in dem Chaos sorgen wollen, das sie selbst erst angerichtet haben durch das systematische Irre-Machen der Bevölkerung.
      Jetzt gab es zur Abwechslung endlich mal wieder Klopapier. An der Kasse wurde mir jedoch eine Packung einfach wieder weggenommen, weil jeder Kunde maximal eine (!!!) Packung kaufen darf. Ich sag ja nix, wenn man Hamsterkäufe verbietet um zu verhindern, dass jemand gleich zehn oder zwanzig Packungen mitnimmt. Aber wegen zwei Packungen gleich einen Aufstand machen?
      Diesmal hab ich dann auch mal was gesagt, weil es mich echt ankotzt, immer die Schnauze zu halten und nett zu lächeln bei jedem Blödsinn.
      Hab gesagt, das ist ja wie in der DDR. Darauf meinte die Verkäuferin: "Ja, das ist jetzt eben so. Das machen wir jetzt so. Ich kann da auch nichts ändern, also warum erzählen sie mir das? Ich tue einfach nur das, was mir gesagt wird." Worauf ich dann meinte: "Genau das ist das Problem in Deutschland. Jeder tut, was ihm gesagt wird, und keiner macht mehr sein Maul auf."
      Hab aber dafür nur komische Blicke der Umstehenden geerntet, die wohl nicht so recht nachvollziehen konnten, wie jemand was gegen Regeln haben kann, die doch dafür gemacht sind, dass es uns allen besser geht.
      Aber wenn die Regeln so dermaßen sinnlos und idiotisch sind? Wenn mir das scheiß Klopapier so wichtig gewesen wäre, oder wenn ich wirklich hamstern wollte, dann lauf ich halt zehnmal an unterschiedliche Kassen mit jeweils einer Packung Klopapier, und keinen würde es stören. So wichtig war es mir dann aber auch wieder nicht. Aber im Prinzip sind das alles Regelungen, die keinem wirklich was nützen, die nichts bringen, die einfach nur dazu dienen, die Menschen zu bevormunden oder sie zu schikanieren oder in dem Fall wohl eher dazu, um sie zu beruhigen, dass keiner mehr Panik haben muss, weil kein Klopapier mehr da ist, weil ja jetzt jeder sieht: Es ist wieder mehr als genug Klopapier da. Man muss dann halt öfters in den Laden kommen, wenn man mehr davon haben will. :kopfschuss:
      Dummer, sinnloser Aktionismus. Genauso dämlich wie den Leuten zu verbieten, an die Ostsee zu fahren. Gerade jetzt im Frühjahr sind die Strände dort nun wirklich alles andere als überfüllt, und dort kann man den Abstand besser einhalten als in irgendeiner überfüllten U-Bahn in der Stadt. Aber nein... man verbietet den Leuten einfach grundsätzlich die Fahrt ans Meer, auch den Individualtouristen, die keinerlei Interesse an irgendwelchen Saufveranstaltungen oder Massen-Bespaßungen haben, sondern einfach nur friedlich mit ihrem Wohnmobil auf irgendeinem fast menschenleeren Parkplatz campen wollen.
      Für solche Maßnahmen fehlt mir dann einfach jegliches Verständnis, weil ich nicht sehe, in wie fern das helfen soll, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.
      Aber manche Verantwortliche in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen sehnen sich wohl insgeheim schon sehr nach ihrer geliebten DDR zurück, als Reisebeschränkungen und Versammlungsverbote etwas ganz Alltägliches waren.
      Irgendwie möchte man sich da ja fast wünschen, dass die Seuche noch viel schlimmer wütet und diese ganzen alten Arschlöcher und die überängstlichen Sicherheitsfanatiker und Leute wie diesen Unsympathen Lauterbach von der SPD mal alle dahinrafft, damit die Überlebenden dafür wieder mehr Platz zum Atmen hätten in diesem Land. Andererseits: Wenn sich die Menschen jetzt schon so selbstverständlich ihre Freiheitsrechte wegnehmen lassen, kann man sich ganz gut vorstellen, was passieren würde, wenn der Virus zehnmal so tödlich wäre. Dann würde nämlich überall schwerbewaffnetes Militär stehen, und wir hätten wieder Schießbefehl wie damals an der Mauer. Und keiner von denen, die jetzt schreien "Die DDR war ein schlimmer Unrechtsstaat", würde dann irgendwas dagegen sagen, weil es ja einem guten Zweck dient und absolut alternativlos ist.
      Im Internet lese ich Meldungen wie: "Demonstrationen gegen das Versammlungsverbot wurden untersagt. Die Klagen dagegen wurden von den zuständigen Gerichten alle abgewiesen. Es seien zwar wichtige Grundrechte beschnitten worden, aber das muss eben so sein, weil andere Interessen wichtiger sind als das Recht auf Demonstrationen."
      Das ist dann aber eben für mich keine Versammlungsfreiheit, wenn man sich nur so lange versammeln darf, so lange es gerade keine Krise gibt, die die öffentliche Ordnung gefährdet.

      Anderes Beispiel zum Alltagswahnsinn in der BRDDR 2.0:
      Hab neulich gesehen, wie beim Nachbarn gegenüber heimlich eine befreundete Familie durch den Hintereingang in die Wohnung geschlichen ist. Dort sind sie dann wahrscheinlich zusammengesessen zu einem konspirativen Freundschaftstreffen, weil man sich ja draußen im Garten nicht zusammen zeigen kann wegen den Nachbarn. Aber in der Wohnung sitzt man dann eben jetzt zusammen... so wie man in der DDR offiziell auch kein Westfernsehen geschaut hat, aber Zuhause hinter verschlossenen Türen sind sie dann alle heimlich vor der Glotze gesessen.
      Und als ich letztes Wochenende draußen im Wald war, kam mir ein Auto mit jungen Leuten entgegen und haben nach dem Weg zu irgendeinem versteckten Tümpel gefragt. Die haben ausgesehen wie direkt aus der Shisha-Bar oder dem Kanaken-Friseur, solche Leute sieht man sonst üblicherweise nicht auf irgendeinem Feldweg im Nirgendwo.
      Die Stadtjugend trifft sich also auch schon heimlich irgendwo im Verborgenen, um vor Schikanen durch die Obrigkeit verschont zu bleiben, ganz wie zu DDR-Zeiten.
      Die gleichgeschalteten Medien, die alle im Einklang das selbe berichten, haben wir sowieso schon. Genauso wie die Spitzel, die ihre Nachbarn bespitzeln und Polizist spielen wollen.
      Das einzige, was wir nicht haben, was es in der DDR aber witzigerweise gegeben hat, sind Bürgerrechtler.
      Also solche, die sich für die Rechte der eigenen Bevölkerung einsetzen, nicht nur für irgendwelche Flüchtlinge im Mittelmeer...
      Ich sehe aktuell keine solche Person in der Öffentlichkeit... keine mahnende Stimme, die die Politiker daran erinnert, dass Freiheit ein hohes Gut ist, das man nicht so einfach aus der Hand geben darf, nur weil es der scheinbar bequemste Weg ist, so mit der Krise umzugehen. Einer der radikalsten Freiheitsbefürworter in der Öffentlichkeit scheint noch der FDP-Lindner zu sein (aber dem geht es bei "Freiheit" natürlich auch nur um die Wirtschaft)
      Und die meisten Künstler, die wir haben, fordern die Leute entweder brav auf, mitzumachen, oder sparen sich Kommentare aus Angst vor einem Shitstorm. Und wenn mal jemand was zu machen versucht, so wie ich, wird er aber auch nicht wirklich wahrgenommen, weil es den allermeisten Leuten im Internet wohl nicht wichtig genug ist, diese Message weiterzuverbreiten oder zu verlinken, weil es ihnen ja doch nicht so schlecht geht und das ja alles nur halb so schlimm ist.
      Auf die Barrikaden zu gehen, ist zu dieser Zeit im Grunde genauso sinnlos, wie mit einer Verkäuferin über die neuen Regeln im Supermarkt diskutieren zu wollen. Denn die Leute werden dir immer nur sagen: "Ja, muss halt sein. Ist jetzt halt so. Sei nicht so ein Querulant, dann ist es für uns alle einfacher."

      Schade, dass wir hier nur einen Hitler-Smiley haben, aber keinen Honecker-Smiley. Höchstens den hier vielleicht: :greets:
      Ich hab schon wieder keinen bock mehr auf diese Gesellschaft und diese Menschheit, und auf diese ganzen dämlichen Idioten, denen man erst mühsam erklären muss, dass es zwar wichtig ist, den Virus einzudämmen, aber dass man dafür nicht andere wichtige Werte und Grundrechte über Bord werfen darf, die sich die Menschen im Lauf der Jahrhunderte mühsam erkämpft haben.
      Am besten geh ich gar nicht mehr raus, lasse in Zukunft andere für mich einkaufen, und begebe mich in komplette Selbstquarantäne. Keine Interaktion mehr mit anderen Menschen. Und am besten auch nicht mehr ins Internet schauen. Keine News mehr lesen. Keine Kommentare. Nicht mal mehr die hier im Forum.
      Ich mauere mich jetzt ein, und ihr könnt mich ja dann wecken, wenn die Krise vorbei ist und man 2022 wieder an die Ostsee darf, weil sie endlich einen Corona-Impfstoff entwickelt haben.
      Leider gibt es noch keinen Impfstoff gegen Blödheit und den Untertanen-Geist der Menschen.

      Post by MiriOm ().

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    • Dian als tobender Wutbürger und Klopapierhamsterer. Hätte ich gerne gesehen. Was ich aber lieber nicht gesehen hätte, wäre das ewige gleiche Lamentieren, dass es nur darum gehe, die Menschen "zu bevormunden und zu schikanieren". Klar, das ist das Motiv hinter all dem. Was auch sonst!
      Ja dann stelle dir doch dein Klopapier selbst her. Ich hätte dich hochkant aus dem Laden geschmissen. Ein Supermarkt ist kein Staatsapparat und es sind auch keine Beamten, die dort arbeiten. Es ist auch kein Bürgerrecht, dir Klopapier nach Wunschmenge auszuhängen. Und wenn der Betreiber meint, dass er nur an Leute mit grünen Schuhen verkauft, dann ist das genauso sein privates Recht, wie du dir deine Regeln in deinem privaten Raum ebenso zurechtlegst. Meine Güte, wie kann man so auf Kuschelkurs mit Kapitalisten gehen, dass man die natürliche Mauer dazwischen so sehr vergessen hat und sich schon fühlt wie Zuhause. Was kommt als nächstes? Toben, weil deine Lieblingspizza teurer geworden ist? Was fällt denen ein, das zu tun????

      Warum war denn wieder Klopapier da? Doch weil die Regelung offenbar funktioniert. Ich habe das gerade heute erst selbst erlebt. Laden 1 hatte kein Klopapier, Laden 2 hatte eine ganze Palette stehen. Wunderte mich erst, nahm dann aber eine Packung und ging. Erst später, als ich an dem Gang noch mal vorbei kam, sah ich erst das Schild: pro Kunde nur eine Packung.
      Fand ich okay, denn nur so kam ich überhaupt zu meiner. Und ich nahm auch nur eine, selbst als ich von dem Schild noch nichts wusste. Andere Läden gehen noch weiter und schubsen gleich noch einen Denkprozess an, wenn sie schreiben: erste Packung = normaler Preis, ab der zweiten Packung: 10 Euro.
      Wirkt genauso, aber ich will besser nicht wissen, was dann erst los gewesen wäre. Dann hättest du vermutlich mehr über die raffgierigen Kapitalisten geschimpft, als die subtile Botschaft dahinter zu kapieren.

      Dian wrote:

      Genauso dämlich wie den Leuten zu verbieten, an die Ostsee zu fahren. Gerade jetzt im Frühjahr sind die Strände dort nun wirklich alles andere als überfüllt, und dort kann man den Abstand besser einhalten als in irgendeiner überfüllten U-Bahn in der Stadt. Aber nein... man verbietet den Leuten einfach grundsätzlich die Fahrt ans Meer,
      Dasselbe in grün. Warum ist es an der Ostsee denn menschenleer? Weil niemand hin kann. Wäre das nicht so, wären die Strände bei dem Wetter und bei der aktuellen Langeweile der Leute mehr als überfüllt. Halt genauso, wie das Klopapier üppig gehamstert würde, wenn alle Schranken oben wären.

      Dein übriges Geschreibsel kann ich nicht bestätigen. Hier lebt es sich nicht anders als bisher. Alle Leute, die ich kenne, leben wie sonst auch. Hier und da mal vielleicht Homeoffice, aber das ging auch nur eine Woche. Niemand versteckt sich, macht irgendwas heimlich oder muss etwas ausfallen lassen. Die Parkanlagen sind voll, die Geschäfte auch. Klar, der Abstand zueinander ist dort schon etwas größer geworden, aber das finde ich zum einen richtig wegen Corona, und zum anderen hätte ich diesen Abstand ohnehin gerne öfters mal im Alltag.

      Dass jetzt ausgerechnet du austickst, weil man dir dein Menschenrecht auf Klopapier nehmen wollte, finde ich schon krass. Wie sehr muss man den Kapitalismus verinnerlicht haben, um so selbstsicher sein Kaufrecht einzufordern und dafür sogar laut zu werden. Oh man.
    • Bla. Blubb. Ich les mir dein dummes Geschwätz gar nicht mehr durch, Unmensch!
      Dann kann ich mich ebenso gut mit den fiesen alten Hexen an der Kauflandkasse unterhalten, die dürften in etwa ähnlich gehirngewaschen sein wie du.
      Ich frage mich echt langsam, was du in einem Forum wie diesem überhaupt verloren hast. Du präsentierst dich hier seit Wochen wie der totale Systemling und verteidigst jede noch so autoritäre Maßnahme, hauptsache es geht gegen die Richtigen (also gegen alle, die anderer Meinung sind als du, oder mehr Spaß am Leben haben). Man könnte fast meinen, du bist ein wenig neidisch auf diejenigen, die sich gern mit ihren Freunden irgendwo versammeln, weil du sowas wie Freunde nie gehabt hast.
      Vielleicht solltest du zu den Grünen gehen, das ist für vertrocknete Spaßbremsen und Fans von repressiven Zwangsmaßnahmen immer eine gute Wahl. Alternativ dazu kannst du aber natürlich auch der CSU beitreten, immerhin müsste dir Herr Söder ja mittlerweile ziemlich sympathisch geworden sein.
      Kann mir schon gut denken, was du damals in der DDR gemacht hättest...
      Vermutlich wärst du der letzte überzeugte Walter Ulbricht-Fan gewesen, der fassungslos dabei zugesehen hätte, wie sie die Mauer einreißen, und der gar nicht verstehen konnte, wie jemandem Freiheit so wichtig sein kann, dass er dafür bereit ist, in den dekadenten kapitalistischen Westen zu flüchten, obwohl doch im Osten alles gut geregelt war und niemand Hunger leiden musste. Gab halt nur alle paar Monate mal Bananen, aber was soll's, sind ja eh alles nur dekadente Kapitalisten, die Freude an solchen exotischen Südfrüchten empfinden. Auf deren Meinung muss man keine Rücksicht nehmen. Außerdem, wer braucht schon Bananen, so lange es noch genügend Borschtsch in den Regalen gibt? Und jeder, der sich darüber beschwert, ist einfach ein kapitalistischer Agent oder zumindest hochgradig suspekt, weil ihm die Auswahl im Laden wichtiger ist als das Wohl der Partei.
    • Na durchgelesen hast du dir meinen Beitrag ja offenbar schon, wenn deine Reaktion derartig ausfällt.
      Welche miese Nummer wird das denn, wenn die unzähligen Mauertote, die sich wirklich nach Freiheit gesehnt haben, jetzt herangezogen werden, um damit seine persönliche Freiheit des Shoppens zu legitimieren?

      Ich sehe übrigens nur eine Konstante: beim Thema Corona nehme ich seit Wochen die Haltung der Vernunft ein und bin auch bereit, Verzicht für die Sache zu üben, statt sich vehement zu weigern, dass auch nur irgendwas anders ist als sonst. Ja das war doch schließlich schon immer so! DAS ist für mich die Spießigkeit in Reinform. Und es ist fast schon reaktionär, wenn man bereits ausflippt, nur weil etwas geändert wird an der gewohnten Klopapierausgabenmenge.

      Und es ist ja nicht das erste Mal. Ständig flippst du aus, wenn deine Nachbarn, ein Polizist oder weiß der Teufel wer, dir irgendwo reinreden wollen. Aber selbst bist du spießbürger Nummer eins, wenn man ihn nicht brav bedient oder eben andere Leute auf ihrem Privatgrund machen, was sie für richtig halten. Alle Rechte für mich, für alle anderen keine (und auch kein Klopapier, alles meins). Es ist regelrecht bildlich gesprochen, wenn du mehr Ware nimmst, als du benötigst. Ganz egal, dass dann weniger für Andere da ist. Es lässt ebenso tief blicken, wenn du dir ernsthaft im Kopf bereits ausmalst, wie man das denn umgehen könnte ("dann lauf ich halt zehnmal an unterschiedliche Kassen mit jeweils einer Packung Klopapier").

      Wie weit ist es mit der jahrelangen Alternativ-Haltung her, wenn bereits Klopapier den Anlass gibt, sich wie der letzte Pöbel und Egoist aufzuführen?
      Und dann spielt sich das ausgerechnet noch in einem Ladengeschäft ab - mitten im Kern des Kapitalismus. Pochst du auch auf dein Recht, wenn Ware aus der Werbung vergriffen ist und sagst: "sie sind rechtlich verpflichtet, Angebote mindestens zwei Tage verfügbar zu halten!"

      Ich hätte zumindest noch etwas Verständnis, wenn das Ordnungsamt mit einem Wachposten vor dem Wald dir deine Wanderungen untersagen will. Aber wenn sich diese Szenerie in einem Supermarkt abspielt und es um Klopapier geht, dann ist dein Verhalten einfach albern.
    • Es geht doch hier überhaupt nicht um das Klopapier. Das ist nur ein Beispiel von unzähligen dafür, dass dieses Land immer bekloppter wird, und dass es in dem derzeitigen gesellschaftlichen Klima einfach keinen Spaß mehr macht, einkaufen oder überhaupt irgendwo hin zu gehen, weil man überall gegängelt, belehrt und wie ein dummes Kind behandelt wird.
      Ein weiteres Beispiel ist, dass bei der Getränkeabgabe ein Schild hängt, auf dem steht "Halte Abstand! Zeig Respekt!" Wahrscheinlich haben sie in China mit solchen Ansagen gute Erfahrungen gemacht. Aber man sollte den Menschen einfach auch eine gewisse Eigenverantwortung zugestehen, wenn man nicht will, dass sie irgendwann wirklich nur noch total verblödetes Gemüse sind und sich auch entsprechend verhalten. Naja... ist vermutlich eh schon zu spät.

      Ich denke jedenfalls, eine zivilisierte Gesellschaft sollte es hinbekommen, eine Seuche zu bekämpfen, ohne ihre Freiheitsrechte über Bord zu werfen und alle Menschen wie Idioten zu behandeln, nur weil einige von ihnen ein anderes Risiko-Bewusstsein haben als der durchschnittliche CDU-Wähler. Dann gibt es eben ein paar mehr Menschen in den Notaufnahmen, dann lernen die Unvorsichtigen das vielleicht auf die harte Tour. Na und? Ist meines Erachtens immer noch die bessere Alternative, als zusätzlich zur Seuche, die schon schlimm genug ist, noch Feuer zu legen, indem man Menschen psychisch krank macht, kriminalisiert oder in die Armut treibt.
      Hab gelesen, irgendwo in Grönland haben sie den Alkohol verboten, aus Angst, dass die Menschen (bzw. vor allem die Männer) wegen dem Hausarrest durchdrehen und im Suff dann ihre Frauen und Kinder verprügeln. Und bei solchen Meldungen frage ich mich halt: Was geht in den Köpfen der verantwortlichen Bürokraten vor? Denken die ernsthaft, wenn du den Menschen die letzte Freude, die sie haben, auch noch nimmst (den Alkohol), wird die Stimmung zu hause besser werden, und aus alkoholkranken Asis werden plötzlich fürsorgliche Familienväter?
      Es ist genau dieses Denken, diese Idiotie in der Gesellschaft, die mich aufregt. Prohibition hat noch nie funktioniert. Aber lernen die Menschen irgendwann mal was aus der Geschichte? Scheinbar nicht. Es ist ein ewiger Kreislauf der Verblödung. Menschen werden entmündigt, man traut ihnen nichts zu, und die Menschen gewöhnen sich an diesen Zustand und sind heillos überfordert, wenn sie plötzlich dann doch mal etwas alleine entscheiden müssen, und deshalb muss man sie noch mehr entmündigen.

      Das ist einfach der falsche Weg, sorry. Das hat nichts mit Wutbürgertum zu tun. Eher mit meiner Erfahrung als studierter Pädagoge. Wenn du einem Kind bei jeder Kleinigkeit zur Hand gehst, ihm immer sagst "Das kannst du nicht allein! Papa macht das für dich! Komm hier her! Stell dich dort hin! Sei jetzt still! Bleib zu Hause! Zeige Respekt!"... dann wird aus dem Kind später ein degenerierter, unselbständiger Idiot. Schau dir die Leute in Sachsen an, warum rennen da so viele Idioten rum? Weil sie jahrzehntelang wie die größten Idioten behandelt worden sind.
      Auf diese Weise wird die Gesellschaft nie gesunden, sondern eher noch deutlich kranker werden in Zukunft. Virus hin, Klopapier her. Darum geht es im Grunde gar nicht. Es geht ganz allgemein um die Frage: Wie geht eine Gesellschaft mit einer Krise um? Und wenn man als allererste Maßnahme gleich mal das Individuum in seinen Rechten einschränkt, weil einem sonst nichts einfällt, dann ist das ein Armutszeugnis für eine jede Gesellschaft... und das wird noch Langzeit-Folgen haben, die du jetzt noch überhaupt nicht absehen kannst.
    • Dian wrote:

      Einkaufen gehen macht echt keinen Spaß mehr. Jeden Tag neue Schikanen, neue schwachsinnige Regeln und Ideen, mit denen die ganzen Bürokraten für Ordnung in dem Chaos sorgen wollen, das sie selbst erst angerichtet haben durch das systematische Irre-Machen der Bevölkerung.
      Jetzt gab es zur Abwechslung endlich mal wieder Klopapier. An der Kasse wurde mir jedoch eine Packung einfach wieder weggenommen, weil jeder Kunde maximal eine (!!!) Packung kaufen darf. Ich sag ja nix, wenn man Hamsterkäufe verbietet um zu verhindern, dass jemand gleich zehn oder zwanzig Packungen mitnimmt. Aber wegen zwei Packungen gleich einen Aufstand machen?
      Diesmal hab ich dann auch mal was gesagt, weil es mich echt ankotzt, immer die Schnauze zu halten und nett zu lächeln bei jedem Blödsinn.
      Hab gesagt, das ist ja wie in der DDR. Darauf meinte die Verkäuferin: "Ja, das ist jetzt eben so. Das machen wir jetzt so. Ich kann da auch nichts ändern, also warum erzählen sie mir das? Ich tue einfach nur das, was mir gesagt wird." Worauf ich dann meinte: "Genau das ist das Problem in Deutschland. Jeder tut, was ihm gesagt wird, und keiner macht mehr sein Maul auf."
      Hab aber dafür nur komische Blicke der Umstehenden geerntet, die wohl nicht so recht nachvollziehen konnten, wie jemand was gegen Regeln haben kann, die doch dafür gemacht sind, dass es uns allen besser geht.
      Aber wenn die Regeln so dermaßen sinnlos und idiotisch sind? Wenn mir das scheiß Klopapier so wichtig gewesen wäre, oder wenn ich wirklich hamstern wollte, dann lauf ich halt zehnmal an unterschiedliche Kassen mit jeweils einer Packung Klopapier, und keinen würde es stören. So wichtig war es mir dann aber auch wieder nicht. Aber im Prinzip sind das alles Regelungen, die keinem wirklich was nützen, die nichts bringen, die einfach nur dazu dienen, die Menschen zu bevormunden oder sie zu schikanieren oder in dem Fall wohl eher dazu, um sie zu beruhigen, dass keiner mehr Panik haben muss, weil kein Klopapier mehr da ist, weil ja jetzt jeder sieht: Es ist wieder mehr als genug Klopapier da. Man muss dann halt öfters in den Laden kommen, wenn man mehr davon haben will. :kopfschuss:
      Dummer, sinnloser Aktionismus. Genauso dämlich wie den Leuten zu verbieten, an die Ostsee zu fahren. Gerade jetzt im Frühjahr sind die Strände dort nun wirklich alles andere als überfüllt, und dort kann man den Abstand besser einhalten als in irgendeiner überfüllten U-Bahn in der Stadt. Aber nein... man verbietet den Leuten einfach grundsätzlich die Fahrt ans Meer, auch den Individualtouristen, die keinerlei Interesse an irgendwelchen Saufveranstaltungen oder Massen-Bespaßungen haben, sondern einfach nur friedlich mit ihrem Wohnmobil auf irgendeinem fast menschenleeren Parkplatz campen wollen.
      Für solche Maßnahmen fehlt mir dann einfach jegliches Verständnis, weil ich nicht sehe, in wie fern das helfen soll, die Verbreitung des Virus zu verlangsamen.
      Aber manche Verantwortliche in Mecklenburg-Vorpommern oder Sachsen sehnen sich wohl insgeheim schon sehr nach ihrer geliebten DDR zurück, als Reisebeschränkungen und Versammlungsverbote etwas ganz Alltägliches waren.
      Irgendwie möchte man sich da ja fast wünschen, dass die Seuche noch viel schlimmer wütet und diese ganzen alten Arschlöcher und die überängstlichen Sicherheitsfanatiker und Leute wie diesen Unsympathen Lauterbach von der SPD mal alle dahinrafft, damit die Überlebenden dafür wieder mehr Platz zum Atmen hätten in diesem Land. Andererseits: Wenn sich die Menschen jetzt schon so selbstverständlich ihre Freiheitsrechte wegnehmen lassen, kann man sich ganz gut vorstellen, was passieren würde, wenn der Virus zehnmal so tödlich wäre. Dann würde nämlich überall schwerbewaffnetes Militär stehen, und wir hätten wieder Schießbefehl wie damals an der Mauer. Und keiner von denen, die jetzt schreien "Die DDR war ein schlimmer Unrechtsstaat", würde dann irgendwas dagegen sagen, weil es ja einem guten Zweck dient und absolut alternativlos ist.
      Im Internet lese ich Meldungen wie: "Demonstrationen gegen das Versammlungsverbot wurden untersagt. Die Klagen dagegen wurden von den zuständigen Gerichten alle abgewiesen. Es seien zwar wichtige Grundrechte beschnitten worden, aber das muss eben so sein, weil andere Interessen wichtiger sind als das Recht auf Demonstrationen."
      Das ist dann aber eben für mich keine Versammlungsfreiheit, wenn man sich nur so lange versammeln darf, so lange es gerade keine Krise gibt, die die öffentliche Ordnung gefährdet.

      Anderes Beispiel zum Alltagswahnsinn in der BRDDR 2.0:
      Hab neulich gesehen, wie beim Nachbarn gegenüber heimlich eine befreundete Familie durch den Hintereingang in die Wohnung geschlichen ist. Dort sind sie dann wahrscheinlich zusammengesessen zu einem konspirativen Freundschaftstreffen, weil man sich ja draußen im Garten nicht zusammen zeigen kann wegen den Nachbarn. Aber in der Wohnung sitzt man dann eben jetzt zusammen... so wie man in der DDR offiziell auch kein Westfernsehen geschaut hat, aber Zuhause hinter verschlossenen Türen sind sie dann alle heimlich vor der Glotze gesessen.
      Und als ich letztes Wochenende draußen im Wald war, kam mir ein Auto mit jungen Leuten entgegen und haben nach dem Weg zu irgendeinem versteckten Tümpel gefragt. Die haben ausgesehen wie direkt aus der Shisha-Bar oder dem Kanaken-Friseur, solche Leute sieht man sonst üblicherweise nicht auf irgendeinem Feldweg im Nirgendwo.
      Die Stadtjugend trifft sich also auch schon heimlich irgendwo im Verborgenen, um vor Schikanen durch die Obrigkeit verschont zu bleiben, ganz wie zu DDR-Zeiten.
      Die gleichgeschalteten Medien, die alle im Einklang das selbe berichten, haben wir sowieso schon. Genauso wie die Spitzel, die ihre Nachbarn bespitzeln und Polizist spielen wollen.
      Das einzige, was wir nicht haben, was es in der DDR aber witzigerweise gegeben hat, sind Bürgerrechtler.
      Also solche, die sich für die Rechte der eigenen Bevölkerung einsetzen, nicht nur für irgendwelche Flüchtlinge im Mittelmeer...
      Ich sehe aktuell keine solche Person in der Öffentlichkeit... keine mahnende Stimme, die die Politiker daran erinnert, dass Freiheit ein hohes Gut ist, das man nicht so einfach aus der Hand geben darf, nur weil es der scheinbar bequemste Weg ist, so mit der Krise umzugehen. Einer der radikalsten Freiheitsbefürworter in der Öffentlichkeit scheint noch der FDP-Lindner zu sein (aber dem geht es bei "Freiheit" natürlich auch nur um die Wirtschaft)
      Und die meisten Künstler, die wir haben, fordern die Leute entweder brav auf, mitzumachen, oder sparen sich Kommentare aus Angst vor einem Shitstorm. Und wenn mal jemand was zu machen versucht, so wie ich, wird er aber auch nicht wirklich wahrgenommen, weil es den allermeisten Leuten im Internet wohl nicht wichtig genug ist, diese Message weiterzuverbreiten oder zu verlinken, weil es ihnen ja doch nicht so schlecht geht und das ja alles nur halb so schlimm ist.
      Auf die Barrikaden zu gehen, ist zu dieser Zeit im Grunde genauso sinnlos, wie mit einer Verkäuferin über die neuen Regeln im Supermarkt diskutieren zu wollen. Denn die Leute werden dir immer nur sagen: "Ja, muss halt sein. Ist jetzt halt so. Sei nicht so ein Querulant, dann ist es für uns alle einfacher."

      Schade, dass wir hier nur einen Hitler-Smiley haben, aber keinen Honecker-Smiley. Höchstens den hier vielleicht: :greets:
      Ich hab schon wieder keinen bock mehr auf diese Gesellschaft und diese Menschheit, und auf diese ganzen dämlichen Idioten, denen man erst mühsam erklären muss, dass es zwar wichtig ist, den Virus einzudämmen, aber dass man dafür nicht andere wichtige Werte und Grundrechte über Bord werfen darf, die sich die Menschen im Lauf der Jahrhunderte mühsam erkämpft haben.
      Am besten geh ich gar nicht mehr raus, lasse in Zukunft andere für mich einkaufen, und begebe mich in komplette Selbstquarantäne. Keine Interaktion mehr mit anderen Menschen. Und am besten auch nicht mehr ins Internet schauen. Keine News mehr lesen. Keine Kommentare. Nicht mal mehr die hier im Forum.
      Ich mauere mich jetzt ein, und ihr könnt mich ja dann wecken, wenn die Krise vorbei ist und man 2022 wieder an die Ostsee darf, weil sie endlich einen Corona-Impfstoff entwickelt haben.
      Leider gibt es noch keinen Impfstoff gegen Blödheit und den Untertanen-Geist der Menschen.

      Ich weiß, dass sich der DDR-Vergleich aufdrängt, aber du solltest da schon etwas vorsichtig sein. Der Realsozialismus war Erziehungsdiktatur und Versorgerstaat, unsere heutigen 'demokratischen' Regime vereinen hingegen Totalitarismus mit kapitalistischer Verwertungslogik. Wer prekarisiert wird, gerät in die Mühlen aus dem Zwang zur Verwertung und ist gleichzeitig das Objekt totaler staatlicher Kontrolle. Die ökonomische Zerstörung von kleinen Existenzen (die Großen werden immer gerettet werden) solltest du daher nicht außer Acht lassen - ein bißchen klingt aus deinem Post schon die Perspektive des Privilegierten durch, da passt es auch, dass dir als Erstes Lindner als kritische Stimme einfällt ;)
      Ich geb dir im Kern in den meisten Punkten recht und hab das auch schon mit anderen Worten zum Ausdruck gebracht. Wir bräuchten eben eine Zusammenführung aus linken und radikal freiheitlichen Positionen - die Linke hat das Problem, zu zahm den totalitären Staat des Ausnahmezustands zu kritisieren und sich sehr auf soziale Forderungen (und auch vor allem für marginalisierte Gruppen) zu fokussieren, und die radikalen Verfechter von Freiheitsrechten lassen im Gegenzug zu sehr die soziale Frage außer Acht.
      Aber bitte lass den Lindner rechts liegen ;)
      Hier zwei andere kritische Stimmen, um das oben Beschriebene zu verdeutlichen:
      nzz.ch/feuilleton/coronavirus-…der-demokratie-ld.1551896
      neues-deutschland.de/artikel/1…rden-noch-sichtbarer.html
      Why do we fall?
    • Das Zentralkomitee, äh ZDF, hat gerade in der aktuellen Kamera (oder war es bei "heute"?) verkündet, dass der Genosse Gesundheitsminister gesagt hat, dass Deutschland Weltmeister in der Corona-Bekämpfung ist, und dass alle anderen Länder neidisch zu uns hinaufschauen, weil wir mal wieder so diszipliniert, so toll und so deutsch sind. Und die Maßnahmen der Regierung sind natürlich wie immer genau die richtigen gewesen. Da haben wir aber Glück, dass wir von solchen genialen Vordenkern regiert werden!
      Die wissen zwar selber nicht, wie sie das alles finanzieren wollen, was sie den Bürgern versprochen haben, aber man kann sich ja trotzdem mal ordentlich selbst loben nach so vielen Wochen anstrengender Homeoffice-Regierungsarbeit. :rofl:

      Lonewolf wrote:

      Aber bitte lass den Lindner rechts liegen
      Nö, den wähl ich beim nächsten Mal! ;)
      Ich hab den eigentlich nur deshalb erwähnt, weil mir jetzt in den Medien keine anderen Politiker aufgefallen wären, die sich in dieser Richtung geäußert hätten. Wagenknecht und Co. sind ja anscheinend nur damit beschäftigt, sicher zu stellen, dass die Deutschen ihren Solidaritätsbeitrag für Italien und andere Entwicklungsländer leisten, anstatt mal was gegen den autoritären Staat hier in Deutschland zu sagen. Und die AfD ist auch verdächtig still im Moment. Gibt es die überhaupt noch? Wahrscheinlich denken die nur die ganze Zeit: "Scheiße, die haben uns alle rechts überholt, sogar der Kretschmann von den Grünen und der Unmensch aus dem Unity-Forum. Was sollen wir bloß machen, um wieder ins Gespräch zu kommen? Todesstrafe fordern für Qurantäne-Verweigerer?" :D